Prellungen

Leichte Prellungen selbst behandeln

Kinder, die sportlich aktiv sind, kommen gelegentlich mit Prellungen nach Hause. Sie schmerzen, sind aber eher harmloser Natur. Leichte Prellungen können Eltern selbst behandeln: In der Hausapotheke sollten deshalb Eisspray und Schmerzgel vorhanden sein.

Sportverletzungen: Von Bänderzerrung bis Muskelriss

Prellungen gehören zu den typischen Sportverletzungen. Sie kommen häufig beim Ausüben von Sportarten wie Fuß- und Handball, Tennis, Squash oder Sprint vor.

Laut einer Studie von Henke, Gläser und Heck (Ruhr-Universität Bochum) über Sportverletzungen in Deutschland liegt die Verletzungsquote aller Sporttreibenden lediglich bei etwas über 5 %.

Sportverletzungen
Datenquelle: Ruhr-Universität Bochum

Neben einer Prellung kommt es bei der Ausübung von vielen verschiedenen Sportarten zu Bänder- und Muskelzerrungen sowie Bänder- und Muskelrissen oder Frakturen.

Eine Überdehnung der Kapsel-Bandanteile eines Gelenkes nennen Mediziner Bänderzerrung. Hier zeigt sich ein Hämatom, eine Schwellung und Schmerzen, die vor allem bei Belastung der entsprechenden Stelle auftreten und bei Ruhe abklingen. Meistens kommt eine Bänderzerrung bei Hand- und Sprunggelenken, Ellenbogen, Knie und Schulter vor. Wenn ein Band durch eine Überdehnung zerreißt, sprechen Ärzte von einem Bänderriss.

Eine Muskelzerrung geschieht aufgrund einer zu starken Dehnung der Muskelfasern. Ist diese stark ausgeprägt, kommt es zu einer Einblutung in den Muskeln und das zu ertastende Hämatom fühlt sich gummiartig sowie elastisch an. Wenn jedoch der Muskel sich zu weit dehnt und reißt, spricht man von einem Muskelriss.

Prellung – eine kleine, geschlossene Verletzung

Junge beim Fußballspiel verletzt
Gerade beim Fußballspielen ziehen sich Kinder und auch Erwachsene Prellungen zu.

Eine Prellung ist eine kleine, geschlossene Verletzung, die durch Kompression entsteht. Ursächlich sind ein Schlag oder ein Stoß und ein damit zusammenhängender Aufprall. Dabei wird Gewebe – wie Haut, Muskeln Sehnen oder Fettgewebe – gequetscht. Im Anschluss schwillt die betroffene Stelle unter Bildung eines Blutergusses an.

Prellung versus Quetschung

Wenn es zu zerstörtem Gewebe kommt, sprechen Ärzte nicht mehr von Prellung, sondern von einer Quetschung.

Je nach betroffener Stelle und Art der Prellungen unterteilen Experten u. a. in:

  • Knieprellung
  • Oberschenkelprellung
  • Rippenprellung
  • Schulterprellung
  • Augapfelprellung
  • Gehirnprellung
  • Lungenprellung
  • Knochenprellung
  • Muskelprellung

Symptome einer Prellung

Blauer Fleck am Knie
Bluterguss nach einem Sportunfall gehört zu den typischen Symptomen einer Prellung.

Die Symptome sind je nach betroffenem Körperteil unterschiedlich. Gemeinsam haben Prellungen in der Regel folgende Symptome:

  • Schmerzen an der betroffenen Stelle
  • Schwellungen

Eine starke Augapfelprellung führt zu Schwellungen und Unterblutungen der Lider sowie der Bindehaut. Das Sehvermögen schränkt sich ein. Gegebenenfalls verlagert sich die Augenlinse aus der Achse.

Bei einer Gehirnprellung treten Bewusstlosigkeit und neurologische Symptome wie epileptische Anfälle, Sprach- und Sehstörungen oder Verlust des Riechsinns auf.

Ein Erguss kann sich bei einer Gelenkprellung bilden. Dabei wird vermehrt Flüssigkeit in die Gelenkhöhle abgesondert. Wenn Blutgefäße zerstört wurden, kommt es durch die Ansammlung von Blut in der Gelenkhöhle zum Bluterguss.

Bei manchen Prellungen – etwa bei der Oberschenkelprellung – zeigt sich eine Bewegungseinschränkung.

Ursachen und Risikofaktoren einer Prellung

Sturz bei eisigem Fußweg
Glatte Wege im Winter erhöhen die Sturzgefahr. Bildquelle: © Ingo Bartussek – Fotolia.com

Eine Prellung entsteht mittels einer direkten, äußeren, stumpfen Gewalteinwirkung durch:

  • einen Schlag
  • einen Sturz
  • einen Stoß

  • einen Aufprall herabfallender Gegenstände
  • eine Einklemmung

Sehr oft ziehen Sportarten, vor allem Kontaktsportarten wie Fußball oder Eishockey Prellungen mit sich. Daneben ist ein besonderes Risiko in der Winterzeit gegeben. Durch glatte Wege kommt es schnell zu Stürzen.

