Prellungen: leichte Prellungen selbst behandeln

Kinder, die sportlich aktiv sind, kommen gelegentlich mit Prellungen nach Hause. Sie schmerzen, sind aber eher harmloser Natur. Leichte Prellungen können Eltern selbst behandeln: In der Hausapotheke sollten deshalb Eisspray und Schmerzgel vorhanden sein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Prellungen sind geschlossene Verletzungen, die meist durch Schlag, Stoß, Sturz oder Aufprall entstehen.
  • Typische Beschwerden sind Schmerzen, Schwellungen und oft ein Bluterguss an der betroffenen Stelle.
  • Leichte Prellungen lassen sich meist selbst behandeln, vor allem durch Ruhigstellen, Kühlen, leichten Druckverband und Hochlagern.
  • Nach etwa 48 Stunden können abschwellende und entzündungshemmende Salben, etwa mit Arnika oder Beinwell, den Heilungsprozess unterstützen.
  • Ärztliche Hilfe ist wichtig bei starken Prellungen, sehr großen Blutergüssen oder wenn innere Organe betroffen sein könnten.

Sportverletzungen: von Bänderzerrung bis Muskelriss

Prellungen gehören zu den typischen Sportverletzungen. Sie kommen häufig beim Ausüben von Sportarten wie Fuß- und Handball, Tennis, Squash oder Sprint vor.

Laut einer Studie von Henke, Gläser und Heck (Ruhr-Universität Bochum) über Sportverletzungen in Deutschland liegt die Verletzungsquote aller Sporttreibenden lediglich bei etwas über 5 %.

Sportverletzungen
Datenquelle: Ruhr-Universität Bochum

Neben einer Prellung kommt es bei der Ausübung von vielen verschiedenen Sportarten zu Bänder- und Muskelzerrungen sowie Bänder- und Muskelrissen oder Frakturen.

Eine Überdehnung der Kapsel-Bandanteile eines Gelenkes nennen Mediziner Bänderzerrung. Hier zeigt sich ein Hämatom, eine Schwellung und Schmerzen, die vor allem bei Belastung der entsprechenden Stelle auftreten und bei Ruhe abklingen. Meistens kommt eine Bänderzerrung bei Hand- und Sprunggelenken, Ellenbogen, Knie und Schulter vor. Wenn ein Band durch eine Überdehnung zerreißt, sprechen Ärzte von einem Bänderriss.

Eine Muskelzerrung geschieht aufgrund einer zu starken Dehnung der Muskelfasern. Ist diese stark ausgeprägt, kommt es zu einer Einblutung in den Muskeln und das zu ertastende Hämatom fühlt sich gummiartig sowie elastisch an. Wenn jedoch der Muskel sich zu weit dehnt und reißt, spricht man von einem Muskelriss.

Prellung – eine kleine, geschlossene Verletzung

Eine Prellung ist eine kleine, geschlossene Verletzung, die durch Kompression entsteht. Ursächlich sind ein Schlag oder ein Stoß und ein damit zusammenhängender Aufprall. Dabei wird Gewebe – wie Haut, Muskeln, Sehnen oder Fettgewebe – gequetscht. Im Anschluss schwillt die betroffene Stelle unter Bildung eines Blutergusses an.

Prellung versus Quetschung

Wenn es zu zerstörtem Gewebe kommt, sprechen Mediziner:innen nicht mehr von Prellung, sondern von einer Quetschung.

Je nach betroffener Stelle und Art der Prellungen unterteilen Experten u. a. in:

  • Knieprellung
  • Oberschenkelprellung
  • Rippenprellung
  • Schulterprellung
  • Augapfelprellung
  • Gehirnprellung
  • Lungenprellung
  • Knochenprellung
  • Muskelprellung

Symptome einer Prellung

Die Symptome sind je nach betroffenem Körperteil unterschiedlich. Gemeinsam haben Prellungen in der Regel folgende Symptome:

  • Schmerzen an der betroffenen Stelle
  • Schwellungen

Eine starke Augapfelprellung führt zu Schwellungen und Unterblutungen der Lider sowie der Bindehaut. Das Sehvermögen schränkt sich ein. Gegebenenfalls verlagert sich die Augenlinse aus der Achse.

