
Gerade im Sommerurlaub hat er viele Menschen schnell erwischt: der Sonnenbrand. Doch schon im Frühjahr kann sich auf blasser Winterhaut ein Sonnenbrand bilden, etwa im Gesicht. Auch wenn die Symptome meist nach wenigen Tagen von allein zurückgehen, erhöht jeder Sonnenbrand das Hautkrebsrisiko. Wer dem vorbeugen möchte, sollte daher darauf achten, die Haut mit Sonnenschutzmittel einzucremen und längere Aufenthalte in der Sonne zu vermeiden. Ist trotz aller Vorsicht ein Sonnenbrand entstanden, eignen sich zum Behandeln Kühlung und spezielle Cremes oder Gele.
Das Wichtigste in Kürze
- Sonnenbrand ist eine akute Entzündung der Haut, verursacht durch UV-B-Strahlung.
- Jeder Sonnenbrand erhöht das Hautkrebsrisiko – besonders bei Kindern.
- Typische Symptome: Rötung, Brennen, Schwellung, später evtl. Blasenbildung.
- Sonnenschutzmittel mit hohem LSF und Vermeidung direkter Sonnenstrahlung sind die besten Maßnahmen zur Vorbeugung.
- Bei Sonnenbrand sofort handeln: raus aus der Sonne, kühlen, viel trinken, Haut beruhigen.
- Hausmittel wie Quarkwickel oder Aloe vera können leichte Beschwerden lindern – aber nicht bei starken Verbrennungen!
- Augen nicht vergessen: Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen.
- Fetthaltige Cremes, Eis oder Reibung meiden, um die Haut nicht weiter zu reizen.
Was bei Sonnenbrand mit der Haut passiert
Gegen ein gewisses Maß an Sonnenstrahlung hat die Haut einen eigenen Schutzmechanismus: Melanin. Das ist ein dunkler Farbstoff. Dieser sorgt nicht nur für Bräunung, sondern dient dazu, Sonnenstrahlen zu reflektieren. Ein Sonnenbrand entsteht, wenn die Haut ungeschützt oder zu lange der Sonne ausgesetzt wird. Die Sonnenstrahlen dringen hierbei tief in die Haut ein und schädigen die Zellen – eine Entzündungsreaktion ist die Folge, die sich durch Rötung zeigt, einem typischen Symptom bei Sonnenbrand.
Je nach Ausprägung teilen Fachkundige Sonnenbrand in verschiedene Schweregrade ein:
- Grad 1 entspricht einem leichten Sonnenbrand, bemerkbar durch Rötung der Haut.
- Grad 2 ist ein mittelschwerer Sonnenbrand, bei dem sich oftmals Bläschen bilden.
- Grad 3 gilt als schwere Verbrennung und gehört in ärztliche Behandlung.
Schädigend ist jedoch nicht das gesamte Lichtspektrum, sondern vor allem die Ultraviolett-Strahlung der Sonne. Für akute Beschwerden wie Sonnenbrand oder Langzeitfolgen wie Hautkrebs sind in erster Linie die UVB-Strahlen verantwortlich. Die UVA-Strahlen hingegen beeinträchtigen das Bindegewebe. Sie führen zu einer früheren Faltenbildung.

Bläschen und andere Symptome eines Sonnenbrandes

Bild: Mr_Jamsey – Getty Images Signature (Canva)
Erhöhte Sonneneinstrahlung führt zu einer Schädigung und Entzündung der Haut: dem Sonnenbrand. Meist dauert es 4 bis 6 Stunden, bis sich erste Symptome zeigen. Voll ausgeprägt sind sie in der Regel nach 12 bis 24 Stunden. Nach mehreren Tagen klingen die Beschwerden wieder ab. Nach einer Dauer von ein bis zwei Wochen sind alle Symptome verschwunden. Wie lang ein Sonnenbrand anhält, ist letztlich davon abhängig, wie stark ausgeprägt er ist.
Typisch für einen leichten Sonnenbrand (1. Grades) sind folgende Beschwerden:
- scharf begrenzte Rötung der betroffenen Haut, zum Beispiel im Gesicht
- eine leichte Schwellung
- Spannungsgefühl
- Hitzegefühl (das entzündete Gewebe wird stärker durchblutet)
- Brennen oder Schmerzen, vor allem bei Druck auf die betroffenen Stellen
- Juckreiz
Bei schwerem Sonnenbrand bilden sich Bläschen, die nässen und im Verlauf Krusten entwickeln. Nach einem Sonnenbrand schält sich die abgestorbene Haut in der Regel ab.
