Clotrimazol

3 von 4 Frauen leiden mindestens einmal an Scheidenpilz. Häufig begünstigt nicht mangelnde, sondern übertriebene Hygiene den Ausbruch der Pilzinfektion. Gegen Scheidenpilz, aber auch Fußpilz oder Kleienpilze hilft der Wirkstoff Clotrimazol.

Das Antipilzmittel Clotrimazol

Salben sind die gängigen Medikamente zur Behandlung einer Pilzerkrankung beim Mann (beispielsweise bei Candida-Balantis)
Antimykotische Salben sind eine gängige Methode, um Pilzerkrankungen zu behandeln.

Clotrimazol ist ein rezeptfreier Arzneiwirkstoff, der zur Gruppe der Antimykotika und genauer zur Untergruppe der Azol-Antimykotika gehört.

Er dient zur Behandlung von verschiedenen Pilzinfektionen und zeichnet sich durch seine breite Wirksamkeit gegen viele Formen von krankheitserregenden Pilzen aus.

Zur Geschichte von Clotrimazol

Die Bayer AG entwickelte in den 1960er Jahren den Wirkstoff Clotrimazol. Er kam 1973 unter dem Markennamen Canesten® in Deutschland als Creme, Lösung sowie Vaginaltablette auf den Markt. Aufgrund der guten Verträglichkeit wurde nach 4 Jahren die Verschreibungspflicht aufgehoben.

Der Wirkstoff ist erhältlich als:

  • Vaginal-Tabletten
  • Scheidenzäpfchen
  • Lösung

Schon gewusst?

Clotrimazol ist ein Antipilzmittel (med. Antimykotikum), das bei vielerlei Erkrankungen eingesetzt werden kann. Dies liegt nicht nur am Wirkstoff, sondern auch an seiner Verfügbarkeit in den verschiedensten Darreichungsformen. So gibt es sowohl Cremes, Sprays, Puder und flüssige Lösungen mit Clotrimazol. Zur inneren Anwendung z. B. bei Scheidenpilz ist der Wirkstoff sogar als Zäpfchen erhältlich.

Anwendungsgebiete von Clotrimazol

Candida albicans (Hefepilze)
Der Bakterienstamm Candida albicans gilt als einer der häufigsten Auslöser für Scheidenpilz.

Der Wirkstoff Clotrimazol wird zur Behandlung von Pilzerkrankungen auf Haut und Schleimhäuten eingesetzt. Er wirkt gegen drei Arten von Pilzen, die Hautpilzinfektionen auslösen können. Dazu gehören:

  • Dermatophyten
  • Hefen, wie die Candida-Arten
  • Schimmelpilze
Clotrimazol Wirkungsspektrum

Clotrimazol bekämpft außerdem gram-positive Bakterien und kann daher auch gegen bakterielle Infektionen verwendet werden. So wirkt Clotrimazol gegen Trichomonaden (Trichomonas vaginalis – einzellige Krankheitserreger, die Entzündungen in Scheide und Harnröhre auslösen können).

Schon gewusst?

Clotrimazol ist ein Multitalent! Der Wirkstoff hat nicht nur eindämmende Effekte hinsichtlich der Vermehrung von Pilzen. Er wirkt auch gegen Trichomonaden, die zu den grampositiven Bakterien gehören und häufig Scheideninfektionen hervorrufen. Nicht zuletzt aus diesem Grund eignet sich Clotrimazol hervorragend zur Behandlung von Scheidenpilz und bakteriellen Scheideninfektionen. Meist wird hierbei eine Kombinationsbehandlung durchgeführt. Während der Bereich des äußeren Genitals (Vulva) mit einer Creme behandelt wird, wird die Scheide innerlich mittels Zäpfchen therapiert.

Zu den Anwendungsgebieten von Clotrimazol zählen daher unter anderem:

Die Dauer und genaue Dosierung sollten Sie mit einem Arzt abstimmen. Eine Behandlung mit Clotrimazol dauert durchschnittlich 2 bis 4 Wochen.

Unsere Produkttipps für Clotrimazol: Fungizid-ratiopharm® Pump-Spray gegen Fußpilz | Mykohaug® C Creme gegen Hautpilz | Canifug® Cremolum® Vaginal-Zäpfchen gegen Scheidenpilz | CLOTRIMAZOL AL 200 Vaginaltabletten gegen Scheidenpilz

Wirkungsweise von Clotrimazol

Pilzbefall - Pilzinfektion am Fuß
Symptome bei einem Pilzbefall der Haut.

Clotrimazol gehört zu den Imidazol-Antimykotika. Diese Antipilzmittel entfalten ihre Wirkung, indem sie den Pilz am Wachstum hindern. Der Wirkstoff Clotrimazol tut dies, indem er die Bildung von Ergosterin hemmt.

