Emmer

Alte Getreidesorte erlebt Renaissance

Emmer zählt neben Einkorn zu einer der ältesten Getreidesorten. Heute wird die Urweizensorte meist von Bio-Bauern angebaut. Das Emmer-Vollkornmehl erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Lassen sich doch daraus aromatische Emmer-Spaghetti zaubern. Daneben sind Emmer-Flakes für’s gesunde Frühstück und Emmer-Brot für ein vitales Abendessen eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan.

Herkunft des Emmers

Emmer: Ähre
Ähre des Emmers.

Emmer (Triticum dicoccum) ist eine Weizenart. Diese zählt zu den ältesten Getreidearten, die der Mensch kultiviert. Botanisch gehört Emmer, wie alle Getreidepflanzen, zur Familie der Gräser. Man unterscheidet Schwarzen, Roten und Weißen Emmer. Angebaut wird heute meist Schwarzer Emmer.

Aus der Wildform von Emmer sind die Weizenarten Hartweizen und KAMUT® hervorgegangen. Wilder Emmer wächst im Südosten der Türkei, ebenso wie im Libanon, in Syrien, Israel, Palästina, Jordanien, im Iran und im Irak. Im Nahen Osten hat Emmer auch seinen Ursprung. Dort wurde er schon vor etwa 10.000 Jahren angebaut. Im Zuge der Ausbreitung des Ackerbaus gelangte die Weizenart schließlich über Ägypten und Nordafrika nach Mitteleuropa.

Emmer – ein robustes Getreide

Emmer, eine Urweizensorte
Das Korn des Emmers.

Emmer stellt keine hohen Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit. Die Pflanze dieser Weizenart kann bis zu 1,50 m groß werden. Durch diese Höhe kann dieses Getreide jedoch an Standfestigkeit verlieren. Aus jedem Absatz der Ährenspindel wachsen jeweils zwei Körner, sodass Emmer auch Zweikorn genannt wird. Das Korn des Emmers ist von einer festen Hülle, der Spelze eingeschlossen. Sie sorgt für eine längere Haltbarkeit des Samenkorns und ist ein Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen. Emmer zählt wegen dieser Eigenschaft auch zu den Spelzgetreiden, ebenso wie Dinkel und Einkorn. Die Verarbeitung des Kornes ist dadurch ein wenig aufwendiger. In einem weiteren Arbeitsschritt muss das Korn aus der Spelze gelöst werden.

Nährwerte von Emmer

Vom Ertrag her liegt der gesunde Emmer mit 19 bis 35 dt/ha deutlich hinter dem Weizen (ca. 80 dt/ha bei Weichweizen). Jedoch enthält er mehr Mineralstoffe, insbesondere Magnesium sowie Zink, und Aminosäuren als der Weizen.

Die folgende Übersicht zeigt die Angaben zur Zusammensetzung von Emmer im Vergleich zu Weizen, jeweils bezogen auf je 100 g essbarem Anteil. Bitte beachten Sie dennoch, dass die genaue Zusammensetzung der Nährstoffe abhängig von Umweltbedingungen und Anbautechnik ist.

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BestandteilEmmerWeizen
Eiweiß12-14 g10,9 g
Fett2,0–2,9 g1,8 g
Kohlenhydrate60 g59,5 g
Ballaststoffe8,9–9,6 g13,3 g
Calcium51 mg35 mg
Eisen3,3 mg3,2 mg
Kalium421 mg380 mg
Magnesium109 mg100 mg
Zink3,3 mg2,6 mg
Vitamin B1 0,42 mg0,46 mg
Vitamin B20,14 mg0,9 mg
Vitamin B60,28 mg0,27 mg
Vitamin E3,44 mg3,2 mg

            100 g = 1344 KJ (321 kcal)

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Emmer enthält Gluten. Trotz mäßiger Klebereigenschaften, ist das Emmermehl auch zum Backen geeignet.

Roggen: Getreidefeld
Der Roggen hat den Emmer beim Anbau verdrängt. Er ist ertragsreicher.

Vielleicht lag es an der geringen Ertragsleistung, dass Emmer schnell an Bedeutung verlor. Anderes Getreide wie Gerste und Roggen liefen ihm den Rang ab. Vor dem 2. Weltkrieg wurde Emmer in geringem Umfang in Thüringen und Bayern angebaut. Nach dem Krieg wurde diese Art Ackerbau nicht wieder aufgenommen. Auch heute ist Emmer noch ein Nischenprodukt. AufBier

grund von Initiativen zur Förderung des Anbaus früherer Weizensorten wurde der Anbau von Emmer wieder etabliert. Da sich der Ertrag auch durch Düngung nicht steigern lässt, eroberte sich der gesunde Emmer seine Nische im Bio-Ackerbau und auch im Biolebensmittel-Sortiment.

