Arthrose: Schmerzhafter, vorzeitiger Gelenkverschleiß

In heimischer Atmosphäre auf einem Sofa sitzend, hält sich ein älterer Mann das rechte Knie vor Schmerzen. Arthrose bei Übersäuerung

Der Begriff Arthrose steht für einen Gelenkverschleiß, der das altersübliche Maß übersteigt. Gelenke nutzen sich aus verschiedenen Gründen ab. Maßgeblich ist eine hohe Belastung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Arthrose bezeichnet einen Gelenkverschleiß, der über das altersübliche Maß hinausgeht. Dabei baut sich der schützende Gelenkknorpel nach und nach ab.
  • Häufig betroffen sind Knie, Hüfte, Finger, Daumensattelgelenk und Wirbelsäule. Besonders belastete Gelenke tragen ein höheres Risiko.
  • Typische Beschwerden sind Anlaufschmerz, Morgensteifigkeit, Druckschmerz, eingeschränkte Beweglichkeit sowie Reiben oder Knirschen im Gelenk.
  • Risikofaktoren sind Übergewicht, Fehlstellungen, frühere Verletzungen, hohe sportliche Belastung, entzündliche Gelenkerkrankungen und Stoffwechselstörungen wie Gicht oder Diabetes mellitus.
  • Bei einer aktivierten Arthrose entzündet sich das Gelenk zusätzlich. Das Gelenk erscheint dann oft geschwollen, überwärmt und gerötet.
  • Bewegung bleibt trotz Schmerzen wichtig. Gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Wandern oder Gymnastik unterstützen die Beweglichkeit und stärken die Muskulatur.
  • Die Behandlung zielt vor allem auf Schmerzlinderung, bessere Beweglichkeit und eine Verlangsamung des Fortschreitens ab. Dazu gehören Krankengymnastik, Gewichtsreduktion, Medikamente, orthopädische Hilfen und in schweren Fällen operative Verfahren.
  • Eine gesunde Lebensweise beugt Gelenkverschleiß vor. Dazu zählen Normalgewicht, ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Rauchverzicht und die Korrektur von Fehlstellungen.

Arthrose: Gelenkverschleiß

Am Beginn einer Arthrose steht der Abbau des Gelenkknorpels bis der Knochen teilweise oder ganz freigelegt wird. Der Knochen wird nicht mehr ausreichend vor Stößen und großer Belastung geschützt. Er versucht die Überlastung auszugleichen, indem er verstärkt Knochensubstanz bildet. Deswegen kommt es zu Deformierungen und knotigen Verdickungen der von Arthrose betroffenen Gelenke.

Das abgeriebene Knorpel- und Knochenmaterial verursacht wiederum eine Entzündung der umgebenden Gelenkhaut. Dadurch sind die Gelenke überwärmt und gerötet. Zudem lagert sich Flüssigkeit im Gelenk an und es kommt zu einem sogenannten Gelenkerguss. Dieses Krankheitsbild nennt die Fachwelt aktivierte Arthrose.

Schon gewusst?

Ähnliche Namen, zwei Krankheiten: Während die Arthrose, den Gelenkverschleiß bezeichnet, benennt die Arthritis eine Gelenkentzündung.

Formen der Arthrose

Am häufigsten tritt Arthrose an Gelenken auf, die besonders stark durch das Körpergewicht belastet werden. Arthrosen werden auch nach der betroffenen Stelle unterschieden:

Namebetroffene Körperstelle
Gonarthrose Arthrose im Knie
Koxarthrose Arthrose in der Hüfte
Spondylarthrose Arthrose der kleinen Wirbelsäulengelenke
Heberden-Arthrose Arthrose der Fingerendgelenke
Bouchard-Arthrose Arthrose der Mittelgelenke
Rhizarthrose Arthrose des Daumensattelgelenk

Ursachen der Arthrose

Wenn das Gelenk über einen längeren Zeitraum überlastet wird, entstehen Knorpelschäden. Diese sind irreparabel. Im zunehmenden Alter kommt es bei jedem Menschen zu einem Gelenkverschleiß. Doch gewisse Risikofaktoren führen dazu, dass der Prozess früher einsetzt. Zu ihnen zählen:

