Hagebutte

Entzündungshemmendes Erkältungsmittel und Frischekur für unsere Haut

„Ein Männlein steht im Walde…“  – jedes Kind kennt das Lied über die Hagebutte. Im Spätsommer und Herbst sieht man sie am Wegesrand leuchten und wohl jeder hat schon einmal Hagebuttentee getrunken. Ihre eigentliche Wirkung ist aber nur selten bekannt, so dass die Frucht allgemein unterschätzt wird. Reich an Vitaminen und mit austreibendem Effekt hilft sie bei unterschiedlichen Erkrankungen und kann auch zur Hautpflege genutzt werden.

Steckbrief

Botanischer NameRosa
PflanzenfamilieRosengewächse
Synonyme
Hagebutze, Haneputtchen, Buddeln, Botteln, Hahnedorn
Wirkung des ätherischen Ölsaustreibend, abführend, entzündungshemmend, appetitanregend
Verwendung als HeilkrautErkältungskrankheiten, Harnwegsinfektionen, Rheuma, Gicht,
Verwendung in der KücheTee, Mus, Marmelade, Suppe, zu Wildgerichten
Verwendung in der KosmetikHautpflege

Herkunft der Hagebutte

Hundsrose
Die Blüten der Hundsrose sind weiß bis rosafarben.

Die Hagebutte als Frucht der Rose ist in unseren Breitengraden sehr verbreitet und wächst überall in der gemäßigten Klimazone. Besonders im Sommer ziehen die wilden Rosenbüsche und -sträucher mit ihren weißlichen bis rosa-farbenen, gut duftenden Blüten die Aufmerksamkeit auf sich. Nach dem Verblühen reifen bis zum Herbst die Früchte heran die eine leuchtend rote Farbe haben. Vor ca. 4000 Jahren haben die Perser die Pflanze kultiviert, auch heute wird sie landwirtschaftlich angebaut. Die größten Anbaugebiete liegen in Osteuropa, Russland, Chile und China, wo sie auf riesigen Plantagen wachsen.

Alle ca. 150 wilden Rosenarten bilden Hagebutten. Hierzulande sind sie v. a. als Früchte der Hundsrose (Rose canina) zu finden. Andere Arten sind bspw. die Kartoffelrose (Rose rugosa), die Gebirgsrose (Rose pendulina) und die Weinrose (Rose rubiginosa). Die Pflanzen sind je nach Art zwischen einem halben und mehreren Metern hoch. Die am weitesten verbreitete Hundsrose ist eine der großen Arten und wächst als Busch v. a. auf Lehmboden an Waldesrändern bis zu 4 Metern hoch. Die Zweige wachsen rankenartig gebogen und haben einen dichten Dornenbesatz.

Rosafarbene Rosenblüte
Zartrosafarbene Blüten bezaubern den Betrachter, bevor daraus die Frucht der Rose, die Hagebutte, entsteht.

Ab September können die Früchte geerntet werden. Die Erntezeit überdauert den Winter bis ins Frühjahr. Selbst nach Frost sind die Hagebutten noch genießbar. Zur weiteren Verarbeitung werden sie gewaschen, die Nüsse entfernt und getrocknet. Anschließend wird ein Großteil zu Tees, Ölen, Pulver oder Kapseln weiter verarbeitet.

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Hagebutten gehören wie die Erdbeere zu den Sammelnussfrüchten, die viele kleine Nüsse bilden. Am becherförmigen Boden der Rosenblüte bildet sich das Fruchtfleisch der Hagebutze. Im Inneren sind die Nüsse deutlich als Kerne zu erkennen. Bei der Verarbeitung der Rosenfrucht sollten die Kerne entfernt werden, da diese durch Widerhaken zu unangenehmen Hautreaktionen bis hin zu allergischen Reaktionen führen können.

Was juckt denn da?

Hagebutten sind v. a. bei Kindern zur Herstellung von „Juckpulver“ beliebt. Die Kerne der Frucht reizen durch Widerhaken die Haut und führen dadurch zum Jucken. Doch Vorsicht: was meist als Streich beginnt, kann in einer allergischen Reaktion enden!

Inhaltsstoffe der Hagebutte

Die Frucht der Rose ist eine wahre Vitaminbombe. Am höchsten ist der Gehalt an Vitamin C mit ca. 430 mg pro 100 g der getrockneten Frucht. Damit hat die Hagebutte mehr Vitamin C zu bieten als die für ihren Vitamin-C-Gehalt hochgelobte Zitrone. Des Weiteren sind Vitamin A, Vitamin B6, Calcium, Magnesium und Eisen in größeren Mengen enthalten. Zur Wirkung der Hagebuttetragen tragen außerdem das an den Farbstoff gebundene Lycopin und der sekundäre Pflanzenstoff Galaktolopid bei.