Prellungen vorbeugen

Spezielle Schutzkleidung, wie Helm, Knie- und Schienbeinschützer, senken während der Ausübung der jeweiligen Sportart das Risiko, eine Prellung zu erhalten. Für Snowboarder und Mountainbiker empfehlen Sportmediziner zusätzlich Rückenprotektoren.

Prellungen behandeln: Mittel bei Prellungen

Hämatom am Arm – jetzt heißt es Schmerzen lindern und kühlen.

Leichte Prellungen können Sie selbst behandeln. Die Verletzung zeigt sich meist als „blauer Fleck“ und heilt nach kurzer Zeit von selbst wieder ab. Sie haben die Möglichkeit, den Heilungsprozess aktiv zu unterstützen.

Schwere Prellungen an Muskeln, Gelenken oder Knochen sind eine schmerzhafte Angelegenheit. Innere Organe können, besonders bei heftigen Stürzen, ebenfalls von einer Prellung betroffen sein. Hier ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

Tipp 1 bei Prellungen: Den verletzten Körperteil ruhig stellen

Für die schnelle Heilung einer akuten Prellung ist die Erstversorgung der Wunde besonders entscheidend. Vorrangiges Ziel ist, dass wenig Blut bzw. Lymphflüssigkeit in das umliegende Gewebe fließt. Dadurch verhindern Sie ein zu starkes Anschwellen der Wunde. Stellen Sie die verletze Körperpartie ruhig und vermeiden Sie weitere Belastungen. Es bringt nichts, wenn Sie die Zähne zusammenbeißen und mit dem Sport weitermachen. Dies würde den Heilungsprozess nur unnötig verzögern.

Tipp 2 bei Prellungen: Die verletzte Stelle kühlen

Verstauchung Prellung Bluterguss
Kühlen hilft!

Kühlen Sie die betroffene Stelle unverzüglich mit Eispackungen oder Umschlägen aus kaltem Wasser für 15 bis 20 Minuten. Kühlung lindert angenehm den Schmerz des geprellten Körperteils. Außerdem bewirkt die Kälte, dass sich die Blutgefäße verengen. So vermindern Sie den Blutfluss in das umliegende Gewebe. Dadurch kommt es nicht zu einer ausgeprägten Schwellung und die Heilung nimmt einen schnelleren Verlauf.


Auch Kühlgels sind jetzt hilfreich. Machen Sie eine Pause von circa 10 Minuten und fahren Sie danach mit dem Kühlen fort.

Gerade wer unterwegs ist, kann sich mit einem Eisspray oder Kühlsticks behelfen. Die verletzte Stelle lagern Sie am besten hoch.

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Tipp 3 bei Prellungen: Leichter Druckverband vermindert die Schwellung

Eine elastische Binde, die einen leichten Druck auf die geprellte Stelle ausübt, hilft dabei, die Schwellung gering zu halten. Legen Sie dafür eine elastische Binde mit leichter Spannung an. Gehen Sie nicht zu kräftig vor. Sonst klemmen Sie die Blutgefäße ab und es kommt zu Blutstauungen.

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Tipp 4 bei Prellungen: Verletzte Gliedmaßen hochlagern

Bringen Sie den verletzten Arm oder das verletzte Bein in eine höhere Lage, d. h. über Herzhöhe. Auch diese Maßnahme verhindert die vermehrte Blutung sowie eine Schwellung und stillt den Schmerz. Ausgetretene Gewebsflüssigkeit wird in dieser erhöhten Lage besser über die Lymphbahnen aufgenommen und abtransportiert.

Tipp 5 bei Prellungen: Salben und Cremes mit natürlichen Wirkstoffen

Tagescreme
Wundheilsalben und Schmerzcremes mit Kräutern helfen bei Prellungen. Sie lindern Schmerzen und unterstützen den Heilungsprozess.

Nach etwa 48 Stunden ist die erste Phase der Heilung abgeschlossen. Nun räumt der Körper auf. Diesen Prozess unterstützen Sie mit entzündungshemmenden und abschwellenden Mitteln. Heilsalben mit den Kräutern Arnika oder Beinwell sind hier aufgrund ihrer durchblutungs- und wundheilungsfördernden Wirkung zu empfehlen.

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Je nachdem wie Schwellung und Schmerz verheilen und abklingen, können Sie wieder Ihren Sportaktivitäten nachgehen. Doch lassen Sie sich dabei Zeit und hören Sie auf Ihren Körper.

Mit dem Sport kann der kleine oder auch große „Patient“ vorsichtig wieder beginnen, wenn die Schwellung abgenommen hat und auch bei Beanspruchung der betroffenen Stelle keine Schmerzen mehr spürbar sind.

Starke Prellung: Hier hilft ein Arzt

Arzt untersucht Bein
Bei schweren Prellungen sollte man zu einem Arzt gehen.

Haben Sie eine starke Prellung mit einem sehr großen Bluterguss punktiert der Arzt die entsprechende Stelle. Dabei saugt er mit einer Nadel die Flüssigkeit ab. Bei einem verfestigten Hämatom nimmt der Arzt entweder einen Schnitt vor oder spritzt eine Substanz in den Bluterguss. Letztere bewirkt, dass er die entstandene Flüssigkeit nach einem Tag abgesaugen kann.


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Stand vom: 28.08.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.