Tablette

Häufigste Darreichungsform bei Medikamenten

Die Tablette ist nicht nur die bekannteste Darreichungsform von Medikamenten, sondern auch die, die am häufigsten verabreicht wird. Sie besteht aus einem Arzneiwirkstoff und Hilfsstoffen. Durch Pressdruck werden diese Stoffe, die in der Regel als Granulat oder Pulver vorliegen, zu einer Tablettenform zusammengepresst.

Vorteile von Tabletten

TABLETTEN
Die Tablette ist die am häufigsten angewendete Arzneimittelform. Ihre Einnahme und Dosierung ist äußerst einfach.

7 Vorteile der Tablette als Darreichungsform

1

Die Produktion von Tabletten ist einfach und schnell.

2

Sie lassen sich gut lagern und sind lange haltbar.

3

Die Einnahme ist kinderleicht.

4

Mit einer Bruchkerbe können viele Tabletten halbiert werden.

5

Die Dosierung des Wirkstoffes ist in allen Tabletten einer Sorte einheitlich. Dadurch ist es bei der Medikation einfacher, die optimale Menge einzunehmen.

6

Hilfsstoffe können die Qualität der Tablette verbessern. So sorgen sogenannte „Sprengmittel“, wie Kartoffel- oder Maisstärke, dafür, dass die Tablette im Magen leichter zerfällt und die Wirkung schneller einsetzt.

7

Von manchen Arzneistoffen dürfen nur sehr geringe Mengen eingenommen werden, die schwer zu dosieren sind. In einer Tablette kann man entsprechende Füllstoffe hinzufügen und so ein leicht handhabbares Medikament herstellen.

Arten von Tabletten

Medikamente
Tabletten haben nicht nur unterschiedliche Farben und Größen: Sie können als Brause-, Film-, Kau-, Lutsch- oder Retardtablette eingenommen werden.

Tabletten gibt es in verschiedenen Arten:

Tablettenarten

Eine Sonderform stellen die Vaginaltabletten dar. Sie werden nicht oral eingenommen, sondern in die Scheide eingeführt.

Brausetabletten

Für viele ist das Schlucken einer Tablette unangenehm. Vor allem Kindern und älteren Menschen fällt diese Form der Einnahme schwer. Löst sich die Tablette hingegen in Wasser auf, kann der Wirkstoff ganz bequem mit dem Austrinken des Wasserglases verabreicht werden. Vielen Brausetabletten werden Geschmacksstoffe beigemengt, sodass der oft bittere Geschmack der Wirkstoffe nicht ins Gewicht fällt. Schmeckt das Wasser nach Himbeere oder Orange wird die Medizin vor allem von Kindern gut angenommen.


Einnahme: nach Auflösen in einem Wasserglas trinken

Produktbeispiel: ADDITIVA® MULTIVITAMIN Mineral Mango Brausetablette

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Filmtabletten

Filmtabletten haben einen Überzug. Dieser hat mehrere Vorteile:

·         der Wirkstoff ist geschützt
·         das Schlucken des Medikaments wird vereinfacht
·         der Geschmack kann verbessert werden
·         die Freigabe des Wirkstoffs wird reguliert


Eine Regulierung des Arzneistoffes wird möglich, indem sich der Überzug erst bei dem richtigen pH-Wert seiner Umgebung auflöst. In diesen Fällen spricht man von magensaftresistenten Filmtabletten.


Einnahme:  unzerkautes Schlucken


Produktbeispiel: Gingium® 120 mg Filmtabletten

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Mit den Filmtabletten eng verwandt sind Dragees. Sie verfügen jedoch nicht über eine Bruchrille und lassen sich daher nicht in gleiche Teile zerlegen. Traditionell wird Zucker oder Zuckersirup als Überzug verwendet. Heute nutzt man jedoch auch andere Substanzen.

Kaubtabletten

Wenn große Mengen des Wirkstoffes verabreicht werden sollen, eignen sich Kautabletten. Diese können bereits im Mund zerkleinert werden. Die Freisetzung des Wirkstoffes im Mundraum ist hier gewünscht beziehungsweise stellt für seine Wirkung kein Problem dar. Tabletten gegen Osteoporose, die  sehr viel Calcium enthalten, können so verabreicht werden. Auch viele Mittel bei Magen-Darm-Problemen sind als Kautabletten erhältlich.

 Einnahme: im Mund zerkauen

Produktbeispiel: Lefax extra® Kautabletten

Lutschtabletten

Auch mit Lutschtabletten kann man große Mengen eines Wirkstoffes aufnehmen. Sie eignen sich vor allem dann, wenn der Wirkstoff direkt im Mund-Rachen-Raum zum Einsatz kommen soll, etwa bei Erkältungskrankheiten. Sollen Wirkstoffe von der Mundschleimhaut resorbiert werden, greift man ebenfalls zu Lutschtabletten. So gelangen die Substanzen schneller in die Blutbahn und der First-pass-Effekt, der durch die Resorption in der Leber auftritt, wird vermieden.

Einnahme: Tablette wird bis zur vollständigen Auflösung gelutscht

Produktbeispiel: Dobendan® direkt Zuckerfrei

Retardtabletten

Retardtabletten setzen den Wirkstoff langsam und dosiert frei. Dadurch wird eine gleichförmige Dosierung über einen bestimmten Zeitraum gewährleistet. Es gibt 3 Arten der Wirkstofffreisetzung:

·         mit konstanter Geschwindigkeit
·         mit abnehmender Geschwindigkeit
·         mit verzögerter Freisetzung


Venenmittel sind häufig Retardtabletten.


Einnahme: unzerkaut mit etwas Flüssigkeit


Produktbeispiel: Aescusan® retard

Schmelztabletten

Schmelztabletten haben in der Regel keinen Überzug. Deshalb lösen sie sich rasch im Mund auf. Ein anderer Begriff für diese Tablettenform ist „Lingualtablette“. Sublingualtabletten legt der Patient zum Zergehen unter die Zunge. Der Wirkstoff gelangt so meist über die Zunge und die Mundschleimhaut in den Körper. Diese Form der Tabletten werden beispielsweise bei Angina-pectoris-Anfällen angewendet, um Nitroglycerin zu verabreichen.

Einnahme: im Mund zergehen lassen

Produktbeispiel: Imodium® akut lingual

Vaginaltabletten

In der Regel werden Tabletten über den Mund verabreicht. Eine Ausnahme bilden hingegen die Vaginaltabletten. Diese werden in die Scheide eingeführt und dienen dort oft der Behandlung der Vaginalflora. Daher enthalten sie meistens Molchsäurebakterien, Antimykotika oder antimikrobielle Wirkstoffe.

Einnahme: werden meist mit Hilfe eines Applikators in die Scheide eingeführt

Produktbeispiel: CLOTRIMAZOL AL 200 Vaginaltabletten


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Stand vom: 14.08.2019

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.