  • Übergewicht
  • Leistungssport bzw. hohe sportliche Aktivitäten
  • Fehlstellung der Gelenke (zum Beispiel X-Bein-Stellung, Hüftgelenksfehlstellung)
  • knöcherne Deformierung aufgrund von Knochenerkrankungen wie Osteoporose
  • Gelenkentzündungen (Arthritis)
  • Knochenbrüche
  • Kapsel-Band-Verletzungen
  • angeborene Knorpeldefekte
  • Stoffwechselstörungen wie Gicht oder Diabetes mellitus

Sind die Ursachen nachweisbar, spricht man von einer „sekundären Arthrose“. Wenn medizinisches Personal die Ursache nicht bestimmen kann, wird diese Form des Gelenkverschleißes als „primäre Arthrose“ bezeichnet.

Eine spezielle Form ist die hämophile Arthrose, die durch die Bluterkrankheit, die sogenannte Hämophilie, hervorgerufen wird. Das Bluterknie entsteht dabei durch die erhöhte Blutungsneigung, die im verletzten Gelenk andauernde Blutungen verursacht.

Symptome des Gelenkverschleißes

Mann sitzt mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Bett und hält sich das Knie – typisch sind morgentliche Knieschmerzen bei Arthrose.
Morgensteifigkeit gehört zu den typischen Beschwerden bei Arthrose.
Bild: Drs Producoes – Getty Images Signature (Canva)

Der degenerative Prozess ist mit starken Schmerzen verbunden. Körperliche Belastung, insbesondere stoßartige Bewegungen, so zum Beispiel beim Hinabsteigen einer Treppe, sowie kalte und feuchte Witterung verstärken die Schmerzen.

  • Anlaufschmerz: Die ersten Bewegungen nach längerer Ruhe sind schmerzhaft, etwa nach dem Aufstehen von einem Stuhl.
  • Morgensteifigkeit der Gelenke: Das Gelenk fühlt sich steif an und muss erst „warmgelaufen“ werden. Nach einer halben Stunde hat sich der Zustand normalisiert.
  • Druckschmerzen
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • Reiben und Knirschen während der Bewegung
  • leichte Schwellung

Gängige Therapien bei Arthrose

Bei einer Behandlung einer Arthrose liegt die Konzentration auf der Schmerzlinderung. Die Gelenke sollen zudem wieder beweglicher und leistungsfähiger – sowie der fortschreitende Gelenkverschleiß verzögert – werden.

Krankengymnastik und Sport

Seniorengruppe macht Gymnastikübungen mit Hanteln – Gezieltes Bewegungstraining kann helfen Schmerzen zu lindern.
Gymnastische Übungen helfen.
Bild: Robert Kneschke (Canva)

In einer Knieschule – eine Therapieform der Krankengymnastik – erlernen Patient:innen gezielte gelenkschonende Maßnahmen für das alltägliche Leben, sowie Übungen, um schwache Muskeln zu kräftigen. Außerdem fördern regelmäßig Bewegung und gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren die Gesundheit der Gelenke.

Gewichtsreduktion

Bei Arthrose und Übergewicht empfiehlt es sich, gezielt Maßnahmen zur Gewichtsreduktion zu ergreifen. Eine kalorienreduzierte, ausgewogene Mischkost versorgt den Körper mit allen lebenswichtigen Nährstoffen. Besonders wertvoll sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren, außerdem Antioxidantien und Vitamin D. Eine gesunde Ernährung unterstützt nicht nur das Abnehmen, sondern wirkt sich auch positiv auf die Stoffwechselprozesse im Gelenk aus. Antioxidantien finden sich ebenso wie viele Vitamine und Mineralstoffe in verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln.

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Medikamentöse Behandlung

Bei einer Arthrose können Medikamente Entzündungen hemmen und Schmerzen lindern. Zur Therapie stehen zu diesem Zweck je anders geartete Wirkstoffe und Wirkstoffgruppen zur Verfügung:

  • Schmerzmittel (Analgetika), z. B. mit dem Wirkstoff Paracetamol oder Ibuprofen
  • kortisonfreie Entzündungshemmer, so genannte nicht-steroidale Antirheumatika ( NSAR) als Tabletten oder als Salbe oder Gel, z. B. mit dem Wirkstoff Diclofenac
  • Gelenkinjektionen und Spülung des Gelenks mit lokalen Betäubungsmitteln als akute Schmerztherapie oder mit Kortisonpräparaten in entzündlichen Phasen
  • Hyaluronsäure als ein wichtiger Bestandteil der Gelenkflüssigkeit kann ins Gelenk gespritzt werden

