Migräne

Der anfallsartige, pulsierend-pochende und meist einseitige Kopfschmerz

Anfallsartige, pulsierend-pochende und häufig einseitige Kopfschmerzen, die oft mit Erbrechen und Übelkeit einhergehen? Migräne. Circa 12–14 % der Frauen und 6–8 % der Männer leiden hin und wieder an Migräne-Attacken.

Neben Spannungskopfschmerzen ist Migräne eine der häufigsten Formen von Kopfschmerzen. Am häufigsten sind Personen zwischen dem 35. und dem 45. Lebensjahr betroffen. Auch Kinder können an Migräne erkranken.

Schon gewusst?

Eine Migräne-Attacke kann zwischen 4 und 72 Stunden andauern.

Ursachen von Migräne

Migräne
Von Migräne-Attacken sind mehr Frauen als Männer betroffen.

Personen, in deren Familie Migräne vorkommt, haben ein erhöhtes Risiko an Migräne zu leiden. Daher geht man davon aus, dass genetische Faktoren zu den Ursachen von Migräne gehören.

Eine weitere Ursache ist die Störung des Botenstoff-Gleichgewichts von Serotonin, welches in der Regel Signale für die Hemmung und Aktivierung an Blutgefäße, Muskeln, Herz oder Magen-Darm-Trakt weiterleitet.

Auch eine Übererregbarkeit bestimmter Hirnregionen könnte ursächlich sein. Die Nervenfasern, die die Blutgefäße in der Hirnbasis versorgen, können sich lokal entzünden. Diverse Substanzen treten aus den Blutgefäßen aus und reizen die Schmerzrezeptoren des Trigeminusnervs, der weiter erregt wird. Das System schaukelt sich hoch, der Migräne-Schmerz nimmt zu.

Begünstigende Faktoren für eine Migräne-Attacke

Stress und Alkohol
Wer im Berufsleben großem Stress ausgesetzt ist, greift schnell zum Alkohol – beides kann eine Migräne auslösen.

Es gibt individuell verschiedene Faktoren, die sogenannten Trigger, die eine Migräne-Attacke auslösen können:

  • Schlafmangel
  • körperliche Belastung
  • grelles Licht
  • Stress
  • Nikotin
  • Alkohol wie Rotwein
  • Schokolade
  • einige Käsesorten
  • hormonelle Schwankungen wie Menstruation, Schwangerschaft oder Verhütungsmittel

Formen: Migräne mit und ohne Aura

Erbrechen
Wer eine starke Migräne-Attacke hat, muss sich mitunter übergeben.

Eine Migräne kann mit oder ohne Aura verlaufen. In den meisten Fällen haben die Betroffenen eine Migräne ohne Aura. Bei etwa 10 % der Migräne-Anfälligen kommen neben den klassischen Beschwerden noch neurologische Symptome hinzu. Hier spricht man von der Migräne mit Aura.

Migräne ohne Aura

– nimmt allmählich zu
– ist pulsierend
– meist einseitig
– wird oft durch Übelkeit und Erbrechen begleitet
– dauert bis zu 72 Stunden
– wird durch Bewegung verstärkt
– betroffene Person ist Licht- und Geräusche-empfindlich

Migräne mit Aura

– gleiche Symptome wie bei der Migräne ohne Aura
– Sehstörungen, z.B. farbige Lichtblitze, Zickzack-Linien, schwarze Löcher im Gesichtsfeld
– Sprachstörungen
– kribbeliges Gefühl in Armen und Beinen
– Gleichgewichtsstörungen

Phasen eines Migräne-Anfalls

Kopfschmerzen
Die pochend-pulsierenden Kopfschmerzen können sich bei einer Migräne über Tage ziehen.

Generell lässt sich die Migräne in vier Phasen aufteilen:

PHASE 1

In der Prodromalphase bzw. Vorphase kündigt sich die Migräne Stunden bis Tage vor dem Anfall durch verschiedene Symptome wie Reizbarkeit, Euphorie, Appetitlosigkeit oder Heißhungerattacken an.

PHASE 2

Gegebenenfalls folgt die Auraphase mit Seh-, Sprach- und Gleichgewichtsstörungen.

PHASE 3

Die Kopfschmerzphase ist geprägt durch den typisch stechenden, bohrenden, pochenden, krampfartigen oder pulsierenden Kopfschmerz, die sich über Stunden und Tage hinziehen.

PHASE 4

In der letzten Phase, der sogenannten Rückbildungsphase nehmen die Symptome ab. Die Betroffenen fühlen sich abgespannt und müde und benötigen für die vollständige Erholung weitere 12 bis 24 Stunden. Mitunter kann eine Migräne sich in kurzen Abständen wiederholen, dann aber für mehrere Wochen, Monate oder gar Jahre fernbleiben. Gehen die Attacken ineinander über, spricht man von einem Status migraenosus.

Migräne behandeln

Tabletten
Bei Migräne-Anfällen helfen eine Reihe von Tabletten.

Bei leichten bis mittelschweren Migräne-Anfällen empfiehlt sich die frühzeitige und hochdosierte Einnahme von rezeptfreien Analgetika und NSAR-Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol oder Kombinationspräparate aus ASS, Paracetamol und Koffein oder Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen.

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Bei schweren Migräne-Attacken erweist sich die Einnahme von Triptanen als günstig. Triptanhaltige Medikamente binden an der Andockstelle des körpereigenen Hormons Serotonin, wirken so gegen die Kopfschmerzen und bekämpfen zudem Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen. Sie sollten bei Beginn der Attacke eingenommen werden, um bestmöglich zu wirken. Sie liegen in unterschiedlichen Darreichungsformen vor. Als Tablette, Zäpfchen, Nasenspray oder als Subkutan-Injektion. Vorteilig an Triptanen ist, dass sie mit anderen Schmerzmitteln kombiniert werden können. Sie sollten allerdings nicht bei Koronaren Herzkrankheit, Bluthochdruck, schweren Nieren- und Leberfunktionsstörungen, der Raynaud-Erkrankung, nach Schlaganfällen oder während der Schwangerschaft und Stillzeit verabreicht werden.

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Achten Sie auf eine kontrollierte Einnahme der Medikamente. Sie sollten diese nicht mehr als 10-mal im Monat und nicht länger als an 3 aufeinander folgenden Tagen einnehmen, da sonst ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz entstehen kann.

Wenn der Körper nicht auf NSAR, Paracetamol oder Triptane anspricht, besteht die Möglichkeit einer Behandlung mit Ergotaminen, die allerdings mit stärkeren Nebenwirkungen einhergeht. Gegen die während einer Migräne-Attacke auftretenden Magen-Darm-Beschwerden helfen rezeptpflichtige Antiemetika wie Metoclopramid für Erwachsene.

Alternative und unterstützende Methoden

Helfen Sie sich mit einem Aufenthalt in einem ruhigen, abgedunkelten Raum! Schlafen Sie viel und versuchen Sie, mit kalten Kompressen den Schmerz zu lindern.

Wenn Sie häufig unter Migräne-Attacken leiden, könnte Ihnen auch der Gang zum Heilpraktiker helfen. Laut einer Umfrage von YouGov nutzen 46 % aller Deutschen Naturheilverfahren. Insbesondere Kopfschmerz- bzw. Migräne-Patienten ziehen alternative Heilmethoden in Erwägung, wie die Infografik von statista zeigt.

Infografik: Wofür die Deutschen zum Heilpraktiker gehen | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

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Stand vom: 20.01.2019