Diuretika

Wassertabletten zur Förderung der Flüssigkeitsausscheidung

Ein ausgeglichener Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt ist für unsere Gesundheit unabdingbar. Eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung im Körper kann mit zahlreichen gesundheitlichen Problemen einhergehen, die sogar lebensbedrohlich sein können. Schafft der Körper es nicht von allein, ausreichend Flüssigkeit über den Urin auszuscheiden, können Wassertabletten helfen.

Diuretika: Entwässerungstabletten zur Unterstützung der Urinbildung

Dragees
Diuretika fördern die Urinbildung und -ausscheidung.

Der Name „Diuretikum“ (Mehrzahl „Diuretika“) wird abgeleitet vom medizinischen Begriff der „Diurese“, der die Flüssigkeitsausscheidung über den Harn beschreibt. Umgangssprachlich oft „Wassertabletten“ oder „Entwässerungstabletten“ genannt, handelt es sich bei den Diuretika um eine Medikamentengruppe , die der Unterstützung der Urinbildung und -ausscheidung über die Nieren dient.

Ablauf der Harnbildung

Niere und Harnbildung
Die Harnproduktion findet in den Nieren statt.

Die Harn- bzw. Urinproduktion ist ein sehr komplexer Vorgang, der in den Nieren stattfindet. Durch die Durchblutung der Nierenzellen wird das Blut gefiltert. Wasser und einige darin gelöste Stoffe werden so dem Blut entzogen. Hierzu zählen z. B. Traubenzucker (Glucose), Elektrolyte (Natrium, Kalium), Aminosäuren und einige Medikamente. Die so entstehende Flüssigkeit wird als Primärharn bezeichnet. Täglich werden 180–200 Liter Primärharn gebildet. Die ausgeschiedene Urinmenge per Diurese beträgt nur einen minimalen Bruchteil dieser Menge (ca. 1,5 l pro Tag). Eine starke Rückresorption von Wasser und einigen Stoffen in anderen Teilen der Nierenzellen führt zu dieser Reduktion der Harnmenge.

Schon gewusst?

Die Nieren vollbringen tagtägliche Höchstleistungen! Sie filtern das Blut und produzieren jeden Tag 180 –200 Liter Primärharn. Dieser enthält Wasser und darin gelöste Stoffe. Da wir bei Verlust dieser Menge sofort austrocknen würden, resorbieren die Nieren anschließend 99 % des Wassers wieder zurück und führen es dem Blut zu. Übrig bleiben ca. 1–1,5 Liter Harn, der über die Blase ausgeschieden wird.

Wirkungsweise der Diuretika

Antidepressiva
Diuretika lassen sich in verschiedene Klassen einteilen.

Es gibt verschiedene Klassen der Diuretika, die über unterschiedliche Wirkmechanismen die Rückresorption der Flüssigkeit aus dem Primärharn verringern und somit die Harnbildung fördern. Neben Wasser, werden auch verstärkt Elektrolyte wie Natrium und Kalium ausgeschieden. Zu diesen Klassen gehören:

  • Schleifendiuretika (z. B. Torasemid, Furosomid)
  • kaliumsparende Diuretika (z. B. Amilorid, Triamteren, Spironolacton)
  • Thiaziddiuretika (z. B. Hydrochlorothiazid, Chlorthalidon)
  • osmotische Diuretika (z. B. Sorbit, Mannit)
  • Carboanhydrasehemmer (z. B. Azetolamid, nur noch selten verwendet)

Anwendung der Diuretika

Medikament
Die meisten Diuretika liegen in Form von Tabletten vor.

Je nach Ursache der Anwendung wählt der Arzt das geeignete Präparat. Für den Hausgebrauch liegen die Medikamente in Tablettenform vor. Während eines Krankenhausaufenthaltes, v. a. in Notfallsituationen, können einige der Mittel auch als Flüssigkeit über die Vene verabreicht werden.

Pflanzen mit harntreibender Wirkung

Brennnessel
Brennnesseltee hat eine harntreibende Wirkung.

