Johanniskraut

Johanniskraut

Die Blüten des Johanniskrauts leuchten goldgelb.

Seit mehr als 2000 Jahren ist das Johanniskraut (Hypericum perforatum) als Heilpflanze bekannt. Bis auf die Wurzel werden dabei alle Pflanzenteile genutzt. Zerreibt man die Knospen, färben sich die Finger rot. Man sagt, dass sei das Blut des heiligen Johannes. Da die Pflanze um den Johannestag blüht, wird die im Volksmund auch als Herrgottsblut bekannte Pflanze Johanniskraut genannt.

 

Synonyme:

–          Blutkraut

–          Durchlöchertes Johanniskraut

–          Echtes Johanniskraut

–          Echt-Johanniskraut

–          Frauenkraut

–          Gartheil

–          Gewöhnliches Johanniskraut

–          Hartenaue

–          Hartheu

–          Herrgottsblut

–          Tüpfel-Johanniskraut

–          Tüpfel-Hartheu

–          Jageteufel

–          Jesuswundenkraut

–          Johannisblut

–          Konradskraut

–          Mannskraft

–          Teufelsflucht

–          Wundkraut

 

Johanniskraut – so sieht die Arzneipflanze aus

Johanniskrautblüten

Johanniskraut bildet viele Blüten aus.

Das Johanniskraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze. Sie hat eine spindelförmige Wurzel, die bis zu einem halben Meter in die Tiefe gehen kann. Aus der stark verzweigten Wurzelkriechsprosse ragt ein bis zu einem Meter groß werdender Stängel. Dieser ist zweikantig und innen mit Mark aufgefüllt. Im oberen Bereich ist er buschig verzweigt. Die eiförmigen Laubblätter sind gegenständig angeordnet. Während auf der Blattspreite Öldrüsen sitzen, ist der Blattrand mit schwarzen Drüsen punktiert.

Knospen des Johanniskrauts

Die rötlichen Knosplen des Johanniskrauts.

Das Johanniskraut bildet einen trugdoldigen Blütenstand mit vielen Blüten aus. Die fünf grünen Kelchblätter sind etwa 5 Millimeter lang, lanzettförmig und grannenartig zugespitzt. Die 5 goldgelben Kronblätter werden bis zu 12 Millimeter lang. In ihrer Form und Anordnung sehen sie wie ein Windrad aus. Der schwarz punktierte Blütenrand ist auf einer Seite jedoch gezähnt.  Die bis zu 100 Staubblätter umgeben den Fruchtknoten in 3 Büscheln.

Die Frucht ist bis zu 10 Millimeter lang. Die geriefte dreifächrige Spaltkapsel enthält etwa einen Millimeter längliche und leicht gebogene Samen.

 

Johanniskraut – das sind die Inhaltsstoffe

Johanniskraut besteht aus einer Vielzahl an Stoffen.

Johanniskraut

An den Blättern der Pflanze fallen helle Punktierungen auf. Dort sammelt sich das ätherische Öl.

Medizinisch interessant sind folgende Bestandteile:

  • ätherische Öle
  • Flavonoide, insbesondere Biapigenin, Quercetin und Rutosid
  • Gerbstoffe, insbesondere Catechin
  • Phloroglucine, insbesondere Hyperforin
  • Naphthodiantrone, insbesondere Hyperizin und Pseudohyperizin

 

Johanniskraut – dafür wird es angewendet

Bereits in der Antike nutze man die Pflanze als Heilkraut und im Mittelalter war Johanniskraut Paracelsus als Mittel gegen Verstimmung bekannt. Die traditionellen Anwendungsgebiete gehen aber weit darüber hinaus. Johanniskraut wurde auch bei Verdauungsproblemen, Blasenentzündung, Rheuma, Menstruationsbeschwerden, Zyklusunregelmässigkeiten, Kopfschmerzen, Migräne, Ischias, Epilepsie, Hautproblemen und Wunden eingesetzt. Heute nutzt man Johanniskraut vor allem bei leichten bis mittelstarken Depressionen und als Anwendung auf die Haut.

Johanniskraut - Arzneipflanze des Jahres

 

Pflanzliches Antidepressiva

Frau mit Kopfschmerzen

Kraftlos, abgespannt und ohne Energie. Johanniskraut kann bei Verstimmungen und leichter Depression hilfreich sein. Bildquelle: © Tatyana Gladskih – Fotolia.com

Die Wirkung als pflanzliches Antidepressiva ist schulmedizinisch größtenteils bestätig. Man nimmt an, dass für die antidepressive Wirkung des Johanniskrautes ein Zusammenspiel aus mehreren Inhaltsstoffen verantwortlich ist. In erster Linie zeigt der sekundäre Pflanzenstoff Hyperforin eine positive Wirkung bei Unruhe und leichter bis mittelstarker Depression. Der Wirkstoff hemmt unter anderem die Wiederaufnahme von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin.  Auch die im Johanniskraut enthaltenen Wirkstoffe Hyperzin und Pseudohyperzin haben eine antidepressive Wirkung: Sie hemmen serotonerge und dopamierge Transmittersysteme. Ebenso sollen sich die Flavonoide  günstig auf den Serotoninspiegel auswirken.

 

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Wund- und Pflegemittel für die Haut

Der photosensibilisierende Effekt von Hyperizin und Pseudohyperizin wird zur äußerlichen Anwendung bei Hauterkrankungen genutzt.

Sonnenbrand

Sonnenbrand kann mit Johanniskrautöl eingerieben werden.

Die ätherischen Öle wirken bei Verletzungen äußerlich angewendet kühlend und lindern den Schmerz. So kann eine Wundsalbe mit Johanniskraut oder Johanniskrautöl angewendet werden bei:

  • trockener Haut
  • Schrunden
  • Ekzemen
  • Geschwüren
  • Beulen
  • kleinen Wunden
  • Sonnenbrand und leichten Verbrennungen
  • Narbenschmerzen

 

Unsere Produkttipps – Johanniskraut zur Pflege der Haut:

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Mittel bei Magen-Darm-Problemen

Flavonoide hemmen die Entwicklung von Entzündungen im Magen-Darm-Bereich. Gerbstoffe, wie Catechin, wirken ebenfalls positiv auf den Magen-Darm-Trakt ein und unterstützen die Heilung der Darmschleimhaut.

 

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Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Arzt

Besprechen Sie eine Anwendung mit Johanniskraut mit Ihrem Arzt.

Das pflanzliche Arzneimittel ist in der Regel gut verträglich. Selten können sich Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit oder allergische Reaktion einstellen. Da Johanniskraut eine erhöhte Empfindlichkeit gegen Sonnenstrahlung erzeugt, sollten hellhäutige Personen Sonne oder Solarien meiden.

Allerdings kann Johanniskraut die Wirksamkeit von anderen Arzneimitteln verstärken, schwächen oder verkürzen. Daher sollten Sie sich genau über Wechselwirkungen in der Packungsbeilage des jeweiligen Präparates informieren und eine Zufuhr mit Ihrem Arzt besprechen.

 


Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch den Arzt.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Wir stehen mit unserer Beratungshotline gern für Sie bereit.


Stand vom: 31.05.2018