Arnika

Schmerzstillend, entzündungshemmend und antibakteriell

Die naturgeschützte Pflanze Arnika wurde bereits im Jahr 1986 zur Pflanze des Jahres und 2001 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Nicht umsonst – macht sie ihrem deutschen Namen „Wohlverleih“ doch alle Ehre. Die Wirkstoffe ihrer Blüten versprechen äußerlich angewendet die Linderung allerlei Beschwerden. So werden Schmerzen reduziert, Schwellungen nehmen ab und Entzündungen werden gehemmt.

Steckbrief

Botanischer NameArnica montana
PflanzenfamilieAsteraceae
Synonyme
Wohlverleih, Bergwohlverleih, Bergwurz, Bergdotterblume Donnerwurz, Johannisblume, Wolfsbanner
Wirkung entzündungshemmend, antibakteriell, blutreinigend, harntreibend, krampflösend, schweißtreibend, schmerzstillend
Verwendung als HeilkrautPrellungen, Verstauchungen, Quetschungen, Blutergüsse, Ekzeme, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Entzündungen, Schmerzen, Rheuma, Gicht
Verwendung in KosmetikaTagescreme, Gesichtswasser

Wissenswertes zu Arnika

Arnika
Arnika wächst wild in Bergregionen und im Flachland Europas. In vielen Bauerngärten kann man Arnika zwischen verschiedenen Pflanzen finden.

Arnika wurde aufgrund der strahlend gelben Blüten zu einem wesentlichen Bestandteil von Sommersonnenwende-Bräuchen. So galten Arnika-Pflanzen, die am Johannistag, dem 24. Juni, gesammelt wurden als besonders heilkräftig. Johannisblume ist daher traditionell eine andere Bezeichnung für die Arzneipflanze.

Die Arnika-Pflanze ist in Europa beheimatet und hauptsächlich in Bergregionen wie den Alpen, aber auch im Flachland zu finden. Sie gilt aufgrund ihrer starken Wirkung als Giftpflanze. Arnika weist eine krautartige Wuchsform auf und wird zwischen 20 und 60 cm groß. Im Zeitraum von Mai bis August trägt die Pflanze aromatisch duftende, leuchtend gelbe Blüten. Die anspruchslose Pflanze bevorzugt kalkarme, saure Böden und wächst v. a. auf Wiesen und an Waldrändern.

Arnika gehört zu den bedrohten Pflanzen, in einigen Ländern wie Luxemburg und Kroatien ist der Bergwurz vom Aussterben bedroht. In Deutschland steht Arnika auf Stufe 3 der Roten Liste gefährdeter Arten und gilt somit als „gefährdet“. Da sie unter Naturschutz steht, wird sie zu Arzneimittelzwecken professionell angebaut.

Schon gewusst?

Aufgrund ihrer Gefährung steht die Arnika-Pflanze unter Naturschutz und darf nicht gepflückt werden!

Inhaltsstoffe von Arnika

Die gelben Blüten der Arnika-Pflanzen sind reich an Inhaltsstoffen, die bei bestimmter Anwendung auch vielzählige Heilwirkungen aufweisen. Sie enthalten ätherische Öle, Sesquiterpenlactone und Flavonoide. Besonders wirksam sind die Inhaltsstoffe 2,5-Dimethoxy-p-cymol, Helenalin- und Dihydrohelenalin-Ester.  Weitere Wirkstoffe der Blüten des Bergwohlverleih sind Hydroxycumarine, Thymol, Phenylacrylsäuren und andere Polysaccharide die eine immunstimulierende Wirkung aufweisen.

Wirkung der Inhaltsstoffe

Die Wirkstoffe der Blüten sind für die heilkundlichen Wirkungen der Arnika-Pflanze verantwortlich. Die antiseptische, entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung ist hierbei vorrangig. V. a. die Sesquiterlactone wie das Helenalin wird für diese Effekte verantwortlich gemacht. Da dieser Stoff in hohen Konzentrationen sehr giftig ist, dürfen Arnika-Mittel nur verdünnt und, abgesehen von homöopathischen Globuli, nur äußerlich angewandt werden.

Achtung giftig!

Die Inhaltsstoffe der Arnika-Pflanze sind je nach Konzentration hoch toxisch. Verzichten Sie deshalb auf den Verzehr und eine innerliche Anwendung. Eine Ausnahme stellen hierbei homöopathische Arnika-Globuli dar.

Verwendung von Arnika

Gelenkschmerzen
Gelenkbeschwerden können mit Arnika behandelt werden.

