Antidepressiva

Antidepressiva

Es stehen eine Vielzahl an Antidepressiva zur Verfügung.

Als Antidepressiva werden Medikamente bezeichnet, die zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden. Ein veraltetes Synonym für Antidepressiva ist der Begriff Thymoleptika (Stimmungsaufheller). 2009 waren Antidepressiva die Gruppe von Psychopharmaka, die am häufigsten in Deutschland ambulant verordnet wurde.

Die Wirkung von Antidepressiva tritt bei regelmäßiger Einnahme meist erst nach einigen Tagen oder Wochen ein. Das liegt an mehreren Gründen. Zum einen braucht es eine gewisse Zeit, ehe sich Rezeptoren oder zelluläre Vorgänge an die Wirkstoffe angepasst haben. Zum anderen muss ein gewisser Wirkstoffspiegel vorhanden sein, ehe eine Besserung eintritt.

 

Anwendungsgebiete von Antidepressiva

Antidepressiva ersetzen keine Psychotherapie. Sie können aber bei schweren Depressionen der Unterstützung dienen und möglicherweise Voraussetzungen schaffen, um die Therapie zu einem Erfolg zu führen.

Frau mit Kopfschmerzen

Depression zeigt sich durch eine Vielzahl an Beschwerden wie Antriebslosigkeit, Selbstzweifel und Schlafstörungen. Bei Frauen wird Depression doppelt so häufig diagnostiziert als bei Männern. Bildquelle: © Tatyana Gladskih – Fotolia.com

Antidepressiva werden angewendet bei:

  • Angststörungen
  • Depression
  • Entzugssyndromen
  • Essstörungen
  • Panikattacken
  • Phobien
  • Posttraumatische Belastungsstörungen
  • prämenstruell-dysphorische Syndrom
  • Schmerzen
  • Zwangsstörungen

 

 

Antidepressiva – eine Reihe von Arzneistoffgruppen  

Antidepressiva entfalten ihre Wirkung unabhängig von der Ursache der Depression. Sie lassen sich in mehrere Untergruppen unterteilen, die sich jedoch in ihrem Wirkungsprofil unterscheiden. Ein Antidepressivum kann folgende Wirkungen aufweisen:

  • stimmungsaufhellend
  • antriebssteigernd (thymeretisch)
  • angstlösend (anxiolytisch)
  • beruhigend (sedierend)

 

Im Weiteren  stellen wir Ihnen einige Arzneistoffgruppen vor.

 

Trizyklische Antidepressiva (Trizyklika)

Die Bezeichnung ist abgeleitet von der dreifachen Ringstruktur, die diese Wirkstoffe aufweisen. Sie haben ein breites Wirkungsspektrum. Dazu zählt die Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. Darüber hinaus nehmen sie Einfluss auf den Histaminspiegel in Teilen des Gehirns.

Tabletten

Zu der Gruppe der Trizyklische Antidepressiva gehören eine Vielzahl an Wirkstoffen.

Zu den trizylischen Antidepressiva zählen die Wirkstoffe:

  • Amitryptilin
  • Clomipramin
  • Desipramin
  • Doxepin
  • Imipramin
  • Nortryptilin
  • Opipramol
  • Trimipramin

 

Tetrazyklische Antidepressiva

Antidepressiva aus dieser Untergruppe haben vier Kohlenstoffringe in ihrer chemeischen Struktur und wirken ähnlich wie die Trizyklika. Sie nehmen darüber hinaus noch einen stärkeren Einfluss auf den Noradrenalinstoffwechsel im Gehirn. Zu dieser Gruppe gehören u.a. die Wirkstoffe Maprotilin und Mianserin.

 

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)

Diese Wirkstoffe blockieren die Rezeptoren, die den Botenstoff Serotonin im synaptischen Spalt aufnehmen. Dadurch ist mehr Serotonin in der Gewebeflüssigkeit des Gehirns verfügbar. Damit haben SSRI eine aktivierende Wirkung. An den Monoamin-Transportern wirken diese Wirkstoffe, im Gegensatz zu den trizyklischen Serotonin-Wiederaufnahmehemmern, nur schwach oder gar nicht. Deshalb wird dieser Gruppe die Bezeichnung „selektiv“ vorangestellt. Zu den Wirkstoffen dieser Gruppe zählen unter anderem:

  • Fluvoxamin
  • Fluoxetin
  • Citalopram
  • Paroxetin
  • Sertralin

 

Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI)

Sie entfalten ihre Wirkung durch die Hemmung der Wiederaufnahme der beiden Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin. Sie werden bei Depressionen und Angststörungen eingesetzt. Ein Vertreter dieser Untergruppe ist Venlafaxin.