Verwendung von Emmer: Emmer-Brot, Emmer-Bier und Emmer-Nudeln

Margarine und Brot
Emmer-Brot zum Frühstück gefällig?

Das Emmer-Korn ist eiweiß- und mineralstoffhaltig und zählt damit zu den gesündesten Nahrungsmitteln. Als Urform des Hartweizens schmeckt Emmer-Korn leicht nussig. Aufgrund seines Glutengehaltes eignet sich Emmermehl zum Brotbacken.

Wird es beim Brotbacken Vollkornmehlen hinzugefügt, verleiht es dem Brot ein herzhaftes Aroma und eine dunkle Färbung.

Emmer ist als ganzes Korn, in Form von Flocken oder als Mehl in Bio- und Naturkostläden erhältlich:

  • Ganzes Emmerkorn eignet sich als Beigabe zu Suppen, Salaten und Gebäck. Ein bekanntes Gericht in ländlichen Gebieten der Toskana ist die Zweikornsuppe bzw. zuppa al farro, ein herzhafter Emmereintopf. Auch Risotto mit Emmer ist eine beliebte Speise in Italien.
  • Emmerflocken sind eine gesunde Zutat für Müsli, Bratlinge oder Gebäck.
  • Emmermehl eignet sich für herzhafte Brote, aber auch für Fladenbrote und Nudeln. Zur Bier- und Schnapsherstellung wird Emmer ebenfalls verwendet.

Haben Sie schon einmal Emmer-Vollkornnudeln gegessen? Die kräftigen und aromatischen Nudeln schmecken herzhaft und nussig. Sie können hervorragend mit einer Curry-Käse-Sahne-Soße und Gemüse angerichtet werden.

Schon gewusst?

Emmer wird auch zur Herstellung von Bier genutzt. Für das bernsteinfarbene Emmerbier mischt man meist traditionelle Getreidesorten wie Einkorn und Dinkel mit Emmer, während gewöhnlich Gerste und Weizen zum Einsatz kommen. Diese dunklen und trüben Emmerbiere haben eine einzigartige Würze mit einem malzaromatischen Geschmack. Die obergärige Biersorte wird meist als naturtrübes Bier angeboten.

Inhaltsstoffe von Emmer

Emmer enthält Gluten: Kein Ersatz für Weizen bei Glutenunverträglichkeit

Emmer
Emmer wird auch als Zweikorn bezeichnet, da an den Ährenspindeln aus jedem Absatz 2 längliche Könrer wachsen.

Emmer als Weizenart enthält Gluten. Menschen, die an Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) leiden, sollten Produkte mit Emmer vermeiden. Falls Sie den Verdacht haben, dass Sie das Klebereiweiß nicht vertragen, dann können Sie dies mit dem Selbst-Test überprüfen.

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Emmer und Diabetes

Auch wer Gluten verträgt, kann laut Prof. Dr. Dr. Detlef Schuppan Probleme mit Emmer haben. Denn Emmer enthält wie jedes glutenhaltige Getreide bestimmte Eiweiße. Diese sogenannten Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATI) wirken mit hoher Wahrscheinlichkeit bei verschiedenen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, aber auch Rheuma, Multiple Sklerose, Neurodermitis, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Fettleberhepatitis und Leberfribose verstärkend.

ATI heizt Entzündungen an. Im Falle von Diabetes-mellitus-Patienten bedeutet dies, dass das Fettgewebe, insbesondere im Bauch, leichte Entzündungen aufweist, die durch die Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATI) befeuert werden. Durch die in Gang kommenden Prozesse wird die Insulinwirkung beeinträchtigt.[1]

Alternativen zu Emmer

Quinoa-Samen
Die bunten Samenkörner der Quinoa-Pflanze sind ballaststoffreich und ideal für alle mit einer Glutenintoleranz.

Wer an Zöliakie leidet muss auf Lebensmittel verzichten, die Gluten enthalten. Zu den glutenfreien Getreidearten zählen:

Den Ernährungsplan lockern außerdem sogenannte Pseudogetreide wie Amaranth, Buchweizen und Quinoa auf. Selbst glutenfreies Mehl ist erhältlich. Allerdings fehlt den Backwaren das Luftige, da Gluten für die Porenbildung und eine feste Krume verantwortlich ist.

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Stand vom: 26.03.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.

[1] Prof. Dr. Dr. Detlef Schuppan: “Tägliches Brot  – Krank durch Weizen, Gluten und ATI” (Springer-Verlag)