Häufige Schlafstörungen

Schlaflosigkeit, Schlafapnoe und Co.

Schlaf erfüllt viele wichtige Funktionen für den Menschen: Er dient der Erholung und der Regeneration unserer Leistungsfähigkeit. Es kommt gelegentlich vor, dass wir keinen erholsamen Schlaf finden. Das ist in erster Linie kein Grund zur Beunruhigung. Erst wenn Einschlaf- oder Durchschlafprobleme so lang andauern, dass die Lebensqualität darunter leidet, kann man von einer ernsteren Schlafstörung ausgehen.

Ein gesunder Schlaf

Ein gesunder Schlaf unterstützt das Immunsystem. Wer ausreichend schläft stärkt seine Gesundheit und sorgt für einen frischen Teint. Schlaf ist sozusagen das beste Anti-Aging-Mittel. Wie viel Schlaf ein Mensch braucht, ist individuell verschieden. In der Regel sind 7 bis 9 Stunden ausreichend.

Manche Personen benötigen weniger als 5 Stunden Schlaf. Man spricht von sogenannten Kurzschläfern. Andere müssen bedeutend mehr Schlaf in Anspruch nehmen. Für die Langschläfer sind mehr als 10 Stunden Bettruhe notwendig.

Einige Menschen leiden unter starken, wiederholten Muskelzuckungen beim Einschlafen. Bei diesen Einschlafzuckungen spricht man jedoch, ebenso wie bei einem primären (gutartigen) Schnarchen oder Sprechen im Schlaf noch nicht von einer Schlafstörung.

Arten von Schlafstörungen

Schlafstörungen
Schlafstörungen: Das Einschlafen fällt schwer, der Schlaf wird durch ständiges Aufwachen unterbrochen oder ist durch besonders starkes Schnarchen gekennzeichnet?

Zu den Schlafstörungen gehören Erkrankungen, die mit Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen, einem veränderten Schlafbedürfnis oder einem auffälligem Schlafverhalten verbunden sind. Dazu zählen Schlaflosigkeit, Schlafsucht, Narkolepsie und Parasomnien.

Zu den Schlafstörungen zählen ferner nächtliche Atemstillstände (Schlafapnoe) oder Muskelbewegungen wie das sogenannte Unruhige-Beine-Syndrom. Beide Reaktionen beeinträchtigen den Schlaf, sodass er nicht mehr erholsam und gesund ist.

Schlafstörungen können auch Begleiterscheinungen von anderen Erkrankungen sein.

Schlaflosigkeit (Insomie)

Die Betroffenen klagen vor allem über Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen. Wie viele Stunden jemand tatsächlich geschlafen hat, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist, ob man sich nach dem Aufwachen erholt und ausgeschlafen fühlt. Bei anhaltender Schlaflosigkeit ist dies nicht der Fall. Die Lebensqualität leidet darunter.

Schlafsucht (Hypersomnie)

Die Betroffenen leiden unter vermehrtem Schlafbedürfnis und schlafen etwa ein Viertel länger als sonst üblich, klagen aber am nächsten Tag trotzdem über Müdigkeit und Erschöpfung. Häufig ist dies ein Zeichen für eine schwere Krankheit wie Depression, Angststörungen, Gehirnerkrankungen oder Vergiftungen. Es kann sich jedoch auch um die Folge eines Missbrauchs von Schlafmitteln handeln.

Narkolepsie

Bei dieser seltenen Schlafstörung sind die Betroffenen tagsüber müde und unausgeschlafen, selbst wenn sie in der Nacht ausreichend Schlaf hatten. Bei vollständiger Ausprägung des Krankheitsbildes kommt es während der Wachzeit plötzlich zu einem Anfall von Schläfrigkeit, der sich nicht unterdrücken lässt und jederzeit auftreten kann. Gefährlich ist dies vor allem im Straßenverkehr sowie beim Bedienen von Maschinen.

Parasomnien

Schlaflosigkeit
Auch der Partner leidet unter Schlafstörungen.

Darunter versteht man Verhaltensauffälligkeiten im Schlaf, wie:

  • nächtliches Aufschrecken
  • Sprechen im Schlaf
  • Schlafwandeln
  • Schnarchen
  • ungewöhnliche Bewegungen, beispielsweise unwillkürliche Zuckungen oder Zähneknirschen

Alle diese Reaktionen stören den Schlafverlauf. Sie führen oft zum Aufwachen und einer nicht ausreichenden Erholung.

Schlafapnoe

Bei der Schlafapnoe kommt es zu Atemaussetzern während des Schlafes. Die schlafbezogene Atmungsstörung kennzeichnet sich durch besonders lautes und unregelmäßiges Schnarchen. Von der Schlafapnoe sind besonders übergewichtige Männer betroffen.

Zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen

Zeitzonenwechsel lösen Rhythmus-Schlafstörungen aus. Uns ist dieses Phänomen als Jetlag bekannt. Auch Schichtarbeit kann diese Art der Schlafstörung hervorrufen. Daneben sind organische Erkrankungen, Medikamenten- oder Substanzmittel-Missbrauch ebenfalls typische Auslöser von Schlaf-Rhythmusstörungen. So kann es beispielsweise zu einer massiven Tagesschläfrigkeit kommen.

Schlafbezogene Bewegungsstörungen

Im Schlaf kommt es zu einfachen, meist stereotypen Bewegungen. Eine oft vorkommende schlafbezogene Bewegungsstörung ist das Restless-Legs-Syndrom (RLS) bzw. das Unruhige-Beine-Syndrom. Auch periodische Bewegungsstörungen der Gliedmaßen und das nächtliche Zähneknirschen zählen zu den schlafbezogenen Bewegungsstörungen.

