Verschiedene Fieberthermometer erklärt

Vom klassischen Ausdehnungsthermometer bis zum Infrarothermometer

Der Patient schwitzt und klagt über allgemeines Unwohlsein? Der Kopf fühlt sich warm an? Um sicherzugehen, ob der Betroffene fiebert, stehen verschiedene Thermometer zur Verfügung. Im Prinzip unterscheidet man zwischen Ausdehnungsthermometer, digitalem Fieberthermometer und Infrarot-Fieberthermometer.

Prinzipiell lässt sich zwischen einem Kontaktthermometer und einem Infrarotthermometer, dass die abgestrahlte Wärme misst, unterscheiden.

Kontaktthermometer

Zu den Kontaktthermometern gehören das klassische Ausdehungsthermometer (Glasthermometer) und das digitale Fieberthermometer.

Bei Messungen im Mund sollte man vorher weder gekühlte, noch heiße Getränke zu sich nehmen, da dies das Ergebnis verfälschen kann. Zudem ist ein Aufwärmen des Fieberthermometers bzw. seiner Spitze auf Körpertemperatur eine gute Möglichkeit, um einen möglichst realen Wert zu erhalten. Bei der Messung der Temperatur muss man oral 0,3 % unter den Armen und in der Leiste 0,5 % der Temperatur dazu zählen. Eine rektale Messung verspricht das glaubwürdigste Ergebnis.

Ausdehnungsthermometer (Glasthermometer)

Ausdehnungsthermometer
Statt Quecksilber verwendet man mittlerweile Gallium oder Galinstan bei einem klassischen Ausdehnungsthermometer.

Ausdehnungsthermometer enthalten eine Flüssigkeit, die sich bei Kontakt mit Wärme ausdehnt.

Die Fiebermessung erfolgt wahlweise im After (genau aber unangenehm), unter der Zunge (auf die richtige Anwendung achten) oder in der Achselhöhle (auf Grund der großen Abweichungen eher nicht zu empfehlen).

In Anbetracht der Bruchgefahr und der langen Messzeiten bin zu mehreren Minuten werden Glasthermometer heute kaum noch gekauft.

Noch bis vor einiger Zeit wurde zum Messen der Körpertemperatur ein Quecksilberthermometer benutzt. Seit April 2009 ist der Vertrieb von Thermometern mit Quecksilber innerhalb der EU verboten, da diese Substanz giftig ist und im Falle eines Schadens heraustreten könnte.

Tipp 1: Quecksilberthermometer fachgerecht entsorgen

Wer in seinem Haushalt noch ein Quecksilberthermometer aufbewahrt, sollte dieses unbedingt fachgemäß entsorgen. Quecksilberthermometer können in einem  Schadstoffmobil abgegeben werden und gehören nicht in den Hausmüll.

Alternativ wird heute Quecksilber mit Alkohol, Gallium oder Galinstan, einer Mischung aus Gallium, Indium und Zinn, ersetzt. Dabei handelt es sich ebenfalls um ein Spitzenwert-Thermometer. Das Gallium oder Galinstan klettert entsprechend der Temperatur in einem Glasröhrchen nach oben. Die Temperatur kann man an der nebenstehenden Skala ablesen. Vor einer erneuten Messung schüttelt man das Thermometer und die Flüssigkeit kehrt an ihren Ursprungsplatz zurück.

Tipp 2: Glasthermometer bei Nickel-Kontaktallergie

Glasthermometer eignen sich für Patienten mit einer Nickel-Kontaktallergie, bei denen die Verwendung von elektronischen Messfühlern problematisch ist.

Ausdehnungsthermometer werden mittlerweile stark vom digitalen Fieberthermometer oder dem Infrarot-Fieberthermometer verdrängt. Das mag an den Nachteilen liegen. Zum einen besteht bei den Glasthermometern Bruchgefahr, zum anderen dauert der Messvorgang mehrere Minuten. Sie haben aber auch viele Vorteile: Sie benötigen keine Batterie, sind 100 Prozent wasserdicht und können leicht gereinigt und desinfiziert werden.

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Digitale Thermometer

Fieber
Digitale Fieberthermometer sind in der Regel bruchsicher.

