Nystatin

Das Antimykotikum hilft gegen Pilzinfektionen

Wenn die Haut juckt, gerötet und trocken ist, können verschiedene Hautkrankheiten vorliegen. Auch eine Pilzinfektion ist möglich. Der Befall ist meist nicht gefährlich, sollte jedoch behandelt werden. Nystatin ist ein Wirkstoff, der gezielt zur Therapie von Mykosen eingesetzt wird.

Allgemeines zu Nystatin

Nystatin
Sturkturformel des Antimykotikums Nystatin

Nystatin ist ein Antimykotikum, das zur Behandlung von Pilzinfektionen auf Haut und Schleimhäuten dient. Es wirkt hauptsächlich gegen Infektionen, die durch Hefepilze hervorgerufen werden.

Der Wirkstoff ist ein Produkt der Streptomyces-Bakterien. Er wurde erstmals 1948 von Elizabeth Lee Hazen und Rachel Fuller Brown aus dem Bakterienstamm isoliert. 1954 benannten sie die Substanz schließlich „Nystatin“. Der Name geht auf die Gesundheitsbehörde des Staates New York zurück, dem New York State Department of Health. Hazen und Brown arbeiteten in dieser Einrichtung.

Nystatin ist in unterschiedlichen Darreichungsformen erhältlich, als:

  • Filmtabletten für Pilzinfektionen im Magen-Darm-Trakt
  • Mundgel und Suspension zur Behandlung von Pilzbefall auf der Mundschleimhaut
  • Cremes und Salben gegen Mykosen auf der Haut, insbesondere in Hautfalten und im Anal- und Genitalbereich
  • Vaginaltabletten gegen Infektion im weiblichen Genitalbereich

Der Name

Bei der Entwicklung eines neuen Medikaments begeben sich die Forscher auch immer auf die Suche nach einem passenden Namen. Im Fall von “Nystatin” erfolgte die Namensgebung in Anlehnung an das Forschungsinstitut, wo Elizabeth Lee Hazen und Rachel Fuller Brown arbeiteten – dem New York State Department of Health. So wurde aus den Anfangsbuchstaben eine recht einfache Bezeichnung für die chemische Bezeichnung des Wirkstoffs 3-(4-Amino-3,5-dihydroxy-6-methyl-tetrahydropyran-2-yl)oxy-19,25,27,29,32,33,35,37-octahydroxy-18,20,21-trimethyl-23-oxo-22,39-dioxabicyclo[33.3.1]nonatriaconta-4,6,8,10,14,16-hexaen-38-carbonsäure.

Anwendungsgebiete – Nystatin bei Pilzinfektionen

Mund-Soor - Befall der Zunge
Gegen Hefepilzbefall im Mund (Mundsoor) hilft unter anderem der Wirkstoff Nystatin.

Bei Patienten mit einem geschwächtem Immunsystem besteht das Risiko, dass sich Mykosen durch ein zu starkes Wachstum von Hefepilzen entwickeln. Zu dieser Risikogruppe zählen Krebspatienten in der Chemotherapie sowie HIV-Infizierte und AIDS-Patienten. Hier werden Antimykotika wie Nystatin zur prophylaktischen Behandlung eingesetzt.

Schon gewusst?

Bei einem gut funktionierenden Immunsystem sind schwerwiegende Pilzerkrankungen sehr selten. Besteht bereits eine Schwächung der körpereigenen Abwehr, wie z. B. bei vorherrschenden Infektionen oder chronischen Erkrankungend es Immunsystems, steigt die Gefahr, dass es zu einer starken Vermehrung der Pilze kommt. Prophylaxe ist hier die beste Medizin!

