Was tun bei Übersäuerung (Azidose)?

Eine Vielzahl von verarbeiteten Fleischprodukten an einem Platz arrangiert. Darunter Sorten wie Leberwurst, Wiener, Koch- und Räucherschinken. In größeren Mengen konsumiert füren sie zur Übersäuerung des Körpers

Wer sich schlapp, müde und energielos fühlt, könnte seinen Körper übersäuert haben. Wenn der Säure-Basen-Haushalt des Körpers nicht ausgeglichen ist, wirkt sich dies auf das Wohlbefinden aus.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Übersäuerung entsteht, wenn im Körper mehr saure Stoffwechselprodukte anfallen, als ausgeglichen werden können.
  • Für den Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts sind unter anderem Lunge, Nieren, Haut, Knochen und Darm zuständig.
  • Als mögliche Risikofaktoren gelten eine säurebildende Ernährung, viel tierisches Eiweiß, Fertigprodukte, Stress, Bewegungsmangel, Alkohol, Nikotin und intensiver Sport.
  • Mögliche Beschwerden sind Müdigkeit, Nervosität, Unruhe, geringe Belastbarkeit sowie Muskel- und Gelenkbeschwerden.
  • Hilfreich sind eine basenorientierte Ernährung, ausreichend Flüssigkeit, Bewegung und Stressabbau.

Übersäuerung des Körpers: Was ist das?

Entstehen im menschlichen Organismus mehr saure Stoffwechselabfälle als dieser neutralisiert, gelangt der Säure-Basen-Haushalt ins Ungleichgewicht. Es kommt zu einer Übersäuerung des Körpers. Dieser wiederum versucht durch verschiedene Mechanismen einen Ausgleich zu schaffen: Die sogenannten Puffersysteme Lunge, Nieren, Haut, Knochen und Darm arbeiten an einem Ausgleich. Die Haut scheidet dann beispielsweise sauren Schweiß aus. Auch über den Darm findet eine Entleerung statt.

Säure-Basen-Haushalt

Säuren geben Wasserstoffionen (Protonen oder H+) ab. Je mehr Protonen sich in einer Lösung befinden, desto saurer ist sie. Die Gegenspieler der Wasserstoffionen sind die Hydroxidionen (OH). Je mehr von ihnen vorhanden sind, umso basischer ist die Lösung.

Eine Lösung, in der sich gleich viele Protonen und Hydroxidionen befinden, ist neutral. Um das Verhältnis von H+ und OH- zu beschreiben, verwenden wir den pH-Wert. Ein pH-Wert von 7 charakterisiert neutrale Flüssigkeiten. Ist der Wert niedriger, handelt es sich um ein saures Milieu. Ein höherer Wert beschreibt eine basische Umgebung.

Säure- und basenbildende Lebensmittel

Nahaufnahme von einer Glasschale zitronensaft. Daneben ein holzbrett mit 6 in Hälften geschnittenen Zitronen
Zitronen sind zwar sauer, sorgen aber für ein basisches Milieu.
Bild: Joshua Resnick (Canva)

Gewinnt unser Körper mehr saure als basische Bestandteile aus Lebensmitteln, zählen diese zu den Säurebildnern. Entstehen bei der Verdauung hingegen mehr basische als saure Produkte, handelt es sich um Basenbildner.

Zitrusfrüchte etwa schmecken sauer, sind aber keine säurebildenden, sondern basenbildende Lebensmittel. Zitrone, Orange und Grapefruit liefern viele Mineralstoffe, die basisch wirken.

Säurebildende Nahrungsmittel hingegen haben beispielsweise viel tierisches Eiweiß oder sind phosphathaltig. Zu ihnen zählen Fleisch, Innereien, Eier oder Käse.

Diese Lebensmittel bringen kaum basische Bestandteile mit sich. Werden sie abgebaut, häuft der Körper Schwefelsäure an.

Infografik saure und basische LM
Auswahl von Lebensmitteln, die im Körper Säuren bzw. Basen bilden.

