Allergie

Heuschnupfen

Die Pollenallegie Heuschnupfen) kommt bei etwa 12 Prozent der Bevölkerung vor. Bildquelle Teaser oben:

Etwa jeder Fünfte leidet unter einer Allergie. Die bekannteste allergische Reaktion ist wohl der Heuschnupfen, dicht gefolgt von Hausstaub-, Tierhaar- und der Lebensmittelallergie.

Eine Allergie ist eine Abwehrreaktion des Immunsystems auf harmlose Stoffe, die in unserer Umwelt vorkommen. Man nennt solche Substanzen auch Allergene. Für unseren Körper stellen sie im Grunde genommen keine Gefahr dar, die abgewehrt werden müsste. Jedes Allergen ist gleichzeitig ebenfalls ein Antigen. Darunter versteht man jeden körperfremden Stoff, auf den das körpereigene Immunsystem entsprechend reagiert. Krankheitserreger, aber auch ungefährliche Dinge wie Lebensmittel, Pollen, Medikamente, das Gift einer Wespe oder auch Schmuck gehören dazu. Wenn das Immunsystem jedoch auffallend heftig auf ein harmloses Antigen reagiert, dann wird daraus ein Allergen.

Der Körper reagiert unterschiedlich auf das Allergen: die Palette reicht von Schnupfen, Bindehautentzündung über Juckreiz, Müdigkeit bis hin zu Atembeschwerden oder Ekzemen. Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Magenkrämpfe treten oft bei einer Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel auf.

Im Extremfall kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen. In einer solchen Notfall-Situation ist eine sofortige ärztliche Behandlung unerlässlich.

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Allergieformen

Die Phase, in der aus einem Antigen für den Körper ein Allergen wird, auf das er mit starker Abwehr reagiert, kann sehr lang sein. Daher ist es möglich, dass wir auf etwas, was wir jahrelang vertragen haben, plötzlich allergisch reagieren.

Allergien in ihren vielfältigen Erscheinungsformen lassen sich nach mehreren Methoden in Gruppen unterteilen. Nach dem allgemeinen Verständnis ordnet man sie meist nach dem jeweiligen Auslöser in folgende Bereiche:

  • Walnuss

    Viele Personen reagieren allergisch auf Nüsse.

    Inhalaltionsallergie: die allergische Reaktion wird durch das Einatmen von Stoffen, wie Tierhaaren, Staub, Pollen oder Schimmelpilzen verursacht

  • Arzneimittelallergie: die überempfindliche Reaktion wird durch Medikamente ausgelöst
  • Nahrungsmittelallergie: die allergische Reaktion wird durch bestimmte Lebensmittel hervorgerufen, wie Nüsse, Äpfel oder Hühnerei
  • Kontaktallergie: hier ist der Auslöser der Überempfindlichkeitsreaktion der Hautkontakt mit Substanzen wie Nickel oder Kosmetik-Inhaltsstoffen
  • Insektengiftallergie: diese Allergie wird durch das Gift von Insekten bei Insektenstichen hervorgerufen

 

Mediziner unterteilen die Allergien nach den Reaktionen des Immunsystems in vier Allergie-Typen. Die vier Formen der Immunreaktion sind dabei im Grunde genommen jeweils normale Reaktionen der körpereigenen Abwehr. Doch im Fall einer Allergie treten sie außergewöhnlich stark in Erscheinung, sodass sie Beschwerden verursachen.

 

Typ I: Sofortreaktion

Asthma

Asthma gehört zu den typischen Reaktionen bei einer Allergie.

Wie der Namen schon sagt, tritt die Reaktion bei diesem Allergietyp sehr schnell ein. Sie wird durch sogenannte IgE-Antikörper (Immunglobulin E) hervorgerufen. Wenn eine Person in Kontakt mit einem Stoff kommt, auf den sie allergisch reagiert, bildet der Körper IgE-Antikörper. In Folge dessen werden Entzündungshormone, wie Histamin, freigesetzt. Dadurch zeigen sich Entzündungsreaktionen bzw. typische Allergiesymptome wie Heuschnupfen, Bindehautentzündung, Asthma oder allergische Nesselsucht.

 

Auch Nahrungsmittelallergien zählen zu diesem Typ der Überempfindlichkeitsreaktion.

