Birke

Geheimwaffe der Schönen

Die meisten denken bei Heilpflanzen an Heilkräuter wie Thymian, Salbei und Kamille. Doch auch Bestandteile von Bäumen, etwa die Rinde oder die Blätter, nutzen wir als Wirkstoffe in pflanzlichen Arzneimitteln. Bei der Birke verwenden wir die Blätter. Sie kommen insbesondere bei Harnwegserkrankungen und rheumatischen Beschwerden zum Einsatz. Darüber hinaus gilt die Birke als Schönheitsmittel und ist daher Bestandteil in vielen Hautölen, Shampoos und Haarkuren.

Die Birke

Steckbrief

Botanischer NameBetula alba (Hängebirke) und Betula pubescens (Moorbirke)
PflanzenfamilieBirkengewächse (Betulaceae)
SynonymeMaibaum, Frühlingsbaum
Wirkungharntreibend
Verwendung als HeilkrautBlasenentzündung, Durchfall, Nierenschwäche, Nierensteine, Gicht, Rheuma, Hautproblemen, Haarproblemen
Verwendung in der KücheBlätter und Knospen in Soßen und Salaten, Birkenzucker oder aus Birke gewonnene D-Mannose zum Süßen
Verwendung in der Kosmetikin Anti-Cellulite-Mitteln, Shampoos, Haarkuren, Haarwässern

Birken sind laubabwerfende Bäume oder Sträucher. Sie kommen auf der gesamten Nordhalbkugel vor: Wir finden sie in Europa, Asien und Nordamerika. Typisches Merkmal der Birken ist die besondere Farbe der Rinde: von Schwarz über Dunkel- und Hellbraun bis Weiß.

Wortherkunft

Das Wort Birke hat seinen Ursprung im Indogermanischen.  Aus dem „bherHg̑o“, was so viel bedeutet wie „glänzend“ und „schimmernd“ entstand im Althochdeutschen der Begriff „bircha“. Es ist eine Anspielung auf die helle Rinde der Birke.  

In jungen Jahren ist die Rinde glatt und hauptsächlich weiß. Später lösen sich dünne, papierartige Stücke ab und die Rinde reißt ein. Es zeigen sich dunkle Lentizellen, die sich horizontal vergrößern.

Borke
Die Rinde der Birke unterscheidet sich durch ihre weißen Anteile stark von den Rinden anderer Bäume.
Bildquelle: Hemera Technologies – Photo Images (Canva.com)

Birken wachsen schnell und erreichen bereits nach sechs Jahren Wuchshöhen von bis zu 7 Metern. Im ausgewachsenen Zustand sind sie bis zu 30 Metern hoch. Doch im Gegensatz zur Eiche, die ein stattliches Alter von rund 800 Jahren erreicht, ist das Lebensende der Birke bereits mit 160 Jahren erreicht.

Das weiche Holz der Birke ist fast weiß bis rötlich-braun mit feiner Maserung. Die Laubblätter erreichen Längen bis 10 Zentimetern und Breiten bis 8 Zentimetern. Sie sind eiförmig und haben gesägte Ränder.

Insgesamt gibt es bis zu 100 Birken-Arten. Die medizinisch und kosmetisch verwendeten Birkenblätter stammen von der Moor- oder der Hängebirke.

Inhaltsstoffe und Wirkung der Birke

Die Birkenblätter enthalten beachtliche Mengen an ätherischen Ölen, Flavonoiden, Gerbstoffen, Saponinen und Vitamin C. Die harntreibende Wirkung ist vor allem auf die Flavonoide zurückzuführen. Diese erhöhen die Harnmenge und steigern die Durchströmung der Harnwege. Der Körper scheidet so vermehrt Urin aus.  

Die Rinde ist reich an Phytosterine sowie Terpene.

Verwendung der Birke

Shampoo
Birken-Shampoo stärkt Kopfhaut und Haarwurzeln. Es regt das Haarwachstum an.

Die Birke spielt sowohl in der Industrie, etwa in der Möbelherstellung, als auch in der Medizin und Kosmetik eine große Rolle. Die medizinisch und kosmetisch verwendeten Birkenblätter stammen oftmals von der Moor- oder der Hängebirke. Diese sind besonders reich an wirksamen Substanzen, wenn sie jung sind. Bereits die Germanen verehrten die Birke. Aus den Blättern gewann sie einen Schönheits- und Stärkungstrank.

Sie setzen diesen gegen Fieber, bei Magenschmerzen und Hauterkrankungen ein. Dem Saft sprachen unsere Ahnen eine ausschwemmende Wirkung nach. Sie nutzten Extrakte der Birke als Detox-Kur und Schlankheitsmittel.

Birke in unserer Ernährung

Auch wenn Birkenblätter und Birkenknospen essbar sind, nimmt die Birke keinen großen Stellenwert als Zutat in der deutschen Küche ein. Doch die Birkenknospen und jungen Birkenblätter geben Salaten einen interessanten Touch. Die Finnen kreieren mit den Birkenknospen eine helle Soße.

D-Mannose ist ein einfacher Zucker, der in vielen Früchten und Gemüse enthalten ist. Wird er aus Birke gewonnen, können Diabetiker das D-Mannose-Pulver zum Süßen ihrer Speisen verwenden. Zudem gewinnen wir den Zuckeralkohol Xylit unter anderem aus der Birkenrinde. Daher ist dieser als Birkenzucker bekannt. Xylit verursacht keine Karies und hat bedeutend weniger Kalorien als Haushaltszucker.

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Birke als Heilmittel bei Harnwegsinfektionen

Birkenblätter kommen traditionell als pflanzliches Mittel bei Harnwegserkrankungen zum Einsatz. Bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und bei kleinen Harnleitersteinen (Nierengrieß) dienen sie der Durchspülungstherapie.

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Birke in Kosmetika für Haare und Haut

Die Birke gilt als Geheimwaffe bei Haarausfall. Birken-Shampoo entfernt zum einen überschüssiges Fett, Talg und abgestorbene Hautschuppen und ist zum anderen schonend zu Kopfhaut und Haaren. Birkenblätter enthalten Substanzen, die die Entzündungen der Kopfhaut und der Haarwurzel lindern und die Durchblutung sowie das Wachstum fordern. Wer nach der Haarwäsche eine Birken-Spülung aufträgt, unterstützt Nährstoffaufnahme sowie Durchblutung und verringert Schuppenbildung.

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Birke findet zudem Anwendung als Anti-Cellulite-Mitteln. Das aus den Blättern gepresste Öl enthält Substanzen, die auf unsere Haut straffend wirken und ihr Spannkraft verleihen. Die enthaltenen Antioxidantien beugen Schäden am Bindegewebe vor.    

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Birke

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Stand vom: 08.04.2022

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen. 

Bildquelle: Elena Shutova – Getty Images (Canva.com)

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