Gestörter Säure-Basen-Haushalt

Der Organismus ist in der Lage, den Säure-Basen-Haushalt im Körper gut zu steuern. Wer gesund ist, muss eine Übersäuerung nicht fürchten. Werden zu viele Säuren in das leicht basische Blut geschwemmt, gleicht die Lunge den Haushalt kurzfristig aus. Hierfür muss man tiefer und schneller ein- und ausatmen. Damit wird der Kohlendioxidausstoß erhöht und das Kohlendioxid kann sich nicht mehr zu Kohlensäure verbinden. Langfristig hilft die Niere. Sie pumpt die Protonen in den Urin.

Eine andauernde Säurelast durch eine säurehaltige Ernährung schadet dem Körper dennoch. Wir muten den Organen permanent Mehrarbeit zu. Unter anderem wird das Stresshormon Cortisol gebildet.

Risikofaktoren, die zu einer Übersäuerung führen

In erster Linie führen falsche Essgewohnheiten zu einer Übersäuerung. Vor allem fleischlastige Nahrung, nährstoffarme Fertigprodukte oder Backwaren aus Weißmehl mit einem hohen Zuckeranteil sind hier zu nennen. Diese Nahrungsmittel beinhalten Zellgifte, die den Stoffwechsel erschweren.

So essen Sie sich sauer

  • Tierische Produkte haben einen hohen Anteil an Fett und Eiweiß. Insbesondere Milchprodukte wirken säurebildend. Die artfremden Hormone greifen in unsere biochemischen Abläufe ein. So regen die in der Kuhmilch enthaltenen Östrogene das Brustwachstum bei Männern an. Der Wachstumsfaktor IGF-1 erhöht das Risiko auf Prostatakrebs. Auch das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, steigt mit dem Verzehr von Milchprodukten an.
  • Alle anderen Tierprodukte wie Fleisch und Wurstwaren, Fisch und Eier verstoffwechselt unser Körper ebenfalls sauer. Der hohe Anteil schwefelhaltiger Aminosäuren im Fleisch lässt eine Übersäuerung im Bindegewebe unseres Körpers entstehen. Hinzu kommt die Belastung von Fischen mit Schwermetallen und Umweltgiften. 

Übermäßiger Sport führt ebenfalls zu einer Übersäuerung des Körpers. Brennen und die anschließende Ermüdung der Muskeln bei intensiven Trainingseinheiten sind ein Anzeichen dafür. Hobbysportler gönnen sich in diesen Fällen eine Trainingspause. Doch Leistungssportler sind eng getaktet. Bei ihnen besteht daher die Gefahr des Übertrainings.

Psychische Belastungen wie Dauerstress, Ängste, alltägliche Sorgen oder negative Gedanken wirken sich belastend auf den Körper aus.

Symptome und Folgen einer Übersäuerung

In heimischer Atmosphäre auf einem Sofa sitzend, hält sich ein älterer Mann das rechte Knie vor Schmerzen. Arthrose bei Übersäuerung
Muskel- und Gelenkbeschwerden sind typisch bei einer Übersäuerung des Körpers.
Bild: Andrey Popov – Getty Images (Canva)

Zum Thema Übersäuerung gibt es noch viel Forschungsbedarf. Experten vermuten, dass ein stetig übersäuerter Körper zu folgenden Beschwerden führt:

  • Müdigkeit
  • Unausgeglichenheit
  • Nervosität
  • Unruhezustände
  • geringe Belastbarkeit
  • Muskel- und Gelenkbeschwerden
  • mangelnde Spannkraft von Bindegewebe und Haut

Langfristig könnte eine Übersäuerung gegebenenfalls folgende Erkrankungen begünstigen:

Ursachen und Risikofaktoren einer Übersäuerung

Nahansicht verschiedener Wurstwaren, wie Salami. Zu viel Konsum führt zu Übersäuerung
Wer zu viel Wurst isst, schadet seiner Gesundheit.
Bild: Nataliia Pyzhova – Getty Images (Canva)

Wer viel Fleisch oder Fertigprodukte isst, schwemmt permanent Säuren in seinen Körper. So belastet er seinen Organismus mit unausgeglichener Ernährung.