Auslöser für Typ-I-Reaktionen sind unter anderem:

  • Milbe

    Milben können allergische Reaktionen auslösen.

    Pollen

  • Tierhaare
  • Hausstaubmilben
  • Medikamente
  • Nahrungsmittel
  • Insektengift.

 

Typ II: Zytotoxischer Typ

Auch bei diesem Allergietyp bildet der Körper, wie beim Typ I, Antikörper gegen den allergenhaltigen Stoff. Jedoch handelt es sich hier um IgG- (Immunglobulin G) bzw. IgM-Antikörper (Immunglobulin M). Dieser Vorgang gehört ebenso zur Abwehr von Krankheitserregern. Beim Allergietyp II betrifft die Abwehr in besonderem Maße Allergene auf der Oberfläche von Zellen oder Geweben. Die Auswirkungen treten innerhalb von Stunden auf. Typ-II-Reaktionen liegen bei einigen Autoimmunerkrankungen vor oder treteb auf, wenn der Körper ein Organ nach einer Transplatation abstößt. Auch die Zerstörung roter Blutkörperchen nach der Bluttransfusion mit einer falschen Blutgruppe gehört zu den Reaktionen dieses Allergie-Typs.

 

Typ III: Immunkomplextyp

 Auch bei diesem Allergietyp spielen die IgG- bzw. IgM-Antikörper eine Rolle. Charakteristisch für diese Überempfindlichkeitsreaktion ist die Bildung von Immunkomplexen. Darunter versteht man Verbindungen aus Antigenen und Antikörpern. Normalerweise werden solche Verbindungen durch die Zellen der körpereigenen Abwehr beseitigt. Wenn dies jedoch nicht passiert, entstehen Krankheiten wie die Serumkrankheit und die Farmerlunge. Die Auswirkungen dieser Überempfindlichkeitsreaktion treten nach circa 6 bis 12 Stunden ein.

 

Typ IV: Spättyp

Allergietest

Ein Allergietest bringt Gewissheit.

Bei diesem Reaktionstyp sind T-Zellen (T-Lymphozyten) beteiligt. T-Zellen sind eine Unterform der weißen Blutkörperchen. Wenn eine Person mit dem Stoff, auf den sie allergisch reagiert, in Kontakt kommt, dann bewirken d

ie T-Zellen, dass noch mehr Abwehrzellen angelockt werden. Dort entsteht dann eine Entzündung, die oft die Haut betrifft. Ehe die Reaktion sichtbar wird, können 12 oder mehr Stunden vergehen. Allergien, die zum Typ IV gehören, sind unter anderem die Allergie gegen Nickelverbindungen.

 

Auslöser für eine Typ-IV-Reaktion können sein:

  • Duftstoffe
  • Nickel oder andere Metalle
  • Haarfarben
  • Farben in der Kleidung
  • Gummi

 

Ursachen von Allergien

 Allergische Reaktionen zeigen sich, weil das Immunsystem bei manchen Menschen übermäßig empfindlich auf unschädliche Stoffe aus der Umwelt reagiert. Die Gründe für diese Überempfindlichkeitsreaktion sind noch nicht ausreichend geklärt. Vermutlich spielen mehrere Faktoren bei der Entstehung einer Allergie eine Rolle. So scheinen Betroffene eine vererbte Neigung für die überempfindlichen Reaktionen zu haben. Mediziner sprechen dann von Atopie. Dennoch kann jeder Mensch zu einem Allergiker werden.

Die Aufgabe des Immunsystems ist es, Krankheitserreger zu bekämpfen und abzuwehren. Bei dieser Reaktion bilden sich Antikörper gegen die körperfremden Stoffe. Wird der Körper ein zweites Mal von dem Erreger befallen, dann sind bereits Antikörper zur Verteidigung vorhanden oder werden sofort produziert. Ganz ähnlich verhält es sich bei einer Allergie. Auch hier bildet der Organismus Antikörper bzw. Abwehrzellen, nachdem er Kontakt zu dem jeweiligen körperfremden Stoff hatte. Dieser Prozess kann etwa 9 bis 12 Tage oder auch länger dauern. Man sagt auch, der Körper wird sensibilisiert. Erfolgt ein erneuter Kontakt zu demselben Allergen, dann werden die Abwehrzellen sofort aktiviert bzw. die Antikörper gebildet und es kommt zu den typischen allergischen Reaktionen.

