Kardamom

Gut bei Magen-Darm-Problemen

Kardamom, auch Kardamon genannt, ist neben dem Safran und der Vanille eines der teuersten Gewürze weltweit. Die zwei Sorten „grüner“ und „schwarzer“ Kardamom werden regional unterschiedlich zum Würzen verwendet und haben auch positive Effekte auf die Gesundheit. Vor allem bei Leiden des Magen-Darm-Traktes kann der Verzehr Abhilfe verschaffen.

Kardamom zählt zu den teuersten Gewürzen.

Herkunft von Kardamom

Die Pflanze Kardamom gehört zu den Ingwergewächsen (Zingiberaceae) und umfasst zwei Gattungen. Zum einen den „grünen Kardamom“ (sog. Elettaria cardamomum), zum anderen den „schwarzen Kardamom“ (sog. Amomum subulatum).

Grüner Kardamom

Die getrockneten Früchte mit den Samen des Kardamoms sind ein beliebtes Gewürz in vielfältigen Speisen.

Das hauptsächlich verwendete grüne Kardamom stammt ursprünglich aus Sri Lanka, Indien, dem Irak und Thailand. Heutzutage wird der grüne Kardamom aber auch in anderen Ländern, wie Guatemala, Tansania und Madagaskar, angebaut.

Der Elettaria cardamomum wächst krautartig und wird zwischen 2 und 5,5 Metern groß. Seine Blüten sind in Rispen angeordnet, die von einem Bodentrieb ausgehen und bis zu 1,5 Meter lang werden. Die einzelnen weißen Blüten haben lila Streifen und sind zygomorph. Sie bestehen also aus zwei spiegelgleichen Hälften. Charakteristischerweise haben sie ein auffälliges „Labellum“, eine Art vorstehende längliche Lippe am oberen Ende. Die Pflanze trägt grünliche Kapselfrüchte mit 3 Fächern, die jeweils bis zu 8 Samen enthalten. Diese Samen und seltener auch die gesamten getrockneten Früchte werden weit verbreitet als Gewürz süßer und herzhafter Speisen genutzt. Auch in der Medizin kommt der Kardamom zum Einsatz.

Schon gewusst?

Die Samen des grünen Kardamons gelten in den arabischen Ländern als Aphrodisiakum!

Schwarzer Kardamom

Der Schwarze Kardamom stammt ursprünglich aus dem Osthimalaja, z. B. aus Bhutan. Großflächig angebaut wird er heutzutage hauptsächlich in Nepal und Indien. Er hat ebenfalls ein krautiges Wachstum, erreicht allerdings maximal eine Höhe von 2 Metern. Seine zygomorphen Blüten sind alleinstehend und größer als die des grünen Kardamoms. Sie haben eine gelbliche Farbe mit roten Streifen. Seine Kapselfrüchte sind bräunlich und mit ca. 2 cm Durchmesser deutlich größer als die seines grünen Verwandten. Seine Samen werden ebenfalls als Gewürz verwendet. Aufgrund des herben Geschmackes ist sein Einsatz meist allerdings auf herzhafte Gerichte, v. a. auf Fleischgerichte, beschränkt.

Inhaltsstoffe von Kardamom

Die Samen des grünen Kardamoms enthalten ein ätherisches Öl, welches aus insgesamt 120 Einzelkomponenten besteht. Die beiden Hauptbestandteile sind das alpha-Terpinylacetat und das Cineol, welche jeweils einen Drittel des Öls ausmachen. Weitere Inhaltsstoffe sind Limonen, alpha-Terpineol, Linalool, Linalylacetat und Hydroxizimtsäure. Auch Stärke und Ölsäuren sind enthalten.

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Das ätherische Öl hat einen charakteristischen würzigen Geruch und einen süßlich-scharfen Geschmack. An der Luft verfliegt das Aroma schnell, so dass zur Verwendung v. a. getrocknete Kardamom-Kapseln  empfohlen werden. Diese können direkt vor dem Gebrauch mit dem Mörser aufgebrochen und die darin enthaltenen Samen frisch gemahlen werden. So kann ein sehr geschmacks- und wirkungsvolles Kardamompulver gewonnen werden.

