Beinwell

Hilfe bei Sportverletzungen

Unsere Ahnen benannten die Heilpflanze entsprechend ihrer Heilwirkung: Sie tat den Beinen gut („well“). Der Beinwell unterstützt die Wundheilung und wurde im Mittelalter sogar bei Knochenbrüchen eingesetzt. Auch heute noch nutzen wir die Pflanze zur unterstützenden Behandlung bei Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen.

Beinwell im Pflanzen-Porträt

Steckbrief

Botanischer NameSymphytum officinale
PflanzenfamilieRauhblattgewächse (Boraginaceae)
SynonymeArznei-Beinwell, Beinwurz, Bienenkraut, Bienenwurz, Echter Beinwell, Gemeiner Beinwell, Gemeine Wallwurz, Gewöhnlicher Beinwell, Glotwurzel, Grosse Wallwurz, Hasenbrot, Hasenlaub, Himmelsbrot, Honigblum, Komfrei, Kuchenkraut, Milchwurz, Schadheilwurzel, Schmalwurz, Schwarzwurz, Soldatenwurz, Soldatenwurzel, Speckwurz, Wallwurz, Wilder Comfrey, Wilder Komfrey, Wottel, Wundallheil, Wundschad
Wirkungberuhigend, blutbildend, blutreinigend, blutstillend, entzündungshemmend, erweichend, kühlend, lindernd, wundheilend, schmerzstillend
Verwendung als HeilkrautDurchblutungsstörungen, Gelenk- und Muskelbeschwerden (Arthritis, Arthrose, Gicht, Ischias, Rheuma, Schleimbeutelentzündung, Sehnenscheidenentzündung, Muskelkater), Wundheilung (Hämatome, Knochenbrüche, Quetschungen, Prellungen, Narbenschmerzen)

Der Beinwell (Symphytum) ist eine Gattung der Raublattgewächse mit rund 40 Arten. Medizinische Verwendung findet vor allem der Echte Beinwell (Symphytum officinale). Dieser wächst als sommergrüne und ausdauernde krautige Pflanze. Er erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 60 Zentimetern, gelegentlich auch bis zu einem Meter. Die gedrungenen, purpur-braunen Hauptwurzeln wachsen weit in die Tiefe. Der Stängel ist behaart. Die großen ei- bis lanzettförmigen Laubblätter erreichen eine Länge von teils 60 Zentimetern und eine Breite von bis zu 20 Zentimetern.

Die Blüten des Beinwells sind entweder gelblich-weiß oder violett bis purpurfarben. Sie stehen meist in beblätterten, reichblütigen Doppelwickeln zusammen. Aus ihnen entwickeln sich Klausenfrüchte.

Oft stehen mehrere Beinwell-Pflanzen zusammen. Die Blütezeit reicht von Mai bis Oktober.

Inhaltsstoffe im Beinwell

Beinwellwurzel
Neben den Blättern setzen Hersteller Beinwellwurzel in Phytopharmaka ein. Bildquelle: Madeleine Steinbach (Canva.com)

Zu den Inhaltsstoffen zählen Allantoin sowie Schleim- und Gerbstoffe, ätherisches Öl, Alkaloide, Asparagin, Cholin, Flavonoide, Harz, Kiesel- und Rosmarinsäure. Die frischen Beinwellblätter sind Protein-reich. Das Eiweiß lässt sich sehr gut von unserem Körper verwerten.

Tierversuche zeigten, dass Alkaloide krebserregend sind. Daher ist der Verzehr von Beinwell in hohen Mengen nicht anzuraten.  

Verwendung von Beinwell

Merke

Die Beinwellblätter sind zum Verzehr lediglich in geringen Mengen geeignet. Ein vermehrter Konsum an frisch gepflückten Beinwellblättern wirkt lebertoxisch.  

Die frischen Blätter lassen sich ähnlich wie Borretsch als Zutat in einem Salat nutzen. Herzhafte Eierkuchen machen sich mit zerhackten Beinwellblättern als Zutat gut. Allerdings spielt Beinwell in der Küche kaum eine Rolle. Vielmehr nutzen wir den Beinwell als Arzneipflanze.

