Fenchel

Der Fenchel ist eine beliebte und weltweit verbreitete Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze, die 2009 sogar zur Arzneipflanze des Jahres gewählt wurde. Während die fleischige Knolle gern als Beilage zu Fisch oder im Salat verarbeitet wird, helfen die samenähnlichen Früchte als Tee zubereitet gegen Atemwegsinfekte wie Erkältung, aber auch gegen Blähungen und Völlegefühl.

 

Aussehen

Die zweijährige bis ausdauernde krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe bis zu zwei Metern. Der stielrunde, kahle Stängel ist bläulich bereift. Die doppeldoldigen Blütenstände haben eine Größe von fünf bis neun Zentimetern. An den zwei bis 25 Zentimeter langen Stängeln sitzen sechs bis 29, manchmal sogar 40, Döldchen, die wiederum 14 bis 39 kleine, gelbe Blüten besitzen. Die kleinen, zylindrischen Früchte haben fünf breite, stumpfe Rippen. Die Laubblätter sind zwei- bis dreifach gefiedert und haarförmig geschlitzt. Sie besitzen kapuzenförmige Blattscheiden. Die knollenähnlichen Zwiebeln dienen als Speicher und haben daher einen besonders hohen Wasseranteil.

Der Echte Fenchel (Gartenfenchel) wird unterschieden in:

  • Gemüse-, Knollen- und Zwiebelfenchel
  • Gewürz- und Süßfenchel
  • Wilder Fenchel beziehungsweise Bitterfenchel

 

Inhaltsstoffe

Fenchel enthält etliche ätherische Öle wie Anethol, welches für den anisähnlichen Geschmack verantwortlich ist. Daneben sind Kieselsäure, Mineralsalze wie Kalium, Calcium, Magnesium, Stärke, Vitamin A, B und C enthalten.

 

Verwendung

Die Knollen des Fenchels werden vor allem in der Küche verarbeitet. Roh verfeinern sie mit ihrem Anis-Geschmack den Salat, gedünstet eignen sie sich ideal als Beilage zu Fischgerichten. Die getrockneten Früchte werden als Gewürz verwendet und mitunter in Schwarzbrot mitgebacken.

Besonders gängig ist die Verwendung der kleinen, getrockneten Früchte als Tee. Dieser hilft unter anderem bei Magen- und Darmbeschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen und Völlegefühl, bei Erkältung, vor allem gegen Husten, aber auch bei Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden.

Ein mit Fencheltee getränkter Umschlag, den man auf die Stirn auflegt, soll ebenfalls gegen Kopfschmerzen und Migräne wirken. Mitunter werden auch die Pollen des Fenchels als Gewürz verwendet. Darüber hinaus rundet Fenchel in diversen Spirituosen, zum Beispiel in Absinth, den Geschmack ab, wenn als Hauptbestandteile Anis beziehungsweise Sternanis enthalten sind.

 

Fenchel in der Apotheke

Neben reinem Fencheltee, zum Beispiel von den Bombastus-Werken, wird Fenchel oft auch als Tee-Mischung mit Anis und Kümmel, beispielsweise von Sidroga, abgepackt in Filterbeuteln, angeboten. Auch in Bonbons und Lutschtabletten, wie die zuckerfreien Em-eukal Anis-Fenchel-Bonbons kann man Fenchel als Wirkstoff zur Beruhigung des Hustens und der Halsschmerzen finden. Weleda bietet mit dem Bronchialbalsam eine Mischung aus den ätherischen Ölen diverser Heilpflanzen an. So ist neben Fenchel, auch Eucalyptus, Salbei, Pfefferminz, Rosmarin und Wachholder zu finden. Abo und Paintex Pharma führen schließlich einen Fenchelhonig-Sirup in ihrem Sortiment. Alle Präparate mindern Husten und weitere Symptome einer Erkältung. Sie können auch bei Blähungen und Völlegefühl zum Einsatz kommen und beruhigen den Magen.

In manchen Zahnpasten wird ebenfalls Fenchel verwendet. So handelt es sich bei der Salviagalen® F Zahncreme um ein medizinisches Produkt, welches bei empfindlichen oder angegriffenen Zähnen und Zahnhälsen eingesetzt wird, weil es neben Fenchel weitere entzündungs- und bakterienhemmenden Wirkstoffe wie Thymian, Salbei, Pfefferminze und Kamille beinhaltet.