Gallensteine: Gallensteinleiden erkennen und behandeln

Foto eines jungen Mannes, der sich den Bauch hält

Ein Gallenstein ist ein festes, kristallisiertes Ausfallprodukt der Galle bzw. der Gallenflüssigkeit. Er entsteht durch ein Ungleichgewicht an löslichen Stoffen in der Galle.

Gallensteine und Gallensteinleiden: Begriffe kurz geklärt

Synonyme: Gallenkonkrement  | Cholelith

Gallensteine kommen relativ häufig und oft unbemerkt vor. In einem Ultraschallbild übersehen Ärzte die kleineren Gallensteine. Diese bezeichnen Fachleute auch als Gries oder Gallengries.

Ist ein Gallenstein vorhanden, spricht man von einem Gallensteinleiden oder auch von einer Cholelithiasis.

Gallensteine, die sich in der Gallenblase befinden, verursachen das Gallenblasensteinleiden.

Befinden sich die Gallensteine im Gallengang sprechen Fachleute vom Gallenblasengangleiden.

Die aus über 70 % aus Cholesterin bestehenden, gelb gefärbten Cholesterinsteine sind Gallensteine, die sehr häufig vorkommen.

Die aus größtenteils Bilirubin bestehenden braun bis schwarzen Biliirubin-Steine oder auch Bilirubin-Pigment-Steine sind eher selten.

Symptome: So äußern sich Gallensteine

Im Normalfall verursachen Gallensteine keine Beschwerden. Klemmen diese sich allerdings ein und behindern somit den Abfluss der Galle, kommt es zu starken Koliken. Diese zeichnen sich durch heftige, krampfartige Schmerzen im rechten und mittleren oberen Bauch aus. Die Schmerzen strahlen teils bis in den Rücken und in die rechte Schulter aus. Übelkeit und Erbrechen sind oftmals Begleiterscheinungen.

Eine Gallenkolik dauert in der Regel 15 Minuten bis 5 Stunden. Wenn die Galle nicht ungestört abfließen kann und sie sich im Gallengang staut, reichern sich die Leberenzyme im Blut an, der Stuhlgang bleibt hell, aber der Urin verfärbt sich dunkel.

Wird die Gallenflüssigkeit bis in die Leber zurückgestaut, wird der Gallenfarbstoff im Blut angereichert. Das führt zu einer Gelbfärbung der Haut sowie der Augen und somit zur Gelbsucht bzw. Ikterus.

Gallensteine und der durch Gallensteine verursachte Rückstau der Gallenflüssigkeit führen zu Entzündungen der Gallenwege. Je nach Ort der Infektion spricht man von einer Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) oder einer Gallengangentzündung (Cholangitis).

Hohes Cholesterin dank fettigem Essen
Wer Probleme mit der Galle hat, verträgt fettige Speisen schlecht.

Zu den bereits beschriebenen Beschwerden kommen gelegentlich ein Druck– und Völlegefühl im Oberbauch, Unverträglichkeit von fettigen, gebratenen Speisen oder Kaffee, Blähungen sowie Durchfall hinzu.

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • heftige, krampfartige Oberbauchschmerzen
  • Völle- und Druckgefühl
  • Gelbfärbung der Haut und der Augen
  • Unverträglichkeit gegenüber diverser Speisen
  • Durchfall
  • heller Stuhl
  • dunkler Urin

Ursachen und Risikofaktoren für Gallensteinleiden

Frau um die 40
Weiblich, blond, über 40 Jahre und mehrfache Mutter? Dann kommen bereits 4 von 6 Risikofaktoren für Gallensteine zusammen.

Wenn sich die Gallenflüssigkeit verändert, sodass schwere lösliche Bestandteile wie Cholesterin oder Bilirubin ausflocken, bilden sich winzig kleine Kristalle. Diese verbinden sich mit der Zeit und wachsen zu Gries an.

Diverse Risikofaktoren begünstigen die Bildung von Gallensteinen. Die sogenannten 6-F-Regel fasst die wichtigsten Faktoren wie folgend zusammen:

Infografik zu Risikofaktoren für Gallensteine

Demnach haben Frauen ein höheres Risiko als Männer, insbesondere dann, wenn sie übergewichtig und hellhaarig sind, schwanger waren sowie mehrere Geburten hatten und ein Alter von mindestens 40 Jahren erreicht haben.

