Rachenentzündung (Pharyngitis)

Wenn der Hals kratzt und die Stimme versagt

Der Rachen (Pharynx) ist der Teil im Körper, der von der Nasen- und Mundhöhle durch den Hals hinab zur Speiseröhre und zum Kehlkopf führt. Er ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Auch die sogenannten Mandeln, kleine Bereiche aus lymphatischem Gewebe, befinden sich im Rachenraum. Bei einer Pharyngitis hat sich diese Schleimhaut im Hals entzündet.

Akute und chronische Rachenentzündung

Rachenentzündung verursacht Halsschmerzen
Bei einer Rachenentzündung schmerzt der Hals. Oft tritt sie gemeinsam mit einer Erkältung auf.

Fachleute unterscheiden zwischen zwei Formen der Rachenentzündung:

  • Die akute Pharyngitis tritt meist im Zusammenhang mit einer Erkältung auf. In der Regel sind herkömmliche Erkältungsviren die Ursache für die Entzündung der Rachenschleimhaut. Daher besteht bei dieser Entzündung Ansteckungsgefahr.
  • Die chronische Pharyngitis entsteht durch eine längere Reizung der Rachenschleimhaut. Typische Reize sind Tabak, Alkohol oder Umweltgifte. Eine chronische Rachenentzündung entsteht mitunter durch Stoffwechselstörungen infolge von Diabetes mellitus. Auch eine Strahlentherapie kann eine chronische Rachenentzündung hervorrufen. Ansteckend ist diese Erkrankung, im Gegensatz zur akuten Form, jedoch nicht.

Ursachen für eine Pharyngitis

Die Ursachen einer akuten Rachenentzündung unterscheiden sich grundlegenden von den Ursachen einer chronischen Pharyngitis.

Ursachen bei einer akuten Rachenentzündung

Älteres Paar hat Schnupfen
Erkäktungsviren stecken oft hinter einer Rachenentzündung. Stärken Sie vor allem in der kalten Jahreszeit Ihr Immunsystem.

Die akute Rachenentzündung entsteht plötzlich und infolge eines grippalen Infektes. Daher sind vor allem Kinder oft von ihr betroffen, denn diese erkranken im Jahr mehrmals an einer Erkältung.


Erkältung
Laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes nimmt die Häufigkeit der Erkältungen mit zunehmenden Alter des Kindes ab.

Daneben sind ältere Menschen von einer Rachenentzündung häufiger oft betroffen als jüngere Erwachsene.

Verursacht wird diese Entzündung der Schleimhäute in den meisten Fällen durch Erkältungsviren wie Rhino- oder Coronaviren. Auch eine bakterielle Infektion ist möglich. Dies tritt jedoch in der Regel als sekundäre Infektion auf. Das bedeutet, dass bereits eine Erkältung vorliegt, die das Immunsystem schwächt. Dadurch ist es für Bakterien leichter, sich auf der wunden Schleimhaut „einzunisten“ und die Entzündung auszulösen.

Ursachen bei einer chronischen Rachenentzündung

Über einen längeren Zeitraum hinweg entwickelt sich die chronische Pharyngitis. Ursächlich hierfür sind:

  • Reizstoffe wie Alkohol, Tabak, Abgase, chemische Arbeitsmaterialien, staubige und trockene Luft, scharfes und heißes Essen
  • Erkrankungen oder Veränderungen des Hormonhaushaltes wie Allergien, Diabetes, Schilddrüsenunterfunktionen oder Wechseljahre
  • Strahlentherapie

Symptome einer Rachenentzündung

Auch die Beschwerden unterscheiden sich je nach Art der vorliegenden Pharyngitis.

Beschwerden bei einer akuten Rachenentzündung

Halsschmerzen
Neben den typischen Erscheinungen wie Halsschmerzen und Schluckbeschwerden kommen häufig Beschwerden einer Erkältung dazu. Schnupfen, Husten, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sind daher oft Begleitsysmptome.

Typisch für eine Rachenentzündung ist zu Beginn das Halskratzen. Betroffene haben das Gefühl eines rauen Halses und möchten ständig räuspern.

Die akute Pharyngitis wird zudem begleitet von Schluckbeschwerden und Halsschmerzen. Da die Entzündung oft mit einer Erkältung zusammen auftritt sind auch die charakteristischen Krankheitssymptome anzutreffen wie Schnupfen, Husten, Glieder- und Kopfschmerzen. Ein deutliches Anzeichen für eine Infektion sind angeschwollene Lymphknoten.

Darüber hinaus ist die Rachenhaut gerötet und angeschwollen. Auch die Mandeln können, sofern sie noch vorhanden sind, vergrößert und entzündet sein.