Digitale Thermometer besitzen eine elektronische Temperaturmesstechnik. Daher werden sie auch elektronische Fieberthermometer genannt. Der Wert wird auf einem  LCD-Display angezeigt. Diese Thermometer haben gegenüber den analogen Thermometern einige Vorteile wie höhere Bruchfestigkeit, schnellere Messung, akustisches Signal am Ende des Messvorgangs sowie einfache Ablesbarkeit. Zudem sind sie einfach in der Bedienung und sehr zuverlässig im Messergebnis. Der Nachteil ist die Notwendigkeit von Batterien. Für Kinder kann die Messung unangenehm sein.

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Die Messung erfolgt im After, unter der Zunge oder in der Achselhöhle. Wobei ersteres eine hohe Messgenauigkeit verspricht und letzteres nur bedingt zu empfehlen ist. Bei den meisten digitalen Thermometern erfolgt ein Signalton, wenn die Messung beendet ist und die Temperatur abgelesen werden kann.

Infrarot-Thermometer

Infrarot-Fieberthermometer
Eltern messen Temperatur bei ihrem Baby mit dem Infrarot-Stirnthermometer.

Infrarotthermometer messen die von Stirn oder Trommelfell abgestrahlte Wärme. Diese wird über eine Linse aufgenommen und nach der Umrechnung in einen Temperaturwert als Körpertemperatur angezeigt. Man unterscheidet Ohrthermometer, Stirnthermometer und kombinierte Ohr-/Stirnthermometer.

Infrarot-Thermometer werden sehr gern von Ärzten verwendet und sind wegen der hohen Messgeschwindigkeit vor allem für die Erhebung der Temperatur bei Kindern beliebt.

Ohrthermometer

Ein Ohrthermometer misst die Infrarotstrahlen, die vom Trommelfell und dem umliegenden Gewebe abgegeben werden. Daraus ermittelt das Thermometer die Körperkerntemperatur und zeigt diese im Display an. Die hohe Messgenauigkeit gehört zu den Vorteilen des Ohrthermometers. Außerdem ist das Ergebnis in wenigen Sekunden ablesbar und gerade für Kinder ein äußerst angenehmes Verfahren. Die Temperaturmessung innerhalb weniger Sekunden. Auch dieses Gerät kennt einige Nachteile. So darf es nicht bei Babys unter 6 Monaten angewendet werden, da der Gehörgang hierfür nöch zu eng ist. Auch bei einer Ohrentzündung oder bei Ohrschmalz ist es nicht geeignet.

Durch unsachgemäße Positionierung im Gehörgang können jedoch Fehler in der Messung auftreten. Je nach Ausstattung des Ohr-Thermometers kann dies eine falsche Positionierung erkennen oder ist mit einer beheizten Spitze ausgestattet, um bessere Messergebnisse zu erhalten.

Stirnthermometer (Schläfenthermometer)

Stirnthermometer messen die Temperatur der Stirn mittels Infrarotsensor. Sie werden beispielsweise durch leichtes Rollen über die Hautoberfläche der Stirn geführt oder an die Schläfe gehalten. Diese Thermometer sind äüßerst hygienisch, da man sie nicht in Körperöffnungen einführen muss. Sie sind vor allem für Säuglinge und Kinder geeignet und warten nicht nur mit einer komfortablen Messung, sondern auch mit einer Messgenauigkeit auf. Doch da sie über die Stirn oder an die Schläfe gehalten werden und damit auf der Hautoberfläche verbleiben, sind sie nicht so genau wie ein Ohrthermometer.

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Kombinierte Ohr-/Stirnthermometer

Kombithermometer lassen sich oft durch einen Aufsatz von einem Ohr- zu einem Stirnthermometer umrüsten.


Exkurs: Ab wann hat man Fieber?

Irrtümlich wird häufig angenommen, dass Fieber bei einer Körpertemperatur von über 37 °C beginnt. Für viele sind jedoch Temperaturen um die 37 °C völlig normal. Erst ab 38,1 °C wird von Fieber gesprochen. Von 37,5 bis 30 °C geht man lediglich von einer Erhöhung der Körpertemperatur aus.

EinteilungKörpertemperatur
normale Körpertemperatur 36,3 °C–37,4 °C
erhöhte Körpertemperatur 37,5 °C–38,0 °C
leichtes Fieber 38,1 °C–38,5 °C
mäßiges Fieber38,6 °C–39,0 °C
hohes Fieber 39,1 °C–39,9 °C
sehr hohes Fieber 40,0 °C–42,5 °C

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Stand vom: 29.09.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.