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Orthopädische Maßnahmen

Zu den orthopädischen Maßnahmen zählen:

  • Pufferabsätze
  • Schuhaußen- beziehungsweise Schuhinnenranderhöhung
  • Handstock
  • Unterarmgehstützen
  • Fersenkissen
  • Bandagen
  • Sitzerhöhungen
  • Keilkissen

Operationen bei von durch Arthrose geschädigten Gelenken

Ist der Gelenkverschleiß zu groß, kann ein künstliches Gelenk eingesetzt werden oder es kommt eine Gelenkversteifung, eine sogenannte Arthrodese, zum Einsatz. Weitere operative Lösungen wären auch:

  • ein Knorpelersatz durch gesunden Knorpel
  • eine körpereigene Knorpelzellen-Transplantation
  • eine Arthoskopie
  • eine Osteotomie

Bei einer Arthoskopie wird das Gelenk ausgespült und durch den Abrieb entstandene Knochen- und Knorpelpartikel entfernt. Bei einer Osteotomie wird die Position jener Knochen korrigiert, die zu einer Arthrose führen.

Weitere Therapiemaßnahmen bei Arthrose

Eine Wärmebehandlung im nicht-akuten Stadium und eine Kältebehandlung im akuten Stadium sowie der Einsatz von Ultraschall und eine Elektrotherapie können unterstützend angewendet werden.

Arthrose vorbeugen

Mit einer gesunden Lebensweise lässt sich Arthrose gut vorbeugen.

  • Meiden Sie Übergewicht. Je weniger Ihre Gelenke zu tragen haben, umso schonender ist es für diese.
  • Ernähren Sie sich gesund. Fleisch, Wurst und tierische Fette fördern die Bildung von Entzündungsstoffen. Verzichten Sie auf stark verarbeitete Produkte wie Fertiggerichte oder Fastfood. Essen Sie reichlich Obst und Gemüse und Vollkornprodukte.
  • Bewegen Sie sich. So kann die Gelenkschmiere, die wichtige Nährstoffe für den Knorpel enthält, in das Knorpelgewebe einmassiert werden. Doch achten Sie dabei darauf, dass Sie Ihre Gelenke nicht überlasten.
  • Treiben Sie maßvoll Sport. Suchen Sie sich eine gelenkschonende Sportart aus. Geeignet sind Radfahren, Wandern, Standard-Tanz oder Schwimmen. Daneben ist Gymnastik und Kraftsport eine gute Wahl. Bauen Sie gezielt die Muskulatur rund um die Gelenke auf. Allerdings sollten Sie die sportlichen Aktivitäten nicht übertreiben. Überfordern Sie sich nicht. Gerade bei Fußballern und Gewichthebern ist Arthrose häufig diagnostiziert, da diese ihre Gelenke oft überlasten.
  • Korrigieren Sie Fußfehlstellungen und falsche Bewegungsmuster. Fehlstellungen belasten Knie und Hüfte. Eine Korrektur ist mit Schuheinlagen möglich.
  • Verzichten Sie auf Nikotin. Zigaretten fördern den Verlust von Gelenkknorpel.
Infografik zu Arthrose: Maßnahmen der Vorbeugung

FAQ: Häufige Fragen zu Arthrose

Sie haben Fragen zum Thema Arthrose? Wir haben Antworten.

Was ist Arthrose?

Arthrose ist ein übermäßiger Verschleiß eines Gelenks. Dabei verliert der Gelenkknorpel nach und nach seine glatte, schützende Oberfläche. Im weiteren Verlauf reiben Knochenanteile stärker aufeinander. Das Gelenk reagiert mit Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Reizungen und manchmal auch mit sichtbaren Verformungen.

Was passiert bei Arthrose im Gelenk?

Am Anfang steht meist ein Knorpelschaden. Der Knorpel wirkt normalerweise wie ein Stoßdämpfer zwischen zwei Knochen. Baut er sich ab, verliert das Gelenk seinen Schutz vor Druck und Belastung. Der Knochen versucht, die Überlastung auszugleichen und bildet zusätzliche Knochensubstanz. Dadurch entstehen knöcherne Verdickungen, Verformungen und zunehmende Bewegungseinschränkungen.

