Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Eine Frühsommer-Meningoenzephalitis verläuft in den meisten Fällen harmlos. Dennoch sollte man FSME nicht unterschätzen. Die durch Zecken übertragenen Erreger lösen ernsthafte Komplikationen aus. Schützen Sie sich mit einer Impfung gegen die Gehirnerkrankung.

FSME: Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine Virusinfektion. Infizierte Zecken übertragen die Erreger.

Begriffe kurz geklärt

Unter dem Fachbegriff Enzephalitis verstehen wir eine Erkrankung des Gehirns. Wenn auch die Hirnhäute (Meninges) davon betroffen sind, sprechen wir von Meningoenzephalitis. Um die Erkrankung noch genauer zu bestimmen, fügen wir geografische oder saisonale Begrifflichkeiten hinzu. So sprechen wir von der Frühsommer-Meningoenzephalitis, da die Ansteckungsgefahr in den Monaten April bis Juli am größten ist.

In Deutschland sind durchschnittlich 5 % aller Zecken mit dem FSME-Virus infiziert. Doch nicht jeder Stich führt zu einer Infektion. Die meisten FSME-Erkrankungen verlaufen harmlos und mit grippeähnlichen Symptomen. Nur in 10 % der Fälle mündet die Infektion tatsächlich in eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute.

Verbreitung von FSME

FSME
In der Regel sind es Zecken, die die Frühsommer-Meningoenzephalitis übertragen.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis tritt weltweit in vielen Gebieten auf. Betroffen sind vor allem Zentral-, Nord- und Osteuropa ebenso wie China und Russland. Sogenannte FSME-Risikogebiete sind Regionen, in denen eine Infektion wahrscheinlicher ist als anderswo. Dort leben nachweislich viele infizierte Zecken. In Deutschland zählen waldreiche Landkreise dazu in Bundesländern wie:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Hessen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Thüringen

Mittlerweile sind auch Gebiete in Sachsen betroffen.

Infografik mit FSME-Fällen in Deutschland von 2013 bis 2023

Ein erhöhtes Risiko für eine Infektion besteht für Personen, die sich berufsbedingt oder in der Freizeit viel im Wald aufhalten. Dies betrifft beispielsweise Menschen, die Forstarbeiten verrichten, einen Wanderurlaub erleben oder campen.

Ursachen für Frühsommer-Meningoenzephalitis

Die Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis werden durch einen Zeckenbiss übertragen. Nicht alle Zecken haben die FSME-Viren in sich.

Frühsommer-Meningoenzephalitis wird durch bestimmte RNA-Viren aus der Familie der Flaviviren verursacht. Zecken übertragen diese Krankheitserreger. Sie nehmen die Keime beim Blutsaugen auf und geben sie, wenn sie später bei anderen Lebewesen erneut ihren Blutdurst stillen, weiter. Besonders häufig sind die Ansteckungen in den Frühsommer-Monaten von April bis Juli. In diesem Zeitraum sind zum einen die Zecken sehr aktiv, zum anderen sind wir leichter bekleidet und gehen in der Natur Freizeitaktivitäten nach. Die Erkrankung zeigt sich erst 7–14 Tage nach der Infektion durch einen Zeckenstich.

Schon gewusst?

FSME-Viren können auch durch Nahrungsmittel übertragen werden.

Wesentlich seltener als durch einen Zeckenbiss werden die FSME-Viren durch Nahrungsmittel übertragen. Ziegen, Schafe und manchmal auch Rinder können die Erreger in sich haben. Durch den Verzehr von Rohmilch dieser Tiere gelangen die Viren in den menschlichen Körper. In Deutschland und Österreich tritt dieser Übertragungsweg jedoch so gut wie nicht auf.

Im Gegensatz zu vielen anderen Viren gibt es keine Übertragung von FSME von Mensch zu Mensch.

Symptome von FSME

FSME tritt teils gänzlich ohne Symptome auf. Dies ist sogar beim Großteil der Infizierten, etwa 70–80 %, der Fall. Dass eine Infektion vorliegt, erkennt das medizinische Personal dann nur durch eine Blutuntersuchung. Bei den übrigen 20–30 % zeigt sich FSME durch grippeähnliche Beschwerden wie:

Danach klingt die Erkrankung in der Regel vollständig ab. In Einzelfällen geht die Krankheit jedoch in eine zweite Phase über, bei der das Nervensystem betroffen ist. Zunächst bessert sich der gesundheitliche Zustand. Dann treten folgende Symptome auf:

  • erneutes Fieber
  • Entzündungen des Gehirns und der Hirnhäute
  • Kopf- und Nackenschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bewusstseinsstörungen
  • Krampfanfälle
  • Lähmungen

Frühsommer-Meningoenzephalitis vorbeugen

Eine Schutzmaßnahme, die vor allem für FSME-Risikogebiete empfohlen wird, ist eine aktive Immunisierung gegen die FSME-Viren. Dabei verabreicht medizinisches Personal dem Körper abgetötete FSME-Erreger. Dadurch bildet der Organismus Antikörper aus. Drei Teilimpfungen sind für diesen Schutz notwendig. Bei einer Schnellimmunisierung besteht ein Impfschutz nach wenigen Wochen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin berät Sie dazu näher.

