
Eine Angina (Tonsilitis) ist eine Entzündung der Mandeln im Gaumen. Die Mandelentzündung ist eine der häufigsten Gründe für einen Arztbesuch und manifestiert sich in starken Halsschmerzen sowie Schluckbeschwerden.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Angina ist eine Entzündung der Gaumenmandeln und verursacht meist starke Halsschmerzen sowie Schluckbeschwerden.
- Auslöser sind häufig Viren, möglich sind aber auch bakterielle Infektionen, etwa durch Streptokokken oder Pneumokokken.
- Hinweise auf eine bakterielle Mandelentzündung sind hohes Fieber, weiße Punkte auf den Mandeln, geschwollene Lymphknoten und fehlender Hustenreiz.
- Eine bakterielle Tonsillitis sollte ärztlich abgeklärt werden, da Komplikationen wie Mandelabszesse oder Blutvergiftungen drohen können.
- Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Schwere und reicht von Ruhe, Flüssigkeit und Schmerzmitteln bis hin zu Antibiotika oder in bestimmten Fällen einer operativen Mandelentfernung.
Unsere Mandeln – Bestandteile der körpereigenen Abwehr
Die Gaumenmandeln (Tonsilla palatina) liegen hinter dem Gaumenzäpfen rechts und links im Rachen. Sie sind Teil des lymphatischen Rachenrings. Dieser besitzt viele weiße Blutkörperchen (Leukozyten). Seine Mission: Keime abwehren.
Neben den beiden Gaumenmandeln gibt es noch 2 weitere:
- eine Rachenmandel (Tonsilla pharyngealis)
- eine Zungenmandel (Tonsilla lingualis)
Der Mensch besitzt gewissermaßen vier Mandeln.
Ursachen einer Angina
Tonsillitis kann verschiedene virale oder bakterielle Ursachen haben.
Virale Infektion der Mandeln
Häufig verursachen Erkältungs- oder Grippeviren eine Entzündung der Mandeln. Auch der Eppstein-Barr-Virus, der für das Pfeiffersche Drüsenfieber verantwortlich ist, kann die Mandeln befallen. Diphterie-auslösende Viren sowie Herpes-Viren sind hierzulande eher seltener Ursache, dennoch sind sie nicht ausgeschlossen.
Bakterielle Infektion der Mandeln
Bei einer bakteriellen Infektion sind Streptokokken oder Pneumokokken häufig Auslöser für entzündete Mandeln. Abgeschlagenheit sowie zu viel Stress begünstigen eine Infektion.
Zeichen einer bakteriellen Infektion sind:
- hohes Fieber
- weiße Punkte auf den Mandeln
- geschwollene Lymphknoten
- Fehlen eines Hustenreizes
Treten einige dieser Symptome auf, ist es ratsam, mit einer Arztpraxis die weitere Behandlung, unter anderem durch Antibiotika, abzusprechen.
Komplikationen bei einer Mandelentzündung
Bakteriell-bedingte Tonsillitis ist ein zwingender Grund für einen Arztbesuch. Denn die Infektion weitet sich unter Umständen auf andere Körpergegenden aus. In diesen Fällen führt eine Angina zu schwerwiegenderen Folgekomplikationen. So entstehen mitunter Blutvergiftungen oder Mandelabszesse.
Symptome einer Mandelentzündung
Schlüsselsymptom einer Tonsillitis ist die Entzündung einer oder beider Mandeln. Durch die Entzündung kommt es zu einer Schwellung der Mandeln. Dies ist für Betroffene schmerzhaft. Schlucken oder Sprechen fallen schwer. Außerdem weisen die entzündeten Mandeln oft weiße Beläge auf.

Auch kann es zu folgenden Beschwerden kommen:
- Mattigkeit
- Mundgeruch
- Fieber
- Husten
- Kopfschmerzen
Normalerweise heilen die Symptome einer Mandelentzündung binnen 3–4 Tagen aus. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein oder sollten sich die Symptome verschlimmern, suchen Sie eine Arztpraxis auf. Denn neben der akuten Mandelentzündung kann die Erkrankung auch chronisch werden.