Ergosterin ist ein wichtiger Baustein für die Zellmembran der Pilzzellen. Indem Clotrimazol den Aufbau von Ergosterin verhindert, sorgt es dafür, dass sich die Pilzzellen nicht mehr stabil vermehren können.

Clotrimazol wirkt damit fungistatisch, da es den Pilz bekämpft, indem es das Pilzwachstum stört. Zusätzlich stört es die Zellmembran bereits bestehender Pilzzellen, in dem es diese undurchlässiger für Nährstoffe macht. Die Pilzzellen verhungern nach einer Weile und lösen sich anschließend auf.

Schon gewusst?

Es gibt fungizide Antimykotika, die bereits bestehende Pilze abtöten und fungistatische Antimykotika, die die weitere Vermehrung der Pilze verhindern. Clotrimazol vereint beide Funktionen. In Abhängigkeit der Konzentration des Wirkstoffes erzielt es seinen Effekt über beide Wege. Es hemmt die Zellwandsynthese der Krankheitserreger, so dass diese sich nicht mehr vermehren können. Zusätzlich schädigt es die Zellwand bereits vorhandener Erregerorganismen, so dass diese absterben.

Kontraindikation von Clotrimazol

Schwangere
Vorsicht bei Schwangerschaft. Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Wenn der Patient bereits allergisch auf Clotrimazol reagiert hat, ist von einer Behandlung mit dem Wirkstoff abzusehen.

Während der Schwangerschaft sollte die Anwendung von Clotrimazol zur Behandlung von Scheidenpilzinfektionen unbedingt mit einem Arzt abgesprochen werden. Dies gilt besonders für das 1. Drittel der Schwangerschaft, da Studien zufolge in dieser Zeit ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt besteht. Eine Anwendung auf der Haut ist dagegen unbedenklich und schadet dem ungeborenen Kind nicht. Auch die Gabe von clotrimazolhaltigen Vaginaltabletten ohne Applikator ist während der Schewangerschaft möglich.

Während der Stillzeit sollten Sie Clotrimazol nicht im Bereich der Brust anwenden, damit es nicht von dem Säugling aufgenommen wird. Eine vaginale Anwendung hingegen ist auf Anweisung des Arztes möglich.

Wechselwirkungen von Clotrimazol

Antidepressiva
Bei der Anwendung von Clotrimazol parallel zu anderen Medikamenten, sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker halten.

Bei gleichzeitiger Verwendung von Clotrimazol und anderen Antimykotika mit den Wirkstoffen Amphotericin, Nystatin, Namatycin treten mitunter Wechselwirkungen auf. Clotrimazol vermindert ggf. die Wirksamkeit dieser Medikamente.

Informieren Sie daher Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie derartige Medikamente anwenden.

Bei vaginaler Anwendung beeinträchtigt Clotrimazol ggf. die Wirksamkeit von Präservativen und Diaphragmen. Mit anderen Worten: Die Reißfestigkeit und damit die Sicherheit von Kondomen ist durch die Verwendung von clotrimazolhaltigen Cremes und Salben gemindert.

Bei einer äußerlichen Anwendung sollten die Hautstellen frei von Kosmetika oder Deodorants sein. Dies gilt auch für Mittel der Intimhygiene bei einer vaginalen Anwendung. Denn diese Mittel setzen u. U. die Wirksamkeit von Clotrimazol herab.

Nebenwirkungen von Clotrimazol

Clotrimazol ist ein sehr gut verträglicher Wirkstoff. Gelegentlich, d. h. bei 1 bis 10 von 1000 Patienten, wurden bei der äußerlichen Anwendung Hautreaktionen wie Rötungen, Stechen oder Brennen beobachtet.

Anwendungshinweise bei Clotrimazol

Achten Sie auf evtl. Altersbegrenzungen im Beipackzettel. Manche clotrimazolhaltigen Mittel dürfen nicht von Personen unter 18 Jahren verwendet werden.

Wenn Sie Clotrimazol als Tropflösung verwenden, achten Sie bitte darauf, dass das Mittel nicht in die Augen gelangt.

Alternativen zu Clotrimazol

Clotrimazol ist Mittel der Wahl zur Behandlung der meisten Hautpilzinfektionen. Es ist ohne Rezept erhältlich und wird von den Anwendern sehr gut vertragen. Alternativ-Präparate sind nur rezeptpflichtig erhältlich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.


Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch den Arzt.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Trotz sorgfältiger Recherche und der Verwendung verlässlicher Quellen können sich mitunter Fehler in unsere Texte schleichen. Helfen Sie uns, besser zu werden. Hinweise senden Sie an: redaktion@medikamente-per-klick.de.


Stand vom: 20.10.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.