Anis

Duftendes Gewürz und heilsame Allround-Arzneipflanze

Anis ist eines der ältesten Gewürz- und Heilkräuter. Bereits im 16. Jahrhundert v. Chr. würzten Kreter Wein mit Anis und Pythagoras schätzte mit Anis gewürztes Brot als Delikatesse. In unseren Breiten wurde Anis schließlich ab dem Mittelalter von Mönchen und Nonnen in Kloster-Kräutergärten angebaut.

Steckbrief

Botanischer NamePimpinella anisum
PflanzenfamilieDoldenblütler
Synonyme
Anais, Arnis, Brotsamen, Enes, Einis, Einis, Jenes, süßer Kümel, römischer Fenchel
Wirkungantibakteriell, entspannend, harntreibend, krampflösend, schleimlösend, Milch-bildend
Verwendung als Heilkraut
Atemwegsinfektionen, Magen-Darm-Probleme, Osteoporose, Insektenstiche, Schlaflosigkeit
Verwendung in der KücheBrot, Spirituosen, Fisch, Fleischgerichte, Kohlsuppe, Kartoffelsuppe, Weihnachtsgebäck

Anis – so sieht das Heilkraut aus

Anis-Pflanze
Die Anis-Pflanze kommt in Deutschland nur sehr selten in der Landschaft vor. Anis wird in unseren Breiten kultiviert.

Die einjährige krautige Anis-Pflanze hat eine Größe von 10 bis 60 Zentimetern. Der leicht behaarte Stängel ist aufrecht und stark verzweigt. Die bis zu 5 Zentimeter großen Laubblätter sind stark gefiedert. Die sieben- bis fünfzehnstrahligen doldigen Blütenstände können bis zu 6 Zentimeter groß werden. Die Döldchen selbst sind 5 bis 10 Millimeter und enthalten etwa zehn weiße Blüten. Die graugrünen bis graubraunen, trockenen, zweiteiligen Spaltfrüchte haben eine Größe von 3 bis 5 Millimetern, sind eiförmig und mit grauen Härchen überzogen.

Nicht verwechseln: Unterschiede zwischen Sternanis und Anis

Sternanis
Der Sternanis ist sehr dekorativ und wird gern in der Weihnachtszeit als Gewürz verwendet. Er ist jedoch nicht mit dem echten Anis zu verwechseln.

Viele verwechseln Sternanis (Illicium verum) mit echtem Anis. Das liegt vor allem am ähnlichen Geruch und Geschmack. Sternanis verfeinert häufig Adventsgebäck, Tee und Glühwein. Mit Fenchel, Nelken, Szechuan-Pfeffer und Zimt ist Sternanis Bestandteil des Fünf-Gewürze-Pulvers.

Schon gewusst?

Sternanis und Anis gehören unterschiedlichen Pflanzenfamilien an. Erstere Pflanze gehört zu den Sternanisgewächsen, letztere zu den Doldenblütlern.

Im Gegensatz zum Anis ist der Sternanis sehr dekorativ. Die sternförmigen Früchte des Sternanis wachsen an einem immergrünen Baum. Dieser ist in Südchina beheimatet und ähnelt Magnolien. Aus den gelb-grünen Blüten entwickeln sich die sternförmigen Früchte. Diese werden unreif geerntet und in der Sonne getrocknet. Durch den Trockenvorgang entwickelt der Sternanis sein scharfes, süß-würziges Aroma. Es ist feuriger und schwerer als beim echten Anis, der eher süßlich schmeckt.

Tipps für Sternenköche

Ganze Sterne sind länger haltbar als gemahlener Sternanis. Dosieren Sie jedoch äußerst vorsichtig. Oft reicht ein kleines abgebrochenes Kapselstück. Garen Sie dieses mit und entfernen Sie es vor dem Servieren.

Inhaltsstoffe von Anis

Zu den Hauptbestandteilen von Anis zählt sein ätherisches Öl. Dieses besteht bis zu 95 % aus Anethol. Das süß schmeckende trans-Anethol ist nicht nur für den typischen lakritzartigen, pfeffrigen und säuerlichen Geschmack des Anis, sondern auch für den typischen Geruch der Arzneipflanze verantwortlich.

Auch Azulen, Bor, Campher, Cumarine, Estrtagol, Flavonoide und Vitamin C sind in Anisöl enthalten.

Verwendung der Anis-Früchte

Anis ist zum einen ein aromatisches Gewürz mit lakritzähnlichem Geschmack und zum anderen eine Arzneimittelpflanze mit magenberuhigender und schleimlösender Wirkung.

Anis als Gewürz

Mit den Anis-Samen werden heiße Aufgußgetränke zubereitet. Als Tee hilft Anis bei Erkältungskrankheiten und Magen-Darm-Beschwerden.

Der dekorative Sternanis wird in der kalten Jahreszeit gern zum Dekorieren von winterlichen Cocktails verwendet, anders die Früchte des Anis. Diese eignen sich weniger zum Dekorieren. Die Früchte schmecken süßlich, blumig und mild. Sie werden gemahlen oder als Anis-Öl in Brot und Backwaren, in Süßigkeiten, aber auch als Inhaltsstoff in Spirituosen und Likören wie Raki, Ouzo oder Absinth verwendet. Daneben wird aus den getrockneten Früchten Kräutertee hergestellt.

