Löwenzahn

Vertreibt die Frühjahrsmüdigkeit und stärkt die Leber

Löwenzahn begegnet uns auf Wiesen, an Wegrändern und Schuttplätzen. Er ist mit wenigem genügsam und gedeiht an den unmöglichsten Orten. So mancher Gärtner ärgert sich über den Löwenzahn im Beet, denn die lange Pfahlwurzel macht es schwer, diesen zu entfernen. Doch der Löwenzahn ist eine wertvolle Nutzpflanze. Blätter, Blüte und Wurzel sind essbar und reich an wichtigen Nährstoffen.   

Steckbrief des Löwenzahns

Botanischer Name Taraxacum officinale
PflanzenfamilieKorbblütler (Asteraceae)
SynonymeButterblume, Echter Löwenzahl, Gebräuchliche Kuhblume, Gemeine Kuhblume, Gemeiner Löwenzahn, Wiesen-Löwenzahn
Wirkungblutbildend, blutreinigend, menstruationsfördernd, harntreibend, verdauungsfördernd, appetitanregend, entschlackend
Verwendung als HeilkrautAllergien, Appetitlosigkeit, Arteriosklerose, Bronchitis, Ekzem, Fieber, Frühjahrsmüdigkeit, Gallenschwäche, Gallensteine, Gicht, Husten, Hämorrhoiden, Hühnerauge, Kopfschmerzen, Leberschwäche, Magenschwäche, Nierensteine, Pickel, Rheuma, Verstopfung, Warzen, Wassersucht, Wechseljahrsbeschwerden, chronische Gelenkerkrankungen, chronische Hautleiden
Verwendung in der KücheLöwenzahntee, Löwenzahnsaft, Löwenzahnsalat, Löwenzahnhonig, Löwenzahnpesto, Löwenzahnsirup
Verwendung in der Kosmetikfördert eine reine Haut

Aussehen des Löwenzahns

Löwenzahn
Kinder lieben den Fruchtstand des Löwenzahns. Sie pusten die kleinen Schirmchen in die Luft tragen so zur Vermehrung des Löwenzahns bei.

Der Löwenzahn (Taraxacum) stellt eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Korbblütler dar. Die bekannteste Art ist der Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia). Wir kennen ihn auch als Pusteblume, Butterblume oder Kuhblume.

Die Löwenzahn-Pflanze erreicht eine Höhe von 50 Zentimetern. Die Löwenzahnblätter sind länglich, tief eingeschnitten und gezahnt. Sie bilden eine grundständige Rosette. Die dunkelbraune Pfahlwurzel reicht teils einen Meter tief ins Erdreich. So ist die Löwenzahnwurzel fest in der Erde verankert. Die Blütenstandsstiele sind blattlos und hohl. Viele kleine, gelbe Zungenblüten bilden die Löwenzahnblüte, ein tellerförmiges Körbchen mit einem 3 bis 5 Zentimeter großem Durchmesser. Der mehrere Tage dauernde Blütenstand schließt sich in der Nacht, bei Regen oder starker Trockenheit und schließlich beim Verblühen. Nach ein paar Tagen öffnen sich jedoch die Hüllblätter erneut und die Fruchtreife ist zu sehen: die schlanken, schmalen Schließfrüchte mit haarigen Flugschirmen bilden die im Volksmund als Pusteblume bekannte Optik. 

Hohe Verwechslungsgefahr beim Sammeln von Löwenzahn

Die Pflanzengattung Leontodon sieht der Gattung Taraxacum sehr ähnlich. Sie ist jedoch keine Heilpflanze. Zudem bezeichnen wir diese Pflanzengattung im Deutschen ebenfalls als „Löwenzahn“. Doch im Gegensatz zum Gewöhnlichen Löwenzahn sind die Blütenstandsstiele dieser Pflanzen nicht hohl. Auch die Samenstände unterscheiden sich. Beim Gewöhnlichen Löwenzahn ist der Samen mit einem Stiel mit dem Schirmchen verbunden. Beim Leontodon sitzt das Schirmchen direkt am Samen.

Eine weitere Verwechslungsgefahr besteht mit dem Gewöhnlichen Ferkelkraut. Die Pflanze hat buchtig gezähnte bis fast ganzrandige Blätter mit einer borstigen Behaarung. Die Blattunterseite ist bläulich bereift. Eine Verwechslung ist in diesem Fall jedoch ohne Folgen.