Der Wirkstoff Nystatin wird außerdem zur Behandlung von akuten Pilzinfektionen verwendet:

  • im Mund (Soor),
  • im Magen-Darm-Bereich
  • auf der Haut, besonders in der Leisten- und Achselgegend
  • im Windelbereich (Windeldermatitis)
  • im After- und Genitalbereich

Unsere Produkttipps zu Nystatin bei Pilzinfektionen der Mundschleimhaut: Moronal® Suspension |          Adiclair® Suspension | Lederlind® Mundgel bei Pilzinfektionen der Haut: Multilind® Heilsalbe mit Nystatin und Zinkoxid bei Pilzinfektionen der Scheide: Biofanal® Vaginaltabletten bei Pilzinfektionen des Magen-Darm-Trakts: Nystatin Holsten FTA Filmtabletten

Wirkungsweise von Nystatin

Candida albicans (Hefepilze)
Der Bakterienstamm Candida albicans gilt als einer der häufigsten Auslöser für Haut- und Scheidenpilz.

Nystatin entfaltet seine Wirkung, indem es sich mit Ergosterin (Ergosterol) verbindet. Ergosterin ist ein wichtiger Bestandteil der Zellmembran von Pilzzellen. Diese Verbindung bewirkt, dass sich Poren in der Zellwand bilden. Die Zellwand wird damit durchlässiger. Durch die Poren gelangen Kaliumionen (K+) vom Zellinneren nach außen. Diese Störung des Stoffwechsels führt zum Tod der Pilzzelle.

Gegenanzeigen

Nystatin
Der antimykotische Wirkstoff Nystatin hilft bei Infektionen mit Candida-Pilzen.

Eine Behandlung mit Nystatin erfolgt nicht, wenn der Patient bereits überempfindlich auf den Wirkstoff und ähnliche Anti-Pilzmittel reagiert hat.

Während der Schwangerschaft und der Stillzeit sollten Frauen sicherheitshalber mit einem Arzt absprechen, ob Medikamente mit Nystatin ohne Bedenken eingesetzt werden dürfen. Es sind zwar bisher keine unerwünschten Folgen bekannt, dennoch ist es sicherer, wenn ein Arzt die Behandlung überwacht.

Nystatinhaltige Präparate sind zur Therapie von Pilzinfektionen bei Kindern geeignet.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bei gleichzeitiger Einnahme von Nystatin sind nicht bekannt.

Schon gewusst?

Pilze vermehren sich besonders gern dort, wo es warm und feucht ist. Hautfalten sind besonders beliebt. Aber auch feuchte Bereiche wie z. B. innerhalb der Windel bei Säuglingen sind häufig von Pilzinfektionen betroffen. Hierbei spricht man von einer “Windeldermatitis”. Neben diesem Bereich ist v. a. bei gestillten Säuglingen häufig auch der Mund von einem Pilzbefall betroffen (Mundsoor). Glücklicherweise gibt es auch für die Kleinsten schon wirksame Präparate gegen diese Erkrankungen. Zumeist werden Nystatin-haltige Salben verwendet. Bei Mundsoor gestillter Kinder ist es wichtig, dass die Mutter auch den Bereich ihrer Brustwarzen (Mamillen) mitbehandelt, damit es nicht immer wieder zu einer erneuten Ansteckung kommt.

Nebenwirkungen von Nystatin

Nystatin wird bei oraler Einnahme nicht von den Darmzellen in den Körper aufgenommen. Einerseits eignet es sich daher zur Behandlung von Pilzinfektionen im Darmtrakt, jedoch können deshalb oft Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung auftreten. Weiterhin kann es bei innerer Anwendung von Nystatin zu Calciumüberschuss im Blut und Urin kommen. Auch die Bildung von calciumhaltigen Nierensteinen infolge einer Behandlung mit Nystatin wurde beobachtet.

Beim Auftragen auf die Haut können Hautreaktionen wie Brennen, Rötungen oder Juckreiz auftreten.

Ob diese unerwünschten Wirkungen tatsächlich eintreten, ist jedoch abhängig von der Dosis des Wirkstoffs bei der Therapie.


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Stand vom: 09.08.2019

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.