Weizen

Bedeutend besser als sein Ruf

Weizen wird aktuell verteufelt. Maßgeblich trägt dazu das Buch „Dumm wie Brot“ des amerikanischen Ernährungsmediziners David Perlmutter bei. Doch wer nicht an Zöliakie erkrankt ist, braucht den Weizen nicht zu fürchten. Im Gegenteil – im Weizen stecken viele wichtige Nährstoffe. Weizenkeimöl etwa verfügt über sehr viel Vitamin E und wird wegen seiner hautpflegenden Eigenschaften auch in Kosmetika eingesetzt.

Als Weizen wird eine Reihe von Pflanzenarten der Süßgräser bezeichnet, die einen rundlichen Halm und eine gedrungene Ähre mit kurzen bewimperten Blattöhrchen haben, welche den Halm nicht umschließen. Die mittelgroßen Blatthäutchen des Weizens sind gezahnt, bei den Früchten handelt es sich um einsamige Schließfrüchte. Das Erscheinungsbild der einen halben bis einen Meter großen Süßgräser ist dunkelgrün.

Weizensorten

Weizenfeld
Weizen auf einem Weizenfeld kurz vor der Ernte.

Im Vergleich zu den anderen Getreidearten ist Weizen sehr mild, beruhigt und schont die Verdauungsorgane. Es gibt über 1000 Weizensorten, die jeweilig an die unterschiedlichen Bedingungen wie Klima und Bodeneigenschaften angepasst sind:

  • In unseren Breiten wird vorwiegend Nackt- und Saatweizen (Weichweizen) angebaut. Dieser ist die Grundlage für Weißbrot, Brötchen, Kuchen, Tortenboden, Biskuit und Kekse.
  • Im Mittelmeerraum wird der Hartweizen angebaut, der die Basis für Nudelprodukte darstellt.
  • Dinkel (Spelt) wird als Brotgetreide produziert. Erntet man den Dinkel in der Milchreife und röstet das Korn, erhält man Grünkern. Dieser ist mineralstoffreich und stark aromatisch.
  • Emmer ist eine sehr alte Weizensorte, die noch vereinzelt in kleinen Betrieben angepflanzt wird.
  • Auch Einkorn zählt zu den ältesten Weizensorten und ist im Naturkosthandel erhältlich. Es dient zur Produktion von Bier und Backwaren.
  • Triticale sind eine Kreuzung aus Weizen und Roggen und kann in kühleren Regionen angebaut werden. Bei dem Hybrid kommen die gute Backfähigkeit, die hohen Erträge und das kurze Stroh des Weizens mit dem geringen Anspruch des Roggens an den Boden zusammen. Deutschland ist weltweit der zweitgrößte Produzent an Triticalen.

Weichweizen – das steckt drin

Die Zusammensetzung von Weizen schwankt in Abhängigkeit von den Umweltbedingungen und der Anbautechnik. In untenstehender Tabelle finden Sie Angaben zur Zusammensetzung von Weichweizen je 100 Gramm essbarem Anteil:

BestandteileAnteil/100 g
Kohlenhydrate

 davon Ballaststoffe

59,9 g

 13,3 g

Proteine10,9 g
Fett1,8 g
Wasser12,8 g
Mineralstoffe
Calcium38 mg
Chlor55 mg
Eisen3,31 mg
Fluor90 µg
Kalium381 mg
Kupfer459 µg
Magnesium128 mg
Mangan3,67 mg
Natrium8 mg
Phosphor341 mg
Schwefel140 mg
Zink2,69 mg
Vitamine
Vitamin A 3 µg
Vitamin B1 (Thiamin)460 µg
Vitamin B2 (Riboflavin)100 µg
Vitamin B3 (Niacin)5100 µg
Vitamin B5 (Pantothensäure)1180 µg
Vitamin B6 (Pyridoxin)440 µg
Vitamin B7 (Biotin)6 µg
Vitamin B9 (Folsäure)30 µg
Vitamin E (Tocopgerol)1353 µg
Vitamin K (Phyllochinon)17 µg

100 g = 1263 kJ; 1 mg = 1000 µg

Da Weizen sehr viel Gluten enthält, eignet es sich zwar hervorragend zum Backen, ist aber für Personen mit einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) tabu.

Die vielseitige Verwendung von Weizen

Weizen spielt als Futter- und Nahrungsmittel eine sehr wichtige Rolle. Aber auch in der Kosmetikindustrie ist er als Inhaltstoff in Pflegeprodukten beliebt.

Weizen als Nahrungsmittel

Nudeln
Ohne Weizen müssten wir auf leckere Nudelgerichte verzichten.

Das aus Weizen produzierte Mehl findet Verwendung in der Teig- und Backwarenindustrie. Aus Weizenmehl werden hergestellt:

  • Brot und Brötchen
  • Croissants, Spritzringe und anderes Gebäck
  • Kuchen und Kekse
  • Knäckebrot
  • Nudeln

Beim Mahlen werden vom Nährgewebe der Keimling und Teile der Schalen getrennt. Je mehr von den äußeren Kornschichten erhalten bleiben, desto höher liegt der Ascheanteil. Mehl des Typs 405 enthält beispielsweise  0,405 % Asche. Je niedriger die Zahl des Mehltyps ist, umso heller ist das Mehl. Weizen ist zudem Grundlage für manchen Branntwein und für Weizenbier.

Weizen wird außerdem verarbeitet zu:

  • Bulgur
  • Couscous
  • Flocken
  • Grieß
  • Graupen
  • Grütze
  • Kleie
  • Stärke
  • Weizenkeimöl

Das dunkelgelbe bis rötlichgelbe Weizenkeimöl ist besonders reich an Vitamin E. Bereits mit 2 bis 3 Teelöffeln am Tag kann man dem Körper die notwendigen Menge Vitamin E zuführen. Der Radikalfänger stärkt das Immunsystem und stabilisiert unsere Zellen. Das Weizenkeimöl kann zur Aromatisierung von Speisen und Getränken verwendet werden.

Neben Weizenkeim wird auch Weizengras – das junge, frische Gras des keimenden Weizenkornes – verwendet. Es ist besonders nährstoffreich und glutenfrei.

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Weizen in Kosmetika

Ähterisches Öl
Weizenkeimöl ist nicht nur eine beliebte Zutat in der Küche, sondern auch in Hautpflegemitteln.

Weizenkeimöl wird in der Kosmetik, als Badezusatz oder für Duftlampen eingesetzt. Das Öl verbessert die Elastizität der Haut und ist daher wichtiger Bestandteil bei der Körperpflege. Gerade deshalb sollten Schwangere ihren Babybauch damit einreiben. Neben der aufpolsternden Wirkung, bindet Weizenkeimöl Feuchtigkeit in den Zellen und verbessert die Durchblutung.

Schon gewusst?

Schwangere sollten täglich ihren Bauch mit Weizenkeimöl einreiben, um die Intensität von Dehnungsstreifen zu mildern.

Da das Weizenkeimöl zu den austrocknenden Ölen gehört, eignet es sich gut für die Haarpflege. Das Haar wird mit wichtigen Nährstoffen versorgt, aber der typische fettige Glanz mancher Öle bleibt aus.

Aus dem Getreide werden ferner wohltuende Wärmekissen hergestellt.

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Stand vom: 30.03.2019