Im Frühjahr steigen die Temperaturen. Wir verbringen mit Vorliebe unsere freien Stunden draußen und zeigen gern mal etwas mehr Haut. Daran haben nur leider auch blutsaugende Krabbeltiere ihre Freude. Zecken fallen nicht, wie oft gesagt, von den Bäumen. Sie halten sich im Gras, in Büschen und Sträuchern auf – eben da, wo Mensch und Tier leicht vorbeistreifen. Zecken sind keine Insekten, sondern zählen wie die Milben zu den Spinnentieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Zecken stechen meist in Gras, Gebüsch, Laub und Unterholz; sie fallen in der Regel nicht von Bäumen.
- In Deutschland sind vor allem Borreliose und FSME die wichtigsten durch Zecken übertragenen Krankheiten.
- Die meisten Zeckenstiche bleiben ohne Folgen, trotzdem sollte jede Stichstelle beobachtet werden.
- Eine Zecke sollte möglichst früh entfernt werden, am besten mit Pinzette, Zeckenkarte oder Zeckenzange.
- Dabei die Zecke hautnah greifen, nicht quetschen und langsam herausziehen.
- Nach dem Entfernen die Stelle reinigen oder desinfizieren und in den nächsten Tagen und Wochen beobachten.
- Ein mögliches Zeichen für Borreliose ist eine sich ausbreitende ringförmige Rötung der Haut.
- Warnzeichen sind außerdem Fieber, starke Kopf- oder Gliederschmerzen, Nackensteife oder neurologische Beschwerden.
- Gegen FSME gibt es eine Impfung, gegen Borreliose derzeit nicht.
- Wer in einem FSME-Risikogebiet lebt oder dort viel im Grünen unterwegs ist, sollte den Impfschutz ärztlich prüfen lassen.
Welche Krankheiten übertragen Zecken?
Oft ist von einem „Zeckenbiss“ die Rede. In Wirklichkeit beißen Zecken jedoch nicht. Sie stechen mit ihren Mundwerkzeugen in die Haut und saugen Blut. Der Stich an sich ist nicht gefährlich. Doch durch das Saugen werden über den Speichel der Zecken Krankheitserreger übertragen. Zwei häufig durch Zecken übertragene Infektionen sind Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Die meisten Zeckenstiche bleiben folgenlos. Ob es zu einer Infektion kommt, hängt unter anderem von Region, Zeckenart, Erreger und davon ab, wie lange die Zecke saugt.
Zecken übertragen Borreliose
Bakterien lösen Borreliose aus. Die sogenannten Borrelien haben vor allem umfangreiche Spätfolgen. Unbehandelt kann Borreliose unter anderem zu einer Lyme-Arthritis sowie zu neurologischen oder seltener kardialen Komplikationen führen. Wird Borreliose früh erkannt, lässt sie sich in der Regel gut mit Antibiotika behandeln.
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Zecken übertragen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine Virusinfektion. Bestimmte RNA-Viren aus der Familie der Flaviviren verursachen die Erkrankung des Gehirns und der Hirnhäute.
FSME beginnt oft mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Abgeschlagenheit. In einer zweiten Krankheitsphase kann es zu einer Hirnhaut-, Gehirn- oder Rückenmarksentzündung mit neurologischen Symptomen kommen.
Typische Symptome:
- Glieder-, Nacken- und Kopfschmerzen
- Bewusstseinsstörungen
- Krampfanfällen
- Lähmungen
- Fieber
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Zecken übertragen Babesiose
Wenn Sie eine Zecke im Mittelmeerraum sticht, kommt es unter Umständen zu einer Übertragung der Babesiose-Erreger. Babesiose ist beim Menschen selten. Sie kann grippeähnliche Beschwerden verursachen und bei immungeschwächten Menschen schwer verlaufen. Die für Menschen eher seltene Infektion ist gekennzeichnet durch Fieber, Müdigkeit und Muskelschmerzen.
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Schon gewusst?
Bei Rindern und Hunden tritt die Babesiose häufiger auf: Die Parasiten zerstören rote Blutkörperchen. Daher verläuft die Erkrankung für das Tier oftmals tödlich. Tierärztliches Personal spricht von „Hundemalaria“, weil die Symptome beim Vierbeiner denen der menschlichen Malaria ähneln. Die Auwaldzecke ist in Deutschland vor allem als Überträger von Babesiose bei Hunden relevant.
Erfahren Sie hier mehr zu: Zecken bei Hunden.