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Durch die vielfältigen Inhaltsstoffe weist das grüne Kardamom folgende Wirkungen auf:

  • antibakteriell
  • antiviral
  • antifungal
  • durchblutungsfördernd
  • verdauungsfördernd
  • entkrampfend
  • schleimlösend
  • harntreibend

Kardamompulver

Pulver aus den frisch gemahlenen Kardamom-Samen ist wesentlich geschmacksintensiver und reicher an nützlichen Inhaltsstoffen als industriell hergestelltes Pulver. Dieses enthält meist auch die Schalen der geschmacksneutralen Kardamom-Kapseln und verliert durch die Lagerung einen Teil des ätherischen Öls.

Verwendung von Kardamom in der Küche

Kardamom ist eine beliebte Zutat in Weihnachtsplätzchen und Lebkuchen.

Hierzulande ist Kardamom in der Weihnachtsbäckerei als Bestandteil des Lebkuchens beliebt. In der asiatischen Küche dient das Gewürz zum Abschmecken von süßen und herzhaften Gerichten. So ist es außerdem Zutat verschiedener Gewürzmischungen für Currys und Masalas, wird in arabischen Ländern dem Mokka hinzugefügt und würzt in Skandinavien Wurst, Fleisch und alkoholische Getränke.

Auch die Kardamom-Blätter können verzehrt werden und verleihen durch ihren zimtartigen Geschmack Salaten eine besondere Geschmacksnote.

Verwendung von Kardamom in der Medizin

Erbrechen
Wer Übelkeit und Brechreiz verspürt, ist mit Kardamom gut beraten.

Durch die Wirkung der verschiedenen Inhaltsstoffe kann das Öl aus den Kardamom-Samen bei vielen gesundheitlichen Beschwerden Abhilfe verschaffen.

Die Verwendung bei Verdauungsproblemen ist hierbei vorrangig und weist eine lange Tradition auf. Durch seine Speichel-, Magensaft- und Gallensekrets-fördernde Wirkung unterstützt es die Verdauungstätigkeit auf verschiedensten Wegen. Hierüber hilft es bei der Verdauung besonders fetthaltiger Speisen, bei Übelkeit, Erbrechen und Blähungen. Auch bei Magenschmerzen und- krämpfen kann Kardamom Abhilfe schaffen.

Schon gewusst?

Bereits im alten Rom wusste man über die Wirkung des Kardamoms auf den Verdauungstrakt. Hier kam es zur Linderung der Beschwerden nach großen Fressorgien zum Einsatz.

Personen, die unter Gallensteinen leiden, sollten einen verstärkten Verzehr zuvor mit ihrem Arzt besprechen, da die Steigerung der Bildung des Gallensekrets die Beschwerden verschlimmern kann.

Ein Kauen der Kardamom-Kapseln hilft effektiv gegen Mundgeruch und trägt hierbei durch seine antibakterielle Wirkung noch zur Mundhygiene bei.

Auch bei Entzündungen der Atemwege, des Harntraktes und im Mund- Rachen-Raum wirkt der Verzehr von Kardamom positiv.

Anwendungsgebiete auf einen Blick

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Blähungen
  • Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe
  • Mundgeruch und Entzündungen im Mund-Rachen-Raum
  • Atemwegsentzündungen
  • Harntraktentzündungen

Anwendung von Kardamom

In der Regel wird das Kardamompulver aus den Samen des grünen Kardamoms verwendet. Hierbei werden 2 Teelöffel des Pulvers mit 150 ml kochendem Wasser aufgegossen und als Tee verzehrt. Die Ziehdauer beträgt 10 Minuten. Darüber hinaus sind auch Tinkturen erhältlich.

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Viele der Tinkturen sind eine Mischung aus verschiedenenen verdauungsfördernden Kräutern und enthalten neben Kardamom beispielsweise Fenchel, Galgant, Ingwer, Koriander, Kümmel, Majoran, Schafgarbe und Zimt. Tinkturen nehmen Sie am besten verdünnt auf.


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Stand vom: 12.12.2018