Bei einer Gehirnprellung treten Bewusstlosigkeit und neurologische Symptome wie epileptische Anfälle, Sprach- und Sehstörungen oder Verlust des Riechsinns auf.

Ein Erguss kann sich bei einer Gelenkprellung bilden. Dabei wird vermehrt Flüssigkeit in die Gelenkhöhle abgesondert. Wenn Blutgefäße zerstört wurden, kommt es durch die Ansammlung von Blut in der Gelenkhöhle zum Bluterguss.

Bei manchen Prellungen – etwa bei der Oberschenkelprellung – zeigt sich eine Bewegungseinschränkung.

Ursachen und Risikofaktoren einer Prellung

Sturz bei eisigem Fußweg
Glatte Wege im Winter erhöhen die Sturzgefahr.
Bild: © Ingo Bartussek – Fotolia

Eine Prellung entsteht mittels einer direkten, äußeren, stumpfen Gewalteinwirkung durch:

  • einen Schlag
  • einen Sturz
  • einen Stoß
  • einen Aufprall herabfallender Gegenstände
  • eine Einklemmung

Sehr oft ziehen Sportarten, vor allem Kontaktsportarten wie Fußball oder Eishockey Prellungen mit sich. Daneben ist ein besonderes Risiko in der Winterzeit gegeben. Durch glatte Wege kommt es schnell zu Stürzen.

Prellungen vorbeugen

Spezielle Schutzkleidung, wie Helm, Knie- und Schienbeinschützer, senken während der Ausübung der jeweiligen Sportart das Risiko, eine Prellung zu erhalten. Für Snowboarder:innen und Mountainbiker:innen empfehlen Sportmediziner:innen zusätzlich Rückenprotektoren.

Prellungen behandeln: Mittel bei Prellungen

Leichte Prellungen können Sie selbst behandeln. Die Verletzung zeigt sich meist als „blauer Fleck“ und heilt nach kurzer Zeit von selbst wieder ab. Sie haben die Möglichkeit, den Heilungsprozess aktiv zu unterstützen.

Schwere Prellungen an Muskeln, Gelenken oder Knochen sind eine schmerzhafte Angelegenheit. Innere Organe können, besonders bei heftigen Stürzen, ebenfalls von einer Prellung betroffen sein. Hier ist eine ärztliche Abklärung ratsam.

Tipp 1 bei Prellungen: Den verletzten Körperteil ruhig stellen

Für die schnelle Heilung einer akuten Prellung ist die Erstversorgung der Wunde besonders entscheidend. Vorrangiges Ziel ist, dass wenig Blut bzw. Lymphflüssigkeit in das umliegende Gewebe fließt. Dadurch verhindern Sie ein zu starkes Anschwellen der Wunde. Stellen Sie die verletze Körperpartie ruhig und vermeiden Sie weitere Belastungen. Es bringt nichts, wenn Sie die Zähne zusammenbeißen und mit dem Sport weitermachen. Dies würde den Heilungsprozess nur unnötig verzögern.

Tipp 2 bei Prellungen: Die verletzte Stelle kühlen

Kühlen Sie die betroffene Stelle unverzüglich mit Eispackungen oder Umschlägen aus kaltem Wasser für 15 bis 20 Minuten. Kühlung lindert angenehm den Schmerz des geprellten Körperteils. Außerdem bewirkt die Kälte, dass sich die Blutgefäße verengen. So vermindern Sie den Blutfluss in das umliegende Gewebe. Dadurch kommt es nicht zu einer ausgeprägten Schwellung und die Heilung nimmt einen schnelleren Verlauf.


Auch Kühlgels sind jetzt hilfreich. Machen Sie eine Pause von circa 10 Minuten und fahren Sie danach mit dem Kühlen fort.

Gerade wer unterwegs ist, kann sich mit einem Eisspray oder Kühlsticks behelfen. Die verletzte Stelle lagern Sie am besten hoch.

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Tipp 3 bei Prellungen: Leichter Druckverband vermindert die Schwellung

Eine elastische Binde, die einen leichten Druck auf die geprellte Stelle ausübt, hilft dabei, die Schwellung gering zu halten. Legen Sie dafür eine elastische Binde mit leichter Spannung an. Gehen Sie nicht zu kräftig vor. Sonst klemmen Sie die Blutgefäße ab und es kommt zu Blutstauungen.