Löwenzahn sicher erkennen

  • jede Pflanze hat eine 3 bis 5 cm große Körbchenblüte
  • der dicke Stängel ist hohl und mit Milchsaft gefüllt
  • Blätter sind unbehaart und glatt
  • die Früchte des Löwenzahns sind länglich, schmal, unten zugespitzt und braun; sie sind mit einem Stiel mit einem Schirmchen verbunden

Inhaltsstoffe des Löwenzahns

Hauptbestandteile sind phenolische Inositolester, Triterpenacetate und Sesquiterpenoide. In der Wurzel und im Kraut sind zudem phenolische Säuren und Flavonoide zu finden. Insbesondere die enthaltenen Bitterstoffe haben eine positive Wirkung auf den menschlichen Organismus. Der Löwenzahn punktet ferner mit einer hohen Kaliumkonzentration und einem insbesondere im Herbst hohen Anteil an Inulin.

Insbesondere in der Wurzel finden sich viele Vitamine. In nennenswerten Mengen sind Vitamin C, Vitamin E und Vitamine aus der B-Gruppe enthalten. Blätter und Blüten hingegen punkten mit ihrem hohen Mineralstoffgehalt. Hier sind Kalium, Kupfer und Zink hervorzuheben.

Heilwirkung des Löwenzahns

Dem Löwenzahn sagt die Naturheilkunde unter anderem eine verdauungsfördernde und leberschützende Wirkung nach. Die enthaltenen Bitterstoffe fördern die Produktion von Speichel und Magensäure sowie die Freisetzung von Verdauungshormonen bzw. -enzymen. Sie regen zudem die Gallentätigkeit an und steigern die Blasen- bzw. Nierenfunktion. Löwenzahn wirkt aufgrund seiner entschlackenden Effekte der Bildung von Nierengrieß und Nierensteinen entgegen.

Heilwirkung von Löwenzahn

Neuere Studien untersuchen die physiologischen Eigenschaften des Bitterstoffs Taraxasterols.[1] Die Ergebnisse deuten auf eine entzündungshemmende Wirkung. Die Sesquiterpenfraktion hingegen scheint für die leberschützende Wirkung verantwortlich zu sein.[2] Mehrere Studien weisen zudem auf eine hemmende Wirkung des Löwenzahns gegenüber Krebszellen hin, insbesondere von Prostata- und Brustkrebzellen.[3, 4]

Eine zelltotfördernde Wirkung hat Löwenzahn wohl auf Leberkarzinomzellen, Leukämiezellen und Pankreaskrebszellen.[5, 6, 7]

Verwendung des Löwenzahns

Löwenzahn
Zu den herben Löwenzahnblättern passen gekochtes Ei und Nüsse sehr gut.

Da Löwenzahn bereits zeitig im Jahr blüht, unterstützt die Pflanze als Bienenweide die Entwicklung der Bienen im Frühjahr. Der Löwenzahn dient daneben Haus- und Hoftieren als Nahrungsmittel. Entgegen der langläufigen Meinung, Löwenzahn sei giftig, sind Löwenzahnblätter, -blüte und -wurzel essbar.

Ja, Sie dürfen Löwenzahn essen.

Mit dem Löwenzahn lässt sich eine Vielzahl an Gerichten zaubern. Großmutter weiß zudem den Löwenzahn als Hausmittel einzusetzen, etwa um die Verdauung anzukurbeln, die Leber zu entlasten und der Haut Gutes zu tun.  

Verwendung des Löwenzahns in der Küche

Löwenzahnhonig
Schon einmal Löwenzahnhonig probiert?

Außerhalb der Blütezeit sammeln Pflanzenkundler die Löwenzahnblätter. Da jedoch mit dem Alter der Oxalsäuregehalt steigt, ernten diese meist nur die jungen Blätter. Mit den frischen Blättern lassen sich bunte Wiesenkräutersalate zubereiten. Sie schmecken herb, würzig und zartbitter. Sie erinnern an den Geschmack von Chicorée.

Unser Lesetipp: Leckeren Löwenzahnsalat einfach selber machen? Hier geht es zum Rezept.

Ab April bis Mitte Juni lassen sich die jungen Blätter des Löwenzahns zu Pesto und Smoothie verarbeiten. Sie verfeinern auch Gemüseeintöpfe, Risotto, Aufläufe, Spinatgerichte oder Wildkräutersäfte.

Bienen sammeln den Nektar des Löwenzahns. Löwenzahnhonig hat ein kräftiges Aroma. Anfänglich ist der Honig geldgelb und dickflüssig. Später kristallisiert er feinkörnig und nimmt eine gelbliche Farbe an.