 

Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (NARI)

Diese Wirkstoffe sorgen dafür, dass Noradrenalin länger an seinem Wirkungsort bleibt. NARI werden bei akuten depressiven Erkrankungen mit Antriebsschwäche eingesetzt. Zu dieser Gruppe gehört der Wirkstoff Reboxetin.

 

Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer)

MAO-Hemmer entfalten ihre Wirkung, indem sie das Enzym Monoaminooxidase blockieren. Das Enzym sorgt für den Abbau der Neurotransmitter. Durch die Hemmung des Enzyms bleibt eine höhere Konzentration der Neurotransmitter erhalten. Zu den Wirkstoffen dieser Untergruppe gehören Tranylcypromin und Moclobemid.

 

Nebenwirkungen von Antidepressiva

Die Bandbreite unerwünschter Wirkungen ist groß und hängt vom jeweiligen Präparat ab. Im Allgemeinen zählen zu den typischen Nebenwirkungen:

Potenzstörung

Antidepressiva können eine erektile Dysfunktion auslösen.

  • Mundtrockenheit
  • niedriger Blutdruck
  • Schwindel
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • vermehrtes Schwitzen
  • Probleme beim Wasserlassen bis hin zum Harnverhalt
  • Probleme bei der Verdauung, wie Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung
  • Gewichtszunahme
  • Herabsetzung von Libido und Potenz
  • Puppilenerweiterung und Sehstörungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • feinschlägiger Tremor

 

Alternativen zu klassischen Antidepressiva  

Eine ungesunde und unausgewogene Ernährung oder zu wenig Bewegung an der frischen Luft können ihre Spuren hinterlassen. Es kann zu einem Mangel an bestimmten für den Körper wichtigen Nährstoffen kommen. Mitunter schlägt sich ein derartiger Mangel auch auf das Gemüt. Daher ist eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Sonnenlicht wichtig. Bei leichten Verstimmungen wird traditionell Johanniskraut angewendet.

 

Phytopharmaka – Johanniskraut

Johanniskraut ist ein pflanzliches Arzneimittel mit antidepressiver Wirkung.

Johanniskraut

Johanniskraut wirkt beruhigend.

Bei leichten  Depressionen oder depressiven Verstimmungen kann einen Behandlung mit Johanniskrautpräparaten erfolgen. Auch hier tritt die Wirkung erst nach 10 bis 14 Tagen regelmäßiger Einnahme ein. Johanniskrautprodukte gibt es rezeptfrei und in unterschiedlichen Darreichungsformen wie Tee, Tabletten oder Kapseln. Als Nebenwirkung wurde eine gesteigerte Lichtempfindlichkeit beobachtet.

 

Unsere Produkttipps – Johanniskraut für die Stimmung:

·       Sidroga® Johanniskraut Heilpflanzentee

·       Laif® 900 BALANCE Filmtabletten

·       Kneipp® Johanniskraut Dragees H

·       Schoenenberger Heilpflanzensaft Johanniskraut Bio

·       Pascoe Neurapas® balance Filmtabletten

 

Omega-3-Fettsäure

Die Omega-3-Fettsäure Eicosapentaensäure, kurz EPA, hat bei einer Tagesdosis von einem Gramm, einen antidepressiven Effekt. Wer häufig fettigen Seefisch, wie Lachs oder Atlantischen Hering isst, kann quasi etwas für seine Stimmung tun. Da Omega-3-Fettsäure außerdem eine positive Wirkung auf die Sehkraft und das Herz-Kreislauf-System hat, sollten Sie darauf achten, die empfohlene Tagesmenge einzunehmen.

 

Unsere Produktttipps – Omega-3-Fettsäure:

·       omega3-Loges® vegan

·       MENSSANA Omega-EPA Kapseln

·       NORSAN OMEGA-3 TOTAL Fischöl

 

Vitamin D3

Patienten, die eine Depression aufweisen, haben einen niedrigeren Gehalt an Vitamin D im Blut. Da unsere Haut Vitamin D über die Sonne aufnehmen kann, sind Spaziergänge wohltuend und bieten einen Ausgleich. Im Winter wird es jedoch schwierig, genügend Sonnenstrahlen zu erheischen. Das erklärt unter anderem das Phänomen der sogenannten „Winterdepression“. Unser Melatoninspiegel steigt und signalisiert Schlafbereitschaft; der Serotoninspiegel hingegen sinkt. Depressionen, die saisonal bedingt sind, können mit einer Lichttherapie angegangen werden. Zusätzlich eignet sich die orale Gabe von Vitamin-D-Präparaten.

 

Unsere Produkttipps – Vitamin D bei depressiven Verstimmungen:

·       VIGANTOL® 1000 I.E. Vitamin D3 Tabletten

·       Vitamin D3 Köhler 2000 IE Kapseln

·       VITAMIN D3 HEVERT® 4000 IE

 

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