Verstauchung (Distorsion)

umgeknickt

Kommen Unachtsamkeit und eine Unebenheit auf dem Fußweg zusammen, ist ein Unfall vorprogrammiert. Wenn wir umknicken, ist in erster Linie das Sprunggelenk von einer Verstauchung betroffen.

Die Verstauchung zählt zu den typischen Sportverletzungen. Oft sind Sprung- und Handgelenk, das Knie oder die Schulter betroffen. Die Verletzung des Gelenkes entsteht, wenn der normale Bewegungsspielraum des Gelenkes durch Überdehnen, Umknicken oder Verdrehen überschritten wird.

 

 Medizinischer Fachausdruck: Distorsion (lat. Verdrehung)

 

Ursachen für eine Verstauchung

Die Distorsion eines Gelenkes entsteht, wenn eine große Krafteinwirkung von außen, die Gelenkflächen für kurze Zeit aus ihrer normalen Position bringt und voneinander trennt, ohne sie dabei auszurenken. Dies hat zur Folge, dass Gelenkkapseln, Bänder und Muskeln rund um das Gelenk durch die Überdehnung und Zerrung verletzt werden. Wenn die trennende Krafteinwirkung endet, bewegen sich die Gelenkbestandteile wieder in ihre normale Lage zurück. Trotz der schmerzenden Verletzung ist das verstauchte Gelenk weiterhin stabil.

Wie groß die Verletzung des Gelenk-Apparates ist, hängt von der Stärke der Krafteinwirkung ab: Bei leichten Verstauchungen sind lediglich die Fasern überdehnt und leicht verletzt.

Eishockey

Vor allem bei rasanten Sportarten drohen Verletzungen.

Bei größeren Gewalteinwirkungen auf das Gelenk kann es auch zum Bänderriss kommen. Oft tritt eine Verstauchung als Kombinationsverletzung auf. Dabei sind mehrere Strukturen des Gelenks verletzt, etwa:

  • Muskeln
  • Fasern
  • Bänder
  • Sehnen
  • Gelenkkapsel

 

Gelenkbänder, die durch häufige Verletzungen bereits stark gedehnt sind, können die Entstehung einer Verstauchung begünstigen.

 

Symptome einer Verstauchung

Verstauchung Prellung Bluterguss

Typisch für eine Verstauchung sind Schwellung und Bluterguss.

Das typischste Anzeichen einer Verstauchung ist der starke Schmerz, der sofort auftritt. Er verstärkt sich noch, wenn das verletzte Gelenk bewegt wird. Ebenso zeigt sich mit der Verstauchung eine deutliche Schwellung des betroffenen Gelenks. Auch ein Bluterguss (Hämatom) kann auftreten.

Wegen der Distorsion ist die Funktion des Gelenks eingeschränkt. Eine Belastung ist bei einer leichten Verstauchung dennoch möglich. Bei einer schweren Verletzung, bei der auch die Gelenkkapsel oder die Knochen rund um das Gelenk in Mitleidenschaft gezogen wurden, hält das verletzte Gelenk einer Belastung jedoch nicht mehr stand.

 

Behandlung mit der PECH-Regel

Bei einer Verstauchung ist eine schnelle Versorgung der Verletzung ratsam. Im Allgemeinen helfen 3 Maßnahmen:

  • Kühlen
  • Ruhigstellen
  • Hochlegen

Die sogenannte PECH-Regel hilft als Eselsbrücke für die Erstversorgung einer Verstauchung.

  • P wie Pause: Zur Vermeidung weiterer Schäden sollte das betroffene Gelenk möglichst ruhig gestellt werden.
  • E wie Eis: Das verstauchte Gelenk sollte mit Eisbeuteln, kalten Kompressen, Kältespray oder kalten Umschlägen gekühlt werden. Die Kühlung verhindert, dass sich durch die Schwellung Hämatome bilden, da sich die Blutgefäße durch die Kälte zusammenziehen. Zusätzlich lindert die Kälte den Schmerz und hemmt die Schwellung.
  • Arzt wickelt Sprunggelenk ein

    Verletzung am Sprunggelenk? Jetzt heißt es ruhig stellen und gut einwickeln.

    C wie Compression: Ein elastischer Kompressionsverband, der breitflächig angelegt wird, übt gleichmäßigen, leichten Druck auf die verstauchte Körperstelle aus. Damit wird verhindert, dass eine weitere Schwellung entsteht, weil Blut in das verletzte Gewebe fließt. Zusätzlich stützt der Verband das von Distorsion betroffene Gelenk.

  • H wie Hochlagerung: Auch die Hochlagerung der verletzen Extremität bewirkt, dass weniger Blut in das verwundete Gewebe fließt und dort zum Anstieg der Schwellung und zu Hämatomen führt. Um Arm oder Bein hoch zu lagern, kann man alle möglichen Gegenstände verwenden. Sollte nichts greifbar sein, dann ist es auch angemessen, wenn einer der anwesenden Personen die verletzte Extremität nach oben hält. Doch Vorsicht: das verstauchte Gelenk sollte dabei möglichst nicht bewegt werden.

 

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Bei einer einfachen Verstauchung genügt diese konservative Behandlung. Ein operativer Eingriff ist nicht notwendig. Das verletzte Gelenk sollte dann etwa 1 bis 2 Wochen stabilisiert und geschont werden. Eine abschwellende, kühlende Salbe kann die Heilung unterstützen.

Eine umfassendere Therapie kann nötig sein, wenn z.B. mehrere Gelenkstrukturen betroffen sind (Kombinationsverletzung), so wie es bei Sportverletzungen oft der Fall ist. Bei Leistungssportlern kann auch ein operativer Eingriff vorgenommen werden, um den Kapsel-Band-Apparat des Gelenks wiederherzustellen.

Bei schweren Verstauchungen sollte das betroffene Gelenk etwa 4 bis 6 Wochen geschont werden.

 

Rehabilitation

Nachdem die Verstauchung abgeheilt ist, sollten Sie das Gelenk Stück für Stück wieder belasten. Bei sportlichen Aktivitäten sollte ein Gelenkschutz, z.B. ein Tape-Verband als Stütze getragen werden. Die Muskulatur um das Gelenk muss allmählich wieder gestärkt werden.

 

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Verlauf einer Verstauchung

Eine einfache Verstauchung heilt innerhalb von etwa 1 bis 2 Wochen komplett aus. Nach ca. 3 Monaten ist man wieder vollständig sporttauglich. Wenn die Distorsion jedoch schwerer war und als Kombinationsverletzung auftrat, dann kann dies den Verlauf der Heilung verlängern.

Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch den Arzt.

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