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 Anis kann auch zum Würzen verwendet werden. Hier ist er wie Fenchel anzuwenden, eignet sich zu Fisch, in Soßen und Suppen.

Anis als Arzneipflanze

Anwendungsgebiete:

Abgeschlagenheit | Aphrodisiakum | Appetitlosigkeit | Asthma | Blähungen | Bronchitis | Erbrechen | Halsinfektionen |
Husten | Insektenstiche | Kopfschmerzen | Milchbildung | Magenkrämpfe | Osteoporose | Pfeiffersches Drüsenfieber | Schlaflosigkeit | Schluckbeschwerden | Verdauungsschwäche

Da Anis eine hohe heilende Wirkung hat, wird er in vielen medizinischen Präparaten verarbeitet und vor allem bei Infekten, Erkältung und andere Atemwegserkrankungen, wie  Bronchitis, Husten mit zäher Schleimbildung, Kehlkopf-, Rachen- und Mandelentzündung sowie Heiserkeit verwendet.

So wenden Sie Anissamen und Anisöl bei Erkältung richtig an

Ein heißer Aufguss der Anis-Samen etwa wirkt schleim- und krampflösend. Mit wenigen Tropfen Anis-Öl lässt es sich bei Erkältung jedoch auch inhalieren.

Anis findet sich daneben oft in Lutschtabletten bzw. Hustenbonbons. Diese lässt man langsam im Mund zergehen, sodass die heilenden Inhaltsstoffe nach und nach an die Mundschleimhaut abgegeben werden können. Diese beruhigen zum einen die entzündeten Schleimhäute und wirken zum anderen antibakteriell sowie schleimlösend.

Auch bei Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit sowie Magen-Darm-Beschwerden, wie Blähungen, Koliken und bei Krämpfen, wirkt Anis heilend. Das liegt insbesondere an seiner krampflösenden Wirkung.

Wird das ätherische Anisöl mit fetten Ölen verdünnt, kann der Erkrankte es für Einreibungen verwenden.

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Wird die Brust eingerieben, mildert man die Hustenbeschwerden. Bei Baucheinreibungen wirkt man Blähungen und Magenkrämpfen entgegen.  

Baby
Anis regt die Milchbildung an.

Anis regt ferner die Milchbildung bei jungen Müttern an und ist daher Bestandteil von Stilltees. Der Tee kommt auch dem Säugling zugute, da er die magenberuhigenden Wirkstoffe über die Muttermilch ans Kind weitergibt und so Blähungen vorbeugt.

Später kann der Nachwuchs den magenberuhigenden Tee aus Anis oder der beliebten Mischung aus Anis, Fenchel und Kümmel selbst trinken.

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Anis – und das ist vielen nicht bekannt – stärkt auch die Knochen. In Laborversuchen wiesen Forscher nach, dass durch Östrogenmangel verursachte Osteoporose durch die Zufuhr von Anissamen über einen Zeitraum von 20 Wochen, den Knochenabbau mindert.

Schon gewusst?

In der ayurvedischen Medizin werden die getrockneten Anis-Früchte als auswurfförderndes, erwärmendes, darmberuhigendes und wassertreibendes Heilmittel eingesetzt. Anis gilt in der ayurvedischen Lehre auch als Stimulanzmittel.

Anis in der Kosmetik

Shampoo
Anisöl verwöhnt Ihr Haar und Ihre Kopfhaut.

Anis-Öl ist Grundlage von diversen Salben und kommt auch in der Duftindustrie zum Einsatz. Das in Anisöl enthaltene Anethol hat eine antiseptische, entgiftende und stimulierende Wirkung. Daher pflegt es Haut und Haar. Aufgrund der antimikrobiellen Eigenschaften hilft es zum einen bei Kopfhautentzündungen und zum anderen bei Kopfläusen. beizutragen. Auch trockenen Schuppen kann man mit Anisöl entgegenwirken.

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Tipp für Wellnessfreunde

10 Tropfen Anis-Öl und 3 EL Meersalz ins Vollbad steigert unser Wohlbefinden.

Vorsicht beim Umgang mit Anis bei Allergikern, Schwangeren und Kindern

Manche Personen reagieren allergisch auf Anethol. Die allergischen Reaktionen können die Haut, die Atemwege und den Magen-Darm-Trakt betreffen. Verwenden Sie bei bestehender Allergie auf Anethol bzw. bekannter Allergie auf Doldenblütler, wie Fenchel, Kümmel, Dill oder Sellerie, keinen Anis. Schwangeren ist ebenfalls zur Vorsicht geraten.

Asthmatiker sollten das Anisöl nur nach Absprache mit einem Arzt inhalieren.

Bei Säuglingen und Kleinkindern sollten sie bei Einreibungen mit Anisöl vorsichtshalber den Mund- und Nasenbereich auslassen. Es könnte zu Atemnot führen.

Nehmen Sie niemals unverdünntes Anisöl ein. Bereits kleine Mengen können zu Erbrechen und Übelkeit führen.

Lagern Sie ätherisches Anisöl unbedingt lichtgeschützt.


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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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Stand vom: 20.11.2019

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.