Holunder

Holunderbeeren

Vielseitig genutzt

Einen blühenden Holunder erkennen wir mit geschlossenen Augen. Die weiß-gelblichen Blüten verströmen einen süßlichen und für den Holunder charakteristischen Duft. Seit vielen Jahrhunderten nutzen wir die Blüten als Heilmittel. Auch die Früchte des Holunders kommen bei Atemwegserkrankungen zum Einsatz. Daneben lassen sich aus dem Holunder leckere Speisen herstellen.

Holunder – Pflanze im Porträt

Zu der Pflanzengattung Holunder (Sambucus) gehören weltweit mehr als 20 Arten. Lediglich 3 von ihnen sind in Mitteleuropa heimisch. Der Schwarze Holunder ist die bekannteste Art.

Die Früchte des Holunders sind botanisch betrachtet kein Beerenobst, sondern Steinobst.

Schwarzer Holunder

Holunderblüten
Die Blüten des Schwarzen Holunders versprühen einen angenehm-süßlichen Duft.

Bild: justhavealook – Getty Images Signature (Canva.com)

Synonyme für den Schwarzen Holunder: Fliederbeerbusch (Norddeutschland), Holler (Pfalz, Bayern, Österreich), Holder (Schweiz, schwäbisch-allemanischer Sprachraum)

Der Schwarze Holunder wächst als Baum oder Strauch etwa 11 Meter hoch. Die Rinde ist graubraun und korkartig. Der Flachwurzler verfügt über weitreichendes Wurzelwerk. Die Zweige sind bogenartig ausladend. Die gegenständigen Laubblätter sind unpaarig gefiedert. Die Blattfiedern erreichen eine Länge von 30 Zentimetern.

Ab Mai bis Ende Juni blüht der Schwarze Holunder. Die etwa 30 Zentimeter großen Schirmrispen bestehen aus vielen kleinen, weiß-gelblichen Blüten. Ihr frischer, fruchtiger Duft ist unverwechselbar.  

Im August beginnen die Früchte zu reifen. Oftmals ist von Holunderbeeren die Rede. Doch botanisch ist der Holunder eine Steinfrucht. Zunächst sind die Früchte rot, später dunkeln sie nach. Die reifen, schwarzen Früchte enthalten viel Vitamin C und Kalium.

Die Pflanze erreicht ein Alter von rund 100 Jahren.

Steckbrief

Botanischer NameSambucus nigra
PflanzenfamilieGeißblattgewächse
SynonymeAlhorn, Backholder, Betschel, Eiderbaum, Elder, Eller, Ellhorn, Hölder, Holder, Holderbusch, Hollerbusch, Holler, Huskolder, Keilken, Kelkenbusch, Kischke, Schwarzholder
Wirkungantioxidativ, schmerzlindernd, entzündungshemmend, fiebersenkend, schweißtreibend, Immunsystem-stärkend, Verdauungs-anregend
Verwendung als HeilkrautHolunderblütentee bei Erkältung, Nieren- und Blasenleiden, zur Stärkung des Immunsystems, Beeren zur Förderung der Verdauung und als Abführmittel
Verwendung in der KücheHolunderblütensirup, Holunderblütensekt, Holunderlikör, Holunderblütengelee, Holundersaft, Holundermarmelade, Holundersuppe
Verwendung in der Kosmetikätherisches Holunderöl

Roter Holunder und Zwerg-Holunder

Neben dem Schwarzen Holunder sind der strauchförmige Rote Holunder und der staudenförmige Zwerg-Holunder in unseren Breiten beheimatet.

Die Früchte des Roten Holunders lassen sich ebenfalls zu Gelee, Marmelade oder Saft verarbeiten. Sie sind reich an Karotinoiden, Vitamin C und fettem Öl. Allerdings sind unreife Früchte giftig. Sie verursachen Brechdurchfall. Daher setzte man sie früher als Brech- und Abführmittel ein. Auch die Steinkerne sind giftig. Entfernen Sie diese, bevor Sie die Früchte nutzen.

Beim Zwerg-Holunder sollten Sie keineswegs die Früchte verarbeiten. Diese sehen zwar wie die Früchte des Schwarzen Holunders aus, sind jedoch giftig. Es kommt zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Mitunter verläuft eine Vergiftung mit den Früchten des Zwerg-Holunders tödlich.

Inhaltsstoffe von Holunder

In den Früchten ist sehr viel Vitamin C enthalten. Daneben sind Vitamine aus dem B-Komplex, Vitamin A und Vitamin E sowie die Mineralstoffe Eisen, Kalium, Magnesium und Phosphat zu nennen.

Fruchtsäuren, ätherische Öle, Gerbstoffe und Flavonoide, wie Anthocyane, sind in nennenswerten Mengen vorhanden.

Schon gewusst?