Was bedeutet aktivierte Arthrose?

Eine aktivierte Arthrose liegt vor, wenn sich das verschlissene Gelenk zusätzlich entzündet. Abgeriebene Knorpel- und Knochenpartikel reizen die Gelenkinnenhaut. Das Gelenk schwillt an, fühlt sich warm an, ist gerötet und schmerzt stärker als sonst. Häufig sammelt sich zusätzlich Flüssigkeit im Gelenk, ein sogenannter Gelenkerguss.

Was ist der Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis?

Arthrose bezeichnet einen Gelenkverschleiß. Arthritis bezeichnet eine Gelenkentzündung. Beide Krankheitsbilder ähneln sich teilweise, unterscheiden sich aber in der Ursache. Bei Arthrose steht der Verschleiß im Vordergrund, bei Arthritis die Entzündung. Eine Arthrose geht allerdings zeitweise ebenfalls mit Entzündungen einher, etwa bei einer aktivierten Arthrose.

Welche Gelenke sind besonders häufig betroffen?

Besonders häufig betrifft Arthrose stark belastete Gelenke. Dazu gehören Knie, Hüfte und Wirbelsäule. Auch die Fingerendgelenke, Fingermittelgelenke und das Daumensattelgelenk sind oft betroffen.

Was ist Gonarthrose?

Gonarthrose ist die medizinische Bezeichnung für Arthrose im Knie. Sie gehört zu den häufigsten Formen des Gelenkverschleißes, da das Knie täglich viel Gewicht trägt und bei Bewegung stark beansprucht wird.

Was ist Koxarthrose?

Koxarthrose bezeichnet Arthrose im Hüftgelenk. Typisch sind Schmerzen in der Leiste, im Gesäß oder im Oberschenkel sowie eine zunehmende Einschränkung der Beweglichkeit.

Was ist Rhizarthrose?

Rhizarthrose ist Arthrose im Daumensattelgelenk. Betroffene spüren oft Schmerzen beim Greifen, Drehen oder Öffnen von Flaschen und Schraubverschlüssen. Auch Schreiben, Halten und feine Handbewegungen fallen zunehmend schwer.

Was ist Heberden-Arthrose?

Heberden-Arthrose betrifft die Fingerendgelenke. Sie zeigt sich oft durch Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und knotige Verdickungen an den Endgelenken der Finger.

Was ist Bouchard-Arthrose?

Bouchard-Arthrose betrifft die Fingermittelgelenke. Auch hier entstehen häufig Schmerzen, Schwellungen, Steifigkeit und sichtbare Verdickungen.

Was verursacht Arthrose?

Arthrose entsteht, wenn ein Gelenk über längere Zeit stärker belastet wird, als es verträgt. Der Knorpel nimmt Schaden und baut sich ab. Zu den Auslösern gehören Übergewicht, Fehlstellungen, Verletzungen, Gelenkentzündungen, Stoffwechselerkrankungen, angeborene Knorpeldefekte sowie jahrelange Überlastung durch Beruf oder Sport.

Welche Rolle spielt Übergewicht bei Arthrose?

Übergewicht belastet vor allem Knie, Hüfte und Fußgelenke. Jedes zusätzliche Kilo erhöht den Druck auf die Gelenke. Außerdem beeinflusst überschüssiges Fettgewebe Entzündungsprozesse im Körper. Eine Gewichtsreduktion entlastet die Gelenke und unterstützt die Behandlung.

Fördert Sport Arthrose?

Bewegung schützt Gelenke, solange sie maßvoll und gelenkschonend erfolgt. Problematisch wird Sport, wenn er mit hoher Stoßbelastung, häufigen Verletzungen oder Überlastung verbunden ist. Fußball, intensives Gewichtheben oder Leistungssport erhöhen das Arthroserisiko, wenn Gelenke dauerhaft überfordert werden.

Welche Sportarten eignen sich bei Arthrose?

Geeignet sind Sportarten mit gleichmäßigen, gelenkschonenden Bewegungen. Dazu gehören Schwimmen, Radfahren, Wandern, Nordic Walking, Wassergymnastik, Standardtanz und gezielte Gymnastik. Wichtig ist ein angepasstes Training ohne Überlastung.

