Heilpflanze

Von Arzneipflanzen, Heilkräutern und Phytopharmaka

Bereits in der Jungsteinzeit setzten die Menschen Pflanzen als Heilmittel ein. Mönche und Nonnen sammelten im Mittelalter Wissen über Kräuter. In der Traditionellen Chinesischen Medizin gehören Arzneimittel pflanzlichen Ursprungs zu einem tragenden Bestandteil der Lehre. Pflanzen dienen seit vielen Jahrhunderten überall auf der Welt als Heilmittel. Heute beschäftigen sich Wissenschaftler mit den Heilwirkungen und spüren die wirksamen Substanzen in Pflanzen auf.

Pflanzen mit gesundheitlicher Wirkung

Salbei
Ein heißes Aufgussgetränk mit Salbeiblättern ist ein beliebtes Hausmittel.

Alle Nutzpflanzen, die zum Zwecke der Linderung und Heilung von Krankheiten eingesetzt werden, zählen zu den Heilpflanzen. Dabei handelt es sich nicht immer um Kräuter. Neben krautigen Pflanzen können auch Bäume oder Sträucher heilende Substanzen beinhalten.

Heilpflanzen kommen ganz unterschiedlich zum Einsatz: Als Tee, Tabletten, Kapseln, Tinktur, Badezusatz, Paste oder Creme wenden wir sie innerlich oder äußerlich an.

Giftpflanzen

Manche Heilpflanzen können unbedenklich genutzt werden. Bei anderen kommt es ganz entscheidend auf die Dosis an. Der deutsche Arzt Paracelsus stellte bereits im 16. Jahrhundert fest, dass „die Dosis das Gift macht“. Bei Giftpflanzen mit heilkräftigen Inhaltsstoffen ist demnach Vorsicht geboten. Anders als bei klassischen Heilkräutern, kann der Genuss von giftigen Arzneipflanzen zu schweren Gesundheitsschäden bis hin zum Tod führen. Daher sollten Sie Giftpflanzen niemals bei der Selbstmedikation einsetzen.

Roter Fingerhut, Tollkirsche und Schlafmohn sind Giftpflanzen, die sehr häufig in Phytopharmaka zur Verwendung kommen. Beachten Sie bei pflanzlichen Präparaten, die Sie in Form von Tabletten, Kapseln oder Pulvern einnehmen können, unbedingt die Anwendungshinweise.  

Merke:

Obwohl Phytopharmaka natürliche Mittel sind, können sie Nebenwirkungen aufweisen.

Insgesamt sind rund 500 Heilpflanzen erforscht und werden zur Herstellung von natürlichen Arzneimitteln verwendet.

Heilpflanzen im Portrait

Anis | Arnika | Berberitze | Brennnessel | Buchweizen | Camu-Camu | Chili | Ehrenpreis | Fenchel | Galgant | Ginkgo biloba | Ginseng | Hagebutte | Ingwer | Isländisches Moos  | Johanniskraut | Kardamom | Kamille | Koriander | Kümmel | Kurkuma | Latschenkiefer | Lavendel | Mariendistel | Melisse | Moringa oleifera | Pfeffer | Pfefferminze | Rosmarin | Rosskastanie | Salbei | Sanddorn | Sandelholz | Sonnenblume | Thymian | Vanille | Wacholder | Zimt

Pflanzen als Arzneimittel

Viele Pflanzen werden zur Herstellung von Arzneimitteln genutzt. Ihre Wirkung ist in wissenschaftlichen Studien bewiesen. Ihre Nebenwirkungen sind genaustens erforscht. Die wirksamen Bestandteile der Pflanze bezeichnen Fachleute als Droge. Die Inhaltsstoffe dieser Pflanzenteile werden extrahiert und zu standardisierten Fertigprodukten aufbereitet. Pflanzen, die in der Schulmedizin zum Einsatz kommen, bezeichnet man als Rationale Phytotherapeutika.

Pflanzen als Hausmittel und in alternativen Heilmethoden

Ginsengwurzel
Bei Heilpflanzen denken wir automatisch an Heilkräuter und Kräutertees. Doch gesundheitlich wirksame Substanzen finden sich nicht nur in den Blättern krautiger Pflanzen.

Heilpflanzen sind eine wichtige Komponente in vielen alternativen Heilverfahren wie der Aromatherapie, Homöopathie, Bach-Blütentherapie oder der Ayurvedischen Medizin. Die traditionelle Kräutermedizin in unseren Breiten geht auf Erkenntnisse der Klosterheilkunde zurück. Die Traditionelle Phytotherapie setzt im Gegensatz zur Rationalen Phytotherapie nicht auf isolierte Einzelextrakte, sondern nutzt die vollständigen Pflanzenteile wie Wurzeln, Blätter oder Früchte.

