Acetylsalicylsäure

Strukturformel Acetylsalicylsäure

Chemische Strukturformel von Acetylsalicylsäure

Acetylsalicylsäure (abgekürzt ASS), ist ein Arzneiwirkstoff mit schmerzlindernder, entzündungshemmender und fiebersenkender Wirkung. Als Medikament ist Acetylsalicylsäure seit Beginn des 19. Jahrhundert auf dem Markt. Ab 1899 wurde es von der Firma Bayer unter dem Namen „Aspirin“ geschützt und vermarktet. Die Bezeichnung Aspirin wird seitdem gleichbedeutend für den Wirkstoff Acetylsalicylsäure verwendet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nahm Acetylsalicylsäure in ihre Liste der unentbehrlichen Arzneimittel auf.

Acetylsalicylsäure ist ein Derivat der Salicylsäure. Es liegt als weißes, kristallines Pulver vor, welches schwer wasserlöslich ist. Als Medikament wird Acetylsalicylsäure Form von Tabletten, Filmtabletten, Brausetabletten oder Granulat angeboten.

Oft wird es auch in Kombinationspräparaten mit anderen Wirkstoffen wie Koffein, Vitamin C oder Paracetamol gemischt.

In Kliniken kann das Schmerzmittel auch als Infusion direkt ins Blut verabreicht werden.

Wissenschaftler haben in kürzlich veröffentlichten Studien nachgewiesen, dass Acetylsalicylsäure das Krebsrisiko verringert und das Wachstum von Metastasen hemmt. Ärzte stehen diesen Studien noch kritisch gegenüber und sehen in Aspirin kein geeignetes Mittel zur Krebsvorsorge.

 

Anwendungsgebiete von Acetylsalicylsäure

Die Acetylsaliclysäure kennen viele zur Behebung von Schmerzen und Fieber. Weniger bekannt ist die Anwendung des Wirkstoffes als Blutverdünner.

 

Folgende Anwendungsgebiete für Acetylsalicylsäure sind bekannt:

Migräne

ASS hilft bei Kopfschmerzen.

  • Acetylsalicylsäure wird meist als Medikament zur Behandlung von leichten bis mittelstarken Schmerzen Dazu zählen Kopfschmerzen, Migräne, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Zahnschmerzen und Regelschmerzen.
  • Wegen seiner fiebersenkenden Wirkung wird Acetylsalicylsäure auch bei Erkältungen und Grippe (Influenza) als Arznei gegen zu hohes Fieber eingesetzt.
  • Darüber hinaus ist Acetylsalicylsäure ein Thrombozytenaggregationshemmer (Blutverdünner). Es bewirkt, dass Blutplättchen (Thromozyten) nicht zusammenkleben können und behindert so die Gerinnung des Blutes. Damit kann Acetylsalicylsäure als Medikament zur Vorbeugung von Thrombosen dienen. Als Thrombozytenaggregationshemmer wird es ebenfalls als Behandlung und Vorbeugung bei Herzinfarkt, Schlaganfall und Angina pectoris verschrieben. Durch die blutverdünnende bzw. gerinnungshemmende Wirkung der Acetylsalicylsäure soll mit der Medikation die Bildung von Blutgerinnseln und damit die Verstopfung kleinerer Blutgefäße verhindert werden.

 

Unsere Produkttipps – Aspirin, der Klassiker bei leichten bis mittelschweren Schmerzen:

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·         ASPIRIN® COMPLEX Granulat

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Wann sollte das Schmerzmittel nicht angewendet werden?

Die Behandlung mit Acetylsalicylsäure sollte nicht erfolgen bei:

  • Unverträglichkeitsreaktion auf Acetylsalicylsäure oder andere Salicylate
  • Magen- und Darmgeschwüren oder Darmblutungen
  • Neigung zu erhöhter Blutung (Stichwort Blutgerinnungshemmung)
  • Funktionsstörungen von Nieren oder Leber
  • bevorstehenden chirurgischen Eingriffen
  • Schwangerschaft im letzten Drittel und Stillzeit

 

Wann ist Acetylsalicylsäure nur unter besonderer Vorsicht einzunehmen?

Schwangere hält sich den Babybauch

Vorsicht bei Schwangerschaft: Hier ist ein Arzt zu befragen.

Asthmatiker sollten bei der Einnahme von Medikamenten mit Acetylsalicylsäure vorsichtig sein. Durch die Hemmung der Cyclooxygenasen kann der Wirkstoff Asthmaanfälle auslösen.

Auch Frauen, die sich im ersten oder zweiten Drittel der Schwangerschaft befinden, sollten sich von ihrem Arzt beraten lassen, ob die Einnahme von Präparaten mit Acetylsalicylsäure erfolgen darf.

Acetylsalicylsäure steht in Verdacht, bei Kindern unter 14 Jahren das seltene, aber gefährliche Reye-Syndrom auszulösen. Daher sollten Kinder entweder gar nicht oder nur mit ärztlicher Beratung mit Medikamenten behandelt werden, die ASS enthalten.

Gicht-Patienten aufgepasst: Schon eine geringe Dosis Acetylsalicylsäure vermindert die Ausscheidung von Harnsäure.