Schon gewusst?

Für ein Kilogramm Löwenzahnhonig besucht ein Bienenvolk über 100.000 Löwenzahnblüten.   

Die gelben Löwenzahnblüten eignen sich zur Herstellung von Sirup, Gelee und Brotaufstrich. 

Auch die Löwenzahnwurzel findet in der Küche Verwendung. Gourmetköche verarbeiten die Wurzel im Salat oder kochen sie wie Gemüse. In der Nachkriegszeit diente die getrocknete und geröstete Wurzel als Ersatzkaffee. 

Tipp

Sowohl Blätter als auch Blüten und Wurzeln lassen sich trocknen und bleiben auf diese Weise haltbar.  

Verwendung des Löwenzahns als pflanzliches Arzneimittel

Löwenzahnsaft
Löwenzahnsaft wirkt bei Magen-Darm-Beschwerden.

Ein Aufguss oder Sud aus Löwenzahnblättern hilft traditionell gegen Frühjahrsmüdigkeit. Auch leichte Kopfschmerzen soll der Löwenzahnblättertee vertreiben. Seine anregende Wirkung auf die Verdauungsorgane und den gesamten Stoffwechselprozess macht Löwenzahntee zu einem idealen Begleiter bei Fastenkuren und Entschlackungskuren. Er hilft bei Störungen des Galleabflusses. Wenden Sie den Tee bei Verdauungsbeschwerden wie Appetitlosigkeit, Blähungen und Völlegefühl an.  

Neben Löwenzahntee ist auch Löwenzahnsaft erhältlich. Löwenzahnextrakt ist häufig Bestandteil in Kapseln, die verdauungsfördernd und leberunterstützend wirken.  

Unsere Produkttipps: Sidroga® Löwenzahn-Fettverdauungstee | Schoenenberger Löwenzahn Naturreiner Heilpflanzensaft  | DRAPAL Löwenzahnblätter Bio Pflanzensaft |  PlantaVis APOTHEKERS BITTER – Kapseln den natürlichen Bitterstoffen aus Löwenzahn und anderen Kräutern | for you L-Tox Kapseln


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Stand vom: 13.04.2021

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.

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Weiterführende Literatur:

[1] X. Zhang, H. Xiong, L. Liu: Effects of taraxasterol on inflammatory responses in lipopolysaccharide-induced RAW 264.7 macrophages. In: Journal of Ethnopharmacology. 141, 2012, S. 206–211

[2] A. Mahesh, R. Jeyachandran, L. Cindrella, D. Thangadurai, V. P. Veerapur, Rao D. Muralidhara: Hepatocurative potential of sesquiterpene lactones of Taraxacum officinale on carbon tetrachloride induced liver toxicity in mice. In: Acta Biol Hung. 61, 2010, S. 175–190.

[3] Z. Ovesná, A. Vachálková, K. Horváthová: Taraxasterol and beta-sitosterol: new naturally compounds with chemoprotective/chemopreventive effects. In: Neoplasma. 51, 2004, S. 407–414.

[4] S. C. Sigstedt, C. J. Hooten, M. C. Callewaert, A. R. Jenkins, A. E. Romero, M. J. Pullin, A. Kornienko, T. K. Lowrey, S. V. Slambrouck, W. F. Steelant: Evaluation of aqueous extracts of Taraxacum officinale on growth and invasion of breast and prostate cancer cells. In: International Journal of Oncology. 32, 2008, S. 1085–1090.

[5] H. N. Koo, S. H. Hong, B. K. Song, C. H. Kim, Y. H. Yoo, H. M. Kim: Taraxacum officinale induces cytotoxicity through TNF-alpha and IL-1alpha secretion in Hep G2 cells. In: Life Sci. 74, 2004, S. 1149–1157.

[6] P. Ovadje, S. Chatterjee, C. Griffin, C. Tran, C. Hamm, S. Pandey: Selective induction of apoptosis through activation of caspase-8 in human leukemia cells (Jurkat) by dandelion root extract. In: J Ethnopharmacol. 133, 2011, S. 86–91. 

[7] P. Ovadje, M. Chochkeh, P. Akbari-Asl, C. Hamm, S. Pandey: Selective induction of apoptosis and autophagy through treatment with dandelion root extract in human pancreatic cancer cells. In: Pancreas. 41, 2012, S. 1039–1047.