Holunderbeeren enthalten auf 100 g nur 7 g Zucker. Mit 48 Kilokalorien (kcal) sind sie äußerst kalorienarm.

Die Holunderblüten weisen ebenfalls eine hohe Menge an gesunder Inhaltsstoffe auf. Hierzu gehören ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe, Phytosterine sowie Schleimstoffe.

Wirkung von Holunder

Seit der Antike verwenden wir den Holunder als Heilpflanze. Neben den viel genutzten Holunderblüten und Holunderbeeren enthalten sowohl Blätter als auch Wurzeln gesundheitsfördernde Substanzen.

Die Holunderblüten haben eine Immunsystem-stärkende, Schweiß-treibende sowie Schleim-lösende Wirkung. Antivirale Effekte wurden in Studien nachgewiesen. Daher setzen wir bei Atemwegserkrankungen wie Erkältung oder Grippe Holunderblütentee ein.

Die Holunderbeeren regen die Verdauung an. Daher verwenden wir Holundersaft als natürliches Abführmittel. Zudem unterstützen sie bei einer Diät. Die in den Früchten enthaltenen Anthocyane wirken als Antioxidantien. Sie schützen die Zellmembranen vor Veränderungen durch freie Radikale und verlangsamen den Alterungsprozess.

Verwendung von Holunder

Holunderblütenlimonade
Aus Holunderblüten stellen wir eine leckere Limonade her.
Bild: rostislavsedlacek (Canva.com)

Sowohl die Holunderblüten als auch die Früchte finden in der Küche Verwendung. Aus den Holunderbeeren stellen wir Gelee, Marmelade oder Rote Grütze her. Außerdem gewinnen wir den violetten Farbstoff Sambucyanin. Dieser kommt zum Färben von Lebensmitteln zum Einsatz. Aus den Blüten hingegen stellen wir den Holunderblütensirup her. Auch als Heilmittel ist der Holunder bekannt. So sind die Holunderblüten als Tee zubereitet, ein beliebtes Hausmittel bei Erkältung und Husten.

Holunder in der Küche

Die Früchte des Holunders verarbeiten wir zu Gelee, Marmelade, Mus, Saft oder Obstwein. Überdies lässt sich eine köstliche Suppe aus den Holunderbeeren gewinnen. Vor allem in Norddeutschland gehört der Holunder in den Grog oder in die rote Grütze.

Schon gewusst?

Die Früchte des Holunders sind schwach giftig. Verzehren Sie diese nicht roh, sondern erhitzen Sie die Beeren stets, bevor Sie diese weiterverarbeiten.  

Wir kennen die Blüten als geschmacksgebende Komponente für Getränke. Besonders beliebt ist der Holunderblütensirup, die Holunderlimonade und der Holundersekt.

In manchen Gegenden von Deutschland sind ausgebackene Holunderblüten gefragt. Das Schmalzgebäck ist als Hollerküchel, Holunderküchle, Holunderpfannekuchen oder als Hollerstrauben bekannt.

Holunder als Heilmittel

Der Holundersaft sowie der Tee aus Rinde und Blütenständen gelten als Hausmittel gegen Erkältung, Nieren- und Blasenleiden sowie Magenbeschwerden.

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Dem Holunder sagen Naturheilkundler eine entzündungshemmende, schmerzlindernde und fiebersenkende Wirkung nach. Studien zeigten, dass die in den schwarzen Früchten enthaltenen Polyphenole einen zell- und gewebeschützenden Effekt haben. Sie konnten oxidativen Stress auf Gefäße bei Diabetes-Patienten reduzieren. [1] Auch die Holunderblüten wirken nachweislich Entzündungen entgegen. [2]

Die ätherischen Öle des Holunders wirken leicht schweißtreibend und schleimlösend.

Die Früchte haben eine leicht abführende Wirkung.

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Holunder in Kosmetika

Wir gewinnen das Holunderöl durch Kaltpressung aus Samen. Es findet in der Pharmazie und in der Kosmetik Anwendung.

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Stand vom: 26.07.2022

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen. 

Weiterführende Literatur:

[1]        M. Ciocoiu, A. Mirón, L. Mares, D. Tutunaru, C. Pohaci, M. Groza, M. Badescu: The effects of Sambucus nigra polyphenols on oxidative stress and metabolic disorders in experimental diabetes mellitus. In: Journal of physiology and biochemistry. Band 65, Nummer 3, September 2009, S. 297–304 

[2]        E. Harokopakis, M. H. Albzreh, E. M. Haase, F. A. Scannapieco, G. Hajishengallis: Inhibition of proinflammatory activities of major periodontal pathogens by aqueous extracts from elder flower (Sambucus nigra). In: Journal of periodontology. Band 77, Nummer 2, Februar 2006, S. 271–279

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