Augentrost

Heilkraut gegen Augenleiden

Bereits in der Antike war den Ärzten der Augentrost (Euphrasia officinalis) als Heilmittel gegen Augenleiden bekannt. Kneipp setzte das Braunwurzgewächs als magenstärkendes Bittermittel ein. In der Homöopathie nimmt das Heilkraut unter dem Namen Euphrasia eine wichtige Stellung ein.

Steckbrief

Botanischer NameEuphrasia officinalis
PflanzenfamilieBraunwurzgewächse
SynonymeAugendank, Augustinuskraut, Grummetblume, Lichtkraut, Milchschelen, Wegleuchte, Weihbrunnkessel, Wiesenwolf
Wirkungantibakteriell, schmerzlindernd, abschwellend, entzündungshemmend
Verwendung als HeilkrautÜberanstrengungen und Erkrankungen des Auges: Augenringe, Bindehautentzündung, allergischer Schnupfen wie Heuschnupfen mit Symptomen an den Augen, Gerstenkorn, Lidrandentzündung; Kopfschmerzen, Migräne, Husten, belegte Zunge, Grippe, Schlaflosigkeit und Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Rheuma (Gicht)

Der Gemeine Augentrost – eine europäische Wiesenpflanze

Augentrost
Die zarten Blüten des Augentrost erstrahlen in weiß-violett und haben einen gelben Fleck.

Das einjährige Kraut ist in Mittel-, West- und Südeuropa verbreitet. Es wächst auch in höheren Lagen von über 2000 Metern und lässt sich auf mageren Wiesen, an Feldrändern und auf Weiden nieder. Der Augentrost erreicht eine Wuchshöhe zwischen 5 und 25 Zentimetern.
Die gegenständigen Blätter haben einen gezahnten Rand. Die Farbe der etwa ein Zentimeter kleinen Blüten reicht von weiß bis bläulich und rötlich violett. Auf dem unteren Blütenblatt sitzt ein gelber Fleck. Die Samen haben die Form einer schmalen und länglichen Kapsel mit einer geriffelten Oberfläche.

Schon gewusst?

Nicht jeder Bauer freute sich über die Anwesenheit des Heilkrauts auf den eigenen Wiesen. Volkstümliche Namen wie Heuschelm, Milchdieb oder Wiesenwolf zeugen von der Missgunst. Denn der Augentrost ist ein Halbschmarotzer. Er entzieht mit seinen Saugwurzeln benachbarten Gräsern Mineralien und andere Nährstoffe aus deren Wurzeln. So hemmt er das Wachstum seiner artfremden Nachbarn.

Der Augentrost ist geruchlos. Das Kraut schmeckt bitter und salzig. Zu den Inhaltsstoffen zählen Iridoidglykoside, Lignane, Flavonoide und Phenylethanoidglykoside.

Verwendung von Augentrost

Der Augentrost dient nicht nur zur Linderung von Augenbeschwerden. Innerlich angewendet, wirkt er positiv auf Atemwegserkrankungen und Verdauungsbeschwerden ein.

Augentrost findet bei diversen Augenleiden Verwendung. Dazu zählen:

  • Gerstenkorn
  • Augenringen und Schwellungen des Agenlids (Lidödem)
  • Lidrandentzündung
  • Reizungen der Bindehaut bis hin zur Bindehautentzündung, insbesondere in Folge von Heuschnupfen

Die Behandlung der Augenerkrankungen ist äußerlich. Bei Atemwegserkrankungen und Magen-Darm-Beschwerden findet eine innerliche Anwendung statt.

Als Heilkraut bei Augenleiden

Augentropfen
Augentrost ist in pflanzlichen oder homöopathischen Augentropfen häufiger Inhaltsstoff.

Augentrost gilt auch heute noch als beliebtes Hausmittel bei Augenleiden. So nutzen Kräuterkundige das Heilmittel für Waschungen, Umschläge und Augenbäder bei Augenlidentzündung, Bindehautentzündung oder Gerstenkorn.

In Augentropfen ist die Arzneipflanze beispielsweise als Augentrost-Tinktur bzw. Augentrost-Extrakt enthalten.

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Daneben ist das Kraut auch in getrockneter Form erhältlich. Zur Linderung der Heuschnupfen-Symptome an den Augen lässt sich mit einem Aufguss eine Linderung versprechende Augentrost-Kompresse herstellen.

Anwendung: Augentrost-Kompresse gegen geschwollene Augen

Übergießen Sie 2 Teelöffel des getrockneten Krauts mit heißem Wasser. Lassen Sie den Aufguss eine Viertelstunde ziehen. Seien Sie die Pflanzenteile des Augentrosts ab. Verwenden Sie hierfür ein feines, gewebtes Tuch oder einen Papierfilter. Achten Sie darauf, alle Pflanzenteilchen zu entfernen. Pflanzenreste könnten das Auge reizen. Lassen Sie den Aufguss abkühlen. Tränken Sie eine Kompresse mit dem Wasser. Legen Sie diese für 15 Minuten auf Ihre Augen. Dies erfrischt und beruhigt. 

Bei geschwollenen Lidern, müden Augen und Tränensäcken ist die Kombination aus Augentrost und Fenchel ebenfalls ein gut wirksames Hausmittel. Hierfür reicht ein halber Teelöffel Fenchelsamen, den Sie zerstoßen und unter einen gestrichenen Esslöffel getrocknetes Augentrostkraut mengen. Übergießen Sie die Mischung mit 250 Milliliter Wasser. Fertigen Sie eine Kompresse mit dem abgekühlten Wasser an.

Darüber hinaus sind zahlreiche homöopathische Zubereitungen mit Euphrasia zum Einsatz gegen diverse Augenleiden zugelassen. Zu ihnen zählen homöopathische Augentropfen, Augensalben und Globuli.

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Innere Anwendung von Augentrost

Tee
Ein Kräutertee mit Augentrost hilft innerlich angewendet bei Atemwegserkrankungen und Magen-Darm-Beschwerden.

Bei Atemwegserkrankungen wie einer Erkältung oder Grippe mit Husten und Schnupfen sowie einer Nebenhöhlenentzündung hilft ein Augentrost-Tee. Wenn Sie über mehrere Wochen hinweg täglich 2 Tassen trinken, kräftigen Sie Ihre Schleimhäute.  

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Bei Beschwerden des Verdauungstrakts hilft eine mehrwöchige Kur mit Augentrost-Tee die gereizten Magenschleimhäute zu beruhigen.

Anwendung: So stellen Sie einen Augentrost-Tee her

Verwenden Sie einen gehäuften Esslöffel des getrockneten Augentrostkrauts und übergießen diesen mit 250 Milliliter kochendem Wasser. Lassen Sie den Aufguss 10 Minuten ziehen. Seihen Sie die Pflanzenreste ab.

Augentrost

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Stand vom: 16.02.2021

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen. 

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