Zecken übertragen Rickettsiose (u. a. Fleckfieber)
Rickettsiosen sind eine Gruppe bakterieller Infektionen. Je nach Erreger und Region unterscheiden sich Symptome, Schweregrad und Meldepflicht. Zu den Symptomen gehören Schüttelfrost, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Bewusstseinstrübungen. Durch Einblutungen zeigt sich ein rotfleckiger Hautausschlag, dem diese Erkrankung seine deutsche Bezeichnung zu verdanken hat. Beim Fleckfieber kommt es häufig zu Sekundärinfektionen, etwa zu Hirnhaut-, Herzmuskel- oder Lungenentzündung. Daher verläuft die Erkrankung aufgrund der Komplikationenmitunter tödlich.
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Zecken übertragen Ehrlichiose
Bakterien verursachen die Ehrlichiose. Verschiedene Zeckenarten übertragen die sogenannten Ehrlichien. Ehrlichiose kann mild verlaufen, aber auch schwer werden. Mögliche Symptome sind Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit und Abgeschlagenheit.
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Zecken übertragen das Krim-Kongo-Fieber
Die Übertragung des CCHFV-Virus (Crimean-Congo Haemorrhagic Fever Virus) durch einen „Zeckenbiss“ verursacht das Krim-Kongo-Fieber. Dieses ist eine schwere virale hämorrhagische Erkrankung. Es kann mit Fieber, Muskelschmerzen und Blutungen einhergehen; die Sterblichkeit wird je nach Ausbruch mit etwa 10 bis 40 Prozent angegeben.

Weitere durch Zecken übertragbare Krankheiten
In Deutschland sind vor allem Borreliose und FSME relevant. Andere durch Zecken übertragene Erkrankungen spielen eher auf Reisen oder in speziellen Regionen eine Rolle. Zusätzlich zu den oben genannten Infektionen übertragen Zecken folgende Krankheiten:
- Colorado-Zeckenfieber
- Heartwater
- Indische Waldkrankheit
- Q-Fieber
- Rocky-Mountain-Fleckfieber
- Südafrikanisches Fleckfieber
- Tularämie
- Zecken-Rückfallfieber
Wie schütze ich mich vor Zeckenstichen?

Lassen Sie es gar nicht erst zu einem Zeckenstich kommen. Vorbeugen ist das beste Mittel gegen Zecken.
Mit diesen Maßnahmen beugen Sie einem Zeckenstich vor:
- Tragen Sie bei Spaziergängen und Wanderungen feste Schuhe.
- Ziehen Sie helle Kleidung an. Auf dieser sieht man die kleinen Tiere besser. So können Sie die Blutsauger entfernen, noch ehe sie zustechen.
- Tragen Sie die Socken über die Hosen, wenn Sie durch hohes Gras oder Unterholz laufen. Auch lange Ärmel und Hosenbeine sind gut. Damit erschweren Sie es der Zecke, auf die Haut zu gelangen.
- Ein Anti-Zecken-Spray hält die blutsaugenden Spinnentiere für eine Weile fern.
- Suchen Sie nach der Wanderung Ihren Körper nach Zecken ab. Gern halten sich die Parasiten auf warmen Hautstellen oder Hautfalten wie Kniekehlen oder Achselhöhlen auf. Schauen Sie auch hinter den Ohren nach. An haarigen Stellen verstecken sich Zecken oft, weil sie dort besser Halt finden.
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Die meisten Zeckenstiche verlaufen harmlos. Dennoch ist zu beachten, dass Zecken Krankheitserreger übertragen, die ernste Erkrankungen auslösen. Leider gibt es nicht für jede durch Zecken übertragbare Krankheit eine Impfung. Doch bei der sehr gefährlichen FSME ist sie verfügbar. In Risikogebieten empfehlen wir eine solche Impfung. Krankenkassen übernehmen die Kosten. Fragen Sie in Ihrer Arztpraxis nach. Das medizinische Personal hilft Ihnen dazu gern weiter. Gegen Borreliose und andere Infektionen, die von Zecken übertragen werden, gibt es aktuell keinen Impfschutz.
Zeckenstich – was tun?

Die achtbeinigen Parasiten ritzen eine kleine Wunde in die Haut und stechen dort mit ihrem Saugrüssel hinein. Sie sind fest verankert und es fällt schwer, Zecken sicher zu entfernen.
So ziehen Sie Zecken am besten:
- Wichtig ist, dass Sie den Blutsauger schnell entfernen. Verwenden Sie dafür eine Pinzette oder eine spezielle Zeckenzange. Zeckenkarten im Scheckkartenformat sind praktisch für unterwegs.
- Greifen Sie das Insekt möglichst weit unten, nahe der Haut.