Der Effekt der Übersäuerung verstärkt sich durch:

Übersäuerung feststellen

Um festzustellen, ob der eigene Körper übersäuert ist, sind Urin-Tests erhältlich. Diese sind zu bestimmten Zeiten und über mehrere Tage hinweg durchzuführen. Liegt der pH-Wert auf dem Teststreifen im Schnitt aller Messungen unter dem Wert von 7,0 liegt eine Übersäuerung vor.

Unsere Produkttipps: TESTSTREIFENHEFT zur Bestimmung des Urin-ph-Wertes (50 Stk) | tri.balance®   PH-TESTSTREIFEN zur Kontrolle des pH-Wertes | BLEMASTRIP pH 5,6-8,0 Teststreifen

Übersäuerung vermeiden und beheben

Wer eine Übersäuerung vermeiden oder beheben möchte, muss seine Ernährung zugunsten basenbildender Lebensmittel umstellen. Neben einer basenorientierten Ernährung, der Aufnahme von reichlich neutraler Flüssigkeit, sportlicher Aktivität und dem Vermeiden von Stress bewirkt auch ein Besuch einer Sauna oder eines Basenbades einen Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts bewirken.

Ernährungsumstellung bei Übersäuerung

Nahaufnahme von gekochten und geschälten Eiern auf einem Teller. zu viel Verzehr führt zu Übersäuerung.
Genießen Sie Eier nur in Maßen.
Bild: Yana Gayvoronskaya – (Canva)

Eine Ernährungsumstellung hin zu einer ausgleichenden Basen-orientierten Ernährung sieht folgendermaßen aus. Ernähren Sie sich nur in kleinen Mengen von folgenden Produkten:

  • Fleisch, Wurst, Innereien
  • Fisch
  • Käse und Eier
  • Süßigkeiten
  • Weißmehlprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Kaffee

Einer Übersäuerung entgegenwirken diese Lebensmittel:

  • Obst, Gemüse und Kräuter
  • Kartoffeln
  • Wasser ohne Kohlensäure
Infografik zu sauren und basischen Lebensmitteln

Unsere Produkttipps zum Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts: Bombastus Melissenblätter | Dr. Jacob’s pHysioBase Basen-Citrat-Basenpulver + Glucosamin | Basica® direkt basische Mikroperlen | BASASAN Basenbad

FAQ: Übersäuerung

Wie lässt sich eine Übersäuerung feststellen?

Zur Überprüfung können Urin-Tests eingesetzt werden, die über mehrere Tage zu bestimmten Zeiten durchgeführt werden.

Was sagt der pH-Wert aus?

Der pH-Wert zeigt, ob ein Milieu sauer, neutral oder basisch ist. Ein Wert von 7 gilt als neutral, niedrigere Werte als sauer und höhere Werte als basisch.

Welche Symptome werden mit Übersäuerung in Verbindung gebracht?

Möglich sind Müdigkeit, Unausgeglichenheit, Nervosität, Unruhe, geringe Belastbarkeit sowie Muskel- und Gelenkbeschwerden.

Welche Faktoren können eine Übersäuerung begünstigen?

Begünstigend wirken unter anderem falsche Essgewohnheiten, viel Fleisch, Fertigprodukte, intensiver Sport, Stress, Bewegungsmangel, Alkohol, Nikotin, Umweltgifte und bestimmte Medikamente.

Machen saure Lebensmittel den Körper sauer?

Nein. Zitrusfrüchte schmecken zwar sauer, gelten jedoch als basenbildend, da sie dem Körper basisch wirkende Mineralstoffe liefern.

Welche Lebensmittel gelten als säurebildend?

Als säurebildend gelten vor allem Fleisch, Innereien, Eier, Käse sowie weitere tierische Produkte und stark verarbeitete Lebensmittel.

Was kann gegen eine Übersäuerung helfen?

Hilfreich sind eine basenorientierte Ernährung, reichlich neutrale Flüssigkeit, Bewegung, Stressabbau sowie ergänzend Sauna oder Basenbäder.

Welche Lebensmittel werden bei einer Ernährungsumstellung empfohlen?

Empfohlen werden vor allem Obst, Gemüse, Kräuter, Kartoffeln und Wasser ohne Kohlensäure.


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Stand vom: 04.12.2025

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