Kamille

Strauß mit Kamille

Kamille sieht nicht nur sehr dekorativ aus, sondern trägt viele heilende Stoffe in sich.

Die Kamille gilt seit Jahrtausenden als Heilpflanze: bei den Ägyptern wurde das Heilkraut als Blume des Sonnengottes verehrt; die Germanen zählten sie zu den 9 heiligen Pflanzen. Die entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung des „Allheilmittels“ war der Klostermedizin des 11. Jahrhunderts bekannt und bis weit ins 20. Jahrhundert zierte die Kamille jeden Bauerngarten.  

 

Die Echte Kamille ist dabei schnell mit anderen Kamille-Arten zu verwechseln.

 

Merkmale der Echten Kamille

Kamille

Bei der Echten Kamille wölbt sich der Körbchenboden mit dem Älterwerden.

Die einjährige krautige Pflanze hat eine Wuchshöhe von 15 bis 50 Zentimetern. Die aufrechten, kahlen Stängel sind häufig stark verzweigt. Die 2- bis 3-fach gefiederten Laubblätter der Heilpflanze werden 4 bis 7 Zentimeter lang. In der Regel werden bis zu 120 Blüten in Form von Körbchen gebildet. Der zunächst flache Körbchenboden der Kamille wölbt sich mit der Zeit kegelförmig auf. Die gelben, fünfzähnigen Röhrenblüten sitzen dicht gedrängt auf dem Blütenboden und werden von den weißen Zungenblüten kranzförmig umrahmt. Diese sind etwa 6 bis 9 Millimeter lang und 2 bis 3 Millimeter breit.

Die Echte Kamille wächst auf Äckern und Ödland und mag nährstoffreiche, humose Lehm- und Tonböden. Sie kommt in Vorderasien, Europa, Nodamerika und Australien vor. Obgleich sie ursprünglich aus dem Mittelmeerbereich stammt, kommt sie mittlerweile sogar in bis zu 1800 Meter Höhe vor.

 

Botanische Unterscheidungen

Die sogenannte Hundskamille gehört einer anderen Gattung an.

Der botanische Name der Kamillen-Arten lautet „Matricaria“. Dieser Begriff leitet sich vom lateinischen Wort für Gebärmutter (matrix) ab – nicht zuletzt, weil die Echte Kamille (Matricaria chamomilla L.) bereits frühzeitig als Hausmittel gegen Frauenleiden eingesetzt wurde.

Neben der Echten Kamille, die als Heilkraut gilt, gehört auch die Strahlenlose Kamille zu dieser Gattung. Nicht dazu gehört die Strandkamille, die eine eigene Gattung mit dem botanischen Namen Tripleurosperum darstellt. Ihr werden die Strandkamille (Tripleurospermum maritimum) und die Geruchlose Kamille (Tripleurosperum inodoum) zugeordnet. Die Hundskamille ist ebenfalls eine eigene Gattung mit dem Namen  „Anthemis“ und zählt rund 100 Arten.

Kamille Arzneipflanze des Jahres

Inhaltsstoffe der Echten Kamille

Im ätherischen Öl der Echten Kamille sind unter anderem folgende Inhaltsstoffe enthalten:

  • Kamillenblüten

    Kamillenblüten enthalten vor allem in ihrem ätherischen Öl viele heilende Inhaltsstoffe.

    α-Bisabolol

  • Bisabololoxide A, B und C
  • Chamazulen
  • Matricin, Matricarin und Desacetylmatricarin
  • Flavonoide, wie Lutein, Apigenin und Querecetin
  • Cumarine, wie Aesculetin
  • Anis-, Kaffee- und Vanillinsäure
  • Schleimstoffe

 

Verwendung der Heilpflanze

Als pflanzliches Arzneimittel werden die Blüten verwendet. Getrocknet können sie zu einem Tee aufgegossen werden oder dienen als Zusatz im Dampf- und Erkältungsbad. Aus den Blüten wird das ätherische Öl gewonnen.

 

Wichtige Hinweise

·         Bei bestehender Allergie auf Korbblütler sollten Sie auf eine Anwendung mit Kamille verzichten.

·         Wenden Sie die Kamillenzubereitungen aufgrund des Cumarin-Gehaltes nicht am Auge an. Es besteht die Gefahr einer Bindehautentzündung. Zudem können bei selbst hergestellten Zubereitungen die Lösungen durch Keime verunreinigt sein.

 

Die Bestandteile der Kamillenblüten entfalten unterschiedliche Effekte, was die Echte Kamille zu einem traditionellen Hausmittel für viele Leiden macht. Die Heilpflanze:

 

  • unterbindet die Wirkung von entzündungsfördernden Substanzen und wirkt so Entzündungen entgegen
  • hemmt das Bakterienwachstum und wirkt pilzabtötend
  • löst Krämpfe und Koliken

 

Aufgrund der antibakteriellen, antientzündlichen und krampflösenden Eigenschaften wird die Kamille wie folgend eingesetzt:

Kamillenblütentee

Ein Aufguss aus Kamillenblüten ist bei vielen Leiden hilfreich.

  • zubereitet als Tee bei Blähungen, Gastritis, Völlegefühl und Regelschmerzen
  • zubereitet als Spülung oder Gurgelwasser bei Zahnentzündungen, Halsschmerzen und Erkältungskrankheiten
  • zubereitet als Dampfbad zum Inhalieren bei, Entzündungen und Katarrhen im Nasen-Rachen-Raum und in den Bronchien mit Beschwerden wie Schnupfen und Husten
  • zubereitet als Sitzbad bei Hämorrhoiden und Infektionen im Anal- und Genitalbereich
  • zubereitet als Salbe oder Creme bei bakteriell bedingten Hautproblemen, etwa Akne sowie bei Wunden und Verbrennungen
  • zubereitet als Räucherung für einen ausgeglichenen Gemütszustand

 

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Kamille in Kosmetika

Wegen ihrer schützenden Wirkung wird Kamille sehr gern in Kosmetika eingesetzt. Zudem sorgt Kamille im Shampoo für einen schönen Glanz und hellt blondes Haar leicht auf.

 

Unsere Produkttipps:

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veröffentlicht am: 19.03.2018