Niereninsuffizienz (Nierenversagen)

Niere

Schmematische Darstellung unserer Nieren

Wer unter Diabetes und Bluthochdruck leidet, steht in Gefahr seine Nieren zu schädigen. Fatal daran ist, dass der Betroffene erst spät Beschwerden merkt. Niereninsuffizienz kann aber auch akut auftreten, etwa durch einen Unfall oder eine Vergiftung.

Wenn die Funktion der Nieren versagt, sprich man von Niereninsuffizienz. Man unterscheidet zwei Formen dieses Krankheitsbildes: die akute Niereninsuffizienz und die chronische Form. Akutes Nierenversagen tritt plötzlich ein und ist im Prinzip wieder rückgängig zu machen (reversibel). Eine chronische Niereninsuffizienz baut sich dagegen über einen längeren Zeitraum allmählich auf. Oft wird diese Form der Nierenerkrankung erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt.

 

Ursachen für Niereninsuffizienz

Niereninsuffizienz kann vielfältige Ursachen haben. Grundlegend ist zu unterscheiden, ob es sich bei dem Nierenversagen um eine akute Situation handelt oder eine chronische Niereninsuffizienz vorliegt.

 

Ursachen für akutes Nierenversagen

Notarzteinsatz

Wer einen schweren Unfall erleidet, kann viel Blut verlieren. Der plötzliche Blutverlust kann wiederum zu einer akuten Niereninsufizienz führen.

Eine akute Niereninsuffizienz kann die Folge einer unvermittelt auftretenden Mangeldurchblutung der Niere sein. Dies kann durch einen plötzlichen Blutverlust geschehen, wie er z.B. bei einem schweren Unfall auftritt. Aber auch ein schneller Blutdruckabfall bei einem Schock kann eine Ursache für eine akute Niereninsuffizienz sein. Nicht selten wird das Versagen der Niere durch eine Schädigung des Nierengewebes bzw. der Nierenkörperchen ausgelöst. Bakteriengifte oder auch Medikamente, Pilze oder Substanzen wie Röntgenkontrastmittel können die Verursacher einer solchen Gewebeschädigung sein.

 

Ursachen für chronisches Nierenversagen

Die Ursachen für eine chronische Niereninsuffizienz sind in den meisten Fällen Nierenschäden durch Grunderkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck.

Medikamente

Wer bei jedem Schmerz schnell zu Schmerzmitteln greift, kann seine Nieren schädigen.

Eine Entzündung der Nierenkörperchen ist ebenfalls eine häufige Ursache für das Nierenversagen. Andere Auslöser für chronische Niereninsuffizienz können unter anderem sein:

  • Nierensteine
  • Nierenbeckenentzündung
  • Harnwegsentzündung
  • Zystennieren
  • Missbrauch bestimmter Schmerzmittel

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Symptome einer Niereninsuffizienz

Nierenversagen zeigt sich durch verschiedene Symptome. Auch hier ist eine Unterscheidung in Beschwerden bei akuter oder chronischer Niereninsuffizienz zu treffen.

 

Beschwerden bei akutem Nierenversagen

Bei einer akuten Niereinsuffizienz können die folgenden Symptome auftreten:

  • Verminderung der produzierten Harnmenge (Oligurie)
  • Übelkeit
  • Wassereinlagerungen (Ödeme) im Gewebe
  • Konzentrationsschwäche
  • Atemnot
  • erhöhte Kaliumwerte
  • Herzrhythmusstörungen

 

Beschwerden bei chronischem Nierenversagen

Kopfschmerzen

Übelkeit und Atemnot können Anzeichen einer chronischen Niereninsuffizienz sein.

Eine chronische Niereninsuffizienz entwickelt sich über einen längeren Zeitraum. Zu Beginn ist die Nierentätigkeit leicht eingeschränkt. Dieser Zustand verläuft meist schmerzfrei und ohne deutliche Krankheitshinweise. Erst in einem späten Stadium treten typische Symptome auf. Es kann dann zu Wassereinlagerungen im Gewebe kommen sowie zu einer zunehmenden Einschränkung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Auch Verdauungsbeschwerden wie Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen können auftreten. Im weiteren Verlauf einer chronischen Niereninsuffizienz kann es zu Atemnot, Hautveränderungen und – im weit fortgeschrittenen Stadium – zu Krampfanfällen kommen.

 

Behandlung von Niereninsuffizienz

Dem Arzt stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

 

Therapie bei akutem Nierenversagen

Dialyse

Dialyse in einem Krankenhaus.

Bei einer akuten Niereninsuffizienz wird zunächst die Grunderkrankung behandelt, die die Organfunktion beeinträchtigt. Daneben kann zusätzlich eine Therapie der Symptome der Niereninsuffizienz erfolgen. Konkret bedeutet dies eine Überwachung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts des betroffenen Patienten. Dies umfasst die Dokumentation der Flüssigkeit, die der Erkrankte aufnimmt (Getränke, Infusionen) sowie die der abgegebenen Flüssigkeit (Urin, Schweiß, Durchfall, Erbrechen). Um die Harnproduktion weiterhin aufrechtzuerhalten, können Mittel zur Entwässerung bei der Behandlung zum Einsatz kommen. Schließlich gibt es auch die Möglichkeit, die Funktion der Niere künstlich durch eine Blutwäsche (Hämodialyse) zu ersetzen. Das Blut wird dann aus dem Körper in ein Dialysegerät geleitet. Dort wird es gereinigt und wieder zum Patienten zurückgeführt.

 

Therapie bei chronischem Nierenversagen

Bei der chronischen Niereninsuffizienz ist es wichtig, das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern. Dafür können, je nach Ursache, unterschiedliche Maßnahmen eingeleitet werden. Dazu gehören:

  • die Behandlung der Grunderkrankung
  • die Absetzung von Medikamenten, die die Niere schädigen
  • eine eiweißarme Diät
  • die Gabe von Entwässerungsmitteln
  • die Beobachtung des Flüssigkeitshaushaltes

 

Wenn Diabetes die Ursache ist, dann ist es notwendig, den Blutzucker optimal einzustellen. Bei Bluthochdruck sind blutdrucksenkende Maßnahmen notwendig. Auch bei der chronischen Niereninsuffizienz werden Ersatzverfahren wie die Dialyse eingesetzt. Diese ist für den Patienten lebensnotwendig. Wenn keine andere Option mehr offen ist, dann bleibt für die Behandlung eines chronischen Nierenversagens nur noch die Transplantation eines neuen Organs.

 

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Um einen erhöhten Phosphatspiegel bei Patienten mit dialysepflichtiger, chronischer Niereninsuffizienz zu senken, können Medikamente mit dem Wirkstoff Calciumacetat eingesetzt werden. Der Wirkstoff bindet das überschüssige Phosphat.

 

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Niereninsuffizienz vorbeugen

Lassen Sie Blasenentzündungen oder Nierenentzündungen schnell und angemessen von einem Arzt behandeln. Auf diese Weise kann eine mögliche, schwere Nierenerkrankung wie das allmähliche Versagen des Organs noch frühzeitig erkannt werden. Achten Sie darauf, dass Ihre Medikation bei Diabetes mellitus richtig eingestellt ist und gehen Sie Bluthochdruck medikamentös an.

 

Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch den Arzt.