Völlegefühl

Oft Folge eines zu schnellen, zu großen und zu fettigen Essens

Es zwickt und drückt im Bauch, er wölbt sich vor und ggf. kommen Blähungen und Übelkeit hinzu. Gerade an den großen Feiertagen, kommt vielen diese Beschreibung bekannt vor. Völlegefühl ist ein sehr häufiges Beschwerdebild, was hauptsächlich nach zu deftigen und zu massigen Mahlzeiten auftritt. In manchen Fällen steckt aber auch eine Erkrankung dahinter.

Was ist Völlegefühl?

Völlegefühl beschreibt das Gefühl des „Vollseins“, meist im Zusammenhang mit einer übermäßigen Nahrungsaufnahme. Es besteht ein unangenehmes Druckgefühl im Bereich des Oberbauches. Der Bauch ist aufgebläht und nach vorn gewölbt, man kann ihn nicht mehr einziehen. Oft ist es begleitet von Blähungen, gelegentlich auch von Bauchkrämpfen, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung oder Durchfall.

Wie entsteht Völlegefühl?

Fettige Speisen
Wir ernähren uns häufig mit zu fettigem Essen. Als Folge tritt oft ein Völlegefühl auf.

Der Auslöser für Völlegefühl ist meist eine durch unterschiedliche Faktoren begründete verlangsamte Verdauungstätigkeit. So wird die Magen- und Darmtätigkeit durch ballaststoffarme, kohlenhydrat- und fettreiche Mahlzeiten verlangsamt. Ebenso wirkt sich auch das Rauchen auf die Passage des Verdauungstraktes aus und führt über das Schlucken von Luft zu einer Verstärkung des Symptoms. Auch Stress, Depressionen und Bewegungsmangel führen zu einer verminderten Geschwindigkeit hinsichtlich des Verdauens der Mahlzeiten. Blähende Nahrungsmittel, wie z.B. Kohlsorten, führen durch die Gasentstehung von sich aus zu einem erhöhten Druck im Magen-Darm-Trakt und verstärken ein Völlegefühl zusätzlich.

Folgende Faktoren begünstigen das Auftreten eines Völlegefühls:

  • große Portionen
  • fettige Speisen
  • kohlenhdyratreiche Speisen
  • ballaststoffarme Speisen
  • blähende Nahrungsmittel
  • schnelles, hastiges Essen
  • Rauchen
  • Alkoholkonsum
  • seltene und dann große Mahlzeiten
  • Bewegungsmangel

Schon gewusst?

Der Verdauungsschnaps wirkt bei Völlegefühl eher kontraproduktiv. Alkohol verlangsamt die Darmtätigkeitzusätzlich und kann die Beschwerden zusätzlich verschlimmern.

Welche Erkrankungen können hinter Völlegefühl stecken?

Krankheiten bei Völlegefühl
Welche Krankheiten können ursächlich für ein Völlegefühl sein?

In der Regel handelt es sich bei dem Völlegefühl um ein harmloses Beschwerdebild. Tritt es hin und wieder nach üppigen, deftigen Speisen auf, ist es kein Grund zur Sorge. Leiden Sie auch zwischen den Mahlzeiten oder mit einer Regelmäßigkeit unter dem Druckgefühl, bedeutet es noch nicht, dass eine Erkrankung vorliegt, es sollte aber von einem Arzt abgeklärt werden.

Völlegefühl ist meist ein harmloses Beschwerdebild durch einen ungünstigen Lebenswandel. Konsultieren Sie einen Arzt, wenn es regelmäßig und unabhängig von der Nahrungsaufnahme auftritt.

Völlegefühl bei Gastritis

Frau mit schmerzenden Bauch
Eine gereizte Magenschleimhaut verursacht Bauchschmerzen und häufig auch ein Völlegefühl.

Unter dem Begriff „Gastritis“ versteht man eine Entzündung der Magenschleimhaut. Diese kann unterschiedliche Ursachen haben und geht häufig mit dem Symptom des Völlegefühls einher. Eine Entzündung mit dem Bakterium Helicobacter pylori oder Medikamenteneinnahmen wie Acetylsalicylsäure und Ibuprofen können beispielsweise die Entstehung einer Gastritis verursachen. Dadurch ist die Magenschleimhaut gereizt und es kommt schneller zu Schmerzen durch die Magendehnung nach der Nahrungsaufnahme.

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Tritt das Völlegefühl sehr kurze Zeit nach der Nahrungsaufnahme auf und wird begleitet von Übelkeit und Erbrechen, ist eine Gastritis als Ursache in Betracht zu ziehen. Auch an ein Magengeschwür sollte hierbei gedacht werden.