Vor einer Ansteckung mit FSME durch Zeckenstiche schützen Sie sich durch entsprechende Maßnahmen gegen Zecken. Wir empfehlen beispielsweise festes Schuhwerk und schützende Kleidung beim Aufenthalt in Feld-, Wald- und Wiesengebieten. Mit sogenannten Zeckenschutz-Sprays halten Sie die kleinen Tierchen ab.

Infografik Schutz vor Zecken
So beugen Sie einen Zeckenbiss vor.

Vorbeugende Maßnahmen sind auch in Gebieten ohne FSME-Risiko sinnvoll, da Zecken andere Krankheiten, wie Borreliose oder Anaplasmose übertragen.

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Wenn eine Zecke zugestochen hat, entfernen Sie diese schnell. Achten Sie dabei darauf, dass Sie das Tier nicht quetschen. Denn dies begünstigt die Übertragung von Krankheitserregern über den Speichel des Insektes.

Infografik zum richtigen Entfernen der Zecke
So entfernen Sie die lästigen Plagegeister fachgerecht.

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Therapie bei FSME

Eine spezielle Behandlung gegen die Erreger von FSME gibt es nicht. Die Therapie ist darauf ausgerichtet, die Symptome zu lindern. In schweren Fällen erfolgt eine Behandlung im Krankenhaus.

FSME bei Hunden

Labrador im Wald
Vor allem auf Waldspaziergängen sammeln Hunde Zecken ein. Schützen Sie Ihren Vierbeiner, sodass es erst gar nicht zu einem Zeckenbefall kommt.

Bis es von einer Ansteckung zum Ausbruch der Krankheit kommt, vergeht etwa eine Woche.

Symptome von FSME bei Hunden

Als Erstes zeigt sich sehr hohes Fieber. Es kommt auch zu Verhaltensauffälligkeiten, etwa Teilnahmslosigkeit oder Aggressivität. Das liegt daran, dass die Erreger Großhirn, Hirnstamm und Rückenmark befallen. Daneben sind Krampfanfälle möglich. Wenn Sie den Kopf- und Nackenbereich des Hundes berühren, verspüren diese einen starken Schmerz. Die Erkrankung ist sehr intensiv und endet teils tödlich. Daher ist es wichtig, FSME bei Hunden schnell zu diagnostizieren.

Behandlung von FSME bei Hunden

Bisher gibt es noch kein Arzneimittel gegen das FSME-Virus. Wir können lediglich die Symptome behandeln. Mitunter ist ein Aufenthalt in der Tierklinik nötig, insbesondere dann, wenn es dem Vierbeiner schwerfällt, Kot und Urin abzusetzen.

Manche Hunde genesen, vor allem bei einem leichten Verlauf. Die Erkrankung verläuft jedoch teils chronisch und führt dann zu dauerhaften Schäden. Bei schweren Verläufen leiden Hunde oftmals so stark, dass diese in tierärztlichen Praxen eingeschläfert werden müssen.

Vorbeugung von FSME bei Hunden

Mit einer Zeckenzange lassen sich die blutsaugenden Ektoparasiten entfernen.

Leider gibt es für Hunde keine Impfung gegen FSME. Sie können jedoch Ihren Hund vor einem Zeckenbefall schützen. Hierfür stehen viele Anti-Zecken-Mittel zur Verfügung: Spot-ons, Zeckensprays und Zeckenhalsbänder sind Mittel der Wahl.

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Suchen Sie Ihren Liebling außerdem nach jedem Spaziergang gegen Zecken ab. Sollte sich doch mal eine Zecke auf das Fell Ihres Hundes verirrt haben, entfernen Sie diese unverzüglich. Gehen Sie hier genauso vor, wie sie es auch bei Menschen machen würden.

Unsere Lesetipps – mehr zum Thema Zecken lesen Sie in unseren Ratgebern: Borreliose | Babesiose | Ehrlichiose | Rickettsiose | Was tun, wenn die Zecke sticht? | Zecken beim Hund


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Stand vom: 05.03.2024

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