Bier

Frisches Bier im Glas

Das „Feierabendbier“ gönnen sich viele Deutsche.

Bier ist als Nahrungs- und Genussmittel aus dem Alltag der Deutschen nicht wegzudenken und tatsächlich hat das Bierbrauen auf deutschem Boden eine lange Tradition. Unter den Kelten kannte man Korma, ein Gerstenbier und Cervisia, ein Weizenbier mit Honig. Das älteste überlieferte Bierrezept stammt jedoch aus China. Es ist 5000 Jahre alt. 

 

Bier ist ein alkoholisches Getränk, das Kohlensäure enthält. Es wird aus Hopfen, Malz und Wasser gewonnen. Ein wichtiger Prozess bei der Herstellung ist die alkoholische Gärung, die durch den Zusatz von Hefe ausgelöst wird. Deutsche Biere weisen normalerweise einen Alkoholgehalt zwischen 4,5 und 6 Promille auf.

Ähre und Körner der Gerste

Aus Gerste wird Bier hergestellt.

Im weiteren Sinne handelt es sich bei Bier um alkoholische Getränke auf Basis von verzuckerter Stärke. Dabei wird der Zucker, anders als beim Wein, aus der Stärke von Getreide wie Gerste, Roggen, Weizen, Mais oder Reis gewonnen. Der japanische Reiswein Sake gehört demnach ebenfalls zu den Biergetränken.

Nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 darf zum Brauen eines Bieres nur Hopfen, Malz, Wasser und Hefe verwendet werden. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes aus dem Jahre 1987 dürfen in Deutschland auch ausländische Biere, die sich nicht an diese Verordnung halten, unter der Bezeichnung „Bier“ verkauft werden. Zwingend erforderlich ist die Kennzeichnung der Rohstoffe und Zutaten.

 

Biergattungen

Aus steuer- und lebensmittelrechtlichen Gründen werden Biere nach ihrer Stammwürze unterteilt. Die Stammwürze darf nicht mit dem Alkoholgehalt verwechselt werden. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Messgröße beim Bierbrauen. Der Stammwürzgehalt bezeichnet den Anteil der aus Hopfen und Malz in Wasser gelösten, nicht flüchtigen Stoffe vor der Gärung. In einer groben Einteilung unterscheidet man in Deutschland:

 

  • Einfachbier (Stammwürze ab 1,5–6,9 %)
  • Schankbier (Stammwürze ab 7,0–10,9 %)
  • Vollbier (Stammwürze ab 11,0–15,9%)
  • Starkbier (Stammwürze ab 16,0 %)

 

Darüber hinaus unterscheidet man je nach Hefeart und Gärtemperatur obergärige und untergärige Bierarten. Zu den obergärigen Bieren zählen Weizenbier und Kölsch. Sie schmecken fruchtiger und weisen einen höheren Alkoholgehalt auf als untergärige Biere. Zu den letzteren zählen Pils, Lager oder Export-Biere. Sie werden bei kühleren Temperaturen hergestellt. Außerdem benötigen sie mehr Zeit zum Reifen, sind jedoch länger haltbar als obergärige Biere.

 

Inhaltsstoffe von Bieren

Deutsche Biere bestehen in der Regel aus Gerstenmalz, Wasser und Hopfen. Außerdem fügt der Brauer Hefe hinzu, um den Gärungsprozess in Gang zu setzen. Da Bier aus Getreide gewonnen wird, enthält es ebenfalls wichtige B-Vitamine sowie Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium und Silizium.

 

Die folgende Übersicht zeigt die Zusammensetzung eines Vollbieres (1 Liter):

 

Bestandteile Anteil
Kohlenhydrate 30–40 g
Proteine 3–5 g
Alkohol 35–43 g
Kohlensäure 4–5 g
Wasser 840–900 g
Mineralstoffe
Calcium 40–100 mg
Kalium 420–570 mg
Magnesium 80–100 mg
Phosphor 0,12–0,32 g
Schwefel 0,1–0,2 g
Silicium 0,01–0,04 g
Vitamine
Vitamin B1 (Thiamin) 0,02–0,04 mg
Vitamin B2 (Riboflavin) 0,3–0,4 mg
Vitamin B3 (Niacin) 6–9 mg
Vitamin B5 (Pantothensäure) 0,9–1,5 mg
Vitamin B6 (Pyridoxin) 0,4–0,9 mg
Vitamin B7 (Biotin) 0,005 mg
Vitamin B9 (Folsäure) 0,04–0,8 mg

 

Wenn der Körper Alkohol abbaut, verbraucht er viele Vitamine und Mineralstoffe. Daher ist es fraglich, ob Bier als Nahrungsmittel zum Vitaminhaushalt beitragen kann.

 

Bier und Gesundheit

Als alkoholisches Getränk zählt Bier zu gesundheitsschädigenden Lebensmitteln. Wer häufig und regelmäßig Bier trinkt, kann eine Alkoholabhängigkeit entwickeln, d.h. süchtig werden.

Rauchen und Biertrinken

Wer regelmäßig viel Bier trinkt, läuft Gefahr, alkoholabhängig zu werden.

Allerdings ist häufiges Trinken von Bier oder auch Wein gesellschaftlich weitegehend anerkannt und ein Suchtverhalten wird spät oder gar nicht entdeckt.

Zudem liest man in den Medien oft, dass gelegentliches Biertrinken gesund sei. Doch die Ergebnisse von Studien weisen darauf hin, dass die schädliche Wirkung des Alkohols wesentlich stärker ist und die positiven Eigenschaften des Bieres gewissermaßen überdeckt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, dass Männer maximal 20 Gramm Alkohol pro Tag zu sich nehmen sollten. Dies entspricht ungefähr 0,5 Liter Bier mit einem Alkoholgehalt von 4,8 Promille. Frauen sollten nicht mehr als 10 Gramm Alkohol pro Tag aufnehmen.

 

 Alkoholfreies Bier

Alkoholfreies Weißbier wird oft als isotonisches Getränk beworben. Sportmediziner sehen kein Problem darin, wenn Läufer beim Training auf dieses Getränk zurückgreifen. Eine Studie bestätigte die positive Wirkung auf die Gesundheit von Marathonläufern. Die im Bier enthaltenen Polyphenole stärkten das Immunsystem der Sportler und verminderten die Entzündungsreaktionen, die durch das Training auftreten können. Außerdem enthält die alkoholfreie Variante des Bieres weniger Kalorien.

 

Bier und Zöliakie

Buchweizen

Das Superfood Buchweizen wird derzeit immer beliebter. Selbst Bier kann man aus Buchweizen herstellen.

Bier enthält aufgrund seines Braugetreides Gluten. Für Personen mit Zöliakie ist herkömmliches Bier daher nicht verträglich. Stattdessen sollten Betroffene auf glutenfreies Bier zurückgreifen, welches aus Mais, Reis oder Buchweizen gebraut wurde.

 

Bierhefe

Bierhefe ist ein Abfallprodukt bei der Bierproduktion. Bierhefe enthält jedoch zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe, ist proteinreich, aber kalorien- und fettarm. Sie gilt daher als Schön- und Schlankmacher und wird daher als Nahrungsergänzungsmittel angeboten.

Sie soll den Stoffwechsel anregen und den Blutzuckerspiegel konstant halten, sodass sie Heißhungerattacken vorbeugt. Für eine Diät ist Bierhefe demnach ideal. Die enthaltenen Mineralstoffe wiederum wirken sich positiv auf die Haut aus. Daher wird Bierhefe gern bei Akne, Flechten, Ausschlägen und unreiner Haut eingesetzt.

 

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