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Inhaltsstoffe von Heilpflanzen

Teebaumöl
Vor allem die aus den Heilpflanzen gewonnenen ätherischen Öle sind voller heilender Substanzen.

Pflanzen bilden eine ganze Reihe von Stoffen, die zu ihrem Schutz und zu ihrer Verbreitung dienen. Diese sogenannten sekundären Pflanzenstoffe halten beispielsweise Schädlinge fern oder haben eine antibakterielle, antimykotische oder antivirale Wirkung.

Substanzen, die eine gesundheitliche Wirkung aufweisen, können sein:

  1. Ätherische Öle wie Campher, Limonen oder Menthol
  2. Gerbstoffe
  3. Glykoside
  4. Flavonoide
  5. Saponine
  6. Bitterstoffe
  7. Salicyl-Verbindungen
  8. Alkaloide

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Typische Anwendungsgebiete für Heilpflanzen

bei erkältungskrankheiten tee trinken
Erkältet? Hier helfen Kräutertees mit Salbei, Kamille oder Thymian.

Heilpflanzen kommen vor allem bei leichten Erkrankungen zum Einsatz. Sie dienen zur Stärkung der körpereigenen Abwehr, lindern Schmerzen und mildern Krankheitsverläufe ab. Typische Einsatzgebiete für Arzneipflanzen sind:

Darreichungsformen und Zubereitungsarten von Heilpflanzen

  • Bei einem Tee bzw. Aufguss übergießen Sie die heilsamen Pflanzenteile, meist Blätter, mit abgekochten, heißen Wasser. Nach einigen Minuten können Sie den Kräuteraufguss trinken.
  • Bei einem Dekokt übergießen Sie Pflanzenteile wie Wurzel oder Rinde mit heißem Wasser und kochen hernach den Aufguss auf.
  • Bei nicht hitzestabilen Pflanzeninhaltsstoffen stellen Sie einen Kaltwasserauszug (Mazerat) her, um die Inhaltsstoffe wie Bitterstoffe oder Schleimstoffe zu extrahieren. Die Pflanzenteile müssen mehrere Stunden ziehen.
  • Bei einer Tinktur verwenden Arzneimittelhersteller ein Lösungsmittel, meistens Alkohol, selten Essig. Damit können wasserlösliche und wasserunlösliche Stoffe extrahiert werden. Eine klassische Tinktur ist der Magenbitter aus Löwenzahn, Wermut, Tausendgüldenkraut oder Schafgarbe.
  • Bei Presssäften reinigen und zerkleinern die Hersteller das frische Pflanzenmaterial. Hernach kommt die Saftpresse zum Einsatz. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass weitere Bestandteile wie Vitamine und Mineralstoffe erhalten bleiben und mit dem Saft ebenfalls aufgenommen werden.
  • Die gewonnene Substanz wird häufig für die äußere Anwendung weiterverarbeitet in Cremes, Salben und Pasten.
  • Für die innere Anwendung bieten Arzneimittelhersteller neben Tropfen, auch feste Darreichnungsformen wie Kapseln oder Tabletten an. Kapseln enthalten oft die getrocknete, zum Teil pulverisierte Droge. Bei Tabletten mengt man dem Trockenextrakt noch ein Bindemittel wie Milchzucker bei.
  • In der Homöopathie ist die Herstellung von Globuli gängig. Der Wirkstoff wird extrem potenziert.
Heilpflanzen und ihre Darreichung

Heilpflanze des Jahres

Johanniskraut
Die Blüten des Johanniskrauts leuchten goldgelb. Die Arzneipflanze war 1995 Heilpflanze des Jahres. Die Heilpflanze des Jahres 2020 ist die gewöhnliche Wegwarte.

Seit 1990 wird die Heilpflanze des Jahres gewählt.

JahrHeilpflanze
1990Weißdorn
1991Spitzwegerich
1994Huflattich
1995Echtes Johanniskraut
1996Große Brennnessel
1997Acker-Schachtelhalm
1998Salbei
1999Königskerze
2000Rosmarin
2001Thymian
2002Echte Kamille
2003Mistel, Salbei
2004Gemeine Schafgarbe, Tausengüldenkraut
2005Lein
2006Zitronenmelisse
2007Duftveilchen
2008Echter Lavendel
2009Ringelblume
2010Gewürznelkenbaum
2011Rosmarin
2012Koloquinte
2013Damaszener-Rose
2014Anis
2015Zwiebel
2016Stiel-Pfeffer
2017Gänseblümchen
2018Ingwer
2019Echtes Johanniskraut
2020Gewöhnliche Wegwarte

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Stand vom: 15.05.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.