Verwendung als Heilpflanze

Beinwellsalbe
Beinwell ist Hauptbestandteil in vielen Schmerzsalben.
Bildquelle: Madeleine Steinbach (Canva.com)

Die in Beinwell enthaltenen Substanzen Allantoin, Cholin sowie Schleim- und Gerbstoffe haben positive Effekte auf unsere Gesundheit. Daher wirkt Beinwell:

  • entzündungshemmend
  • durchblutungsfördernd
  • schmerzlindernd
  • abschwellend
  • antibakteriell
  • wundheilungsfördernd
  • regenerierend

Heilpflanzen-Kundige setzen Beinwell sehr vielseitig ein. Insbesondere bei Muskel- und Gelenkschmerzen ist Beinwell Mittel der Wahl. So kommt die Arzneipflanze bei folgenden Erkrankungen zum Einsatz:

  • Arthrose
  • Arthritis
  • Gicht
  • Rheuma
  • Hexenschuss
  • Ischias
  • Knochenmarkentzündungen
  • Knochenbrüche
  • Prellungen
  • Verrenkungen
  • Verstauchungen
  • Zerrungen
  • Quetschungen
  • Wundheilung

Die positiven Effekte von Beinwell auf Beschwerden des Bewegungsapparates sind wissenschaftlich gut untersucht. Hierzu gehören degenerative Gelenkerkrankungen wie die Osteoarthritis. In einer Doppelblindstudie konnten typische Beschwerden der Alterserscheinung wie Schmerz- und Steifigkeitssymptome durch eine Beinwellzubereitung deutlich gelindert werden.[1]

Beinwell

In Phytopharmaka verwenden Hersteller neben Kraut und Blättern die getrocknete Wurzel des Beinwells. Oftmals in Schmerzsalben zu finden, ist Beinwell als Arzneipflanze bei schmerzhaften Muskel- und Gelenkbeschwerden, Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen zugelassen. Er kommt des Weiteren bei lokalen Durchblutungsstörungen zum Einsatz.

Unsere Produkttipps: DR. THEISS Beinwell-Salbe|  Kytta® Schmerzsalbe mit Beinwellwurzel-Fluidextrakt | Traumeel® S Creme – homöopathisches Arzneimittel mit Beinwell, sowie Arnika, Calendula und Hamamelis | Aurica® BEINWELL CREME

Bei äußerlicher Anwendung resorbiert unser Körper kaum die schädlichen Alkaloide.  

Doch für die innere Anwendung ist Beinwell aufgrund der leberschädigenden und möglicherweise krebserregenden Pyrrolizidinalkaloiden nicht zugelassen.

Tipp

Experten raten mittlerweile ab, Beinwell selbst zu sammeln und für Behandlungen wie Beinwell-Umschläge zuzubereiten, da der Gehalt an Alkaloiden recht hoch sein kann. In Fertigpräparaten aus der Apotheke sind die Extrakte hingegen so aufbereitet, dass die Menge an Alkaloiden bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten. Außerdem gibt es mittlerweile Züchtungen, die kaum noch Pyrrolizidinalkaloide enthalten.

Nebenwirkungen und Kontraindikation von Beinwell

Aufgrund lebertoxische Pyrrolizidinalkaloide dürfen Sie Beinwell medizinisch gesehen nicht innerlich anwenden. Die äußere Anwendung in Form von Umschlägen oder Salben sollten sie nicht bei chronischen Hautkrankheiten und offenen Wunden vornehmen. In seltenen Fällen verursachen Beinwellsalben Hautjucken oder Hautausschläge.


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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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Stand vom: 29.12.2021

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen. 

Bildquelle: RuudMorijn – Getty Images Pro (Canva.com)

Weiterführende Literatur:

[1] Trifan, A. et al. (2018): Is comfrey root more than toxic pyrrolizidine alkaloids? Salvianolic acids among antioxidant polyphenols in comfrey (Symphytum officinale L.) roots. In: Food and Chemical Toxicology, Vol. 112, S. 178-187.

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