Besonders bei großflächigem Sonnenbrand sind abseits der Haut Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber möglich. Häufig liegt in dem Fall eine Verbrennung 2. oder 3. Grades vor. Ein Arztbesuch ist dann ratsam. Bei derart schweren Sonnenbränden tritt unter Umständen eine Vernarbung des Hautgewebes auf.
Langzeitfolgen von Sonnenbrand
Ein Sonnenbrand ist nicht nur ein kurzfristiges Ärgernis, sondern verursacht langfristige Schäden, die oft unterschätzt werden. Wenn die Haut wiederholt intensiver UV-Strahlung ausgesetzt ist, führt dies zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen. UV-Strahlung schädigt die DNA der Hautzellen und ruft Mutationen hervor, die das unkontrollierte Zellwachstum fördern. So führt häufige Sonnenbrandexposition zu vorzeitiger Hautalterung, auch bekannt als Photoaging. Dies zeigt sich in Form von Falten, Pigmentflecken und einer insgesamt ledrigen Hautstruktur.
Einer der gravierendsten Langzeitschäden ist jedoch das erhöhte Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, insbesondere an Melanomen, die besonders aggressiv und lebensbedrohlich sind. Daneben ist es möglich, dass sich ein Spinaliom entwickelt. Diese Form des Hautkrebs kennen wir auch unter der Bezeichnung Plattenepithelkarzinom. Es entwickelt sich aus einer aktinischen Keratose, bei der raue, schuppige Flecken auf der Haut auftreten. Sie tritt vor allem bei Menschen in der 2. Lebenshälfte an Stellen auf, die besonders häufig dem Sonnenlicht ungeschützt ausgesetzt waren.
Ein weiterer Aspekt ist die geschwächte Immunabwehr der Haut. Langfristige UV-Belastung beeinträchtigt die Fähigkeit der Haut, sich gegen Infektionen und andere schädliche Einflüsse zu wehren.
Langzeitschäden von Sonnenbrand auf einen Blick
- DNA-Schäden und Mutationen in Hautzellen
- vorzeitige Hautalterung (Photoaging)
- chronische Hauterkrankungen wie aktinische Keratose
- erhöhtes Risiko für Hautkrebs (insbesondere Melanome)
- geschwächte Immunabwehr der Haut
Spezielle Risikofaktoren, die einen Sonnenbrand begünstigen
Nicht jeder Mensch bekommt gleich schnell Sonnenbrand und nicht in jeder Umgebung ist das Risiko gleich hoch, einen Sonnenbrand zu erleiden. Faktoren wie ein spezieller Hauttyp, Region, Jahreszeit und Alter sind entscheidend.
Hauttyp

Bild: Oneinchpunch (Canva)
Menschen mit einem besonders hellen Hauttyp (Hauttyp I und II) neigen dazu, schnell einen Sonnenbrand zu bekommen. Der Eigenschutz für hellhäutige Hauttypen ist in der Sommersonne nach nur 5 bis 10 Minuten bei Typ I und nach 10 bis 20 Minuten bei Typ II komplett aufgebraucht. Hellhäutige Menschen sollten deswegen besonders auf ihren Sonnenschutz achten. Doch auch Personen, die über einen dunkleren Hautton und dadurch über einen stärkeren natürlichen Sonnenschutz verfügen, sollten die Stärke der UV-Strahlung nicht unterschätzen und mittels Sonnencreme einem Sonnenbrand vorbeugen.
Hauttypen im Überblick
| Typ | Hautfarbe | Eigenschutz |
| Hauttyp 1 (Keltischer Typ) | sehr hell | < 10 min |
| Hauttyp 2 (Nordischer Typ) | hell | 10–20 min |
| Hauttyp 3 (Mischtyp) | mittel | 20–30 min |
| Hauttyp 4 (Mediterraner Typ) | bräunlich | > 30 min |
| Hauttyp 5 (Dunkler Typ) | hellbraun bis braun | > 90 min |
| Hauttyp 6 (Sehr dunkler Typ) | dunkelbraun | > 90 min |
Region
Wie stark die UV-Belastung ist, hängt von der Umgebung ab. So reflektieren Wasser oder Schnee die Sonnenstrahlung und erhöhen damit das Risiko für einen Sonnenbrand. Daher sollten besonders Menschen, die ans Meer oder in die Berge fahren, ausreichend Sonnenschutz dabeihaben; bei Skifahrenden ist vor allem wichtig, dass sie sich im Gesicht schützen.
