Wacholder

Wacholderbeeren bei Magen-Darm-Beschwerden und Muskelverspannungen

Die Zypresse des Nordens ist hierzulande oft als immergrüner, nadeliger Strauch zu sehen. Seine Beeren finden sich in fast jeder Küche und würzen Wildgerichte und Sauerkraut. Was viele aber nicht wissen – der Wacholder ist auch eine alt bekannte Heilpflanze. So verspricht er Linderung bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und des Harnsystems. Auch Rheuma-Erkrankte können von seinen Beeren profitieren.

Steckbrief

Botanischer NameJuniperus communis
PflanzenfamilieZypressengewächse (Cupressaceae)
Synonyme
Weihrauchbaum, Feuerbaum, Machandelbaum, Wachtelbeerstrauch, Kranewittbaum, Reckholder
Wirkung harntreibend, verdauungsfördernd, krampflösend, antirheumatisch, appetitanregend
Verwendung als HeilkrautMagen-Darm-Beschwerden, Rheuma, Harnwegsinfektionen, Muskelverspannungen
Verwendung in der KücheGewürz, Ginherstellung

Die Botanik des Wacholders

Wacholder
Der Wacholder ist ein immergrüner Strauch.

Bei dem gemeinen Wacholder (Juniperus communis) handelt es sich um einen immergrünen Strauch. Er wächst kriechend oder aufrecht, wobei er sehr baumartig wirkt. Hierbei kann er eine Höhe von bis zu 18,5 m und ein Alter von bis zu 600 Jahren erreichen. Der Wacholder trägt nadelförmige Blätter, die über ein Gelenk mit den Zweigen verbunden sind. Im Zeitraum von April bis Juni tragen die männlichen Pflanzen gelb-orange Blüten. Die weiblichen Pflanzen bilden beerenförmige, schwarz-bläuliche Zapfen aus.

Die anspruchslose Pflanze gedeiht gut auf sandigen, trockenen Böden Europas, Nordamerikas und Nordasiens. Hierzulande wird er gern in Bereichen angepflanzt, wo Weidetiere gehalten werden, da er von den Tieren nicht verbissen wird.

Schon gewusst?

Da der Wacholder unter Naturschutz steht, ist das Sammeln seiner Beeren verboten. Hierbei sollte man aber auch aus einem anderen Grund vorsichtig sein: die Pflanze ist schwach giftig und kann bei direktem Kontakt zu Hautreizungen führen.

Geschichte des Wacholders

Der Wacholder wird schon lange als Nutzpflanze kultiviert. Vor allem in der Weihnachtszeit hingen Menschen die grünen Zweige an ihre Haustüren. Sie glaubten, dass sie mit dem Wacholder böse Geister vertreiben könnten. Getrocknete Zweige wurden außerdem verbrannt, um damit Häuser und Ställe auszuräuchern. Zur Behandlung von Gesundheitsbeschwerden wurden die Beeren des Wacholders bereits ab dem Mittelalter verwendet. Hierbei war v. a. seine abführende Wirkung von Nutzen.

Nutzung des Wacholders

Ein Jeder ist schon einmal an einem Wacholderbusch vorbei spaziert. Er ziert häufig Friedhöfe und bildet Eingrenzungen bei Grünflächen und Weiden. Neben der botanischen Verwendung werden die Beeren des Wacholders zu verschiedenen Zwecken genutzt und sind v. a. aus der Küche kaum wegzudenken.

Verwendung der Wacholderbeeren in der Küche

Kultgetränk Gin Tonic: Zur Herstellung von Gin wird Wacholder verwendet.

Wacholderbeeren haben einen ganz eigenen Geschmack. Getrocknet eignen sie sich hervorragend zum Würzen von Wildgerichten, aber auch bei der Zubereitung von Sauerkraut kommen sie häufig zum Einsatz. Außerdem bilden sie mit Alkohol die Grundlage der Gin-Herstellung. Diese Spirituose ist ein Bestandteil vieler Cocktails und v. a. als Longdrink „Gin Tonic“ sehr beliebt.

Schon gewusst?

Besonders im Sommer greifen Viele zur Erfrischung zu einem Mixgetränk aus Gin und Tonic Water. Was die meisten nicht wissen – Gin ist Wacholderschnaps! Zur Herstellung werden einem Agraralkohol Gewürze beigefügt, wobei die Wacholderbeeren, oft zusammen mit Koriander, den charakteristischen Geschmack bestimmen.

Verwendung der Wacholderbeeren in der Medizin

Die arzneiliche Wirkung der Wacholderbeeren ist auf das enthaltene ätherische Öl zurückzuführen. Diese machen etwa 0,8 bis 2 % der Zusammensetzung der Beeren aus. Das Öl setzt sich u. a. aus Sabinen, Myrcen, alpha-Pinenen und Terpin-4-ol zusammen. Diese bewirken einen starken wasser- und harntreibenden Effekt. Die hauptsächliche Verwendung besteht somit aus der Behandlung von Erkrankungen des abführenden Harnsystems. Hierzu zählen die sehr häufigen Harnwegsinfektionen wie Blasenentzündungen. Durch die verstärkte Urinproduktion und -ausscheidung werden die Harnwege durchgespült und von krankheitsverursachenden Keimen gereinigt. Ein weiterer Effekt ist die Entspannung der glatten Muskulatur, die u. a. Teil der Magen- und Darmwand sind. Bestehen Krämpfe in diesem Bereich, können Wacholderbeeren zu einer Entspannung und somit Linderung dieser Beschwerden, wie Völlegefühl und Blähungen, beitragen.

Auch bei Rheuma-Patienten wird der Wacholder traditionell angewendet, um Beschwerden wie Gelenkschwellungen und Schmerzen zu lindern.

Wie wird Wacholder medizinisch angewendet?

Um von den positiven Wirkungen der Wacholderbeeren zu profitieren, werden sie als Tee zubereitet oder als Tinktur eingenommen. Zur Zubereitung eines Wacholder-Tees werden 2 Gramm Wacholderbeeren mit 150 ml heißem Wasser übergossen. Um eine optimale Freisetzung der Wirkstoffe zu erzielen, sollten die frischen Beeren zuvor in einem Mörser zerdrückt werden. Außer als Tee oder Tinktur können Wacholderbeeren auch über den Tag verteilt gekaut werden. Hierbei wird auf die getrockneten Früchte zurückgegriffen. Die maximale Tagesdosis beträgt 10 Stück. Zu einer Dauertherapie ist die innerliche Anwendung der Wacholderbeeren und -präparate nicht geeignet, Nierenschäden könnten die Folge sein.

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Bei akuten rheumatischen Beschwerden kann eine äußerliche Anwendung in Form eines Bades mit Wacholder-Badezusatz Linderung verschaffen. Doch Vorsicht, besonders bei sensibler Haut können vorübergehende Hautreizungen auftreten.

Unser Produkttipp für Wacholder zur äußeren Anwendung: Li-il Muskel- und Gelenkebad 

Vorsicht bei Schwangerschaft und Nierenerkrankungen

Sollten Sie schwanger sein oder an chronischen Nierenerkrankungen leiden, ist von einer inneren Wacholder-Anwendung abzusehen.


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Stand vom: 29.11.2019

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.

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