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Tipp 4 bei Prellungen: Verletzte Gliedmaßen hochlagern

Bringen Sie den verletzten Arm oder das verletzte Bein in eine höhere Lage, d. h. über Herzhöhe. Auch diese Maßnahme verhindert die vermehrte Blutung sowie eine Schwellung und stillt den Schmerz. Ausgetretene Gewebsflüssigkeit wird in dieser erhöhten Lage besser über die Lymphbahnen aufgenommen und abtransportiert.

Tipp 5 bei Prellungen: Salben und Cremes mit natürlichen Wirkstoffen

Arnikasalbe
Wundheilsalben und Schmerzcremes mit Kräutern helfen bei Prellungen. Sie lindern Schmerzen und unterstützen den Heilungsprozess.
Bild: Marielle Morawitz (2komma8)

Nach etwa 48 Stunden ist die erste Phase der Heilung abgeschlossen. Nun räumt der Körper auf. Diesen Prozess unterstützen Sie mit entzündungshemmenden und abschwellenden Mitteln. Heilsalben mit den Kräutern Arnika oder Beinwell sind hier aufgrund ihrer durchblutungs- und wundheilungsfördernden Wirkung zu empfehlen.

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Je nachdem wie Schwellung und Schmerz verheilen und abklingen, können Sie wieder Ihren Sportaktivitäten nachgehen. Doch lassen Sie sich dabei Zeit und hören Sie auf Ihren Körper.

Mit dem Sport kann der kleine oder auch große „Patient“ vorsichtig wieder beginnen, wenn die Schwellung abgenommen hat und auch bei Beanspruchung der betroffenen Stelle keine Schmerzen mehr spürbar sind.

Starke Prellung: Hier ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen.

Sportunfall
Bei schweren Prellungen sollte man eine Arztpraxis aufsuchen.
Bild: Katazryna Bialasiewicz – Getty Images (Canva)

Bei einer starken Prellung mit sehr großem Bluterguss kann eine ärztliche Punktion der betroffenen Stelle erforderlich sein. Dabei wird die Flüssigkeit mit einer Nadel abgesaugt. Bei einem verfestigten Hämatom erfolgt entweder ein kleiner Schnitt oder die Injektion einer Substanz in den Bluterguss. Letztere ermöglicht es, die entstandene Flüssigkeit nach einem Tag abzusaugen.

FAQ: Prellungen

Woran erkennt man eine Prellung?

Typisch sind Schmerzen und Schwellungen an der betroffenen Stelle. Häufig bildet sich zusätzlich ein Bluterguss.

Was ist der Unterschied zwischen Prellung und Quetschung?

Von einer Prellung spricht man bei einer geschlossenen Verletzung. Wenn Gewebe stärker zerstört wird, handelt es sich eher um eine Quetschung.

Was hilft sofort bei einer Prellung?

Wichtig sind sofortige Schonung und Kühlung. Die betroffene Körperpartie sollte ruhiggestellt und möglichst nicht weiter belastet werden.

Wie kühlt man eine Prellung richtig?

Die verletzte Stelle sollte 15 bis 20 Minuten mit Eispackungen oder kalten Umschlägen gekühlt werden. Danach kann eine kurze Pause eingelegt und erneut gekühlt werden.

Warum sind Hochlagern und Druckverband sinnvoll?

Ein leichter Druckverband und das Hochlagern über Herzhöhe helfen, Schwellung und Blutung im Gewebe zu verringern und den Schmerz zu lindern.

Welche Salben helfen bei Prellungen?

Nach der ersten Heilungsphase können entzündungshemmende und abschwellende Salben mit Arnika oder Beinwell sinnvoll sein. Sie unterstützen die Heilung und lindern Beschwerden.

Wann kann man nach einer Prellung wieder Sport treiben?

Mit dem Sport sollte erst wieder begonnen werden, wenn die Schwellung deutlich zurückgegangen ist und auch bei Belastung keine Schmerzen mehr auftreten.

Wann sollte man mit einer Prellung in eine Arztpraxis gehen?

Eine ärztliche Abklärung ist ratsam bei starken Prellungen, sehr großen Blutergüssen oder wenn der Verdacht besteht, dass innere Organe, Gelenke, Knochen oder das Auge betroffen sind.


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Stand vom: 20.12.2024

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