 

Symptome und Beschwerden bei Allergien

Die allergischen Symptome treten auf, so lange wie das Allergen im Körper vorhanden ist. Welche Symptome sich zeigen, ist nicht vom auslösenden Stoff, sondern vom Allergietyp abhängig. Die Beschwerden können örtlich begrenzt sein, aber auch den ganzen Körper bzw. das Wohlbefinden betreffen.

Lokale allergische Reaktionen treten meist dort auf, wo der Kontakt mit dem Allergen stattgefunden hat, zum Beispiel:

  • Bindehaut gerötet

    Bei einer Bindehautentzündung ist das Auge gerötet.

    an den Schleimhäuten der Atemwege in Form von Schnupfen, Niesen, Atemnot (Asthma bronchiale)

  • am Auge durch tränende oder juckende Augen sowie Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
  • im Magen-Darm-Trakt als Erbrechen oder Durchfall oder
  • auf der Haut in Form von Hautausschlägen, Ekzemen oder Nesselsucht (Urtikaria)

 

Wenn sich die allergieauslösenden Stoffe durch das Blut im ganzen Organismus verteilen, dann entstehen allgemeine Symptome einer Allergie. Hierbei ist das Herz-Kreislauf-System besonders gefährdet, wenn die Herzfrequenz steigt und der Blutdruck sinkt.

Eine äußert akute allergische Reaktion, die zum Typ I gehört, ist der anaphylaktische bzw. allergische Schock. Dieser zeigt sich durch gleichzeitig auftretende Symptome, wie Herzrasen, Kreislaufbeschwerden, Atemnot und Hautausschlag.

 

Bei derartigen Anzeichen ist sofort ein Notarzt zu rufen.

 

Behandlung mit Medikamenten

Einige allergische Beschwerden lassen sich mit Medikamenten behandeln. Sogenannte Antihistaminika sorgen dafür, dass der Botenstoff Histamin, welcher für die typischen Entzündungserscheinungen sorgt, weniger stark wirkt. Ein relativ bekanntes Antihistaminikum ist der Wirkstoff Cetirizin. Es wird zur Linderung von Nesselsucht, Juckreiz und Neurodermitis eingesetzt. Ebenso wirkt er gegen Heuschnupfen. Der Wirkstoff wird meist in Form von Tabletten verabreicht.

 

Unsere Produkttipps – Cetirizin bei Allergien:

·         Cetirizin HEXAL® bei Allergien Antiallergikum

·         Cetirizin-ratiopharm® bei Allergien 10 mg

·         Cetirizin AbZ 10 mg

 

Genau wie das Antihistaminikum Cetirizin wird Loratadin meist als Tablette eingenommen.

Gegen die Beschwerden bei Heuschnupfen helfen ebenfalls Produkte mit dem Wirkstoff Cromoglicinsäure. Um effektiv zu wirken, muss der Wirkstoff rechtzeitig vor dem Eintreten der Allergie eingenommen werden. Cromoglicinsäure ist u.a. enthalten

 

Unsere Produkttipps – Loratadin und Cromoglicinsäure gegen Allergien:

·         Loratadin-ratiopharm® 10 mg Tabletten

·         CromoHEXAL® Augentropfen DU 10 mg, 0,5 ml

 

Zur Behandlung eines allergischen Kontaktekzems kann der Arzt kortisonhaltige Salben gegen den Juckreiz und die Entzündung verschreiben. Heilend bei einem Kontaktekzem wirken auch Hautantiseptika mit dem Wirkstoff Octenidinhydrochlorid und Salben mit hellem sulfoniertem Schieferöl (helles Natriumbituminosulfonat) aus der Natur.

 

Unsere Produkttipps bei Kontaktallergie:

·         FeniHydrocort Creme 0,5 %

·         Halicar® Salbe N

·         AKNICHTHOL® CREME

 


Weiterführende Informationen:

Medikamente bei Allergie auf Pollen, Insektenstich und Co.

Antihistaminika

Glukokortikoide

Heuschnupfen


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veröffentlicht am 20.02.2013, aktualisiert am 30.04.2018