Keuchhusten

Kranker Säugling

Tritt Keuchhusten bei Säuglingen auf, ist höchste Alarmbereitschaft angesagt!

Die durch Bakterien hervorgerufene Infektionskrankheit der Atemwege äußert sich durch einen stakkatoartigen Husten. Oft kommt es bei der Erkrankung zu Komplikationen. Bei Säuglingen kann sie sogar zu Atemstillstand führen. Deshalb ist die lebensbedrohliche Krankheit meldepflichtig.  

Keuchhusten ist eine durch Bakterien ausgelöste, hochansteckende, langwierige und schwerwiegende Infektionskrankheit der Atemwege. Im Herbst und Winter tritt die Erkrankung am häufigsten auf.

 

Synonyme:

·         Pertussis

·         Stickhusten

 

Ursachen von Pertussis

Die Keime des Bakterium Bordetella pertussis gelangen beim Niesen, Husten oder Sprechen in die Luft und werden mittels Tröpfcheninfektion beim Einatmen übertragen. Die Übertragung kann auch durch Küssen oder gemeinsam benutzte Gegenstände, die man an den Mund führt, erfolgen.

Keuchhusten

Der Keuchhusten ist eine akute bakterielle, sehr ansteckende Krankheit.

In 80 % der Fälle erkrankt eine nicht geimpfte Person an Keuchhusten. Eine geimpfte Person erkrankt nicht, kann aber vorübergehend die Krankheit weiterverbreiten. Die Bakterien sondern Gifte ab, die das Immunsystem schwächen und das Gewebe schädigen. Das Pertussis-Toxin zerstört die Schleimhäute, schädigt umliegendes Gewebe und schwächt die Abwehrkräfte.

 

Verlauf und Symptome von Keuchhusten

Sind Kinder befallen husten sie meist mit vorgestreckter Zunge schnell und mehrfach hintereinander. Bei Säuglingen drohen schwere Komplikationen: Mittelohr- und Lungenentzündung sowie eine Entzündung des Gehirns mit Krampfanfällen drohen. Es kann außerdem zu Atemstillstand kommen. Bei Erwachsenen kann sich eher ein trockener Husten entwickeln. Der Verlauf von Keuchhusten wird in drei Stadien unterteilt.

 

Stadium catarrhale (erkältungsartiges Stadium)

Das Stadium catarrhale bricht 5–20 Tage nach der Infektion mit grippeähnlichen Symptomen wie Husten, Niesen und Halsschmerzen aus und dauert ein bis zwei Wochen an. Andere Personen können infiziert werden.

 

Stadium convulsivum (Anfallstadium)

Erbrechen

Wer sich krank fühlt, sehr stark husten und sich übergeben muss, könnte sich mit Keuchhusten infiziert haben.

Nach diesem relativ unspezifischen Anfang folgen:

  • krampf- und stakkatoartige Hustenattacken, die mit keuchenden Geräuschen beim darauffolgenden Luftholen einher gehen
  • Hustenanfälle, die häufig nachts oder unter Belastung wie Stress oder Sport auftreten
  • zäher, glasiger Auswurf
  • Würgen und Erbrechen

 

Bei Säuglingen können sich die Anfälle des Keuchhustens als Atemstillstände äußern und damit lebensbedrohlich werden. Aber auch bei einem Prozent der betroffenen Erwachsenen verläuft Keuchhusten tödlich.

Lungenerkrankung

Pneumonie als Folgeerkrankung bei Keuchhusten.

Oft kommt es zu Komplikationen:

 

Die zweite Phase des Keuchhustens dauert mehrere Wochen an und auch hier besteht immer noch die Gefahr andere Personen anzustecken. Nach der 6. Erkrankungswoche sinkt das Ansteckungsrisiko.

 

Stadium decrementi (Erholungsstadium)

In der letzten Phase, dem Stadium decrementi, lassen die Hustenanfälle langsam nach. Das Rekonvaleszenzstadium dauert 6–10 Wochen.

 

Keuchhusten vorbeugen: Impfen gehen

Impfen heißt Keuchhusten vorbeugen

Der Krankheit vorbeugen: Auffrischungsimpfung nicht vergessen!

Da Säuglinge ernsthaft durch Keuchhusten gefährdet sind, ist eine Impfung so früh wie möglich wichtig. Auch alle Kontaktpersonen sollten geimpft sein.

90 % der schulpflichtigen Kinder sind in Deutschland gegen Pertussis geimpft. Der Impfschutz hält jedoch nur 4 bis 12 Jahre. Da viele Jugendliche und Erwachsene nicht an die Auffrischungsimpfung denken, nehmen die Krankheitsfälle im Erwachsenenalter wieder zu. Personen, die bereits Keuchhusten hatten, müssen sich auch regelmäßig durch eine Impfung vor einer erneuten Ansteckung schützen.

Imunität bei Keuchhusten hält nur ein paar Jahre

Keuchhusten behandeln

Eine ursächliche Therapie mit Antibiotika muss frühzeitig erfolgen. Diese können den Krankheitsverlauf verkürzen. Außerdem ist die Krankheit weniger lang ansteckend. Die Bakterien abtötende Medizin muss 14 Tage lang eingenommen werden. Allerdings mildern Antibiotika  kaum die Symptome.

Säuglinge müssen zur Behandlung ins Krankenhaus. Sie können den Schleim oft nicht selbstständig abhusten, sodass dieser abgesaugt werden muss, um den Atemstillstand zu verhindern. Kinder, die zuhause versorgt werden, benötigen viel Zuneigung. Bei Hustenanfällen hilft es beruhigend einzuwirken.

 

Beschwerden lindern

  • Der Patient benötigt viel Ruhe. Aufgrund der Ansteckungsgefahr muss er ohnehin bis zu 7 Tagen zu Hause bleiben. Der Arzt wird ihn je nach Verlauf auch länger krankschreiben.
  • Die Raumluft sollte kühl, frisch und feucht sein. Hier hilft es, feuchte Handtücher im Zimmer aufzuhängen. Lüften Sie öfter.
  • Junge inhaliert

    Hilfe verspricht das Inhalieren mit einem Inhalationsgerät.

    Der Betroffene muss viel Flüssigkeit aufnehmen sowie kleine und leichte Mahlzeiten essen.

  • Keuchhusten lässt sich nur sehr schlecht behandeln. Viele Hustenstiller zeigen keine Wirkung. Regelmäßiges Inhalieren kann mildernd wirken. Hierzu benötigen Sie eine Schüssel, ein Handtuch, heißes Wasser und Meersalz. Für Kinder ist die Methode nicht zu empfehlen. Sie können sich schnell an der heißen Schüssel verbrühen. Zudem ist sie nicht ganz effektiv. Gezielter arbeitet ein Inhalationsgerät: Die Wassertröpfchen werden feiner zerwirbelt und dringen damit tiefer in die Bronchien ein. Da das Gerät bei allen Erkrankungen der Atemwege immer wieder neu angewendet werden kann, lohnt sich eine Anschaffung.

 

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