Impotenz

Potenzstörung

Erektile Dysfunktion kann viele Ursachen haben – oft ist sie behebbar.

Über Potenzprobleme spricht man auch mit dem Arzt nicht gern. Dabei kommen sie bei vielen Männern vor. Die sexuelle Lust (Libido) ist vorhanden, aber der Penis wird nicht ausreichend steif oder erschlafft schnell wieder. Neben psychischen Faktoren wie Stress, Depressionen oder Leistungsdruck können auch körperliche Faktoren eine große Rolle spielen. In den meisten Fällen lässt sich Impotenz behandeln.

Unter Impotenz versteht man eine Sexualstörung beim männlichen Geschlecht, die sich dadurch bemerkbar macht, dass über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten trotz sexueller Erregung keine oder keine ausreichende Erektion zustande kommt. Impotenz ist nicht mit Unfruchtbarkeit zu verwechseln. Ein Mann der unter Potenzproblemen leidet, kann Kinder bekommen.

 

Synonyme:

·         Erektile Dysfunktion

·         Erektionsstörung

·         Potenzstörung

·         Potenzprobleme

 

Bei einer Erektionsstörung reicht die Erektion nicht für einen Geschlechtsverkehr aus, da der Penis nicht steif genug ist. Zudem kommt hinzu, dass manche Männer ihren Samenerguss nicht kontrollieren können, dieser zu vorzeitig oder verzögert kommt. Andere leiden darunter, keinen Samenerguss zu haben.

Impotenz - jeder 2. klagt zumindest zeitweise darüber

Die Wahrscheinlichkeit an Impotenz zu erkranken, nimmt mit steigendem Alter zu. Insgesamt geht man von einer Betroffenheit zwischen 20–50 % bei Männern über 30 aus. Therapiert wird aus falscher Scham tatsächlich nur ein Bruchteil. Dabei ist Impotenz häufig ein Frühwarnzeichen für Gefäßverkalkungen, letztendlich für Arteriosklerose und damit Angina pectoris, Herzinfarkt und Schlaganfall.

 

Ursachen einer erektilen Dysfunktion

Die bei einer Impotenz ausbleibende Erektion wird durch das Zusammenspiel der Blutgefäße, der Hormone, des Nervensystems und der Psyche verursacht. Neben Durchblutungsstörungen und Erkrankungen de Nervensystems können auch Wirbelsäulenerkrankungen wie Bandscheibenvorfälle oder Verletzungen im kleinen Becken ursächlich sein. Daneben können Hormonstörungen oder Operationen eine erektile Dsyfunktion auslösen.

Vor allem bei jüngeren Männern können psychische Faktoren die Potenz stören:

  • Stress
  • Leistungsdruck
  • Versagensangst
  • Persönlichkeitskonflikte
  • Depression oder andere psychische Erkrankungen

 

Durchblutungsstörungen

Bei älteren Männern verursachen sehr häufig Durchblutungsstörungen Potenzprobleme:

  • HDL- und LDL-Cholesterin

    Ein über einen langen Zeitraum zu hoher Cholesterinspiegel kann Impotenz verursachen.

    Arterielle Durchblutungsstörung: Bei Menschen mit Arteriosklerose sind die Blutgefäße im ganzen Körper aufgrund hoher Blutfettwerte und eines erhöhten Cholesterinspiegels verengt. Das betrifft auch den Penis. Die kleinen Blutgefäße – Arteriolen und Kapillaren – werden zusätzlich bei Bluthochdruck und einer Diabetes-mellitus-Erkrankung geschädigt. Dadurch wird der Bluteinstrom in die Schwellkörper behindert.

  • Venöse Durchblutungsstörung: In der Regel arbeiten Venen im Penis wie Ventile –bei einer Erektion bleiben sie verschlossen. Das Blut bleibt im Penis und die Erektion wird aufrechterhalten. Bei Impotenz funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr. Die Muskeln im Penis können sich nicht richtig entspannen. Die Venen lassen das einströmende Blut zu schnell wieder aus den Schwellkörpern abfließen. Studien deuten darauf hin, dass auch hier erhöhte Blutzuckerwerte verantwortlich sein können. Krankhaft erhöhter Blutzucker soll die glatte Muskulatur des Penis schädigen.

 

Nervenerkrankungen

Bei etwa jedem 10. Patienten mit Impotenz liegt eine Nervenerkrankung zugrunde. Eine Erektion beginnt im Gehirn. Bei Erregung werden durch Nervenfasern bestimmte Botenstoffe freigesetzt, damit sich die Blutgefäße in den Schwellkörpern weiten können. Bei einer Störung des Signalwegs von Gehirn zum Glied, kann sich der Penis trotz Libido nicht versteifen.

Alkoholkonsum verursacht Impotenz

Wer regelmäßig zu viel Alkohol trinkt, riskiert eine Erektile Dysfunktion. Bildquelle: © Big City Lights – Fotolia.com

Betroffene Männer sind häufig Personen mit:

 

Hormonstörungen

Hormonelle Störungen sind selten ursächlich für Potenzprobleme. Wem es am männlichen Geschlechtshormon Testosteron mangelt, verspürt in der Regel weniger sexuelle Erregung.