Jahreszeit
Wie leicht wir einen Sonnenbrand bekommen, ist auch von der Jahreszeit abhängig. Denn nach dem Winter ist die Haut meist blasser und nicht viel Sonnenlicht gewöhnt. Wer nicht richtig vorbeugt, bekommt rascher als gewohnt einen Sonnenbrand. Hinzu kommt, dass sich viele Menschen nach der kalten Jahreszeit auf ein Sonnenbad freuen. In der Folge bleiben sie zu lange in der direkten Sonne und erhöhen auf diese Weise ebenfalls das Risiko für einen Sonnenbrand. Selbst im Winter bekommen Sie einen Sonnenbrand, wenn Sie sich zu lange draußen aufhalten. Der Schnee reflektiert die Sonne.
Kindesalter

Kinder haben ein höheres Risiko, einen Sonnenbrand zu bekommen, als Erwachsene. Ihre Haut besitzt noch keinen starken Eigenschutz, ist dünner und sensibler. Aus diesem Grund sind bei Kindern Eincremen und weitere Maßnahmen zum Vorbeugen eines Sonnenbrands besonders wichtig.
Sonnenbrand richtig vorbeugen
Wer einem Sonnenbrand vorbeugen möchte, tut dies am besten, indem er sich nicht für längere Zeit der Sonnenstrahlung aussetzt und vor allem die starke Mittagssonne meidet.
Da Kleidung und selbst Fenster einen gewissen Anteil an gefährlicher Strahlung passieren lassen, ist ein Schutz durch geeignete Sonnenschutzmittel unerlässlich. Hinzu kommt, dass Sie auch im Schatten Ihre Haut vor reflektiertem Sonnenlicht schützen sollten.
Hierbei empfehlen sich verschiedene Sonnenschutz-Produkte, wie Sonnenmilch für den Körper. Um einem Sonnenbrand im Gesicht vorzubeugen, gibt es spezielle Gesichtscremes mit hohem Lichtschutzfaktor.
Unsere Produkttipps – Mittel gegen Sonnenbrand: VICHY CAPITAL SOLEIL Mattierendes Sonnen-Fluid für Gesicht LSF 50 | Cetaphil® Sun Daylong™ SPF 30 Sensitive Gel-Creme | Ladival® Kinder Sonnenmilch LSF 50+

Sonnenbrand behandeln
Die schmerzhaften Symptome eines Sonnenbrandes lindern Sie durch Kühlung. Feuchte Tücher und Umschläge verringern das Hitzegefühl. Entzündungshemmende Mittel oder Après-Sonnencremes helfen dabei, die entzündete Haut zu beruhigen.
Unser Produkttipp: Roche-Posay Posthelios Apres-Soleil Milch
Sobald Sie Anzeichen eines beginnenden Sonnenbrands entdecken, wie Rötung oder ein Hitzegefühl auf der Haut, meiden Sie weitere UV-Belastung. Bei starken Verbrennungen, die sich in Form von Schmerzen, Bläschen und sich lösender Haut zeigen, sollten Sie eine Arztpraxis aufsuchen.
Nehmen Sie einen Sonnenbrand nicht auf die leichte Schulter. Die UVA- und UVB-Strahlung greift das Erbgut der Haut an. Dadurch kann Hautkrebs ausgelöst werden. Häufiger Sonnenbrand, selbst wenn er behandelt wird, erhöht die Gefahr einer Krebserkrankung und führt zu Falten sowie Verfärbungen der Haut. Besonders für Kinder stellt ein Sonnenbrand einen Risikofaktor für schwarzen Hautkrebs dar.
Erste Hilfe bei Sonnenbrand – Das können Sie sofort tun
Sobald Sie bemerken, dass Ihre Haut gerötet ist oder spannt, ist schnelles Handeln gefragt. Diese Erste-Hilfe-Maßnahmen lindern akute Beschwerden und verhindern, dass der Sonnenbrand sich verschlimmert:
- Sofort aus der Sonne! Vermeiden Sie weitere UV-Strahlung – auch im Schatten oder hinter Glas.
- Kühlen, aber richtig: Feuchte, kühle (nicht eiskalte!) Umschläge, z. B. mit einem in Wasser getränkten Baumwolltuch, helfen gegen Hitzegefühl und Entzündung.
- Viel trinken: Sonnenbrand belastet den Körper – gleichen Sie den Flüssigkeitsverlust durch Wasser oder isotonische Getränke aus.
- Nicht reiben oder kratzen! Auch wenn die Haut juckt oder spannt: Jede mechanische Reizung verschlechtert den Zustand.
- Locker sitzende Kleidung tragen: Um die empfindliche Haut nicht zusätzlich zu reizen.
