Wie inhaliere ich richtig?

Von Dampfbad bis Inhalationsgerät

Die Erkältung hat uns fest im Griff. Der Kopf brummt. Unsere Nase ist verstopft. Wir husten Sekret aus. Jetzt heißt es für Linderung sorgen. Ein traditionelles Mittel ist das Dampfbad: Inhalieren mit Wasserdampf ist wohltuend und macht unsere Atemwege frei.

Inhalieren – ein altbewährtes Hausmittel bei Erkältung

Wortbedeutung Inhalieren: von lat. inhalare, “anhauchen”

Beim Inhalieren atmen Sie Tröpfchen und kleinste Teilchen, sogenannten Aerosolen, ein. Sie gelangen tief in Ihre Atemwege.

Generell ist die Inhalationsmethode zu empfehlen, wenn Sie Wirkstoffe bis in die Schleimhäute oder gar tief in die Bronchien transportieren möchten. Der heiße Wasserdampf befeuchtet und beruhigt beim Inhalieren Schleimhäute und lockert zähen Schleim. Durch den weiteren Zusatz ätherischer Öle verbessern Sie die schleimlösende Wirksamkeit gegenüber Schnupfen und anderen Atemwegsbeschwerden. Als Zusätze dienen beispielsweise Kamille, Eukalyptus, Campher und Cineol oder Salz.

Inhalieren als geeignete Maßnahme bei Covid-19

Für Personen, die an Covid-19 erkrankt sind, ist das Inhalieren oftmals eine geeignete Therapiemaßnahme. Und nicht nur das. Regelmässiges Inhalieren, insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten, hilft eine Infektion zu vermeiden. Denn Inhalieren mit Wasserdampf oder mit Kochsalzlösung verflüssigt festsitzendes Sekret und erleichtert den Abtransport der Keime.

Wasserbad in der Schüssel

Kranke Frau inhaliert über einer Glasschale
Traditionell wird für das Inhalieren von Wasserdampf eine Schüssel und ein Handtuch verwendet.

Das Dampfbad ist ein altbewährtes Hausmittel bei Erkältungen. Die Wirksamkeit hat sich über Jahrhunderte bewahrheitet. Um das traditionelle Mittel gegen Husten und verstopfte Nase anzuwenden, brauchen Sie lediglich eine Schüssel, heißes Wasser, Salz oder ätherische Öle.

Dampfbad mit Schüssel: So geht’s

Geben Sie kochendes Wasser zusammen mit den gewünschten ätherischen Ölen oder frischen Kräutern in eine Schüssel oder Topf. Sie atmen den Dampf ein, indem Sie den Kopf über das Gefäß halten. Legen Sie sich ein Handtuch über Kopf und Behälter. So verhindern Sie, dass der Wasserdampf entweicht.

Beachten Sie jedoch die Kehrseite zu dieser relativ einfachen Methode. Es besteht schwere Verbrühungsgefahr, sollte die Schüssel einmal umfallen. Zudem erwärmt sich das Behältnis gebenenfalls stark. Berührungen sind dadurch schmerzhaft. Noch dazu reizt der Dampf aus Wasser und ätherischen Ölen unnötig die Augen.

Dampfinhalatoren zur Behandlung von Erkältungsbeschwerden

Dampfinhalator
Spezielle Dampfinhalatoren ermöglichen eine sichere Anwendung.

Zunehmend werden sogenannte Dampfinhalatoren aus Kunststoff verwendet. Sie überdecken nur Mund und Nase und schützen so gezielt die Augen. Weitere Vorteile der meisten Dampfinhalatoren sind gesteigerte Effizienz: Es geht kein Dampf verloren. Außerdem lassen sich Dampfinhalatoren länger nutzen. Denn das heiße Wasser kühlt durch die Isolierung langsamer ab.

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Einige Inhalatoren werden mit einer vorgemischten Zusammensetzung an ätherischen Ölen verkauft, deren Menge und Konzentration gezielt auf den jeweiligen Inhalator abgestimmt ist.

Richtig inhalieren mit einem Vernebler

Für die Inhalation von festen Bestandteilen – zum Beispiel Salz – sind Dampfinhalatoren nicht geeignet, da nur leicht flüchtige Bestandteile in die Gasphase übergehen. Für solche Fälle empfiehlt sich das Benutzen von Verneblern oder elektronischen Inhalatoren, um eine Erkältung bzw. deren Beschwerden wie Husten und verstopfte Nase zu behandeln.

