Diclofenac

Diclofenac - chemische Formeln
Summenformel und Strukturformel des Wirkstoffes Diclofenac.

Diclofenac ist ein Arzneistoff, der zur Linderung von leichten und mittelstarken Schmerzen eingesetzt wird, wie zum Beispiel bei Gelenkschmerzen (Arthrose), Rheuma, Rückenschmerzen, Prellungen oder Zerrungen. Diclofenac gehört als Schmerzmittel zur Gruppe der Nichtopioid-Analgetika. In einer Dosis von maximal 25 mg pro Tag ist Diclofenac nicht verschreibungspflichtig.

Die wissenschaftliche Bezeichnung für Diclofenac lautet 2-[2-(2,6-Dichlorphenylamino)phenyl]actetatacid.

Anwendungsgebiete von Diclofenac

Verstauchung Prellung Bluterguss
Diclofenac wird unter anderem bei Sportverletzungen als schmerzlinderndes Mittel eingesetzt.

Diclofenac kommt äußerlich meist als Schmerzmittel bei der Behandlung von Schmerzen oder Entzündungen, die durch Verletzungen von Gelenken entstehen, zum Einsatz.

Dazu zählen:

Diclofenac

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Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Schmerzen, die durch Schwellungen nach Verletzungen oder Operationen hervorgerufen werden.

Dame mit Augenbinde
Nach der Augenoperation können Augentrofen mit Diclofenac verschrieben werden.

In Form von Augentropfen kann Diclofenac auch zur Behandlung von Beschwerden bei Bindehautentzündung oder Entzündungen nach Augenoperationen verwendet werden.
Darüber hinaus wird der Wirkstoff Diclofenac in Form von Gels zur Behandlung der aktinischen Keratose – einer Verhornungsstörung der Haut, hervorgerufen durch die UV-Strahlung des Sonnenlichts – angewendet.
Diclofenac kann allgemein als Schmerztablette bei leichten Schmerzen und gegen Fieber eingesetzt werden.

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Wirkungsweise von Diclofenac

Medizin
Diclofenac wirkt fiebersenkend.

Diclofenac gehört als Wirkstoff sowohl zur Gruppe der Analgetika als auch zu den nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Es wirkt:

  • fiebersenkend
  • schmerzlindernd
  • entzündungshemmend
  • antirheumatisch

Wie andere nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) entfaltet Diclofenac seine Wirkung, indem es die beiden Cyclooxygenasen-Enzyme COX-1 und COX-2 hemmt. Das wiederum verhindert die Bildung von Prostaglandinen, einer Gruppe von Gewebshormonen. Diese Hormone sind für die Entstehung von Schmerzen, Schwellungen und andere Entzündungserscheinungen verantwortlich. Durch die Hemmung der Prostaglandine werden zum einen die Entzündungsanzeichen gelindert und zum anderen die Schmerzwahrnehmung herabgesetzt.

Aus der Hemmung der Enzyme COX-1 und COX-2 ergeben sich allerdings auch Nebenwirkungen in Magen und Nieren.

Für die Wirksamkeit gegen Verhornungsstörungen wie aktinische Keratose wurde noch keine ausreichende Erklärung gefunden.

Kontraindikation von Diclofenac

Bluthochdruck verursacht Kopfschmerzen
Achtung bei Bluthochdruck: Hier muss der Arzt eine Schmerztherapie mit Diclofenac genau abwägen.

Diclofenac sollte nicht bei jedem Patienten eingesetzt werden. Gegenanzeigen sind:

  • Bei Patienten, die bereits allergisch oder überempfindlich auf den Wirkstoff oder andere nichtsteroidale Antirheumatika reagiert haben, sollte Diclofenac zur Behandlung nicht eingesetzt werden.
  • Asthmatiker sollten auf die Zufuhr von Diclofenac verzichten.
  • Weiterhin wird von einer Verwendung abgeraten, wenn der Patient an chronischen, entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen leidet.
  • Diclofenac verringert die Blutgerinnung. Daher ist eine Anwendung nach einer größeren Operation nicht angemessen, weil dann die Gefahr einer verstärkten Blutung besteht.
  • Auch bei Bluthochdruck und Herzmuskelschwäche muss eine Anwendung des Wirkstoffs Diclofenac zur Behandlung genau vom Arzt abgewogen bzw. überwacht werden.
  • Bei der Anwendung auf der Haut sollte der Patient darauf achten, dass er die Salbe nur auf unverletzte Haut aufträgt.
  • Über die Anwendung während der Schwangerschaft gibt es noch keine ausreichenden Studien. Dennoch wird dazu geraten, dass ein Arzt zu Rate gezogen wird, bevor eine Behandlung mit Diclofenac erfolgt. Im letzten Schwangerschaftsdrittel und während der Stillzeit sollte jedoch kein Präparat mit Diclofenac verwendet werden, da der Wirkstoff die Wehen, das Wachstum des Kindes und die Zusammensetzung der Muttermilch negativ beeinflussen könnte.
  • Bei Kindern unter 14 Jahren sollte Diclofenac nicht zur Behandlung eingesetzt werden. Noch gibt es keine ausreichenden Belege über mögliche unerwünschte Wirkungen. Ein Arzt oder Apotheker darf im Zweifelsfall entscheiden, ob auch bei einem jüngeren Kind eine Behandlung mit Diclofenac angemessen ist.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Tabletten
Beachten Sie, dass Diclofenac die Wirksamkeit anderer Mittel beeinflussen kann.

Es sind folgende Wechselwirkungen mit anderen Mitteln bekannt:

  • Bei gleichzeitiger Einnahme von Diclofenac und Lithium, Phenytoin und Herzglykosiden können Wechselwirkungen auftreten. So kann es dazu kommen, dass die Konzentration dieser Präparate im Blut durch Diclofenac erhöht wird. Da die Medikamente oft in einer sehr geringen Dosis eingesetzt werden, ist hier die Gefahr einer Überdosierung gegeben.
  • Diclofenac kann außerdem die Wirksamkeit von entwässernden oder blutdrucksenkenden Medikamenten hemmen.
  • Eine Kombination von Diclofenac mit anderen nicht-steroidalen Antirheumatika oder Glucocorticoiden kann das Risiko von Magen-Darm-Beschwerden erhöhen.

Nebenwirkungen von Diclofenac

Frau mit Bauchschmerzen
Magen-Darm-Beschwerden zählen zu den typischen Nebenwirkungen.

Unter der Zufuhr des Wirkstoffes kann es zu unerwünschten Wirkungen kommen.

Bei innerlicher Anwendung können auftreten:

  • Magen- und Darmbeschwerden, was auf die Hemmung der Cyclooxygenase-1 zurückzuführen ist
  • Störungen der Blutbildung
  • Überempfindlichkeits-Reaktionen der Haut auf Sonnenlicht
  • Schwindelgefühle und Müdigkeit
  • Veränderung der Leberwerte oder zu Störungen der Nierenfunktion

Bei äußerlicher Anwendung auf der Haut können gelegentlich Hautreaktionen wie Jucken, Brennen, Rötungen oder Hautausschlag auftreten.


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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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Stand vom: 01.08.2019

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.