- Achten Sie darauf, dass Sie die Zecke nicht quetschen. Der Druck könnte zur Folge haben, dass Krankheitserreger aus der Zecke in den menschlichen Körper eindringen.
- Untersuchen Sie die Stichstelle. Sind Teile des Tieres in der Haut verblieben? Dann leistet ein Arzt oder eine Ärztin Hilfe.
- Desinfizieren Sie die Stichstelle. Wie nach jedem Insektenstich ist die Haut etwas gerötet. Dies sollte nach wenigen Tagen abklingen.
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Zeckenstich: Wann sollte ich eine Arztpraxis aufsuchen?

Wenn die Rötung um die Einstichstelle nicht heilt oder sich die Wunde entzündet, sollten Sie eine Arztpraxis aufsuchen. Wenn sich die Rötung zudem langsam ausbreitet, liegt ggf. eine Wanderröte vor – ein Zeichen für eine Borreliose! Dann ist es ohnehin wichtig, medizinisches Personal aufzusuchen.
Die ersten Symptome einer zeckenübertragenen Infektion zeigen sich etwa 7 Tage nach dem Zeckenstich. Borreliose beginnt mit grippeähnlichen Anzeichen wie Abgeschlagenheit, Nachtschweiß, Gliederschmerzen, Fieber und Kopfschmerzen.
Die FSME beginnt circa 6 bis 10 Tage nach dem Zeckenstich mit hohem Fieber.
Mehr Informationen zu den einzelnen von Zecken übertragbaren Infektionskrankheiten: Babesiose | Borreliose | Ehrlichiose | Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) | Rickettsiose
FAQ: Häufige Antworten zum Thema Zeckenstich
Was soll ich direkt nach einem Zeckenstich tun?
Die Zecke möglichst schnell entfernen, dabei die Zecke hautnah greifen und nicht quetschen. Danach die Stelle reinigen oder desinfizieren und die Haut in den folgenden Tagen und Wochen beobachten.
Wie entfernt man eine Zecke richtig?
Am besten mit einer feinen Pinzette, Zeckenkarte oder Zeckenzange. Die Zecke nahe an der Haut fassen und langsam, gleichmäßig herausziehen. Entscheidend ist, den Körper der Zecke nicht zu zerdrücken.
Muss man die Zecke drehen?
Ein bestimmter Drehsinn ist nach den amtlichen Empfehlungen nicht erforderlich. Wichtiger als „drehen oder nicht drehen“ ist: hautnah greifen, langsam entfernen, nicht quetschen.
Was ist, wenn ein kleiner Rest in der Haut bleibt?
Kleine Reste der Mundwerkzeuge sind meist nicht gefährlich. Wichtig ist dann vor allem die Beobachtung der Stelle. Bei Entzündung, Schmerzen oder Unsicherheit sollte ärztlich abgeklärt werden.
Woran erkenne ich eine mögliche Borreliose?
Ein typisches frühes Zeichen ist die Wanderröte: eine Rötung, die sich erst Tage bis Wochen nach dem Stich entwickelt und sich ringförmig ausbreitet. Dazu können Müdigkeit, Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen kommen.
Wann beginnen Symptome nach einem Zeckenstich?
Das hängt von der Erkrankung ab. Bei Borreliose können Beschwerden nach Tagen bis Wochen auftreten. FSME beginnt meist nach 7 bis 14 Tagen, in Einzelfällen später. Pauschale Aussagen wie „nach etwa 7 Tagen“ sind zu ungenau.
Wann sollte man zur Arztpraxis?
Bei einer sich ausbreitenden Rötung, Fieber, starkem Krankheitsgefühl, Nackensteife, Lähmungen, Bewusstseinsstörungen oder anderen neurologischen Symptomen. Auch eine entzündete Stichstelle sollte abgeklärt werden.
Schützt die FSME-Impfung auch vor Borreliose?
Nein. Die FSME-Impfung schützt nicht vor Borreliose. Sie wird für Menschen empfohlen, die in FSME-Risikogebieten zeckenexponiert sind.
Welche Krankheiten sind in Deutschland wirklich die wichtigsten?
Für die allgemeine Bevölkerung in Deutschland vor allem Borreliose und FSME. Andere Erkrankungen wie Babesiose, Rickettsiosen oder Krim-Kongo-Fieber sind hierzulande selten, reiseassoziiert oder bislang nur vereinzelt relevant.
Sollte man nach jedem Zeckenstich vorsorglich Antibiotika nehmen?
Dafür gibt es keine allgemeine Empfehlung. Wichtiger sind die rasche Entfernung der Zecke und die Beobachtung auf Symptome.
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Stand vom: 10.03.2026
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