Morbus Crohn

Morbus Crohn: chronisch entzündliche Darmerkrankung

Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, die alle Abschnitte von der Mundhöhle bis zum After betreffen kann.

Ein Leben mit Morbus Crohn heißt: Ein Leben mit Bauchschmerzen und Durchfall. Die Ursachen der Darmerkrankung sind noch nicht gänzlich geklärt, eine Heilmethode gibt es nicht. Die Therapie besteht darin, die Beschwerden bei akuten Schüben zu mindern und die Zeiten zwischen den aktiven Phasen zu verlängern.

Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, die den gesamten Magen-Darm-Trakt von der Mundhöhle über die Speiseröhre bis zum After betreffen kann. Häufig liegt die Entzündung im Dünndarm bzw. im Übergangsbereich zwischen Dünn- und Dickdarm. Es können mehrere Abschnitte gleichzeitig betroffen sein. Mediziner sprechen dann von einem segmentalen, diskontinuierlichen Befall.

 

Synonyme:

  1. Crohn-Krankheit

  2. Enteritis regionalis Crohn

  3. narbenbildende Enteritis

  4. Enterocolitis regionalis

  5. Enteritis terminalis

  6. Ileitis terminalis

 

In Deutschland leiden rund 165.000 Menschen an Morbus Crohn. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Häufigkeit der Erkrankung zugenommen. Manche Mediziner gehen aber davon aus, dass die Diagnose heutzutage nur häufiger gestellt werden kann, da die medizinische Ausstattung dafür besser geeignet ist. Männer und Frauen sind gleichermaßen häufig betroffen und die Diagnose findet besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen statt.

Morbus Crohn nach US-amerikanischem Arzt benannt

Ursachen von Morbus Crohn

Noch immer ist die Ursache von Morbus Crohn in Gänze nicht geklärt. Häufig wird die Crohn-Krankheit als sogenannte Autoimmunerkrankung bezeichnet. Die Entzündung könnte als Reaktion auf eine Abwehrschwäche zu verstehen sein. Es gibt viele Hinweise darauf, dass die narbenbildende Enteritis auf eine Veränderung der Darmbakterien und/oder eine unzureichend funktionierende Dünn-Darm-Schleimhaut zurückzuführen ist.

Rund die Hälfte aller Patienten weisen bestimmte Veränderungen an der Erbanlage auf. Das mutierte Gen NOD2/CARD15 auf Chromosom 16 etwa ist für Bestandteile von Immunzellen wichtig, die in der Darmschleimhaut vorkommen. Dies könnte unter Umständen die gestörte Barrierefunktion der Darmschleimhaut erklären. Eine intakte Darmbarriere verhindert, dass Bakterien aus dem Darm in die Darmwand gelangen. Überwinden Bakterien jedoch das Hindernis und dringen in die Darmwand ein, werden sie von der körpereigenen Abwehr als feindliche Substanz ausfindig gemacht und bekämpft. Die eigentlich ungefährlichen Bakterien lösen somit die Aktivierung verschiedener Entzündungszellen aus, sodass es zur Darmentzündung kommt.

Neben erblichen Faktoren können gegebenenfalls folgende Einflüsse das Risiko an Morbus Crohn zu erkranken, erhöhen:

 

  • Nikotinkonsum
  • eine zuckerreiche Ernährungsweise und die Bevorzugung von „Industrienahrung“ wie Fast Food, Fertiggerichte und Frittiertes
  • häufige Behandlung mit Antibiotika in der Jugend
  • Zusammensetzung der Darmflora
  • übertriebene Hygiene

 

Psychische Ursachen können hingegen ausgeschlossen werden. Seelische Belastungen wirken sich lediglich verstärkend aus. In jedem Falle wird der Verlauf der Krankheit durch Bakterien (Mycobacterium avium subsp. Paratuberculosis kurz MAP) und Viren beeinflusst.

 

Hinweis zum Zigarettenkonsum

Rauchen erhöht nicht nur das Risiko, an Morbus Crohn zu erkranken, es sorgt auch für einen schwerwiegenderen Verlauf! Die Entzündung bricht bei Rauchern bedeutend häufiger wieder aus.

Tipps zur Raucherentwöhnung:

Wie kann ich mit Rauchen aufhören?

 

Symptome erkennen: Beschwerden bei Morbus Crohn

 

Die klassischen Beschwerden, über die Menschen mit Morbus Crohn klagen, sind:

Neben den genannten Beschwerden führt Morbus Crohn zu Veränderungen, die sich nicht auf den Magen-Darm-Trakt beziehen. Besonders häufig treten Gelenkveränderungen wie Arthritis oder bestimmte Hautveränderungen auf.