In der Hagebutte ist der Vitamin-C-Gehalt im Vergleich zu anderen Lebensmitteln sehr hoch.

Wirkungen der Hagebutte

Aus den unterschiedlichen Inhaltsstoffen leiten sich die breitgefächertenWirkungen der Hagebutte ab. So hemmt die Hagebutte Entzündungen, stärkt das Immunsystem, fördert die Kollagenbildung, steigert den Appetit und die Ausscheidung und reguliert die Darmtätigkeit.

Verwendung der Hagebutte

Die Verwendung der Hagebutte als Arzneipflanze wird seit Jahrhunderten betrieben. Auch heute noch weiß man, dass die Hagebutte ein gutes Heilmittel gegen Atemwegserkrankungen ist. Weniger bekannt ist die positive Wirkung der Rosenfrucht auf unsere Haut. 

Verwendung der Hagebutte als Heilmittel

Am bekanntesten ist der Einsatz der Hagebutte zur Vorbeugung undBekämpfung von Erkältungskrankheiten. Als Tee getrunken lindert sie Halsschmerzen, Heiserkeit und Husten.

Hagebuttentee hilft bei Erkältungsbeschwerden und Magen-Darm-Problemen.   

Bei Harnwegserkrankungen kommt uns neben der Stärkung des Immunsystems die Förderung der Nierenfunktion und Steigerung der Harnausscheidung zu Gute. So werden die Infekt-verursachenden Bakterien rasch ausgeschwemmt und eine Besserung der Beschwerden tritt ein. Personen mit Darmbeschwerden profitieren vom Verzehr der Hagebutte, deren Gerbstoffe die Darmtätigkeit reguliert und somit sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung Abhilfe verschaffen kann.

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Auch bei Arthrose wirkt sich die regelmäßige Verwendung von Hagebutte als Nahrungsbestandteil aber auch in Form von Umschlägen und Wickeln positiv aus. So werden die Entzündungserscheinungen gemildert, die Schmerzen gelindert und die Beweglichkeit der Gelenke gefördert. Ähnliche Effekte sind auch bei Gichtpatienten zu beobachten, die ebenfalls von der ausleitenden Wirkung der Rosenfrucht profitieren. Durch eine Cholesterinsenkung beugt sie außerdem Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.

Hagebuttentee selbst herstellen

Kochen sie 2 Teelöffel getrocknete Hagebutten mit 250ml für 10 min und seihen sie den Tee ab. So erhalten sie einen reinen Hagebuttentee, der mehr Wirkstoffe enthält, als nach industrieller Herstellung.

Verwendung der Hagebutte in der Küche

Für diesen leckeren Kuchen dient Hagebuttenmus als Füllung. 

Die Zubereitungsmöglichkeiten der roten Frucht der Rose sind vielfältig. Je später die Hagebutte geerntet wird, desto süßer ist ihr Geschmack. Entferntman die Kerne, kann sie auch roh gegessen werden. In frischer Form dient sieals Grundlage für Hagebuttensuppe, Hagebuttenmarmelade oder Hagebuttengelee. Auch als Saft, Wein oder Likör ist die Hagebutte schmackhaft. Weit verbreitet ist allerdings der Genuss des Hagebuttentees. Daneben können die getrockneten Früchte als Pulver in Joghurts oder als Beigabe im Müsli genossen werden.

Verwendung der Hagebutte zur Hautpflege

Das hochwertige aus den Nüssen gepresste Hagebuttenöl eignet sich hervorragend zur Hautpflege. Es ist häufiger Bestandteil von Feuchtigkeit-spendenden Nachtcremes.

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Hagebuttenöl reguliert die Talgproduktion und fördert die Feuchtigkeitsaufnahme der Kollagenbildung der Haut, sodass Hautunreinheiten und Falten verringert werden. Außerdem lindert es die Entzündungsreaktionen bei Ekzemen und fördert die Wundheilung.

Schon gewusst?

Die pflegenden Eigenschaften der Hagebutte entfalten sich am besten über Nacht, wo sich die Haut regeneriert. Greifen Sie auf eine Nachtcreme mit Hagebuttenöl zurück und sie werden mit einem frischen Teint aufwachen!


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Stand vom: 16.11.2018