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Vernebler eignen sich außerdem besonders für die Schleimlösung tief in den Bronchien, da der feine Wassernebel besonders tief in die Lungen vordringt.

Zusätze für Inhalationsgeräte und Dampfbäder

Viele Kräuter eignen sich als Zusätze für das klassische Dampfbad oder das Inhalationsgerät. Ideale Zusätze sind:

Das ätherische Öl der reifen Anis-Früchte besteht vorwiegend aus Anethol. Der Wirkstoff löst festsitzenden Schleim aus den Bronchien. Fenchel ist ideal bei Husten und Bronchitis.

Das ätherische Öl des Eukalyptus enthält den Wirkstoff Cineol. Dieser erleichtert das Abhusten und ist entzündungshemmend. Cineol ist auch in Rosmarin, Salbei, Australischem Teebaum und Thymian enthalten. Die ätherischen Öle von Fichtennadel und Latschenkiefer mit dem Wirkstoff Campher lassen Schleimhäute abschwellen und sorgen so für einen Abfluss der Sekrete.

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Kamille als Tinktur oder als Aufguss hilft bei Schnupfen. Es beruhigt die Schleimhäute und wirkt antibakteriell. Im Pfefferminzöl ist unter anderem Menthol enthalten. Es löst festsitzenden Schleim aus den Bronchien.

Salbei wirkt keimtötend und greift die Schnupfenerreger an. Thymian ist schleimlösend, schweißtreibend und antibakteriell.

Achtung: Ätherische Öle sind nicht immer geeignet

Ätherische Öle sind nicht immer geeignet. Wer unter Asthma leidet, sollte darauf verzichten, da sie die Atemwege reizen und so einen Asthamanfall auslösen können. Auch für Säuglinge und Kinder sind die Öle tabu. Menthol und Campher im Mund- und Rachenraum führen teils zu Atemnot bei den Kleinen.

Tipps rund ums Inhalieren

Junge inhaliert
Bei einer Erkältung ist das Inhalieren von Wasserdampf eine wirkungsvolle Methode.

Gerade beim ersten Gebrauch eines Inhalationsgerätes sind viele unsicher. Sie fürchten eine fehlerhafte Bedienung. Damit Sie der Erkältung den Kampf ansagen können, haben wir hier einige Tipps für Sie zusammengestellt.

Inhalieren: So geht’s

  • Nutzen Sie nur wasserdichte und stabile Gefäße.
  • Inhalieren Sie idealerweise 2- bis 4-mal am Tag.
  • Nehmen Sie dazu eine aufrechte Position im Sitzen ein.
  • Inhalieren Sie jeweils für ungefähr 10 Minuten.
  • Bei Problemen mit den Bronchien empfiehlt es sich durch den Mund einzuatmen und durch die Nase wieder auszuatmen. Auf diese Weise wird der Wirkstoff direkt zu den Bronchien geleitet und nicht erst durch die Nase gefiltert.
  • Nach dem Einatmen den Atem für bis zu 10 Sekunden anhalten, damit die Wirkstoffe ihre heilenden Effekte voll entfalten können. Danach sollte ungefähr eine Minute gewartet werden, bevor eine erneute Inhalation durchgeführt wird.
  • Reinigen Sie das Inhalationsgefäß nach jeder Benutzung gründlich. So umgehen Sie eine Keimverschleppung  und unnötige hygienischen Risiken.

Die meisten Inhalatoren werden zudem mit einer Gebrauchsanweisung verschickt, der man folgen sollte, um die maximale Wirkung zu erzielen.

Tipps für das Wasserbad

  •  Halten Sie zum heißen Gefäß einen Sicherheitsabstand ein. Gerade für Kinder besteht die Gefahr des Verbrühens.
  • Das Wasser ist warm, muss aber nicht kochen.
  • Atmen Sie ganz normal beim Inhalieren.
  •  Lüften Sie hin und wieder das Handtuch. So vermeiden Sie Schwindel.
  • Wenn Sie älter sind, ruhen Sie sich nach dem Inhalieren etwas aus, damit Ihr Kreislauf stabil bleibt.

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Stand: 03.09.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.