Symptome bei einer chronischen Mandelentzündung
Bei einer chronischen Angina (Tonsillitis chronica) treten leichte Schluckbeschwerden auf. Die Betroffenen verspüren oft einen unangenehmen Geschmack im Mund und leiden an Mundgeruch. Häufig sind die Halslymphknoten dauerhaft geschwollen, ohne jedoch zu schmerzen. Die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit ist gemindert. Außerdem kommt es immer wieder zum Ausbruch einer akuten Erkrankung.
Unterschied zwischen akuter Mandelentzündung und einer Covid-19-Erkrankung
Bei einer akuten Mandelentzündung kommt es plötzlich zu hohem Fieber. Die Betroffenen fühlen sich schlecht, der Hals kratzt, das Schlucken fällt schwer. Bei Covid-19-Patient:innen kommt es jedoch auch zu hohem Fieber und zu Halsschmerzen. Wie lassen sich beide Erkrankungen voneinander unterscheiden? Eitrige Beläge auf den Mandeln sind ein Indiz für eine bakterielle Mandelentzündung. Corona-Patient:innen zeigen oft Husten. Dies ist kein klassisches Symptom für eine Mandelentzündung.
Angina behandeln
Halspastillen sowie Lutschtabletten unterbindenden Schmerz mittelfristig.
Unser Produkttipp: ipalat® Halspastillen classic
Die Behandlung einer Mandelentzündung hängt darüber hinaus von ihrer Ursache und Schwere ab.
Therapie-Maßnahmen für eine viral-bedingte Tonsillitis
Bei einer viral-bedingten Mandelentzündung zielt die Behandlung auf die Linderung der Beschwerden ab. Für die symptomatische Therapie empfehlen wir entzündungshemmende Schmerzmittel. Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen sind hier die Mittel der Wahl. Nehmen Sie außerdem genügend Flüssigkeit zu sich. Halten Sie Ruhe.
Unser Produkttipp: ASPIRIN® PLUS C FORTE 800 mg/480 mg Brausetabletten
Therapie-Maßnahmen für eine bakterielle Tonsillitis
Eine bakteriell-bedingte Mandelentzündung wird mit Antibiotika bekämpft. Unter anderem helfen auch Analgetika oder das Gurgeln mit Mandelscher Lösung sowie anderer antibakterieller Gurgellösungen.
Produkttipp: ultraDEX® Mundspülung antibakteriell
Operative Entfernung der Mandeln
Wenn Kinder mehrmals im Jahr an Mandelentzündungen erkranken, sind in den meisten Fällen kleine, festsitzende Entzündungsherde im Mandelgewebe verantwortlich. Um zu verhindern, dass Bakterien ins Blut gelangen, werden Gaumenmandeln bzw. Teile der Mandeln operativ entfernt. Denn: Wandern die Bakterien weiter, kann es zu schweren Erkrankungen kommen, wie:
- Gelenkentzündungen
- Herzklappenschäden
- Herzrhythmusstörungen
- immunreaktive Hauterkrankungen
- rheumatisches Fieber
- Nierenprobleme
Interessanterweise fällt die Entscheidung für eine chirurgische Entfernung der Mandeln innerhalb der Ärzteschaft unterschiedlich aus.
Das hat verschiedene Gründe. Zum einen ist die Komplikationsrate einer solchen Operation relativ hoch. So treten beispielsweise Nachblutungen auf, die teils so stark sind, dass sie einen erneuten Eingriff nötig machen. Bei Schmierblutungen hingegen, reicht es aus, wenn die Kleinen etwas Eis in den Nacken bekommen. Zum anderen sind die Schmerzen nach einer Mandelentfernung sehr stark. Viele Operierte trinken und essen daher nach dem chirurgischen Eingriff viel zu wenig. Sie trocknen aus, die Wunde heilt langsamer und der Kreislauf macht Probleme.
