Windeldermatitis

Windeln

Regelmäßiges Windeln verringert für den Säugling das Risisko, an Windeldermatitis zu erkranken.

Wenn Babys Po wund ist, spricht man von einer Windeldermatitis. Neben Säuglingen und  Kleinkindern können jedoch auch ältere, inkontinente Personen von einer Windeldermatitis betroffen sein. Der Hautausschlag zeigt sich im Intim- und Gesäßbereich. In der feucht-warmen Windelregion finden Keime ein hervorragendes Klima vor und können sich gut vermehren. Daher kommt häufig eine Pilz- oder Bakterieninfektion hinzu.

Candida albicans (Hefepilze)

Der Bakterienstamm Candida albicans gilt als einer der häufigsten Auslöser für Hautpilz.

Besonders oft zeigt sich der Hefepilz der Gattung Candida. Ärzte sprechen dann von einer „Candidosis genito-glutealis“.  Breitet sich die Windeldermatitis in benachbarte Hautareale, wie Bauch, Oberschenkel oder Rücken aus, spricht man von „Streuherden“.

Windeldermatitis Typ I und Typ II

Vor allem in den ersten Lebensmonaten kommt es bei 2 von 3 Säuglingen zu einem geröteten, wunden Po. Hier liegt eine Windeldermatitis des Typs I vor. Bei älteren Personen, die aufgrund einer Inkontinenz eine Windel tragen, kann es zum Typ II kommen.

 

Ursachen für Windeldermatitis

Die Haut wird durch längeren Kontakt mit Urin oder Stuhl gereizt. Wärme und Feuchtigkeit staut sich unter der wasser- und luftdichten Windel. Dadurch bildet sich eine sogenannte feuchte Kammer. Die obere Hautschicht quillt auf, verliert ihre Barrierefunktion und Keime haben leichteres Spiel.

Verschiedene Risikofaktoren verstärken die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs:

  • Neurodermitis

    Eine trockene Haut und Hauterkrankungen, wie Neurodermitis oder Schuppenflechte, begünstigen eine Windeldermatitis.

    zu enge Windeln, die auf der Haut scheuern und diese schädigen

  • ungenügende Hygiene
  • Grunderkrankungen, wie Neurodermitis oder Schuppenflechte
  • trockene Haut
  • allergische Reaktionen auf bestimmte Stoffe in Windeln, Hautpflegeprodukten oder Waschmitteln
  • geschwächtes Immunsystem
  • häufiger und flüssiger Stuhlgang
  • Mangel an Biotin oder Zink

 

Symptome bei einer Windeldermatitis

Die betroffenen Hautstellen sind unscharf gerötet und nässen. Am Rand des Windelausschlages zeigen sich oft kleine Eiterbläschen, sogenannte Pusteln, und Hautknötchen (Papeln). Wenn sich die Bläschen ausbreiten und Streuherde bilden, spricht man auch von  Satellitenpusteln“.

Fieber

In schweren Fällen kann es auch bei einer Windeldermatitis zu hohem Fieber kommen.

Kommt eine Pilzinfektion hinzu, ist die Haut stärker gerötet, juckt und schmerzt zum Teil. Bei einer bakteriellen Zusatzinfektion mit Staphylo- oder Streptokokken bilden sich größere Blasen, die Haut löst sich ab und es kommt zu Gewebsschäden. Dann kann auch Fieber auftreten.

Ihr Kind fühlt sich unwohl, weint und schläft schlecht.

 

Behandlung von Windeldermatitis

Der Arzt stellt eine Windeldermatitis durch eine Hautuntersuchung fest und grenzt sie von anderen Hauterkrankungen, wie Neurodermitis oder Schuppenflechte ab. Hierfür steht ihm neben der Sichtung der Haut, die Möglichkeit eines Abstriches zur Verfügung. Er kann auch feststellen, ob eine Allergie auf bestimmte Stoffe vorherrscht. Mitunter wird der Arzt Blut abnehmen, um gegebenenfalls Entzündungswerte oder den Zinkgehalt bestimmen zu lassen.

Spezielle Wundschutzpasten beinhalten häufig Dexpanthenol und Zink. Bei einer Pilzinfektion müssen antimykotische Mittel und bei einer Bakterieninfektion antibakterielle Mittel eingesetzt werden. Häufig werden die Wirkstoffe Clotrimazol und Nystatin verwendet. Sie wirken gegen Bakterien, Pilze und leichte Entzündungen. Daneben können spezielle Badezusätze helfen.

 

Unsere Produkttipps bei Windeldermatitis:

·         Mitosyl® N 27 % Salbe mit Zinkoxid

·         Multilind® Heilsalbe mit Nystatin und Zinkoxid

·         Tannolact® 40 % Badezusatz

 

Außerdem sollte bei einer Pilzinfektion der Magen-Darm-Trakt mitbehandelt werden, da sich die Keime, insbesondere Candida albicans, oft ausbreiten.

Bei hartnäckigen Bakterien-Infektionen, insbesondere durch Staphylococcus aureus, ist neben der lokalen Behandlung auch eine systemische antibakterielle Therapie anzuraten. Dabei wird der Wirkstoff oral oder als Infusion verabreicht.

 

Windeldermatitis – Was Eltern tun können

    • Verwenden Sie stark saugfähige und luftdurchlässige Wegwerfwindeln.
Windeln

Tupfen Sie die Haut vorsichtig trocken.

  • Wechseln Sie Windeln 6-mal am Tag und sofort nach der Stuhl- oder Urinentleerung.
  • Planen Sie täglich windelfreie Zeiten ein: Lassen Sie Ihr Kind nackt auf der Babydecke herumkrabbeln, sodass frische Luft an die Windelregion kommt.
  • Reinigen Sie die Babyhaut mit warmen, klaren Wasser sanft und tupfen Sie diese vorsichtig trocken. Um die Haut nicht zusätzlich durch Reibung zu reizen, können Sie diese auch vorsichtig trocken föhnen.
  • Ernähren Sie Ihr Kind zuckerarm.

 


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veröffentlicht am: 15.05.2018