Kieselerde

Siliziumhaltiger Mineralien und Sedimente

Kieselerde ist in den letzten Jahren stark in Verruf geraten. Dabei spielen Produkte, in denen Quarz und Cristobalit gefunden wurden, eine besondere Rolle. Die echte Kieselerde aus Kieselalgen gilt traditionell als Schönheitsmittel und soll gegen brüchige Nägel, bei Haarausfall und Hautunreinheiten helfen.

Kieselerde – ein Sammelbegriff

In Kieselerde ist vor allem Silizium enthalten.

Kieselerde ist ein allgemeiner Oberbegriff für Mineralien und Sedimente mit einem hohen Siliziumgehalt.

Schon gewusst?

Mineralien mit einem hohen Quarzanteil sowie Alumosilikate wie Karoline werden auch als Kieselerde bezeichnet.

Chemisch handelt es sich um Siliciumdioxide und nicht um Kieselsäuren. Darüber hinaus werden biogen gebildete Sedimente als Kieselerde bezeichnet: Die aus fossilen Kieselalgen gewonnene Kieselerde gilt traditionell als Heilmittel. Sie wird auch als echte Kieselerde oder Silicea terra bezeichnet.

Wirkung der Kieselerde

Die echte Kieselerde aus der siliziumhaltigen Zellhülle der Kieselalgen wird aufgrund des hohen Siliziumgehalts traditionell zur Vorbeugung brüchiger Nägel und Haare sowie zur Straffung des Bindegewebes eingesetzt. Außerdem soll Kieselerde Haarausfall vorbeugen und Entzündungen hemmen. Sportler stärken ihre Bänder gern mit Kieselerde, um sich vor Verletzungen zu schützen. Wissenschaftlich erwiesen ist die Wirkung jedoch noch nicht.

Wirkstoff Silizium

Silizium (in der chemischen Fachsprache Silicium) kommt in unserem Körper in Knorpeln, Knochen und Bindegewebe sowie Haut und Hautanhangsgebilden vor. Man nimmt an, dass Silizium daher für die Bildung und Reifung der Knochen benötigt wird.

Schon gewusst?

In einer Studie wurden Kälbern Orthosilcat verabreicht, was zu einer vermehrten Bildung von Kollagen in Haut und Knorpeln führte.

Der tägliche Bedarf an Silizium wird auf 10–14 mg geschätzt. In der Regel nehmen wir über die Nahrung ausreichend Silizium auf. Von einer vermehrten Aufnahme wird abgeraten, da ein Überschuss zur Hämolyse von roten Blutkörperchen und somit zu Zellveränderungen führen kann.

Schon gewusst?

Der Name „Silizium“ leitet sich vom lateinischen Begriff „silex“ für Kieselstein ab, da es vorwiegend in Mineralien zu finden ist. Unsere Erde besteht aus etwa 15 Massenprozent Silizium. Insbesondere der Erdmantel weist einen hohen Anteil an silicatischen Gesteinsschmelzen auf. Sand besteht vorwiegend und Quarz 100 % aus Siliciumdioxid. In vielen Schmucksteinen ist Siliciumdioxid Hauptbestandteil und schließlich findet sich Silicium zu einem hohen Anteil in unseren Meeren wieder.

Nach Eisen und Zink ist es mit 1–2 g das dritthäufigste Spurenelement in unserem Körper.

Siliziumhaltige Lebensmittel
Siliziumgehalt in Lebensmitteln
LebensmittelGehalt in mg/100 g
Hafer595
Hirse500
Gerste233
Kartoffeln200
Weizen158
Erdnüsse50
Topinambur36
Mais 18
Petersilie13
Blumenkohl9

Daneben findet sich Silizium auch in Wasser, Wein und Bier zu einem nicht unerheblichen Anteil. In tierischen Produkten hingegen ist der Anteil sehr gering.