Warum ist Bewegung bei Arthrose wichtig?

Bewegung versorgt den Knorpel mit Nährstoffen. Die Gelenkflüssigkeit verteilt sich durch Bewegung besser im Gelenk, ähnlich wie Öl in einem Scharnier. Außerdem stärkt Training die Muskulatur rund um das Gelenk. Eine kräftige Muskulatur stabilisiert und entlastet.

Was sind typische Symptome einer Arthrose?

Typisch sind Anlaufschmerz, Morgensteifigkeit, Druckschmerz, eingeschränkte Beweglichkeit, Schwellung, Reiben, Knirschen und belastungsabhängige Schmerzen. Viele Betroffene spüren die Beschwerden besonders beim Treppensteigen, Aufstehen, längeren Gehen oder bei kaltem, feuchtem Wetter.

Was bedeutet Anlaufschmerz?

Anlaufschmerz beschreibt Schmerzen bei den ersten Bewegungen nach einer Ruhepause. Typisch ist etwa der Schmerz beim Aufstehen vom Sofa oder nach längerem Sitzen. Nach einigen Schritten lässt der Schmerz oft nach, weil das Gelenk „warmgelaufen“ ist.

Wie lange dauert die Morgensteifigkeit bei Arthrose?

Bei Arthrose dauert die Morgensteifigkeit meist weniger als eine halbe Stunde. Das Gelenk fühlt sich zu Beginn steif und unbeweglich an, wird durch Bewegung aber wieder geschmeidiger. Hält die Steifigkeit deutlich länger an, gehört eine ärztliche Abklärung dazu.

Warum knirscht oder reibt ein arthrotisches Gelenk?

Das Knirschen entsteht durch Veränderungen an Knorpel und Knochen. Die ehemals glatte Gelenkfläche wird rauer. Dadurch gleiten die Gelenkpartner nicht mehr reibungslos aufeinander. Dieses Reiben wird manchmal hörbar oder spürbar.

Ist Arthrose heilbar?

Ein bereits zerstörter Gelenkknorpel baut sich nach aktuellem medizinischem Stand nicht vollständig wieder auf. Die Behandlung lindert Schmerzen, verbessert die Beweglichkeit und bremst das Fortschreiten. Je früher Betroffene gegensteuern, desto besser lässt sich die Gelenkfunktion erhalten.

Wann sollte man mit Gelenkschmerzen zum Arzt oder zur Ärztin?

Ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn Schmerzen länger anhalten, immer wieder auftreten, ein Gelenk anschwillt, überwärmt ist, sich rötet oder die Beweglichkeit nachlässt. Auch starke Schmerzen, nächtliche Beschwerden oder plötzliche Funktionseinschränkungen gehören zeitnah untersucht.

Wie wird Arthrose behandelt?

Die Behandlung setzt meist an mehreren Stellen an. Dazu gehören Krankengymnastik, gelenkschonende Bewegung, Gewichtsreduktion, Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente, orthopädische Hilfsmittel, Wärme- oder Kälteanwendungen und bei fortgeschrittenem Gelenkverschleiß operative Maßnahmen.

Welche Medikamente werden bei Arthrose eingesetzt?

Zur Schmerz- und Entzündungslinderung kommen häufig Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen sowie nicht-steroidale Antirheumatika wie Diclofenac zum Einsatz. NSAR gibt es je nach Wirkstoff als Tablette, Salbe oder Gel. Die Anwendung richtet sich nach Beschwerden, Begleiterkrankungen und ärztlicher oder pharmazeutischer Empfehlung.

Helfen Salben und Gele bei Arthrose?

Entzündungshemmende Schmerzgele oder -salben mit Wirkstoffen wie Diclofenac eignen sich vor allem bei oberflächennahen Gelenken, etwa Knie, Finger oder Handgelenk. Sie wirken lokal und belasten den Körper oft weniger als Tabletten. Die Packungsbeilage und Beratung in der Apotheke bleiben wichtig.

Was bringen Gelenkinjektionen bei Arthrose?

Gelenkinjektionen werden bei bestimmten Beschwerden eingesetzt. Lokale Betäubungsmittel lindern akute Schmerzen. Kortisonpräparate kommen in entzündlichen Phasen infrage. Hyaluronsäure ersetzt Bestandteile der Gelenkflüssigkeit und soll die Gleitfähigkeit verbessern. Ob eine Injektion geeignet ist, entscheidet ärztliches Personal individuell.