Ein Überschuss an Prolaktin kann ebenso Erektionsstörungen verursachen. Dieses Hormon fördert bei Müttern eigentlich die Milchbildung, kommt aber auch bei Männern vor. Bestimmte Krankheiten und Arzneimittel steigern die Produktion.

 

Einnahme von Medikamenten

Auch bestimmte Medikamente können Impotenz hervorrufen, zum Beispiel:

Medikamente

Viele verschiedene Medikamente können die Potenz beeinträchtigen.

  • diverse Magen-Darm-Mittel
  • verschiedene Herzmedikamente
  • entzündungshemmende Medikamente mit dem Wirkstoff Kortison
  • unterschiedliche Medikamente zur Entwässerung
  • einige blutdrucksenkende Medikamente
  • Haarwuchsmittel mit dem Wirkstoff Finasterid
  • Medikamente gegen Depressionen (Antidepressiva)
  • bestimmte angstlösende Medikamente, sog. Tranquilizer
  • diverse Betablocker
  • Antiandrogene, die die Wirkung männlicher Geschlechtshormone hemmen

 

Ursachen auf einen Blick

Zigaretten sind schädlich

Rauchen macht impotent. Bildquelle: © rangizzz – Fotolia.com

 

Impotenz behandeln

Mittlerweile gibt es sehr viele verschiedene Therapieoptionen, die letztendlich auch von der Ursache der Impotenz abhängen. Oft muss man die für die Erektionsstörung verantwortliche Krankheit behandeln: Ein Diabetes-Patient sollte richtig eingestellt werden. Ein zu Bluthochdruck neigender Mann benötigt gegebenenfalls blutdrucksenkende Mittel. Ein Mann mit Testosteronmangel wird diesen mit einer Hormontherapie ausgleichen. Ist die Ursache vom Urologen einmal festgestellt, kann dieser auch die entsprechend Therapie einleiten.

 

Lebensumstände ändern

Manchmal reicht eine Änderung des Lebensstils aus:

  • Übergewicht reduzieren
  • körperliche Bewegung erhöhen
  • Einstellen des Nikotinkonsums

 

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  • gesund ernähren
  • Blutzuckerspiegel senken
  • Cholesterinspiegel optimieren

 

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  • gemäßigter Alkoholkonsum
  • Blutdruck senken

 

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Psychotherapie

Bei psychischen Ursachen ist eine psychologische Beratung bzw. eine Selbsthilfegruppe ein guter Weg, um Versagensängste und Stress zu bekämpfen. Auch bei einer organischen Ursache können sich in der Folge Selbstzweifel ergeben. Hier kann eine begleitende Therapie helfen.

 

Potenzmittel

Die Gabe von Testosteron kann im Zusammenhang mit der Zufuhr von Potenzmitteln unterstützend wirken. Testosteron wird in Form eines Gels auf die Haut aufgetragen. Es kann auch in größeren Abständen in den Muskel gespritzt werden. Medikamentös setzt der Urologe häufig sogenannte PDE-5-Hemmer gegen Impotenz ein. Diese blockieren das Enzym Phosphodiesterase-5, was zu einer Entspannung der Penismuskulatur führt. Dadurch können sich die Blutgefäße besser erweitern und die Schwellkörper sich mit Blut füllen. Die Wirkstoffe sind Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil, die sich in Wirkungseintritt und Wirkungsdauer leicht unterscheiden. Am bekanntesten sind wohl die Potenzmittel Viagra, Levitra und Cialis, die auf Rezept erhältlich sind.

 

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Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT) und Medikamentöses Urethrales System zur Erektion (MUSE)

Wenn PDE-5-Hemmer nicht eingesetzt werden dürfen oder nicht entsprechend wirken, kann man versuchen Impotenz mit Prostaglandin-E1 zu beseitigen. Es wird mit einer Nadel direkt in die Schwellkörper des Penis gespritzt (SKAT) oder in die Harnröhrenöffnung an der Penisspitze gedrückt (MUSE). Die Verabreichung direkt in die Schwellkörper ist wirksamer, aber auch nebenwirkungsreicher.

 

Erektionshilfen: Vakuumtherapie

Auch der Einsatz von Erektionshilfen wie eine Vakuumpumpe kann hilfreich sein. Bei dieser Methode wird auf den Penis ein durchsichtiger Plastikzylinder mit Saugpumpe aufgesetzt. Durch den produzierten Unterdruck fließt Blut verstärkt in die Schwellkörper und der Penis wird steif. Der Rückfluss des Blutes wird durch einen Gummiring an der Peniswurzel verhindert. Allerdings muss dieser nach 30 Minuten wieder entfernt werden, um Durchblutungsstörungen zu vermeiden. Sonst riskiert der Benutzer der Penispumpe Schäden am Penis.

 

Penisprothese

Bringen diese Behandlungen keinen Erfolg, kann man einen chirurgischen Eingriff wie Gefäßoperationen und Implantation sogenannter Penisprothesen wagen. Der Arzt setzt Implantate aus Kunststoff in die Schwellkörper ein. Bei hydraulischen Implantaten wurde zusätzlich noch ein kleines Flüssigkeitsreservoir in den Bauchraum und ein Pumpenbällchen in den Hoden eingesetzt. So kann der Mann die Flüssigkeit aus dem Reservoir in das Implantat pumpen.

 


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