Das ABCB4-Gen enthält den Bauplan für eine molekulare Pumpe. Diese hat die Aufgabe, das Cholesterin aus den Leberzellen in die Gallenwege zu transportieren. Bei rund jedem 10. Europäer weist dieses Gen eine Variation auf. Diese sorgt dafür, dass die Pumpe ständig auf Hochtouren läuft. Die betroffene Gruppe hat 2- bis 3-mal so häufig Gallensteine als Personen ohne diese Genveränderung.

Weitere Risikofaktoren für das Entstehen von Gallensteinen sind:

  • diverse Krankheiten, etwa Blutarmut, Erkrankungen der Leber, Infektionen der Gallenwege mit Bakterien oder Parasiten, Gallensäurenverlust-Syndrom, entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus
  • erhöhte Blutfettwerte
  • Einnahme bestimmter Medikamente, etwa weiblicher Geschlechtshormone als Verhütungsmittel oder als Hormonersatztherapie im Klimakterium oder diverse Antibiotika
  • Gallenstein-fördernde Ernährung, etwa ballaststoffarm, cholesterinreich oder extrem kalorienarm

Gallensteine vorbeugen

Wer gesund lebt, beugt vielen Krankheiten vor. Es ist nie zu spät, seine Lebensgewohnheiten umzustellen. Wenn Sie an Übergewicht leiden, sollten Sie Ihre Ernährung verändern. Verzichten Sie auf fetthaltige und süße Speisen. Trinken Sie wenig Alkohol. Bewegen Sie sich. Suchen Sie sich einen Sport, der zu ihnen passt. Krafttraining etwa ist mit den richtigen Übungen gelenkschonend, aber langfristig sinnvoll. Denn wer Muskeln aufbaut, verbrennt mehr Kalorien, selbst wenn er sich in Ruhe befindet.

Unser Lesetipp: Mehr Hinweise zur Gewichtsreduktion erhalten Sie in unserem Ratgeber “Gesund abnehmen“.

Fette sind in sehr vielen Speisen enthalten. Sie können Ihre Fettverdauung unterstützen. Artischocke etwa regt die natürliche Fettverdauung an und trägt zum Erhalt normaler Blutfettwerte bei. Gelbwurz verbessert den Gallenfluss. Bei Stauung des Gallenflusses kommt Schöllkraut zum Einsatz. Auch Löwenzahn verbessert die Verdauung und regt die Gallenproduktion an.

Unsere Produkttipps zur Unterstützung der Fettverdauung: Hepar-SL® 320 mg Hartkapseln mit Artischockenblätter-Trockenextrakt | BILISAN® duo Tabletten mit Mariendistel- und Gelbwurzelextrakt | Hepar Hevert Lebertabletten

Behandlung von Gallensteinen

Bei einer akuten Gallenkolik werden krampflösende und schmerzstillende Mittel eingesetzt. Gängige Schmerztabletten enthalten die Wirkstoffe Paracetamol und Ibuprofen.

Krampflösende und schmerzstillende Mittel – unsere Produkttipps:  Paracetamol 500  – 1 A Pharma®   |  Ibuprofen AbZ 400 mg akut  | Buscopan® PLUS  |  Kamillosan® Konzentrat

Mit Antibiotika behandelt man eine mögliche Infektion der Gallenblase. Hinzu kommt mitunter, dass Betroffene auf eine Nulldiät mit Infusion gesetzt werden und für 24 Stunden nichts essen dürfen.

Arzt operiert Patienten
Nicht immer kommt es zu einer Operation. Manchmal ist jedoch das chirurgische Entfernen der Gallensteine die beste Lösung.

Gallensteine in der Gallenblase, die Beschwerden verursachen, entfernt man sehr häufig chirurgisch, meist mittels Schlüssellochchirurgie. Gallensteine im Gallengang müssen bei Beschwerden und können bei Symptomlosigkeit ebenfalls operativ entfernt werden. Dieses gelingt oft auf endoskopischem Weg.

Bei manchen Betroffenen werden Gallensteine medikamentös aufgelöst (systemische Litholyse) oder mittels Stoßwellen (Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie) zertrümmert. Diese Formen der Behandlung dauern länger und werden meist nur angewandt, wenn keine Operation möglich ist. Das Risiko, dass sich erneut Gallensteine entwickeln, liegt bei 30–50 %.


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Stand vom: 02.02.2024

Coverbild: Gpoint Studio (Canva)

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