Erstmals erwähnt wurde die Heilwirkung von Arnika von Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert nach Christus. Erst ab dem 18. Jahrhundert wurde der Bergwohlverleih aber tatsächlich in der Medizin eingesetzt. Der Einsatzbereich war groß und reichte von allgemeinen Verletzungen und Blutergüssen bis hin zur Therapie von Krampfadern, Venenentzündungen und Gelenkerkrankungen wie Rheuma und Gicht. Aufgrund der toxischen Wirkung wurde es oft auch als Mittel zum Schwangerschaftsabbruch genutzt.

Heutzutage wird Arnika hauptsächlich bei körperlichen Traumata wie Verstauchungen, Prellungen, Muskelzerrungen und Schwellungen eingesetzt. Auch Rheuma-Patienten können von einer Anwendung des Bergwohlverleihs profitieren.

Zumeist wird eine Arnika-haltige Salbe, Gel oder Tinktur auf die betroffenen Stellen aufgetragen und einmassiert. Die Tinkturen sind entweder alkoholisch oder auf Wasserbasis und führen zu einer starken Lösung der wirksamen Sesquiterpenlactone. Aufgrund der stark reizenden Wirkung sollten die Tinkturen niemals unverdünnt angewandt werden.

Zusätzlich kann aus den Arnika-Blüten ein Tee zubereitet werden, der allerdings nicht verzehrt, sondern ebenfalls nur äußerlich angewendet werden darf. Er eignet sich v. a. als Basis für kühlende Umschläge.

Schon gewusst?

Aufgrund der Giftwirkung von Arnika bei einer inneren Anwendung wurden die meisten Teepräparate mit dem Bergwohlverleih vom Markt genommen. Für die äußere Anwendung z. B. bei Verstauchungen eignet sich der Tee dennoch.

Auch Insektenstiche können mit einer verdünnten Arnika-Tinktur betupft werden, um die Schwellung und Schmerzen zu lindern.

Bei leichten Hautentzündungen und Infektionen im Bereich des Haarbalgs kann eine Arnika-Anwendung ebenfalls Abhilfe verschaffen. Die desinfizierende Wirkung hemmt die Keimvermehrung und lässt die Entzündung schneller abklingen.

Rezepttipp: Arnika-Tee für Umschläge

Übergießen Sie 2 Gramm Arnika-Blüten mit 100 ml heißem Wasser und lassen Sie dies ca. 10 min ziehen. Seihen Sie den Tee ab und lassen Sie ihn abkühlen, bevor sie Tücher damit tränken und als Umschlag auf die betroffenen Körperstellen auflegen.

Zusätzlich spielt Arnika in der Homöopathie eine große Rolle und wird hier in Form von Globuli angewendet. Es stellt einer Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag der DHU zufolge das bekannteste homöopathische Mittel dar.

Beliebte homöopathische Arzneimittel
Datenquelle: Carstens-Stiftung

In der Homöopathie werden Arnika-Globuli ebenfalls nach Traumata wie Stürzen, Knochenbrüchen, Schnittwunden und anderen Verletzungen angewendet. Auch bei Insektenstichen, Aphthen der Mundschleimhaut oder Zahnfleischentzündungen wird hier gern auf das homöopathische Arnika-Mittel zurückgegriffen.

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Nebenwirkungen der Behandlung mit Arnika

Kopfschmerzen
Kopfschmerzen können die Folge bei innerlicher Anwendung von Arnika sein.

Bei der äußeren Anwendung von Arnika-Produkten kann es zu allergischen Hauterscheinungen wie Rötungen, Schwellungen und Bläschenbildung kommen. Sollte man trotz allen Abratens eine innerliche Anwendung des Bergwohlverleihs vornehmen, ist je nach Konzentration u. a. mit Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel zu rechnen. Die schwerwiegendesten Komplikationen der inneren Anwendung stellen jedoch gravierende Herzrhythmusstörungen dar.

Schon gewusst?

In der Schwangerschaft sind, abgesehen von homöopathischen Globuli, Arnika-Anwendungen absolut tabu! Die Wirkstoffe können je nach Konzentration die Schwangerschaft gefährden.

Arnika in Kosmetika

Arnika verhilft einem blassen Gesicht zu einem rosigen Teint. Hierfür ist vor allem die durchblutungsfördernde Wirkung verantwortlich. Daher wird die Arzneipflanze Tagescremes und Gesichtswässern beigemengt. Die antiseptischen und entzündungshemmenden Eigenschaften machen Arnika zum idealen Wirkstoff in Präparaten gegen unreine Haut und Akne. Allerdings sollten Personen mit besonders sensibler Haut an einer Stelle einen Test vornehmen. Arnika kann wie oben beschrieben allergische Hautreaktionen auslösen.

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Stand vom: 20.10.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.