Völlegefühl bei verzögerter Magenpassage

Kann der Speisebrei den Magen nur verzögert in Richtung Darm verlassen, entsteht ebenfalls ein schmerzhaftes Völlegefühl. Dies kann z. B. bei einer Polyneuropathie, also eine Störung der Nervenfunktion, wie es häufig bei Diabetikern auftritt, der Fall sein. Bei einigen Medikamenten, wie Opiaten, ist dies ebenso eine bekannte Nebenwirkung. Auch Tumore, die den Magenausgang verkleinern, tragen zu diesem Beschwerdebild bei.

Völlegefühl bei Reizmagen und Reizdarm

Frau mit Bauchschmerzen
Auch das Reizmagen- bzw. Reizdarmsyndrom kann Ursache für das Völlegefühl sein.

Ein Reizmagen oder ein Reizdarmsyndrom kann ebenfalls das Gefühl des Vollseins begründen. Hierbei werden durch eine gesteigerte Nervenaktivität Reize aus dem Magen-Darm-Bereich schneller als schmerzhaft wahrgenommen. Bauchschmerzen, Durchfälle oder Verstopfungen sind hierbei häufig Begleiterscheinungen.

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Völlegefühl bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Milch
Nicht jeder verträgt den Milchzucker. Wer eine Laktoseintoleranz hat und Milch trinkt, kann in der Folge ein Völlegefühl entwickeln.

Werden einige Nahrungsbestandteile, wie z. B. Laktose, Fructose oder Gluten, nicht gut vom Körper vertragen, kann es zu Völlegefühl kommen. Bei der Laktoseintoleranz kann durch einen Enzymmangel der Milchzucker nicht ausreichend verdaut werden, sodass er von den Darmbakterien abgebaut wird. Bei diesem Prozess entstehen viele Gase, die zu Blähungen und auch Durchfall führen können und somit das Völlegefühl auslösen.

Völlegefühl bei verzögerter Darmpassage

Ähnlich wie beim Magen, führt auch eine verlangsamte Passage des Darmabschnittes durch Gasbildung und Verstopfungen zu einem Völlegefühl. Auch hier haben darauf das Rauchen, eine Opiateinnahme und Hindernisse wie Tumore und Verwachsungen nach Operationen einen Einfluss.

Völlegefühl bei gestörter Darmflora

Im Bereich des Darmes herrscht beim Gesunden eine spezifische Flora aus Darmbakterien vor, die die Verdauung unterstützt und das Immunsystem positiv beeinflusst. Diese Darmflora kann durch verschiedene Faktoren gestört werden. Eine Einnahme von Antibiotika kann beispielsweise auch die guten Darmbakterien abtöten, wodurch andere Bakterien Raum haben, sich zu vermehren. Kommt es so zu einer Fehlbesiedlung des Darms, also einem Vorherrschen ungünstiger Bakterien, kann es zu verstärkten Blähungen kommen. Hierdurch wird wiederum das Entstehen eines Völlegefühls begünstigt.

Was hilft bei Völlegefühl?

Schnaps
Oft wird empfohlen, nach dem Essen ein Schnäpschen zu trinken. Doch das reizt die Magenschleimhaut zusätzlich.

Wenn Sie unter Völlegefühl leiden, können Sie sich durch kleine Maßnahmen meist schon gut selbst helfen. So bringt ein Verdauungsspaziergang die Magen- und Darmaktivität in Schwung und wirkt dem unangenehmen Druckgefühl entgegen. Achten Sie außerdem auf eine ausreichende Trinkmenge von 1,5 bis 2 Litern pro Tag und verzichten Sie auf den Verdauungsschnaps. Alkohol unterstützt die Entstehung des Völlegefühls zusätzlich. Leiden Sie häufiger an dem Beschwerdebild, sollten Sie eine langfristige Änderung Ihres Lebensstils in Erwägung ziehen. Hierzu zählt eine Ernährungsumstellung mit Reduzierung des Fett- und Kohlenhydratanteils, während der Anteil an Ballaststoffen erhöht werden sollte. Hören Sie auf zu Rauchen und steigern sie Ihre Bewegung. Wenn Sie zu Blähungen neigen, sollten blähende Nahrungsmittel reduziert werden. Tees aus Anis, Kümmel und Fenchel können zusätzlich die Entstehung von Darmgasen verringern.

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Es sind auch verschiedene Medikamente käuflich erwerbbar, die akute Abhilfe verschaffen können.

Schon gewusst?

Der Verdauungsspaziergang trägt seinen Namen zu Recht! Durch die körperliche Bewegung wird die Magen- und Darmaktivität gesteigert. Dies leistet Abhilfe bei Völlegefühl.


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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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Stand vom: 28.12.2018