Fußpilz: Eine Volkskrankheit

Foto eines Fußes mit Fußpilz in podologischer Behandlung

Fußpilz gehört zu den Volkskrankheiten. Etwa ein Drittel der Bevölkerung in Industrienationen leidet unter Fußpilz. Damit ist dieser Pilzbefall die häufigste Pilzerkrankung (Dermatomykose). In der Regel ist eine Fußpilzinfektion zwar unangenehm, aber ungefährlich. Unter bestimmten Umständen kommt es jedoch zu bakteriellen Infektionen, die zur Wundrose mit hohem Fieber führen.

Was ist Fußpilz?

Die Pilzinfektion Tinea pedis betrifft die Füße, insbesondere die Zwischenräume der Zehen. Fadenpilze (Dermatophyten) befallen die Hornsubstanz. Dazu gehören Haut, Hornhaut, Haare und Fußnägel. Ist der Nagel betroffen, spricht man von Nagelpilz (Tinea unguium bzw. Onychomykose). Beides tritt oft gemeinsam auf. Besonders gefährdet sind neben Sportlern und Sportlerinnen, Personen mit Diabetes, Übergewicht, Durchblutungsstörungen oder Abwehrschwäche. Schweiß-förderndes Schuhwerk begünstigt Fußpilz.

Um sich einzunisten, greifen Pilze den Säureschutzmantel der Haut an. In der Regel verhindert die körpereigene Abwehr ein erfolgreiches Eindringen und vernichtet die Pilzsporen. Ist unser Immunsystem jedoch geschwächt, dringen die Pilze mit ihren Zellfäden in die Hornschicht ein. Manche Hefepilze tarnen sich außerdem als körpereigene Zellen. So erkennt das Immunsystem den Eindringling nicht und er breitet sich unbeschadet aus.

Alle diese Angriffe haben einer gesunden Haut jedoch in der Regel nichts an. Denn ihr Säureschutzmantel und eine schützende Schicht aus Bakterien (Hautflora) bewirken, dass Pilzsporen unverzüglich vernichtet werden.

In der Hornschicht vermehren sich die Pilze. Die Erneuerung der Hornhaut wird beschleunigt. Sie verdickt sich und weist eine vermehrte Schuppung auf. Die abschilfernden Hautschuppen übertragen die Infektion: In ihnen überleben die Pilzsporen teils mehrere Wochen. So infizieren sich andere Personen von den auf Teppichen, Saunen oder Umkleidekabinen lagernden Hautschuppen mit den Pilzsporen.

Der englische Volksmund sagt zum Fußpilz auch Athlete’s foot, da besonders sportlich aktive Personen aufgrund der Nutzung von öffentlichen Duschräumen häufig unter Fußpilz leiden.

Wie wird Fußpilz übertragen?

Im Schwimmbad lauern viele Keime
Im Schwimmbad lauern viele Keime. Nutzen Sie daher Badeschuhe in den Umkleiden und Duschen.

Der Fußpilz wird durch eine Schmierinfektion oder Kontakt mit den Erregern übertragen:

  • von Mensch zu Mensch
  • über Kontakt mit infizierten Flächen beziehungsweise Gegenständen

Besonders häufig ist die Ansteckung an Orten, wo Menschen barfuß laufen. Das trifft insbesondere auf Schwimmbäder, Umkleiden oder Saunen zu.

Nicht alle, die Kontakt zu infizierten Hautschuppen haben, bekommen Fußpilz. Der Pilz muss das Abwehrsystem des Körpers überwinden und sogenannte Hyphen bilden. Diese dringen in die Oberhaut ein und lassen dort das Pilzgeflecht entstehen.

Dazu braucht es Eintrittspforten, etwa bereits geschädigte Hautstellen wie Wunden, Risse oder aufgeriebene Areale.

Eine übertriebene Hygiene begünstigt Hautpilz. Denn wer sich zu oft mit Seife, Duschgels oder Badezusätzen reinigt, schädigt den Säure- und Fettmantel der Haut.

Risikofaktoren und Risikogruppen für Fußpilz

Sportler mit Laufschuhen
Sportlich aktive Menschen sind häufig betroffen. Sie benötigen atmungsaktive Sportschuhe, um Fußpilz zu vermeiden.

Neben einer geschwächten Abwehr und vorhandenen Eintrittspforten begünstigt auch ein feuchtwarmes Klima den Fußpilz. Socken aus synthetischen Fasern behindern die Hautatmung. Außerdem saugen sie den Schweiß nicht auf. Er bleibt auf der Haut und staut sich gern in den Zehenzwischenräumen. Ist die Hautbarriere aufgeweicht, übt sie ihre Funktion nicht mehr gut aus.