Fazit

Wie oben erwähnt, konnte man in Tierversuchen nachweisen, dass Silizium die Mineralisierung von Knochengewebe verbessert und einen positiven Einfluss auf die Bildung von Knorpel- und Bindegewebe hat. Dennoch ist Silizium und seine Wirkung auf den menschlichen Körper nicht ausreichend erforscht. Führt man Silizium dem Körper in viel zu hohen Mengen zu, können sich Nieren- bzw. Harnsteine bilden.

Weitere Inhaltsstoffe von Kieselerde

In kleinen Mengen kommen in Kieselerde auch Eisen, Calcium, Phosphor und Magnesium vor.

 

Verwendung von Kieselerde

schöne Haare wollen gepflegt sein
Kieselerde soll gut für’s Haar sein.

Kieselerde wird schon seit langer Zeit als Mittel zur Stärkung der Nägel und Haare verwendet.

Als Kur in Form von Tabletten oder Kapseln wird Kieselerde zur Behandlung eingesetzt bei:

  • Hautunreinheiten, wie Akne
  • Gelenkproblemen
  • Knochenproblemen

Kapseln eignen sich besonders zur Einnahme von Kieselerde, da so deren etwas niedrige Wasserlöslichkeit umgangen wird und das Mineral einfacher eingenommen werden kann. Zur Mineralstoffergänzung wird Kieselerde oft im Verbund mit anderen wichtigen Mineralien, Ergänzungsstoffen und Spurenelementen angeboten.

Unsere Produkttipps:   Twardy Kieselerde-Kapseln von Salus Pharma |   NOBILIN KIESELERDE  + BIOTIN, Kapseln von Medicom Pharma |   Kieselerde Magnesium Calcium, Kapseln  ohne Gelatine von NaturaFit |  Dr. Jacob´s Basentabletten von Dr. Jacobs Medical

Cremes und Salben mit Kieselerde werden eingesetzt bei:

Daneben ist Kieselerde Bestandteil vieler kosmetischer Produkte. Hält man sich an die empfohlene Dosierung, sind Nebenwirkungen selten. Mitunter kann es zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen.

Unsere Produkttipps:   Mineralstoffsalbe 11 von Orthim  |   Goldcreme Nr. 11 Silicea von Strathmann |   Avène Thermalwasser Spray von Pierre Fabre Dermo Kosmetik |  Vichy Slow Age Fluid von L‘Oreal

Produkte in der Kritik

Die Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung hat Inhaltstoffe einiger Präparate untersucht. In drei von vier Proben wurden statt Algenpulver das bedeutend günstigere Quarz und Cristobalit nachgewiesen. Diese können auf Dauer zu Nierenschäden führen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch das Institut für Mineralogie der Universität Hamburg. Beide Stoffe sind kristalline Formen von Siliziumdioxid. Fein gemahlen gelten diese in Industriebereichen als „Gefahrstoff“. Wird der feine Quarzstaub eingeatmet, steigt das Risiko an Lungentumoren zu erkranken. Das Fraunhofer Institut für Toxikologie in Hannover bestätigte, dass eine Gesundheitsgefahr nicht ausgeschlossen werden kann, wenn die quarzhaltigen Präparate eingenommen werden. Die Verbraucherschutzministerien in einigen Bundesländern gehen von Verbrauchertäuschung aus und bezweifeln die Verkehrsfähigkeit mancher Präparate. Dem gegenüber steht, dass Quarz und Cristobalit rechtmäßig als Zutaten in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen sind.

Achten Sie darauf:

Silicea terra, die echte Kieselerde, ist nicht kristallin. Sie hat eine amorphe Struktur und wird aus Kieselalgen gewonnen.


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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Wir stehen mit unserer Beratungshotline gern für Sie bereit.


* M. R. Calomme, D. A. Vanden Berghe: Supplementation of calves with stabilized orthosilicic acid: Effect on the Si, Ca, Mg, and P concentrations in serum and the collagen concentration in skin and cartilage. In: Biological Trace Element Research. Band 56, Nr. 2, 1997, S. 153–165

Stand vom: 19.03.2019