Filmtablette

Medikament

Filmtabletten werden unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit eingenommen.

Die Filmtablette gehört zu den festen Arzneimittelformen. Ebenso wie die herkömmliche Tablette besteht sie aus dem Wirkstoff und anderen Hilfs- und Füllstoffen, die man mit hohem Druck zu einer optimalen Tablettenform zusammenpresst. Die Besonderheit der Filmtablette ist der glatte Überzug.

Dieser Filmüberzug besteht aus einem außerordentlich dünnen, pharmazeutischen Polymer (Kunststoff). Dies ist auch der Unterschied zu einem Dragee, dessen glatter Überzug aus Zucker besteht. Früher war die Bezeichnung „Lacktablette“ üblich.

 

Vorteile von Filmtabletten

Filmtabletten haben im Vergleich zu einfachen Tabletten oder anderen Arzneiformen mehrere Vorteile.

 

Filmtabletten für eine regulierbare Gabe des Wirkstoffes

Bei der Herstellung von Medikamenten sehen sich die Pharmazeuten oft mit der Herausforderung konfrontiert: Wie bringen wir den Arzneistoff genau an den Ort im Organismus, wo er optimal wirken soll?

Medikamente

Tabletten werden unter Pressdruck aus Pulvern oder Granulaten gefertigt. Im Gegensatz zur Filmtablette fehlt ihnen der schützende Überzug.

Die Entwicklung von Tabletten-Filmüberzügen erwies sich als eine Möglichkeit, um die Wirkung eines Arzneistoffs nach der Einnahme zu steuern. Die Wissenschaft und Forschung hat die Filmüberzüge für Tabletten heute soweit perfektioniert, dass die Freigabe des Wirkstoffes anhand des pH-Wertes reguliert werden kann. Das bedeutet, dass sich der pharmazeutische Kunststoff erst dann auflöst, wenn der richtige pH-Wert vorliegt.

 

Beispiel: Im Magen liegt ein pH-Wert von circa 1 bis 1,5 vor. Im Darm findet man dagegen einen pH-Wert von 5 bis 7. Ein Arzneistoff, der für die optimale Wirkung erst im Darm freigegeben werden soll, wird dann mit einem entsprechenden Filmüberzug versehen, der sich erst bei einem pH-Wert von 5 auflöst. Damit ist er vor der Magensäure geschützt.

Die Filmtablette ist dann magensaftresistent.

 

Filmtabletten für eine angenehme Medikamentengabe

Der Überzug einer Filmtablette erleichtert auch die Einnahme des Medikamentes. Durch die glatte Oberfläche kann man die Arznei besser schlucken. Die richtige Einnahme einer Filmtablette erfolgt daher unzerkaut und mit ausreichend Flüssigkeit.

Dragees

Dragees haben meistens einen farbigen Zucker-Überzug. Im Gegensatz zu Filmtabletten sind sie nicht teilbar.

Falls der Wirkstoff oder andere Bestandteile der Tablette einen bitteren Geschmack haben, kann dieser mit dem Filmüberzug verdeckt werden. Demzufolge muss eine Medizin doch nicht bitter schmecken, damit sie hilft. Ein angenehmer Geschmack wird mit Zusatzstoffen erreicht.

Filmtabletten lassen sich im Gegensatz zu Dragees teilen, da zum einen der Überzug hauchdünn ist und zum anderen oft eine Kerbe in die Tablette eingearbeitet wurde. So wird gewährleistet, dass vom Wirkstoff exakt die Hälfte verabreicht wird.

 

Filmtabletten für einen Schutz des Wirkstoffes

Nicht zuletzt bildet der Film auch einen Schutz des Medikaments vor äußeren Einflüssen bei der Verpackung oder Lagerung. Die Tablette trocknet nicht aus, zerbröckelt nicht – kurz: von dem Wirkstoff geht nicht verloren.

 

Anwendungsgebiete von Filmtabletten

Filmtabletten sind so praktisch, dass sie sehr häufig eingesetzt werden. Insbesondere, wenn der Wirkstoff bitter schmeckt oder die Tablette magensaftresistent sein soll, kommt die Filmtablette zum Einsatz. Sehr viele Schmerzmittel, etwa mit dem Wirkstoff Ibuprofen, werden als Filmtablette gereicht.

 

Filmtabletten – Produktbeispiele:

·         Ibu 400 akut – 1 A Pharma® Filmtabletten bei Schmerzen

·         Dolormin® Migräne bei Migräne

·         Aqualibra® Filmtabletten zur Durchspülung der Harnwege

 

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