Was ist Hyaluronsäure bei Arthrose?

Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil der Gelenkflüssigkeit. Sie trägt zur Schmierung des Gelenks bei. Bei Arthrose wird sie teilweise direkt ins Gelenk gespritzt. Ziel ist eine bessere Gleitfähigkeit und weniger Beschwerden. Der Nutzen fällt individuell unterschiedlich aus.

Welche Rolle spielt Krankengymnastik?

Krankengymnastik stärkt Muskeln, verbessert Beweglichkeit und vermittelt gelenkschonende Bewegungsmuster. Bei Kniearthrose hilft zum Beispiel eine Knieschule, alltagsnahe Bewegungen wie Treppensteigen, Aufstehen oder Gehen gelenkfreundlicher auszuführen.

Welche orthopädischen Hilfsmittel unterstützen bei Arthrose?

Orthopädische Hilfsmittel entlasten betroffene Gelenke. Dazu gehören Bandagen, Fersenkissen, Pufferabsätze, Schuhinnen- oder Schuhaußenranderhöhungen, Einlagen, Handstock, Unterarmgehstützen, Sitzerhöhungen und Keilkissen. Die Auswahl richtet sich nach Gelenk, Beschwerden und Fehlstellung.

Wann ist eine Operation bei Arthrose nötig?

Eine Operation kommt infrage, wenn Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Gelenkschäden trotz konservativer Behandlung stark bleiben. Je nach Situation kommen Gelenkersatz, Gelenkversteifung, Knorpelersatz, Knorpelzelltransplantation, Arthroskopie oder Osteotomie infrage.

Was ist eine Arthroskopie?

Eine Arthroskopie ist eine Gelenkspiegelung. Dabei wird das Gelenk gespült, und störende Knochen- oder Knorpelpartikel werden entfernt. Dieses Verfahren eignet sich nicht für jede Arthroseform und wird individuell abgewogen.

Was ist eine Osteotomie?

Bei einer Osteotomie korrigiert der Operateur oder die Operateurin die Stellung eines Knochens. Dadurch verteilt sich die Belastung im Gelenk günstiger. Dieses Verfahren spielt vor allem bei Fehlstellungen eine Rolle, die eine Arthrose begünstigen.

Hilft Wärme bei Arthrose?

Wärme eignet sich vor allem im nicht-akuten Stadium. Sie entspannt Muskeln, fördert die Durchblutung und wird von vielen Betroffenen als angenehm empfunden. Bei entzündeter, geschwollener oder überwärmter Arthrose ist Wärme dagegen ungünstig.

Wann ist Kälte bei Arthrose sinnvoll?

Kälte eignet sich bei akuten Entzündungszeichen. Dazu zählen Schwellung, Überwärmung, Rötung und starke Reizung. Kälte wirkt abschwellend und lindert Schmerzen. Direkter Hautkontakt mit Eis sollte vermieden werden, um Kälteschäden zu verhindern.

Welche Ernährung ist bei Arthrose sinnvoll?

Eine ausgewogene, überwiegend pflanzenbetonte Ernährung unterstützt Gelenke und Stoffwechsel. Empfehlenswert sind viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, hochwertige Pflanzenöle, Hülsenfrüchte, Nüsse und Fisch. Stark verarbeitete Lebensmittel, Fastfood, viel Wurst, Fleisch und tierische Fette fördern ungünstige Entzündungsprozesse.

Welche Nährstoffe sind bei Arthrose wichtig?

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und Antioxidantien spielen eine wichtige Rolle für Stoffwechsel, Knochen und Entzündungsregulation. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen jedoch keine ausgewogene Ernährung und keine medizinische Behandlung.

Beugt Gewichtsabnahme Arthrose vor?

Gewichtsabnahme entlastet die Gelenke deutlich, vor allem Knie und Hüfte. Bereits eine moderate Reduktion des Körpergewichts verringert den Druck auf die Gelenke im Alltag. Gleichzeitig verbessert eine ausgewogene Ernährung viele Stoffwechselprozesse.

Wie lässt sich Arthrose vorbeugen?