Schlafstörungen

Ursachen von Schlafstörungen

Junge schlafende Frau
Können Sie ruhig schlafen?

Schlaflosigkeit ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet und beruht auf den verschiedensten Ursachen:

  • emotionale Belastungen, wie Stress, Sorgen, Ärger oder Anspannung
  • ungünstige äußere Bedingungen, wie Lärm, helles Licht, ein ungeeignetes Bett, unregelmäßiger Lebenswandel oder Schichtarbeit
  • hoher Konsum von Koffein oder Alkohol
  • Nebenwirkungen einiger Medikamente
  • andere Grunderkrankungen, die mit Störungen des Schlafs einhergehen, wie zum Beispiel Asthma mit nächtlichem Husten und Atemnot, verstopfte Atemwege bei Erkältungen, Schilddrüsenüberfunktion, Schmerzen, Inkontinenz, Depression oder Angststörungen

Mittel bei Schlafstörungen

Schlafstörungen durch Stress
Wer in der Nacht wenig schläft, ist bei der Arbeit nicht konzentriert. Stress verhindert jedoch das Einschlafen. Ein Teufelskreis?

Gelegentliche Schlafstörungen können bei jedem auftreten. Mit einigen allgemeinen Maßnahmen oder gegebenenfalls mit rezeptfreien Medikamenten, oft pflanzliche Arzneimittel, aus der Apotheke können diese Schlafstörungen normalerweise gut behandelt werden.

Heilkräuter gegen Schlaflosigkeit

Johanniskraut
Johanniskraut hat einen beruhigenden Charakter.

Bei leichten Einschlafschwierigkeiten helfen häufig pflanzliche Präparate mit Baldrian, Hopfen, Johanniskraut und Passionsblume.

Baldrian (Valeriana officinalis)

Die Wurzeln der Baldrian-Pflanze beinhalten beruhigende Substanzen. Sie wirken einschlaf- und durchschlaffördernd. Gleichzeitig wird dem Baldrian eine angstlösende Wirkung zugesprochen. Daher eignet sich die Arzneipflanze sehr gut bei Prüfungsangst.

Hopfen (Humulus lupulus)

Hopfen wirkt beruhigend und schlaffördernd. In der Regel ist es arzneilich nicht als Einzelsubstanz, sondern in Kombination mit Baldrian in Gebrauch. Der einschlaffördernde Effekt tritt in der Regel nicht sofort auf, sondern stellt sich meist innerhalb von 2-3 Wochen ein.

Melisse ( Melissa officinalis)

Mit süßlichem, zitronenartigem Geruch wird Melisse heute in schmackhaften Salaten verwendet. Als Heilpflanze wirkt sie entspannend bei nervöser Unruhe und Einschlafstörungen. Ein Melissentee wirkt zudem krampflösend und wohltuend bei Magen-Darm-Beschwerden.

Passionsblume (Passiflora incarnata)

Die ursprünglich aus tropischen Gebieten stammende Passionsblume mit ihrer wunderschönen und prägnanten Blüte wird in vielen Fertigpräparaten in Kombination mit Baldrian, Hopfen oder Melisse v.a. gegen Angstzustände, Einschlafproblemen und Nervosität eingesetzt.

Unsere Produkttipps bei Schlafstörungen – Heilkräuter:  Aurica Hopfenzapfen Tee | Aurica Passionsblumenkraut Tee | Baldriparan® Stark für die Nacht | Salus Baldrian-Tropfen | Schoenenberger Johanniskraut Heilpflanzensaft | Lioran® centra Zur Förderung des Schlafes mit Passionsblume

Schlaftabletten

Viele Arzneimittel können auch rezeptfrei erworben werden. Zu ihnen zählen unter anderem Präparate mit den Wirkstoffen Doxylaminsuccinat oder Diphenhydraminhydrochlorid.

Unsere Produkttipps bei Schlaflosigkeit:     Hoggar® Night  | Schlafsterne® 30 mg Tabletten | vivinox® SLEEP Schlaftabletten STARK

Wenn Sie innerhalb von 4 Wochen keine Besserung feststellen können, dann ist ein Arztbesuch dringend anzuraten. Das gilt besonders, wenn bereits Schlafmittel verschrieben und eingenommen wurden sowie für Schwangere und Kinder.

Schlafhygiene

Bis spät in den Abend arbeiten und Kaffeetrinken? Wer im Anschluss gut schlafen will, sollte rechtzeitig Feierabend machen.

Für einen ruhigen Schlaf können Sie jedoch noch mehr tun. Neben pflanzlichen Arzneien oder Schlaftabletten hilft es, eine Umgebung zu schaffen, in der Sie wenig gestört werden.

Tipps für einen geruhsamen Schlaf:

  • Dunkeln Sie das Zimmer ab.
  • Sorgen Sie für Ruhe, indem Sie beispielsweise die Fenster schließen und so den Straßenlärm draußen lassen.
  • Sie sollten vorher jedoch gelüftet haben, sodass genügend Sauerstoff im Zimmer ist.
  • Neben der ausreichend frischen Luft, sorgen Sie zusätzlich für eine angenehme Temperatur im Schlafzimmer.
  • Trinken Sie 3 Stunden vor dem Schlafen keinen Alkohol oder Kaffee mehr.
  • Rauchen Sie nicht mehr nach 19 Uhr.
  • Vermeiden Sie „Nickerchen“ tagsüber.
  • Halten Sie auch am Wochenende Ihre üblichen Schlaf- und Zubettgeh-Zeiten ein.
  • Sorgen Sie für eine Pufferzone zwischen Arbeitsstress und Zubettgehen.
Tipps gegen Schlaflosigkeit

Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch den Arzt.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Wir stehen mit unserer Beratungshotline gern für Sie bereit.


Stand vom: 13.06.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.