Eine Infektion mit Fußpilz wird gefördert durch:

  • enges luftundurchlässiges Schuhwerk
  • unzureichend abgetrocknete Füße
  • feuchte Umgebung
  • feuchtwarmes Klima
  • Fußschweiß
Infografik mit Risikofaktoren für Fußpilz

Zu den Risikogruppen gehören nicht nur sportlich aktive Menschen, sondern auch Personen, die berufsbedingt festes Schuhwerk tragen müssen. Auch zu enge Schuhe fördern Fußpilz. Frauen, die oft Pumps tragen und dadurch Druckstellen an den Füßen bekommen, riskieren eine Infektion. Weitere gefährdete Personengruppen sind Personen, die:

  • unter einer Fußfehlstellung leiden, wie Hammerzeh, Senk-, Spreiz- und Plattfüße
  • unter Durchblutungsstörungen leiden, insbesondere Personen mit Diabetes
  • immungeschwächt sind, insbesondere HIV-Infizierte
  • Medikamente nehmen, die die körpereigene Abwehr schwächen

Fast 70 % aller Personen, die unter Diabetes mellitus leiden, haben Fußpilz, insbesondere dann, wenn sie schlecht eingestellt sind. Es kommt zu Durchblutungsstörungen, Schäden am Nervensystems und zu einer örtlich geschwächten Immunabwehr. Wunden und Entzündungen heilen schlecht. So sind bereits 2 von 3 Faktoren für eine Pilzinfektion gegeben.

Wie äußert sich Fußpilz?

Die Symptome des Pilzbefalls am Fuß beschränken sich auf eine Veränderung der Haut. Die Fußpilzinfektion führt zu Beschwerden, wie:

  • Hautrötung
  • Hautnässen
  • Blasen
  • Juckreiz

Welche Formen von Fußpilz gibt es?

Beim Fußpilz unterscheidet man in 3 Formen:

  • Tinea pedis interdigitalis: Der Fußpilz zwischen den Zehen äußert sich neben leicht geröteter, schuppiger und juckender Haut durch weiße, dicke Hautlagen und tiefe, schmerzhafte Risse. Bleibt er unerkannt, dehnt er sich mit den Jahren auf Fußsohle, Fußkanten oder Fußrücken aus.
  • Tinea pedis plantaris: Bei dieser Form ist die Fußsohle vom Fußpilz betroffen. Die Haut ist schuppig und verhornt stark. Der Pilz breitet sich auf Fußkanten und Fußrücken aus.
  • Vesikulös-dyshidrotische Form der Tinea pedis: Der Fußpilz verursacht anfänglich flüssigkeitsgefüllte Bläschen am Fußgewölbe und den Fußkanten.

Wie beugt man Fußpilz vor?

Füße
So schön sehen nur gesunde Füße aus. Bild: © Dmytro Titov – Fotolia.com

Zur Vorbeugung von Fußpilzinfektionen ist es empfehlenswert, die Zehenzwischenräume trocken zu halten. Tragen Sie in Schwimmbädern, Saunen und öffentlichen Duschen Badeschuhe. Auch auf Teppichböden im Hotel sollte niemand barfuß gehen. Zusätzliche Sicherheit bietet ein Fußpilz-Schutzspray.

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Wie wird Fußpilz behandelt?

Der verursachende Pilz wird durch Antipilzmittel (Antimykotika) bekämpft. Gängige Wirkstoffe gegen die Pilzinfektion sind:

Die Medikamente werden in der Regel lokal an den Füßen angewandt. Es stehen unterschiedliche Darreichungsformen zur Verfügung:

Sollte die örtliche Therapie nicht anschlagen, müssen Sie Tabletten einnehmen. Die Einnahme von pilzvernichtenden Präparaten ist jedoch selten notwendig.

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In der Naturheilkunde werden zur lokalen Anwendung auch Lavendelöl und Teebaumöl empfohlen.

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Wie geht es nach der Behandlung des Fußpilzes weiter?

Treffen Sie Vorsichtsmaßnahmen, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden.

  • Desinfizieren Sie die zuvor getragenen Strümpfe. Waschen Sie diese bei mindestens 60 Grad Celsius.
  • Desinfizieren Sie Ihre Schuhe.
  • Halten Sie Ihre Füße immer sauber und trocken.
  • Gehen Sie in öffentlichen Räumen nicht barfuß.

Mehr lesen: Nagelpilz | 5 Tipps gegen Fußschweiß


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Stand vom: 08.07.2024

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