Vorbeugung beginnt mit einem gelenkfreundlichen Alltag: Normalgewicht halten, regelmäßig bewegen, Muskeln stärken, Fehlstellungen korrigieren, Überlastungen vermeiden, ausgewogen essen und auf Nikotin verzichten. Auch passende Schuhe und ergonomische Bewegungsmuster schützen die Gelenke.

Warum schadet Rauchen den Gelenken?

Nikotin und weitere Inhaltsstoffe von Zigaretten verschlechtern die Durchblutung und begünstigen Gewebeschäden. Rauchen wird mit einem Verlust von Gelenkknorpel in Verbindung gebracht und zählt daher zu den vermeidbaren Risikofaktoren.

Welche Rolle spielen Fehlstellungen bei Arthrose?

Fehlstellungen wie X-Beine, O-Beine oder Fußfehlstellungen verteilen die Belastung im Gelenk ungleichmäßig. Bestimmte Knorpelbereiche werden dauerhaft überlastet. Einlagen, Schuhzurichtungen oder andere orthopädische Maßnahmen gleichen Fehlbelastungen aus.

Ist Arthrose nur eine Alterskrankheit?

Nein. Arthrose tritt zwar häufiger im höheren Alter auf, betrifft aber auch jüngere Menschen. Risikofaktoren wie Verletzungen, angeborene Fehlstellungen, Leistungssport, Übergewicht oder entzündliche Gelenkerkrankungen beschleunigen den Verschleiß.

Was ist eine sekundäre Arthrose?

Von sekundärer Arthrose spricht man, wenn die Ursache erkennbar ist. Beispiele sind Fehlstellungen, Knochenbrüche, Bandverletzungen, Gicht, Diabetes mellitus, Arthritis oder angeborene Knorpelschäden.

Was ist eine primäre Arthrose?

Primäre Arthrose bezeichnet Gelenkverschleiß ohne eindeutig nachweisbare Ursache. Sie entsteht meist durch ein Zusammenspiel aus Alter, Veranlagung, Belastung und individuellen Gelenkeigenschaften.

Was ist hämophile Arthrose?

Hämophile Arthrose entsteht bei Menschen mit Hämophilie, also der Bluterkrankheit. Wiederholte Blutungen in ein Gelenk schädigen Knorpel und Gelenkstrukturen. Häufig betrifft dies das Knie, weshalb auch vom Bluterknie gesprochen wird.

Verschlimmert kaltes und feuchtes Wetter Arthrose?

Viele Betroffene berichten über stärkere Schmerzen bei kaltem, feuchtem Wetter. Die genauen Mechanismen sind individuell verschieden. Wärme, angepasste Bewegung und gelenkschonende Aktivität lindern die Beschwerden häufig.

Darf man bei Arthrose Treppen steigen?

Treppensteigen belastet vor allem Knie und Hüfte. Ganz vermeiden lässt es sich im Alltag oft nicht. Gelenkschonende Technik, kräftige Beinmuskulatur, Geländerbenutzung und bewusst langsame Bewegungen entlasten. Bei starken Beschwerden hilft physiotherapeutische Anleitung.

Was hilft im Alltag bei Kniearthrose?

Hilfreich sind regelmäßige gelenkschonende Bewegung, Gewichtsreduktion bei Übergewicht, gezielter Muskelaufbau, flache und stabile Schuhe, Vermeidung langer Stoßbelastungen, Bandagen bei Bedarf und ergonomische Bewegungsabläufe beim Aufstehen, Tragen und Treppensteigen.

Welche Beschwerden sprechen für eine aktivierte Arthrose?

Typisch sind starke Schmerzen, Schwellung, Überwärmung, Rötung, Druckempfindlichkeit und ein Spannungsgefühl durch Flüssigkeit im Gelenk. In dieser Phase braucht das Gelenk Entlastung und ärztliche Beurteilung, besonders bei starken oder plötzlich auftretenden Beschwerden.

Ersetzt dieser Ratgeber eine ärztliche Diagnose?

Nein. Informationen zu Arthrose ersetzen keine Diagnose und Behandlung durch ärztliches Personal. Anhaltende oder starke Gelenkschmerzen, Schwellungen, Rötungen oder Bewegungseinschränkungen gehören medizinisch abgeklärt.


Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch ärztliches Personal.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

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veröffentlicht am: 07.08.2012

aktualisiert am: 10.06.2026

Coverbild: AndreyPopov – Getty Images (Canva)