Antibiotika

Medizin zur Behandlung von Infektionskrankheiten mit Kleinstlebewesen

Als Antibiotika bezeichnen wir im allgemeinen Sprachgebrauch bakterientötende Arzneimittel und Arzneistoffe. Sie wirken bei bakteriellen Infektionen. Bei Viren-Infektionen helfen sie hingegen nicht.

Antibiotika: Wortbedeutung und Bedeutungswandel

Sg. Antibiotikum, griech. anti = gegen, griech. bios = Leben

Im eigentlichen Sinn sind Antibiotika natürlich gebildete Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, Streptomyzeten oder Bakterien, die in der Lage sind, das Wachstum von Bakterien zu hemmen oder diese abzutöten. Heute bezeichnet man auch synthetisierte Substanzen, die eine stark hemmende Wirkung auf den Stoffwechsel von Mikroorganismen haben und deren Vermehrung bzw. Weiterleben unterbinden, als Antibiotika.

Anwendungsgebiete von Antibiotika

Streptokokken
Sehr häufig lösen die Streptococcus pneumoniae eine Lungenentzündung aus. Gegen diese Erreger hilft der Wirkstoff Penicillin.

Ärzte setzen Antibiotika zur Behandlung von Infektionskrankheiten mit Kleinstlebewesen ein. Hauptsächlich handelt es sich dabei um bakterielle Infektionen.

Dazu zählen unter anderem:

Antibiotika und Chlamydien

Am häufigsten setzen Ärzte das Breitband-Antibiotikum Doxycyclin zur Behandlung von Chlamydien ein. Es hemmt das Wachstum der Erreger, indem es den Stoffwechsel der Bakterien unterdrückt. Das Antibiotikum gegen Chlamydien nehmen Sie in der Regel 7 Tage lang ein. Typische Nebenwirkungen des Präparats sind Reizungen der Schleimhäute in Mund und Rachen sowie Magen-Darm-Probleme. Ärzte verschreiben daneben das Antibiotikum Azithromycin. Allerdings berichten auch hier Betroffene von Nebenwirkungen. Diese sind Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen und Hautausschlag. Weitere Wirkstoffe aus der Gruppe der Antibiotika sind Chlarithromycin, Erythromicin, Levofloxacin und Ofloxacin.

Antibiotika unterstützen generell das Immunsystem bei der Abwehr der Krankheitserreger, indem sie diese Bakterien bekämpfen. Sie helfen in der Regel nicht bei durch Viren verursachte Erkrankungen, etwa bei den meisten Erkältungskrankheiten, Grippe oder Masern.

Schon gewusst?

Auch Pilze gehören in die Gruppe der Kleinstlebewesen und werden mit speziellen Antibiotika, den sogenannten Antimykotika, behandelt.

Wirkungsweise von Antibiotika

Mediziner unterscheiden bei Antibiotika, die bei bakteriellen Infektionen zum Einsatz kommen, zwischen 2 Wirkungsarten:

bakteriostatische Antibiotika

Mittel, die Bakterien an ihrem Wachstum und der Vermehrung hindert, jedoch nicht abtöten

bakterizide Antibiotika

Mittel, die Bakterien vernichten

Je nach ihren Wirkungsmechanismus bzw. Wirkungsort unterteilen Mediziner Antibiotika in mehrere Untergruppen:

  • Antibiotika zur Hemmung der Zellwandsynthese, etwa Beta-Laktam-Antibiotika (β-Laktame), wie Penicilline
  • Antibiotika zur Zerstörung der bakteriellen DNA und RNA, wie Chinolone
  • Antibiotika zur Hemmung der bakteriellen Proteinbiosynthese, wie Ketolide, Chloramphenicol und Lipopeptide
  • Antibiotika zur Blockade der Tetrahydrofolsäure-Synthese, wie Sulfonamide

Schon gewusst?

Antibiotika, die Mediziner zur Behandlung von Tuberkulose einsetzen, bezeichnen die Experten als Antituberkulotika.

Darreichungsformen von Antibiotika

Salben sind die gängigen Medikamente zur Behandlung einer Pilzerkrankung beim Mann (beispielsweise bei Candida-Balantis)
Antibiotische Salben dienen der örtlich begrenzten Behandlung.

