Clotrimazol

3 von 4 Frauen leiden mindestens einmal an Scheidenpilz. Häufig begünstigt nicht mangelnde, sondern übertriebene Hygiene den Ausbruch der Pilzinfektion. Gegen Scheidenpilz, aber auch Fußpilz oder Kleienpilze hilft der Wirkstoff Clotrimazol.

Das Antipilzmittel Clotrimazol

Salben sind die gängigen Medikamente zur Behandlung einer Pilzerkrankung beim Mann (beispielsweise bei Candida-Balantis)
Antimykotische Salben sind eine gängige Methode, um Pilzerkrankungen zu behandeln.

Clotrimazol ist ein rezeptfreier Arzneiwirkstoff, der zur Gruppe der Antimykotika und genauer zur Untergruppe der Azol-Antimykotika gehört.

Er dient zur Behandlung von verschiedenen Pilzinfektionen und zeichnet sich durch seine breite Wirksamkeit gegen viele Formen von krankheitserregenden Pilzen aus.

Der Wirkstoff ist erhältich als:

  • Creme
  • Spray
  • Puder
  • Vaginal-Tabletten
  • Scheidenzäpfchen
  • Lösung

Schon gewusst?

Clotrimazol ist ein Antipilzmittel (med. Antimykotikum), das bei vielerlei Erkrankungen eingesetzt werden kann. Dies liegt nicht nur am Wirkstoff sondern auch an seiner Verfügbarkeit in den verschiedensten Darreichungsformen. So gibt es sowohl Cremes, Sprays, Puder und flüssige Lösungen mit Clotrimazol. Zur inneren Anwendung z. B. bei Scheidenpilz ist es sogar als Zäpfchen erhältlich.

Anwendungsgebiete von Clotrimazol

Candida albicans (Hefepilze)
Der Bakterienstamm Candida albicans gilt als einer der häufigsten Auslöser für Scheidenpilz.

Der Wirkstoff Clotrimazol wird zur Behandlung von Pilzerkrankungen auf Haut und Schleimhäuten eingesetzt. Er wirkt gegen drei Arten von Pilzen, die Hautpilzinfektionen auslösen können. Dazu gehören:

  • Dermatophyten
  • Hefen, wie die Candida-Arten
  • Schimmelpilze
Clotrimazol Wirkungsspektrum

Clotrimazol bekämpft außerdem gram-positive Bakterien und kann daher auch gegen bakterielle Infektionen verwendet werden. So wirkt Clotrimazol gegen Trichomonaden (Trichomonas vaginalis – einzellige Krankheitserreger, die Entzündungen in Scheide und Harnröhre auslösen können).

Schon gewusst?

Clotrimazol ist ein Multitalent! Der Wirkstoff hat nicht nur eindämmende Effekte hinsichtlich der Vermehrung von Pilzen. Er wirkt auch gegen Trichomonaden, die zu den grampositiven Bakterien gehören und häufig Scheideninfektionen hervorrufen. Nicht zuletzt aus diesem Grund eignet sich Clotrimazol hervorragend zur Behandlung von Scheidenpilz und bakteriellen Scheideninfektionen. Meist wird hierbei eine Kombinationsbehandlung durchgeführt. Während der Bereich des äußeren Genitals (Vulva) mit einer Creme behandelt wird, wird die Scheide innerlich mittels Zäpfchen therapiert.

Zu den Anwendungsgebieten von Clotrimazol zählen daher unter anderem:

Die Dauer und genaue Dosierung sollte mit einem Arzt abgestimmt werden. Eine Behandlung mit Clotrimazol dauert durchschnittlich 2 bis 4 Wochen.

Unsere Produkttipps für Clotrimazol: Fungizid-ratiopharm® Pump-Spray gegen Fußpilz | Mykohaug® C Creme gegen Hautpilz | Canifug® Cremolum® Vaginal-Zäpfchen gegen Scheidenpilz | CLOTRIMAZOL AL 200 Vaginaltabletten gegen Scheidenpilz

Wirkungsweise von Clotrimazol

Pilzbefall - Pilzinfektion am Fuß
Symptome bei einem Pilzbefall der Haut.

Clotrimazol gehört zu den Imidazol-Antimykotika. Diese Antipilzmittel entfalten ihre Wirkung, indem sie den Pilz am Wachstum hindern. Der Wirkstoff Clotrimazol tut dies, indem er die Bildung von Ergosterin hemmt.

Ergosterin ist ein wichtiger Baustein für die Zellmembran der Pilzzellen. Indem Clotrimazol den Aufbau von Ergosterin verhindert, sorgt es dafür, dass sich die Pilzzellen nicht mehr stabil vermehren können.

Clotrimazol wirkt damit fungistatisch, da es den Pilz bekämpft, indem es das Pilzwachstum stört. Zusätzlich ströt es aber auch die Zellmembran bereits bestehender Pilzzellen, in dem es diese undurchlässiger für Nährstoffe macht. Die Pilzzellen verhungern nach einer Weile und lösen sich anschließend auf.

Schon gewusst?

Es gibt fungizide Antimykotika, die bereits bestehende Pilze abtöten und fungistatische Antimykotika, die die weitere Vermehrung der Pilze verhindern. Clotrimazol vereint beide Funktionen. In Abhängigkeit der Konzentration des Wirkstoffes erzielt es seinen Effekt über beide Wege. Es hemmt die Zellwandsynthese der Krankheitserreger, so dass diese sich nicht mehr vermehren können. Zusätzlich schädigt es die Zellwand bereits vorhandener Erregerorganismen, so dass diese absterben.

Kontraindikation von Clotrimazol

Schwangere
Vorsicht bei Schwangerschaft. Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Wenn der Patient bereits allergisch auf Clotrimazol reagiert hat, ist von einer Behandlung mit dem Wirkstoff abzusehen.

Während der Schwangerschaft sollte die Anwendung von Clotrimazol zur Behandlung von Scheidenpilzinfektionen unbedingt mit einem Arzt abgesprochen werden. Dies gilt besonders für das 1. Drittel der Schwangerschaft, da Studien zufolge in dieser Zeit ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt besteht. Eine Anwendung auf der Haut ist dagegen unbedenklich und schadet dem ungeborenen Kind nicht.

Während der Stillzeit sollte Clotrimazol nicht im Bereich der Brust angewendet werden, damit es nicht von dem Säugling aufgenommen werden kann.

Wechselwirkungen von Clotrimazol

Antidepressiva
Bei der Anwendung von Clotrimazol parallel zu anderen Medikamenten, sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker halten.

Bei gleichzeitiger Verwendung von Clotrimazol und anderen Antimykotika mit den Wirkstoffen Amphotericin, Nystatin, Namatycin können Wechselwirkungen auftreten. Clotrimazol kann die Wirksamkeit dieser Medikamente vermindern.

Informieren Sie daher Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie derartige Medikamente anwenden.

Nebenwirkungen von Clotrimazol

Clotrimazol ist ein sehr gut verträglicher Wirkstoff. Gelegentlich, d.h. bei 1 bis 10 von 1000 Patienten, wurden Hautreaktionen wie Rötungen, Stechen oder Brennen beobachtet.


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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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Stand vom: 18.07.2019

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.