Bewährte Hausmittel bei Sonnenbrand
Neben medizinischen Produkten gibt es einige Hausmittel, die leichte Sonnenbrände sanft lindern – allerdings ersetzen sie keine ärztliche Behandlung bei schwereren Verbrennungen.
| Hausmittel | Wirkung | Anwendung |
|---|---|---|
| Quarkwickel | kühlend, entzündungshemmend | Quark auf ein Tuch streichen, auflegen, nicht direkt auf die Haut geben |
| Aloe vera | feuchtigkeitsspendend, regenerierend | reines Gel aus dem Blatt oder als Naturkosmetikprodukt auftragen |
| Schwarzer oder grüner Tee | beruhigend, entzündungshemmend | abgekühlte Teebeutel oder Tücher mit Tee auf betroffene Stellen legen |
| Gurken- oder Kartoffelscheiben | kühlend, leicht abschwellend | direkt auf die Haut legen, bei Spannungsgefühl im Gesicht hilfreich |
| Kokosöl (optional) | pflegend, aber erst wenn die Haut sich nicht mehr heiß anfühlt | nur bei leichtem Sonnenbrand, NICHT bei frischen Verbrennungen anwenden |
🟡 Wichtig: Hausmittel können Linderung bringen, sollten aber nie bei Blasen, offenen Stellen oder starken Schmerzen verwendet werden – hier bitte ärztlichen Rat einholen.
Tun Sie das lieber nicht bei Sonnenbrand
- Kein Eis direkt auf die Haut legen: Das kann Erfrierungen verursachen.
- Keine fetthaltigen Cremes bei frischem Sonnenbrand: Sie können Hitze stauen und die Entzündung verschlimmern.
- Keine parfümierten Produkte verwenden: Diese reizen die Haut zusätzlich.
- Blasen niemals öffnen: Infektionsgefahr!
Sonneneinstrahlung und das Auge

Bild: DAPA Images (Canva)
Das Auge reagiert besonders empfindlich auf UVB-Strahlung. Durch mangelnden UV-Schutz, zum Beispiel durch fehlende UV-sichere Sonnenbrillen, kommt es unter Umständen im Alter zu grauem Star und anderen Sehbeeinträchtigungen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn UV-Strahlung von der Umwelt reflektiert wird! Deswegen sollten Sie in Regionen mit Schnee, hellem Sand oder viel Wasser besonders auf das Tragen einer Sonnenbrille achten.
Mehr Informationen unter: Sonnenschutz im Sommer | Sonnencreme | After-Sun-Lotion
FAQ – Häufige Fragen zum Thema Sonnenbrand
Was hilft schnell gegen Sonnenbrand?
→ Kühle Umschläge, viel Flüssigkeit, lockere Kleidung, After-Sun-Produkte oder Hausmittel wie Quarkwickel und Aloe vera. Nicht mehr in die Sonne gehen!
Wie lange dauert ein Sonnenbrand?
→ Leichte Sonnenbrände heilen meist in 3–7 Tagen ab, stärkere brauchen 1–2 Wochen. Bei Blasen oder Fieber: ärztlich behandeln lassen.
Was darf ich bei Sonnenbrand nicht tun?
→ Keine fettigen Cremes, kein Eis auf die Haut, keine Blasen öffnen, nicht reiben oder kratzen.
Ist ein Sonnenbrand gefährlich?
→ Ja, jeder Sonnenbrand schädigt die Haut langfristig und erhöht das Risiko für Hautkrebs (insbesondere Melanome).
Welche Hausmittel helfen wirklich?
→ Quarkwickel (nicht direkt auf die Haut), abgekühlter Schwarztee, Aloe vera, Gurkenscheiben. Bei schweren Symptomen lieber medizinisch behandeln!
Schützt Bräune vor Sonnenbrand?
→ Nur minimal. Der körpereigene Schutz durch Melanin ist schwach – Sonnencreme ist trotzdem notwendig!
Warum ist Sonnenbrand bei Kindern besonders gefährlich?
→ Kinderhaut ist dünner, sensibler und besitzt kaum Eigenschutz. Frühe UV-Schäden können das Hautkrebsrisiko deutlich erhöhen.
Was ist der Unterschied zwischen UV-A- und UV-B-Strahlung?
→ UV-B-Strahlen verursachen Sonnenbrand und DNA-Schäden. UV-A-Strahlen dringen tiefer ein und fördern vorzeitige Hautalterung.
Kann ich auch im Schatten einen Sonnenbrand bekommen?
→ Ja! UV-Strahlen werden von Wasser, Sand, Schnee und Gebäuden reflektiert. Auch im Schatten ist ein Schutz nötig.
Wie oft soll ich Sonnencreme auftragen?
→ Alle 2 Stunden sowie nach dem Baden oder Schwitzen – auch bei „wasserfester“ Creme.
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Stand vom: 27.06.2025
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