Viele Antibiotika werden als Tabletten und Kapseln verabreicht, gespritzt oder in einer Infusion gegeben. Sie wirken auf den ganzen Körper. Manche Antibiotika dienen auch zur äußerlichen Behandlung bei oberflächlichen Infektionen der Haut und Schleimhaut. Dann werden sie mithilfe von Salben, Gelen oder Cremes verabreicht. Bei Entzündungen des Auges kommen antibiotische Augentropfen zum Einsatz. Lokalantibiotika können im Bereich der oberen Luftwege als Spray zur Anwendung kommen.

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Behandlung mit Antibiotika

Medikament
Insbesondere bakterielle Infektionskrankheiten werden mit Antibiotika behandelt. Sie sollten sich unbedingt an die empfohlene Behandlungsdauer und Dosis halten.

Bei der Anwendung ist es wichtig, zu Beginn festzustellen, welches Bakterium der Auslöser für die Infektion ist, um so ein geeignetes Antibiotikum für die Bekämpfung zu finden. Auch wenn die Krankheitsanzeichen während der Behandlung verschwinden, so sollte der Patient das Antibiotikum nicht sofort absetzen. Denn oftmals sind die krankheitserregenden Bakterien noch nicht gänzlich abgetötet, auch wenn sich der Patient schon besser fühlt. Ein vorzeitiger Abbruch der Antibiotika-Therape hat ggf. zur Folge, dass die Krankheit erneut ausbricht. Die Bakterien wären dann jedoch gegen das Antibiotikum unempfindlich. Das Medikament verliert seine Wirkung.

Die meisten Antibiotika sind rezeptpflichtig.

Antibiotika-Resistenz

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Die Tatsache, dass Bakterien gegen Antibiotika Abwehrstrategien entwickeln und resistent werden, macht es notwendig, viele verschiedene Antibiotika mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen zur Verfügung zu haben.

Je öfter Antibiotika verordnet werden, umso höher ist jedoch das Risiko, dass sich widerstandsfähige Bakterien entwickeln. Das hat zur Folge, dass bislang gut therapierbare Infektionen bei der Entwicklung resistenter Bakterien wieder lebensbedrohlich werden.

Vielen ist die Problematik bereits bekannt. Wie eine Umfrage des Bundesamts für Risikobewertung (BfR) ergeben hat, fürchten 62 % aller Verbraucher antibiotikaresistente Keimen auf Lebensmitteln.

Antibiotika-Resistenzen verhindern

Antibiotika
Halten Sie sich genau an die Empfehlungen Ihres Arztes.

Es ist unabdingbar, dass Patienten Antibiotika richtig anwenden, um das Entstehen von Resistenzen zu vermeiden. Nehmen Sie daher Antibiotika weder zu häufig, noch zu kurz oder in zu niedriger Dosis ein.

Nehmen Sie Antibiotika nur auf Verordnung Ihres Arztes nach Feststellung einer bakteriellen Infektion ein.

Halten Sie sich genau an die Anweisungen in der Packungsbeilage. Brechen Sie eine Behandlung mit Antibiotika nie vorzeitig eigenmächtig ab.

Nebenwirkungen von Antibiotika

Beschwerden bei Unterleibsschmerzen
Die Darmflora wird durch Antibiotika gestört.

Da Bakterienzellen anders aufgebaut sind, als die Zellen des menschlichen Körpers, sind Antibiotika bei der Behandlung vergleichsweise gut verträglich.

Allerdings wirken Antibiotika auch gegen für uns nützliche Bakterien. Antibiotika greifen die Darmflora an. Daher ist bei der Einnahme mit Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen zu rechnen.

Darmflora nach Antibiotika-Behandlung wieder aufbauen

Antibiotika zerstören gesunde Darmbakterien. Zum Aufbau der Darmflora ist daher eine Behandlung mit Probiotika anzuraten. Probiotika sind Zubereitungen, die lebende Bakterien beinhalten, etwa probiotische Joghurts, Milchgetränke, Quark oder Käse. In ihnen sind Milchsäurebakterien, wie Bifidobakterien oder unterschiedliche Formen der Laktobazillen, enthalten. Mittlerweile sind sogar probiotische Wurst und Speiseeis auf dem Markt zu finden. Aber auch in fermentierten Lebensmitteln sind Probiotika enthalten, so in Brottrunk, Sauerkraut oder Roter Beete.

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Daneben kommt es zu allergischen Reaktionen, wie Rötung der Haut und Juckreiz. Bei Mädchen und Frauen wurden Scheidenpilz-Infektionen beobachtet.

Ferner sind eine Reihe von Wechselwirkungen mit anderen Mitteln zu beobachten.


Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch den Arzt.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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Stand vom: 30.09.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.