Filmtablette

Bei der Filmtablette ist der Wirkstoff von einer Hülle umgeben

Die Filmtablette gehört zu den festen Arzneimittelformen. Ebenso wie die herkömmliche Tablette besteht sie aus dem Wirkstoff und anderen Hilfs- und Füllstoffen, die man mit hohem Druck zu einer optimalen Tablettenform zusammenpresst. Die Besonderheit der Filmtablette ist der glatte Überzug.

Allgemeines zu Filmtabletten

Medikament
Filmtabletten werden unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit eingenommen.

Bei einer Filmtablette handelt es sich um eine Arzneimittel-Darreichungsform, wobei der Wirkstoff (ggf. mit Zusatz- und Hilfsstoffen) zu einer Tablette zusammen gepresst und anschließend mit einer Hülle versehen wird. Dieser Filmüberzug besteht aus einem außerordentlich dünnen, pharmazeutischen Polymer (Kunststoff). Das ist auch der Unterschied zu einem Dragee, dessen glatter Überzug aus Zucker besteht. Früher war die Bezeichnung „Lacktablette“ üblich.

Vorteile von Filmtabletten

Filmtabletten haben im Vergleich zu einfachen Tabletten oder anderen Arzneiformen mehrere Vorteile. So kann über den Überzug die Art und Weise der Wirkstoffabgabe gesteuert werden, sie sind einfacher zu schlucken und resistenter gegen Umwelteinflüsse. Wird dem Überzug ein Farbstoff beigemengt, trägt er außerdem zur Sicherheit des Arzneimittels bei. Die Unterscheidung einzelner Tabletten wird so einfacher.

Dünne Schicht mit großer Wirkung

Bei der Produktion der Filmtablette wird der innere Kern mit einer Hülle überzogen. Diese hat vielfältige Funktionen: ein unangnehmer Geschmack wird abgeschwächt und kann bei Beimengung von Geschmacksstoffen sogar in einen angenehmen Fruchtgeschmack umgewandelt werden. Besonders Kindern fällt die Medikamenteneinnahme so leichter. Außerdem rutscht die Tablette so besser, das Schlucken wird einfacher. Der Filmüberzug beeinflusst aber auch direkt die Medikamentenwirkung – er bestimmt den Freisetzungsort und dem Freitsetzungszeitpunkt des Wirkstoffs. Außerdem schützt er die Inhaltsstoffe vor Umwelteinflüssen, das Medikament weist so eine lange Haltbarkeit auf.

Filmtabletten für eine regulierbare Gabe des Wirkstoffes

Medikamente
Tabletten werden unter Pressdruck aus Pulvern oder Granulaten gefertigt. Im Gegensatz zur Filmtablette fehlt ihnen der schützende Überzug.

Bei der Herstellung von Medikamenten sehen sich die Pharmazeuten oft mit der Herausforderung konfrontiert: Wie bringen wir den Arzneistoff genau an den Ort im Organismus, wo er optimal wirken soll?

Die Entwicklung von Filmüberzügen für Tabletten erwies sich als eine Möglichkeit, um die Wirkung eines Arzneistoffs nach der Einnahme zu steuern. Die Wissenschaft und Forschung hat die Filmüberzüge für Tabletten heute soweit perfektioniert, dass die Freigabe des Wirkstoffes anhand des pH-Wertes reguliert werden kann. Das bedeutet, dass sich der pharmazeutische Kunststoff erst dann auflöst, wenn der richtige pH-Wert vorliegt.

Auch der Zeitpunkt und die Geschwindigkeit der Wirkstoff-Freisetzung kann über die spezielle Beschichtung gesteuert werden. So gibt es s. g. “Retard-Tabletten” die eine verzögerte, langsame Abgabe des Medikaments gewährleisten. Oft tragen diese im Kern der Tablette eine weitere umhüllte Schicht.

Beispiel zur Abgaberegulation des Wirkstoffs einer Filmtablette

Im Magen liegt ein pH-Wert von circa 1 bis 1,5 vor. Im Darm findet man dagegen einen pH-Wert von 5 bis 7. Ein Arzneistoff, der für die optimale Wirkung erst im Darm freigegeben werden soll, wird dann mit einem entsprechenden Filmüberzug versehen, der sich erst bei einem pH-Wert von 5 auflöst. Damit ist er vor der Magensäure geschützt.

Filmtabletten für eine angenehme Medikamentengabe

Dragees
Dragees haben meistens einen farbigen Zucker-Überzug. Im Gegensatz zu Filmtabletten sind sie nicht teilbar.

Der Überzug einer Filmtablette erleichtert auch die Einnahme des Medikamentes. Durch die glatte Oberfläche kann man die Arznei besser schlucken. Die richtige Einnahme einer Filmtablette erfolgt daher unzerkaut und mit ausreichend Flüssigkeit.

Falls der Wirkstoff oder andere Bestandteile der Tablette einen bitteren Geschmack haben, kann dieser mit dem Filmüberzug verdeckt werden. Demzufolge muss eine Medizin doch nicht bitter schmecken, damit sie hilft. Ein angenehmer Geschmack wird mit Zusatzstoffen erreicht.

Filmtabletten lassen sich im Gegensatz zu Dragees teilen, da zum einen der Überzug hauchdünn ist und zum anderen oft eine Kerbe in die Tablette eingearbeitet ist. So wird gewährleistet, dass vom Wirkstoff exakt die Hälfte verabreicht wird.

Filmtabletten für einen Schutz des Wirkstoffes

Nicht zuletzt bildet der Film auch einen Schutz des Medikaments vor äußeren Einflüssen bei der Verpackung oder Lagerung. Die Tablette trocknet nicht aus, zerbröckelt nicht – kurz: von dem Wirkstoff geht nicht verloren.

Schon gewusst?

Das Überziehen mit einer dünnen Außenschicht hat man sich von der Süßwarebn-Herstellung abgeschaut. Jeder kennt wohl mit Zucker überzogene Fruchtgummis oder Schokolinsen. Ganz ähnlich läuft der Prozess auch bei der Herstellung der Filmtabletten. Der Überzug ist allerdings nicht aus Zucker sondern aus verschiedenen Kunststoffen.

Anwendungsgebiete von Filmtabletten

Filmtabletten sind so praktisch, dass sie sehr häufig eingesetzt werden. Insbesondere, wenn der Wirkstoff bitter schmeckt oder die Tablette magensaftresistent sein soll, kommt die Filmtablette zum Einsatz. Sehr viele Schmerzmittel, etwa mit dem Wirkstoff Ibuprofen, werden als Filmtablette gereicht.

Unsere Produkttipps für Filmtabletten: Ibu 400 akut – 1 A Pharma® Filmtabletten bei Schmerzen | Dolormin® Migräne bei Migräne | Aqualibra® Filmtabletten zur Durchspülung der Harnwege


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Stand vom: 05.08.2019

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.