Unsere Lesetipps: Mehr Informationen zur Linderung der Beschwerden unter: Tipps gegen Fieber | Tipps gegen Husten | Tipps gegen Halsschmerzen
Mandelentzündung vorbeugen

Bild: Alicja – Pixabay
Eine Mandelentzündung ist ansteckend. Daher ist es ratsam, für ein paar Tage zu Hause zu bleiben. So verhindern Sie eine Ausbreitung am Arbeitsplatz oder in der Schule.
Ist jemand im eigenen Haushalt an einer Mandelentzündung erkrankt, achten Sie auf einen erhöhten Hygienestandard. Um eine Verbreitung der Infektion zu unterbinden, reichen bereits einfache Maßnahmen aus: Getrennte Handtücher und Küchenutensilien sowie häufiges Händewaschen helfen, das Risiko einer Ansteckung anderer zu minimieren.

Sollte die Infektion überstanden sein, ist eine neue Zahnbürste angebracht. Dadurch verhindern Sie, dass alte Keime direkt wieder in den Mundraum gelangen.
FAQ: Angina (Mandelentzündung)
Welche Symptome sind typisch für eine Mandelentzündung?
Typisch sind starke Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, geschwollene Mandeln und häufig weiße Beläge auf den Mandeln. Auch Fieber, Mattigkeit, Mundgeruch, Husten oder Kopfschmerzen können auftreten.
Welche Ursachen kann eine Mandelentzündung haben?
Eine Tonsillitis kann durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden. Häufige virale Auslöser sind Erkältungs- oder Grippeviren. Bei bakteriellen Infektionen spielen vor allem Streptokokken oder Pneumokokken eine Rolle.
Ist eine Mandelentzündung ansteckend?
Ja! Um andere nicht anzustecken, ist es sinnvoll, einige Tage zu Hause zu bleiben und auf eine gute Hygiene zu achten. Getrennte Handtücher, getrennte Küchenutensilien und häufiges Händewaschen helfen dabei.
Woran lässt sich eine bakterielle Mandelentzündung erkennen?
Hinweise sind hohes Fieber, weiße Punkte auf den Mandeln, geschwollene Lymphknoten und das Fehlen eines Hustenreizes.
Kann eine Mandelentzündung chronisch werden?
Ja. Bei einer chronischen Mandelentzündung treten oft leichte Schluckbeschwerden, Mundgeruch, dauerhaft geschwollene Halslymphknoten und eine verminderte Leistungsfähigkeit auf. Zudem kommt es immer wieder zu akuten Schüben.
Wie unterscheidet sich eine akute Mandelentzündung von Covid 19?
Beide Erkrankungen können Fieber und Halsschmerzen verursachen. Eitrige Beläge auf den Mandeln sprechen eher für eine bakterielle Mandelentzündung, während Husten eher zu Covid 19 passt als zu einer klassischen Mandelentzündung.
Wann sollte eine Arztpraxis aufgesucht werden?
Eine ärztliche Abklärung ist ratsam, wenn einige Anzeichen für eine bakterielle Infektion auftreten, die Beschwerden stärker werden oder nach 3 bis 4 Tagen nicht abklingen.
Wann kommt eine Entfernung der Mandeln infrage?
Eine Operation kann erwogen werden, wenn insbesondere Kinder mehrmals im Jahr an Mandelentzündungen erkranken und kleine Entzündungsherde im Mandelgewebe bestehen.
Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch ärztliches Personal.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Trotz sorgfältiger Recherche und der Verwendung verlässlicher Quellen können sich mitunter Fehler in unsere Texte schleichen. Helfen Sie uns, besser zu werden. Hinweise senden Sie an: redaktion@medikamente-per-klick.de.
Stand vom: 15.10.2024
Coverbild: silviarita –Pixabay