Manche Patienten leiden unter erhöhter Temperatur bis hin zum Fieber. Entsteht das Fieber recht plötzlich und fühlt sich der Patient ansonsten stark erschöpft, dann kann eine bakterielle Infektion vorliegen. In diesem Fall sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

Rachenentzündung im Rahmen einer Covid-19-Erkrankung

Wer sich mit den neuartigen Coronaviren SARS-CoV-2 ansteckt, zeigt häufig typische Erkältungssymptome. So ist es möglich, dass sich eine Rachenentzündung mit Halsschmerzen und Schluckbeschwerden einstellt. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit geringer als bei einer klassischen Erkältung.

Beschwerden bei einer chronischen Rachenentzündung

Asthma
Reizhusten ist ein Symptom bei chronischer Rachenentzündung.

Die chronische Rachenentzündung verläuft im Anfangsstadium leichter und äußert sich zunächst nur durch ein ständiges Trockenheitsgefühl im Hals.

Auch hier haben Betroffene das Bedürfnis, sich zu räuspern. Hinzu kommt ein Husten, bei dem der Erkrankte zähen Schleim absondert. Oft ist der Husten so stark, dass der Patient deswegen an Schlafproblemen leidet. Durch geschwollene Lymphknoten entsteht außerdem der Eindruck, einen Fremdkörper im Hals zu haben.

Bei der Diagnose unterscheidet der Arzt zwischen mehreren Formen der chronischen Rachenentzündung. So ist in einigen Fällen die Rachenschleimhaut gerötet, glatt und erscheint wie Lack glänzend, jedoch mit Belag bedeckt sein. In anderen Fällen sind die Seitenstränge des Rachenraums stark angeschwollen.

Behandlung einer Rachenentzündung

Viele Heilmittel, die bei Erkältung helfen, unterstützen den Heilungsprozess bei einer Rachenentzündung.

Therapie bei akuter Rachenentzündung

Grüner Tee in Glas
Ein Kräutertee beruhigt den Hals.

Die akute Pharyngitis heilt normalerweise gut zusammen mit der Erkältung aus.Die Apotheke bietet medizinische Hilfsmittel, um die Symptome der Entzündung zu lindern. Diese sind auch ohne Rezept und zur Selbstmedikation geeignet.

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So hilft eine Gurgellösung gegen Halsschmerzen und das Kratzen im Rache. Trinken Sie viel. Hier eignen sich warme Kräutertees besonders gut. So wirkt beispielsweise Kamillenblütentee heilend auf die entzündete Schleimhaut. Aber auch desinfizierende Lutschtabletten oder Pastillen können Betroffene einnehmen.

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Sollten Bakterien als Verursacher eine Rolle spielen, dann kann der Arzt Antibiotika zur Behandlung verschreiben.

Therapie bei chronischer Rachenentzündung

Zigaretten sind schädlich
Zigarettenkonsum verursacht viele Krankheiten. Hören Sie mit dem Rauchen auf. Bildquelle: © rangizzz – Fotolia.com

Bei der chronischen Rachenentzündung zielt die Behandlung zunächst darauf ab, die Ursachen für die Reizung der Halsschleimhaut zu beseitigen.

So ist der Verzicht auf Tabak und Alkohol unerlässlich. Meiden Sie zudem andere reizende Stoffe. Selbstverständlich helfen Betroffenen auch alle Arzneien wie Lutschtabletten, Gurgellösungen und Tees, die bei der akuten Rachenentzündung empfohlen werden.

Unser Lesetipp: Wie kann ich mit dem Rauchen aufhören?

Sind andere Erkrankungen die Ursache für die Entzündung, dann zielt die Behandlung auf die Therapie der Primärerkrankung ab.

Rachenentzündung vorbeugen

Wer auch im hohen Alter noch Sport treibt, stärkt seine Abwehrkräfte.

Gezielt vorbeugen lässt sie eine akuten Rachenentzündung nicht, da sie sich als Folge einer Erkältung entwickelt. Gegen Erkältungsviren ist der Mensch jedoch nicht immun. Empfehlenswert ist daher eine gesunde Lebensweise, bei der Sie Ihre Abwehrkräfte des Körpers stärken.

Neben einer abwechslungsreichen Ernährung gehört sportliche Aktivität dazu. Auch das Trinken von Wasser, ungesüßten Tees oder verdünnten Fruchtsäften hilft dem Körper. Es befeuchtet die Schleimhäute, sodass Viren und andere Krankheitserreger noch vor einer Infektion unschädlich gemacht und abtransportiert werden können.

Bei der chronischen Rachenentzündung können Betroffene in einigen Fällen die jeweiligen Ursachen vermeiden, zum Beispiel, wenn Reizstoffe im Spiel sind. Auch eine gute Belüftung der Räume hilft gegen die Austrocknung der Schleimhäute.


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Stand vom: 21.09.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.