 

Unsere Produkttipps bei Eisenmangel und Zinkunterversorgung:

·         Salus Kräuterblut® Floradix® mit Eisen, Lösung zum Einnehmen

·         Eisentabletten-ratiopharm® 100 mg, Filmtabletten

·         ZINK HEXAL®, Brausetabletten

·         Curazink® 15 mg, Hartkapseln

 

Folgeerkrankungen bei Morbus Crohn

Osteoporose

Entwicklung bei einer Osteoporose: Die Knochen werden immer löchriger. Dadurch kann es zu häufigen Knochenbrüchen kommen.

Bei Morbus Crohn kann es zu Folgeerkrankungen kommen, wie:

Das Krebsrisiko ist zudem erhöht.

 

Diagnose von Morbus Crohn

Eine sichere Diagnose erfordert die Magen-Darm-Spiegelung durch einen Facharzt für Magen-Darm-Krankheiten, einem Gastroenterologen. Dabei wird auch eine kleine Gewebeprobe entnommen und histologisch begutachtet. Zudem werden Ultraschall und bestimmte Laborwerte ermittelt.

Auch während dem Krankheitsverlauf müssen regelmäßig Kontrolluntersuchungen stattfinden. Der Gastroenterologe muss exakt informiert sein, um Morbus Crohn nicht mit einer ähnlichen chronisch entzündlichen Darmerkrankung wie der Colitis ulcerosa oder anderen Erkrankungen zu verwechseln.

 

Morbus Crohn versus Colitis ulcerosa

Colitis ulcerosa ist wie Morbus Crohn ebenfalls eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. Allerdings liegt die Entzündung ausschließlich im Dickdarm. Betroffen ist die Darmschleimhaut.

 

Behandlung von Morbus Crohn

 

Morbus Crohn kann nicht geheilt werden. Spezielle Medikamente sorgen bei Entzündungsschüben dafür, dass die Entzündungen eingedämmt und die Beschwerden gemildert werden. In vielen Fällen schließt sich eine Langzeittherapie an. Die beschwerdefreien Zeiten sollen verlängert und ein erneuter Schub verhindert werden. Sehr selten kommt es zu einer Operation.

Medikamentöse Therapie im akuten Entzündungsschub

Die Schubtherapie dient der Verminderung der akuten Symptome. Bei geringer Aktivität reicht oft eine symptomatische Therapie aus, bei der Mittel gegen Schmerzen, Bauchkrämpfe und Durchfall verabreicht werden.

 

Unsere Produkttipps bei Schmerzen, Bauchkrämpfen und Durchfall:

·         Buscopan® PLUS, Filmtabletten

·         Iberogast®, Flüssigkeit

·         Imodium® akut lingual, Schmelztabletten

 

Lila Schleife - Symbol für Epilepsie

Die lilafarbene Schleife dient als Symbol verschiedener Krankheiten – neben Epilepsie, Alzheimer und Hodenkrebs auch für Morbus Crohn.

Die Lebensmittel, die der Betroffene nicht gut verträgt, werden von ihm gemieden. Es kommt auch eine lokale, entzündungshemmende Therapie mit Kortison-Präparaten infrage. Wirkstoffe sind hier Budesonid und Sulfadalazin.  Das Kortison verhindert eine Überreaktion des Immunsystems.

Daneben werden bei mäßiger Aktivität systemische – d.h. im gesamten Körper wirksame – Kortisonpräparate verabreicht. Bei bakteriellen Begleitinfektionen helfen Antibiotika. Bei einer starken Aktivität kann es zur Gabe von Antikörpern gegen Entzündungsfaktoren (TNF-Antikörper) kommen.

 

Spezielle Ernährung während des akuten Schubs

Zusätzlich wird eine spezielle Ernährungstherapie angewendet. Für die Ruhigstellung des Magen-Darm-Trakts wird eine enterale Ernährung mit Astronautenkost durchgeführt. Die ballaststofffreie Kost lindert während eines akuten Schubs die Beschwerden. Bei einem besonders schweren Schub kommt auch eine Sondenernährung infrage. Nur in wenigen Fällen ist eine parenterale Ernährung über das Blutgefäßsystem notwendig.

 

Spezialnahrung und Nahrungsergänzungsmittel bei Morbus Crohn:

·         Nestle® Modulen IBD, Pulver

·         Elemental 028 Orange Ananas, Trinknahrung

·         Xylamin® plus, Kapseln zur Behandlung von Nährstoffdefiziten

 

Langzeittherapie

Zur Remissionserhaltung sind neben einer ausgewogenen gut verträglichen Ernährungsweise bestimmte Medikamente wichtig. Dazu gehören Medikamente, die verhindern, dass das Immunsystem überreagiert: Immunsuppressiva wie Azathioprin, 6-Mercaptopurin  oder Methotrexat.

 

Operation

Wenn Medikamente langfristig keinen Erfolg bringen oder Komplikationen und Folgeerkrankungen wie Fisteln, Abszesse oder ein verengter Darmbereich (Stenose) vorliegen, muss der betroffene Darmabschnitt operativ entfernt werden.