Wirkungsweise von Acetylsalicylsäure

Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure gehört zu den nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Die NSAR entfalten ihre schmerz- und entzündungshemmende Wirkung, indem sie die beiden Enzyme Cyclooxygenase-1 (COX-1) und die Cyclooxygenase-2 (COX-2) hemmen. Dadurch wird die Bildung der körpereigenen Prostaglandine verhindert. Prostaglandine sind Hormone (Botenstoffe), die überall im Körper vorkommen und unterschiedlich wirken.

Das Enzym COX-1 ist außerdem für die Bildung des Stoffes Thromboxan zuständig. Dies ist ein Bestandteil der Blutplättchen. Thromboxan aktiviert das Zusammenkleben der Blutplättchen. Acetylsalicylsäure hemmt die Bildung dieses Stoffes schon bei geringer Dosis (100 mg/Tag) und wirkt damit der Blutgerinnung und der Entstehung von Blutgerinnseln (Thrombosen) entgegen.

 

Unsere Produkttipps – Acetylsalicylsäure zur Verhinderung von Thrombosen:

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Die Prostaglandine der COX-2 spielen besonders bei der Entstehung von Schmerzen und Entzündungen eine Rolle. Sie lösen u.a. die typischen Entzündungssymptome wie Rötung und Schwellungen aus und verstärken die Empfindlichkeit der Schmerzrezeptoren an den Nervenenden.

Indem die Acetylsalicylsäure als NSAR-Wirkstoff die Bildung dieser Prostaglandine behindert, werden auch die Schmerz- und Entzündungssymptome verringert.

 

Durch die Hemmung dieser beiden Enzyme und der Prostaglandinen-Bildung können jedoch auch Nebenwirkungen in Magen, Niere und Bronchien entstehen.

 

Wechselwirkungen

Medikamente

Wechselwirkungen beachten

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Präparaten mit Acetylsalicylsäure und anderen Medikamenten kann es zu Wechselwirkungen kommen. Bitte beachten Sie, dass dies ebenfalls abhängig ist, von der jeweiligen Menge der Arzneistoffe und der Darreichungsform.

ASS kann die Wirkung einiger Medikamente verstärken. Dazu zählen die Antikoagulantien, die zur Hemmung der Blutgerinnung eingenommen werden. Die Folge einer verstärkten Wirkung können längere, heftige Blutungen sein.

Andere Arzneistoffe, die im Zusammenhang mit ASS stärker wirken sind unter anderem:

  • Lithium
  • Barbiturate
  • Methotrexat (zur Behandlung von Rheuma und Krebs)
  • andere nicht-steroidale Antirheumatika

 

Zu beachten ist, dass sich mit der größeren Wirkkraft oft auch die Nebenwirkungen der jeweiligen Medikamente verstärken.

 

Eine hemmende Wirkung hat Acetylsalicylsäure unter anderem auf:

Wird Acetylsalicylsäure zusammen mit Kortison-Präparaten oder Alkohol eingenommen, dann besteht die Gefahr, dass Magen-Darm-Blutungen auftreten.

Bei der Kombination von ASS mit dem Schmerzmittel Ibuprofen sollte beachtet werden, dass Ibuprofen die gerinnungshemmende Wirkung von ASS aufhebt.

 

Nebenwirkungen von Acetylsalicylsäure

Acetylsalicylsäure ist vergleichsweise gut verträglich. Bei der Einnahme von höheren Dosen oder bei regelmäßiger Medikation können jedoch auch in einigen Fällen unerwünschte Wirkungen auftreten.

Häufig (bei etwa 1-10 von 100 Personen) traten Beschwerden im Magen-Darm-Bereich auf, wie:

Frau mit Sodbrennen

Sodbrennen und Übelkeit gehören zu den typischen Nebenwirkungen von Acetylsalicylsäure.

 

Seltener wurden nach der Einnahme Reaktionen beobachtet wie:

  • Magen-Darm-Geschwüre
  • Magen-Darm-Blutungen
  • allergische Hautreaktionen
  • Eisenmangel

 

Höhere Dosen (etwa 6 g/Tag) können bei Erwachsenen das Gehör schädigen und Tinnitus verursachen. In schweren Fällen kann es auch zu Atemlähmung und Bewusstlosigkeit führen.

Bei regelmäßiger, langzeitiger Einnahme von ASS-Präparaten kann der Wirkstoff auch Kopfschmerzen auslösen. Oft führt das dazu, dass man erneut zu dem Schmerzmittel greift.

 

Vorsicht: Die langfristige und ständige Einnahme von Schmerzmitteln ohne ärztliche Anweisung kann zu Nierenerkrankungen bis hin zum Nierenversagen führen.

 

Präparate, deren Haltbarkeitsdatum überschritten ist oder die nach Essig riechen, sollten entsorgt werden.

 

Alternativen zu ASS

Weiter Wirkstoffe, die Schmerzen lindern sind Paracetamol und Ibuprofen. Bei Migräne wird gern auf Naratriptan zurückgegriffen. Aber auch bei diesen Wirkstoffen ist mit Nebenwirkungen zu rechnen, sodass Sie sich ausführlich den Beipackzettel durchlesen sollten.

 

Unsere Produkttipps – Hilfe bei leichten bis mäßigen Schmerzen:

·         Paracetamol HEXAL® 500 mg

·         Dolormin® Extra Bei Schmerzen und Fieber

·         FORMIGRAN® bei MIGRÄNE

 

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