Neben den o. g. Medikamenten gibt es auch viele Heilpflanzen, die eine harntreibende Wirkung aufweisen. Hierzu zählen u. a.:

  • Brennnessel
  • Acker-Schachtelhalm
  • Gewöhnliche Goldrute
  • Dornige Hauhechel
  • Birkenblätter
  • Löwenzahn
  • Katzenbart

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Die in den Pflanzen enthaltenen ätherischen Öle und Flavonoide (Farbstoffe) bewirken den Effekt der vermehrten Harnausscheidung. Zumeist werden die wirksamen Pflanzenteile getrocknet und als Tee zubereitet verzehrt. Es existieren allerdings auch Tabletten, Tropfen oder Pulver, die die wirksamen Pflanzenextrakte enthalten.

Schon gewusst?

Auch viele natürlich vorkommende Substanzen wirken harntreibend. Hierzu zählen u. a. Kaffee und Alkohol. Aber auch Heilpflanzen können diesen Effekt bewirken. Hierzu zählt die Brennnessel, die als Tee genossen ihre Wirkung rasch entfaltet. So kann sie z. B. bei Harnwegsinfekten helfen, rasch die verursachenden Bakterien auszuscheiden.

Einsatzgebiete der Diuretika

Bluthochdruck
Diuretika werden häufig bei Personen mit Bluthochdruck verabreicht.

Die Einsatzgebiete der Entwässerungsmedikamente sind vielfältig. Hierbei erhöhen sie immer die Beförderung von Flüssigkeit aus dem Körper. Sie verbessern allerdings nicht die Nierenfunktion an sich und können eine bestehende Funktionseinschränkung des Organs nicht heilen.

Zu den Einsatzbereichen zählen Erkrankungen, die zu einer vermehrten Flüssigkeitsansammlung im Körpergewebe führen. Dies macht sich v. a. durch eine Bildung von Ödemen (Wassereinlagerungen) bemerkbar. Sichtbar wird dies durch geschwollene Beine oder Arme bis hin zu einer Schwellung des ganzen Körpers. Kommt es zu einer  Wasseransammlung in der Lunge, spricht man von einem Lungenödem. Diese Erscheinung macht sich durch Luftnot und eine unzureichende Sauerstoffsättigung im Blut bemerkbar und kann lebensbedrohlich werden.

Erkrankungen bei denen Diuretika eingesetzt werden, sind:

Ein weiterer Wirkungskreis sind Vergiftungen mit Stoffen, die über den Harn ausgeschieden werden.

Nebenwirkungen der Diuretika

Herzschwäche - Körper wenig belastbar
Diuretika sind in der Regel nebenwirkungsarm. Schwindel kann aber zu den unerwünschten Wirkungen zählen.

Die Entwässerungsmedikamente sind nebenwirkungsarm und eine gefährliche Überdosierung ist kaum möglich. Unangenehme Begleiterscheinungen sind z. B. eine zu starke Flüssigkeitsausscheidung, die zu einer Austrocknung des Körpers (med. Exsikkose) führt. Hierbei steigt auch das Risiko, eine Thrombose zu entwickeln, da das Blut verdickt ist. Des Weiteren kann der Blutdruck zu niedrig werden (med. Hypotonie). Schwindel, Müdigkeit und Schwäche können die Folge sein.

Eine weitere Quelle für Nebenwirkungen stellt die gleichzeitig stattfindende Ausscheidung von Salzen dar. So kann es zu einem Mangel von Natrium (med. Hyponatriämie) und Kalium (med. Hypokaliämie) kommen. Folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die damit verbundenen möglichen Symptome:

Hyponatriämie Hypokaliämie
Verwirrtheit verlangsamter Puls
Muskelkrämpfe Herzrhythmusstörungen
Krampfanfälle Muskellähmungen
Gewichtsverlust  
Bewusstseinsstörung bis Koma  

Schon gewusst?

Beachten Sie bei einer Einnahme von Medikamenten zur vermehrten Harnausscheidung den Einnahmezeitraum! Abends eingenommen, kann der Harndrang Ihren Nachtschlaf erheblich stören.


Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch den Arzt.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Wir stehen mit unserer Beratungshotline gern für Sie bereit.


Stand: 05.09.2019

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.