Kapseln

Kapseln

Kapseln sind im Vergleich zu Tabletten meistens größer.

Medikameten können unterschiedlich verabreicht werden: Neben Tabletten, Fimtabletten und Dragees gehören Kapseln zu den festen Darreichungsformen. Sie dienen vor allem der oralen Einnahme. Sonderfälle bilden die Vaginal- und Rektalkapseln. 

 

Eine Kapsel besteht aus einer Hülle, die mit dem Wirkstoff in Pulver- oder Granulat- bzw. in flüssiger Form gefüllt ist. Als Hülle werden meistens Gelatine, Cellulose oder Carrageen verwendet.

 

Kapselarten

Magensaftresistente Kapseln  setzen den Wirkstoff erst im Darm frei. Bei Zerbeißkapseln widerum wird der Inhalt bereits im Mund freigesetzt. Unabhängig von der Verwendung lassen sich Kapseln in verschiedene Arten unterteilen: Früher wurden vor allem Stärkekapseln verwendet. Heute nutzt man vorwiegend Hart- und Weichgelatinekapseln.

 

Stärkekapseln

Früher bestanden die Kapselhüllen aus Stärke und waren von der Konsistenz her einer Oblate ähnlich. Diese Stärkekapseln waren ausschließlich zur Einnahme von Wirkstoffen in Pulverform geeignet. Stärkehüllen sind jedoch empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und zudem zerfallen sie schnell. Daher wird Stärke nur noch selten als Stoff für die Kapselhülle verwendet.

 

Hartgelatinekapseln

Hartkapseln

Die Hülle von Hartkapseln besteht aus 2 ineinandergesteckten Bögen.

Heute bestehen die Hüllen meist aus Hartgelatine. Eine solche Kapselhülle besteht aus 2 hohlen Teilen in zylindrischer Form mit abgerundetem Boden, die man ineinanderstecken kann. Hartgelatinekapseln können mit Pulver, Granulat oder Pellets gefüllt werden.

Außerdem ist es möglich, dass die Wirkstoffe in der Kapsel zusätzlich noch mit einem Überzug versehen werden, der sich erst nach und nach auflöst (Mikrokapseln). Dadurch wird erreicht, dass ein Wirkstoff über einen längeren Zeitraum freigesetzt wird und die Wirkung entsprechend lange anhält.

Verschlossen werden sie beiden Teile der Kapsel durch unterschiedlich patentierte Verfahren, sodass sich die Kapsel nicht unerwartet von selbst öffnet. Je nach Empfindlichkeit des Wirkstoffs können die Kapselteile auch verschweißt, geklebt oder mit einer Banderole als Verschluss versehen werden.

 

Weichgelatinekapseln

Weichkapseln

Weichgelatinekapseln enthalten häufig Flüssigkeiten, wie etwa Fischöl.

Weichgelatinekapseln besitzen im Vergleich zu den Hartgelatinekapseln eine dickere und zugleich elastischere, weiche Hülle. Dafür werden jedoch auch Weichmacher, wie Sorbitol oder Glycerol, zugesetzt. Weichgelatinekapseln setzt man bei flüssigen und halbfesten Zubereitungen ein. Mitunter kann der Wirkstoff in die Kapselhülle eingearbeitet sein. In diesen Fällen spricht man von Lutschkapseln.

 

Mikrokapseln

Mikrokapseln

Kapseln mit Mikrokapseln haben viele Vorteile: Etwa eine verzögerte Wirkstofffreigabe.

Mikrokapseln sind feste Partikel oder Flüssigkeitströpfchen mit einem Überzug aus Gelatine, arabischen Gummi oder anderen Polymeren, wie Stärke und Cellulose. Sie sind Mikrometer bis wenige Millimeter groß. So lassen sich beispielsweise Flüssigkeiten in trockene Pulver überführen, flüchtige Stoffe fixieren und unverträgliche Arzneistoffe miteinander verarbeiten. Es können magensaftresistente Kapseln sowie Kapseln mit verzögerter Wirkstofffreisetzung produziert werden.

 

Produktbeispiele:

·         OMEP® HEXAL 20 mg magensaftresistente Hartkapseln

·         Cefavora® memo Weichgelatinekapseln

·         Cetebe® Vitamin C Retardkapseln 500 mg mit Mikrokapseln

·         Keltican® FORTE Kapseln vegan

 

Vor- und Nachteile von Kapseln

Vorteile von Kapseln als Arzneimittelform: 

  • rasche und einfache Einnahme

    Medikamenteneinnahme

    Kapseln werden sehr oft mit reichlich Flüssigkeit eingenommen.

  • kein unangenehmer Geruch
  • kein unangenehmer Geschmack
  • lange haltbar und gute Lagerung möglich
  • enthalten definierte Menge des Wirkstoffes
  • kostengünstige Herstellung

 

Nachteile von Kapseln als Arzneimittelform:

  • meist größer als Tabletten und bereitet daher vor allem für Kinder oder Patienten mit Schluckbeschwerden Probleme bei der Einnahme
  • individuelle Anpassung der Dosis nicht oder nur schlecht möglich
  • Wirkstoff muss oral verfügbar sein
  • Wirkung tritt verzögert auf

 


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Stand vom: 30.04.2018